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XTERRA Belgium

„Roger, Roger, Roger, Roger“ hallte es über den Innenhof der Citadelle. Hunderte feierwütige XTERRA-Athleten, skandierten für eine kurze Gesangsprobe des ehemaligen U23-Weltmeisters, XTERRA-Gewinners und XTERRA-Spain Organisator Roger Serrano. Zuvor sind schon auf der Siegehrung etliche Plastikbecher Bier vernichtet worden und die Stimmung wurde mit entsprechenden Hintergrund-Beats und Einspielungen angeheizt. 

„Livin´ Easy, Livin´ Free…“, die Menge tobt als Roger diesen Rock´n`Roll Klassiker von AC/DC anstimmt. „Goin´ down, Party Time…“, es wir noch bis in die Morgen Stunden  gefeiert werden, denn die Belgier verstehen es zu feiern, sowie sie es auch verstehen XTERRA den Zuschauer näher zu bringen und eine TOP-organisierte Veranstaltung auf die Beine zu stellen. 


 Pre-Race

Um ehrlich zu sein, hatte ich die Tage vor dem Rennen keinen so großen Biss und Ehrgeiz auf das Rennen. Ein gutes, trainingsintensives Pfingst-Wochenende lag hinter mir und auch die lange Anreise alleine mit dem  Auto vom Autohaus Vetterl drückte auf mein Gemüt. Dann änderte sich noch kurzfristig mein Plan, bei Freund und Hauptorganisator Florian zu schlafen. Stattdessen buchte ich mich ins nahe gelegene Hostel ein, da dort auch viele XTERRA Athleten sein würden und diese im Gegensatz zu Florian, ganz gechillt den Wettkampf herbei sehnen konnten. Und so war es dann auch. 
Easy Pre-Ride der Radstrecke, dann Mittagsschlaf und Nachmittag noch ein wenig schwimmen. Früh ins Bett und ausschlafen. Dazwischen noch „Quality Time“ mit Mr. Bernd Kiesel und den Ürdinger Clan. 
Aber noch immer nicht wirklich motiviert. „Vielleicht nicht mal so schlecht…“, sagte ich noch zu Llew wie wir uns um 11 Uhr die letzte Mahlzeit vor dem Rennen zu bereiteten.

 

Course-Check

Swim – 1 Runde a 1500m in der Meuse – 600m gegen den Strom, 800m mit  und dann noch 100m queren


Bike – 2 Runden a16 km mit 530hm + 2km Aufstieg in T2 mit weiteren 110hm – In den Waldpassagen z.T. knöcheltiefer Schlamm im Großen und Ganzen aber eine technisch relativ einfache Strecke – dafür Vollgas Abfahrten (50 km/h auf Singletrails)

 

Run – 2 Runden a 5 km mit 180hm – What goes down must come up? Oder so –  Krampfgefahr, entweder ein hohe Bergab-Belastung oder über Stufen der Zitadelle Bergauf

Allgemein: Einer der Konditionell fordernsten Strecken der Serie. Landschaftlich wunderbar eingebettet um die Zitadelle in Namur.  

 

 

Race


Wasserstart mit 700 Teilnehmern. Die meisten orientierten sich eher auf die Rechte Seite ( Entlang der Insel = weniger Strom). Bernd und ich wollten die ersten Meter aber unbedrängt zurücklegen und starteten eher in der Mitte der Meuse. Nach dem Startsignal ging unser Plan ziemlich gut auf. 
Zusammen mit zwei weiteren Athleten kam ich gut weg. Das Schwimmen im Fluss glich auch fast einen Schwimmen im See. Zur ersten Boje hin arbeitete unser Trupp sich immer weite Richtung rechtes Ende. Ich denke zwar, dass wir hier in etwa aufgrund der Strömung einige Kräfte mehr investieren mussten, aber durch die Ruhe und das Nicht-Behaupten im Feld konnten wir ein gleichmäßiges Tempo schwimmen. 
Obwohl die 1. Boje eine 180 Grad Wende machte waren keine großartigen Ereignisse nennenswert. Ich fühlte mich gut, hatte während des gesamten Schwimmens immer Druck an den Handflächen und konnte beim Zurückschwimmen sogar 3x an die Füße eines ca. 5 Meter vor mir Schwimmenden heranspringen. Kurz innehalten und dann wieder weiter. Lediglich der Schwimmausstieg war ein bisschen chaotisch, da nicht ganz klar war, von welcher Richtung die letzte Boje angeschwommen wurde. So ließ ich hier weitere 20 Sekunden liegen. 
Raus aus dem Wasser fühlte ich mich richtig gut drauf. Hatte ein positives Gefühl und war froh den Rückstand von 4:30 Minuten auf die Spitze nicht durchgesagt zu bekommen.
Der Wechsel war etwas verbesserungswürdig aber mit Hinblick, dass ich Philipp gerade erst TA1 verlassen sah, als ich rein lief machte mir Mut.
Hinauf zum ersten Anstieg auf die Zitadelle auf der breiten Straße konnte ich dann meine Kletterfähigkeiten schon ausspielen und arbeite mich an den besseren Schwimmern vorbei. Nur nicht komplett abschießen am ersten  Berg und in der ersten Runde, lautete meine festgelegte Renntaktik. Das Kritische an den Abfahrten in Belgien waren nicht etwa, weil die Trails verblockt oder ausgesetzt waren. Vielmehr erforderten sie technisch dahingehend alles ab, durch Schlammpassagen bei HighSpeed bis zu 60 km/h zu surfen und Wurzeln und Steine, welche man aufgrund der Licht/Schattenverhältnisse relativ spät sah richtig zu reagieren. Ein Sturz in einer schnellen Abfahrt kostete daher ein Haufen Zeit und hätte auch böse Folgen haben können. Ich  fuhr konstant untere Schmerzgrenze - was heißt es tat schon weh, aber noch nicht so richtig :D 
Eine gute Pace wie sich herausstellte, da mich niemand überholte und ich trotzdem aufschloss. Am Ende des vorletzten Anstieges war ich dann am "The Scotsman" Scott dran und hielt mich zu erst zurück, kurz vor der letzten technischen Abfahrt der letzten Runde ging ich vorbei und ließ das Rad fliegen - Ein paar feine Anlieger angefahren mit dem Scandinavian Flip gehörten zum spaßigsten Teil der Strecke.  Danach ging es gut 1 km Flach auf Straße Richtung Zitadelle. Im 3er Gespann wurde nun zusammengearbeitet um nach vorne zu kommen. Hinein in den Singletrail und von ganz unten konnten man schon die Leute oben auf der Zitadelle hören - Volksfeststimmung in Namur. Diesen Anstieg fuhr ich nochmal mit Kontenance hinauf und auf einmal sah ich meinen Guten Freund Lars-Erik Fricke vor mir. Im letzten Turn des Anstiegs war ich dann an seinem Hinterrad und einem herzlichen Hallo folgte ein bemühtes Lächeln. "Es gibt definitiv nicht so anstrengende Orte für ein Wiedersehen", presste ich noch irgendwie heraus und wir beiden wünschten uns noch ein gutes Restrennen. An der Zitadelle standen die Belgier zum Teil in zweier Reihen an der Strecke und die Sportler mussten zwischen Biergeruch und lauten Anfeuerungsrufen die letzten steilen Meter zurücklegen. Hannes Wolpert´s Vater - der wieder einmal hervorragende Arbeit am Streckenrand leistete  - schrie mir noch zu, dass ich aufschließen konnte und Hannes leider einen Schleicher hätte und ich ihn bald haben würde. Doch leider bremste mich in der ersten Abfahrt ein, vor mir stürzender Athlet in der schnellen Abfahrt aus. Nach einem kurzen (2-maligen) Nachfragen ob alles ok sei mit entsprechender positiven Antwort, trat ich wieder in die Pedale. 
Am oberen Drittel der ersten Runde holte ich dann Hannes ein. Als er mich fragte, ob ich noch eine CO2 Kartusche hätte überlegte ich nicht lange und riss mein Pannenset von der Sattelstütze und gab sie ihm im Vorbeifahren. "Bring das Ding zu Ende", ermutigte ich ihn noch. Getragen von dem positiven Gefühl, ihm geholfen zu haben fuhr ich - mitten im Wald - in eine süßlich duftenden Rauchwolke. Schon zuvor hörte man  ein paar Jugendliche lauthals anfeuern. 
Gigantisch wie hier die ganzen sportverrückten Belgier auf der gesamten Strecke verteilt waren. Der Rest der Runde verlief unspektakulär, nur dass die Schmerzgrenze jetzt von der unteren auf die höhere ging. Die schnellere zweite Rundenzeit und das Vorfahren auf Platz 17 sollten mir aber Recht geben. 
Als ich in die Laufschuhe wechselte und dabei Roger Serrano sah, wusste dass er entweder einen schwarzen Tag erwischt hat oder ich gut unterwegs war. Beides. Roger hatte ich bald überholt und so machte ich mich auf die Jagd von meinem Zimmerkollegen Mark (um die interne Zimmerwertung für mich zu entscheiden ;-)). Ich wusste, dass Mark i.d.R. ein guter Läufer (33min auf 10 bei Olympisch) ist und so blieb ich gelassen, als der Vorsprung nicht rasend schnell schrumpfte. Vor allem in den Bergab Passagen waren meine Beine heute super drauf, sodass ich schon mal 2´45min/km auf den Waldboden brennen konnte. Und hier sah ich holte ich extrem auf. Im letzten Downhill der ersten Runde konnte ich mich dann an Mark vorbeischieben. Mit "Stay cool in the Downhills", gab ich ihm noch den Tipp, locker runter zu laufen um keine Krämpfe zu riskieren. Allgemein merkte ich, dass ich auf alle vor mir liegenden aufholen konnte. (bis auf die ersten Drei) . Diese positive Gefühl, kannte ich bereits von Zypern und Griechenland und ES PUSHT enorm. Und so lief es. Eingangs Runde 2 sah ich Peter Lehmann auf einen der verwinkelten Auge in Auge Passage. Da ich um Peter´s Laufstärke weiß, machte ich mir bei ca. 500m Rückstand auf 5km nicht viel Hoffnung. Danach war das Blickfeld auch wieder eingeschränkter und ich lief mein Rennen. Arbeite mich Position um Position nach vorne und hielt das Tempo und den Spaßfaktor hoch. Umso überraschter war ich, als ich an der Letzten Steigung dann doch Peter in Reichweite sah."Das schaffst du doch eh nicht mehr", so ein kurzer Gedanke, "oder doch?". Und so zog ich nochmal an. Presste und machte mir Hoffnung, als ich ihn zurücksehen sah. Als ich dann am Übergang ca. 300m vorm Ziel dran war, wusste ich das ich es schaffen konnte. Ich lief mit einen schnelleren Schritt an Peter vorbei und spürte keine Gegenwehr. (leider laborierte Peter in den Vorwochen an einer Verletzung und konnte deswegen kaum ein Lauftraining absolvieren) Ich zog durch und konnte als 10. Gesamt wieder einmal in den TOP 10 finishen. 

After Race 

Nicht viel schreiben... Einfach erleben. 
XTERRA Belgien 
09.06.2018

Fact

Langsam spüre ich die ansteigende Form in Richtung Saisonhöhepunkt. 
Vor allem im Biken konnte ich die Lücke ein wenig schließen. Es sind nun noch 5 Wochen bis zu den Europameisterschaften in Rumänien und ich hoffe bald wieder ins Training einsteigen zu können und werde top motiviert in die letzten Einheiten steigen. 
Zum WK in Belgien gibt es nicht allzuviel zu sagen außer, dass Florian und seine Crew wieder einmal eine TOP Arbeit abgeliefert haben. 
Allen Athleten an der Grenze zu Belgien (aber auch zu Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz und Dänemark) empfehle ich dort einen Start und Übernachtung nach dem Rennen ;-) 

Rock´n´Roll 
Tom


XTERRA Greece

Das kalte Wasser läuft wohltuend den Nacken hinunter. Als ich die Wasserflasche anhebe und das Wasser sich seinen Weg vorbei an meiner wollenden Mähne nach unten sucht, schmecke ich in den Mundwinkel den Salzgeschmack. Es ist nicht etwa der Geschmack des Meersalzes. Diesen dürfte man auf dem Bike bereits überdeckt haben. Die Kraft der Sonne war dann doch beim abschließenden Run-Part deutlich zu spüren. Also haben wir uns nach einer kalten Dusche einen schattigen Platz unter einem Bäumchen am Akti-Beach gesucht.
Genießen noch die letzten Rythmen aus den Boxen des DJ-Trucks und gleichen unseren Electrolyte-Haushalt mit einem isotonischen Getränk aus.. 

Pre-Race 

Nach dem überraschenden Podiumsplatz beim XTERRA Zypern am vergangenen Sonntag ging es nach einer großartigen Erholungswoche (Vielen Dank nochmal an Paul von Arkamas MTB Tours) mit einer gehörigen Portion Zuversicht nach Griechenland. 
Die wunderbare Gesellschaft von Sascha, Hannes und Freundin, Chri mit Freund, Bernd, Max und Jens machten die letzen Tage vor dem Rennen natürlich mehr als kurzweilig. Ein paar gemütliche Pre-Rides mit schnellen Trailsektionen ( nur STRAVA wegen) und die herrlichen Schwimm-Sessions in der Athenischen Rivera ließen einen die - aus dem vergangen Jahr - schon fast vergessenen Schönheit Vouliagmenis wieder ins Bewusstsein rücken. Abseits von der schönen Umgebung war ich aber vorrangig gespannt, ob ich die guten Traningsergebnisse beim Schwimmen am Renntag zeigen konnte. Pre-Race Interview mit Big-Kahuna und Teil der Pressekonferenz sein zu dürfen, waren auch ein schöner Nebeneffekt meines Ergebnisses der Vorwoche.

XTERRA Griechenland ist einfach zu erreichen und auch ein wunderschönes Naturerlebnis vor den Türen Athens. Die kulinarischen Leckerbissen sind bei uns Triathleten natürlich auch zu erwähnen. 

Race-Course Check

Swim - 2 Runden á 750m mit Landgang - Der Strand, das Ambiente, das klare Wasser und in dieser herrlichen Bucht zu schwimmen ist ein Traum.

Bike - 2 Runden á  15 km mit 420hm . Nur im ersten Teil der Runde warteten drei kurze Trailpassagen mit etwas Bike-Technik auf. Der zweite Teil war dann aber durch ständiges Auf und Ab sehr abwechslungsreich. Allgemein ist die Strecke nicht zu hart aber dafür eben schnell. 

Run - 2 Runden á 4,7km mit 170hm. Auch hier eine trailtechnisch, einfach Laufstrecke die aber durch 2 extreme Anstiege und aufgrund der Höhenemeter konditionell alles abverlangt. Der letzte Kilometer verläuft eben entlang der Hauptstraßen, wer hier koordinativ noch einen schnellen Schritt draufhat- macht Zeit gut.


Race

Anders  als im Vorjahr war ich vor dem Rennen sehr ausgeglichen. Ich hatte mir fest vorgenommen keine Nervosität aufkommen zu lassen. Das Schwimmtraining verlief vielversprechend. Gemeinsam mit Jens und Hannes machten wir uns abseits vom ganzen Renngeschehen warm.Erst 15 Minuten vor Start begannen wir uns in die Gummihüllen zu zwängen. Dies alles trug dazu bei, dass ich nicht nervös sondern mit einer gesunden Portion Anspannung an der Startlinie stand. Der Countdown ging gegen Null und über 30 Elite Starter wurden eine Minute vor den Altersklassen-Athleten in die Fluten geschickt. Ich kam gut zur ersten Boje. Orientierte mich Richtung Zweiter aber schlecht und verlor so den Anschluss zum hinteren Feld der Profis. Der Ausstieg zum Landgang war dann auch noch sehr dürftig, sodass ich es auch nicht an Land schaffte den Anschluss wieder herzustellen. Irgendwo im Nirgendwo verbummelte ich dann auch noch in der zweiten Runde Zeit. Auch die 4 Staffel- bzw. AG-Schwimmer, welche mich überholten konnte ich nicht halten. So ging ich nach - für mich - enttäuschenden 21 Minuten auf´s Rad ( zumal es nicht wirklich 1500m waren). „Diesmal eine Aufholjagd ohne Plattfuß!“, schwor ich mir.  Ich fand einen guten Rhythmus  im Bike-Part, fuhr klare Linien in den Trailsektionen, ABER vermutlich immer wieder einen Gang zu hoch. Dies zog unnötig viel Kraft aus den Oberschenkeln. Aus lauter Vorsicht im Hinblick auf einen Defekt fuhr ich mit 2,0 Bar im Hinterrad und 1,8 bar im Vorderrad. Die Pre-Rides bin ich allesamt 1,8 hi und 1,5 vo gefahren. Nie hatte sich was gefehlt und ich hatte in den sandigen Passagen immer gut Grip. Am Renntag ging ich auf Nummer sicher, der negative Nebeneffekt war aber dann, dass mir das eine oder andere Mal das Vorderrad wegrutschte. Nichts weltbewegendes - Aber so ist es eben im XTERRA, hier beginnt das Rennen schon mit dem Richtigen Druck in Reifen und der Federung. Und man kann sich für mehr Grip, aber erhöhte Pannengefahr oder umgekehrt entscheiden. 
Zu Beginn der zweiten Runde fuhren wir dann mitten hinein in die Sprintdistanz-Wertung, welche 45 Minuten nach uns gestartet wurde. Gerade zu Beginn der Runde, wo ich hoffte meine Stärken auf den Trails ausspielen zu können war man am Dauerüberholen und Ankündigen von welcher Seite man kommt. In den Trailpassagen hilft auch das alles nichts und man musste abbremsen um die anderen Teilnehmer, aber auch sich selbst nicht zu gefährden. Bis auf die drei schnelllsten hatten aber auch alle anderen der Vollen Distanz damit zu kämpfen. Hier muss der Veranstalter einfach seinen Zeitplan überdenken, um auch den Spaßfaktor für beide Wettbewerbe zu gewährleisten. 
Ich versuchte nun meine Taktik zu ändern und die anderen Sportler bereits vor den Trails einzuholen. Im zweiten Teil der Runde hatte ich dann alle Sprintdistanzler überholt und konnte wieder mein Tempo fahren. Beim Zurückfahren in die Wechselzone sah ich wie Ian Pyott und Hanne Wolpert zeitgleich diese verließen. Auch wenn deren Vorsprung rund 2 Minuten betrug (incl. kurze Radschleife und Wechsel), wollte ich die beiden noch einholen. Ich versuchte also einen schnellen Wechsel. Bike an die Stange, Helm runter, Schuhe aus. Dann Die Laufschuhe in die Hand genommen und... Ah, ich komm nicht rein. Verdammt! Nach einen durchschnittlichen Wechsel ging es zum Laufen und nun flogen meine Newtons Richtung den Hügel Vouliagmenis. Am ersten Hügel fühlte ich mich richtig langsam, wären hier keine Zuschauer gewesen, hätte ich womöglich schon das spazieren angefangen. Aber die Wanderstellen sollten erst noch kommen.
Am ersten Uphill schrie mir Dave "Big Kahuna" zu," die anderen werden langsamer". Und so stampfte ich den Anstieg hoch. Oben sah ich dann bereits schon Hannes und direkt vor ihm Ian und Julien Buffe. Aber es dauerte noch eine ganze Weile bis ich direkt an sie ran lief. Kurz vor Ende der zweiten Runde, war ich dann an Tim van Daele dran. Ihn musste ich aber an der Versorgungsstation ziehen lassen. Bei den heißen Temperaturen, wollte ich mich vernünftig versorgen. Aber bereits im folgenden Uphill konnte ich ihn überholen. Auf dem Transferstück zum zweiten Upphill entdeckte ich noch zwei weitere Athleten vor mir.
Beissen. 
Und ja bei KM 7 war ich bereits auf Position 10. Ob noch mehr ging? Ich hielt die Pace oben.
Ca. 1 km vor dem Ziel sieht man ca. genauso weit nach vorne und leider... Hatte ich keinen mehr vor mir. Überhaupt niemanden. Und so lief ich kontrolliert das Ding zu Ende. Als Kostas dann mir den 10. Gesamtrang bestätigte, war ich super happy.
Wahnsinn. Das war genau, das Ziel.

Natürlich besser geht immer ;-)  

After Race

Spanier, Franzosen, Schweizer, Griechen, Österreicher und Schwaben. So saßen wir alle nach dem Rennen (wie eingangs beschrieben) beisammen unterhielten uns – auch mal nicht über Sport – und hatten einfach eine gute Zeit. Ein gemeinsames Abendessen und ein leckeres Eis rundeten den gelungenen Abend ab. Man braucht nicht vielmehr zu sagen als – Xterra Family – ONE TRIBE.
Einfach mal erleben.

Fact

Mit den ersten beiden Rennen der Saison bin ich durchaus zufrieden. Die harten Bike-Trainingseinheiten fehlten noch und sind im Hinblick auf die Welt- und Europameisterschaft bitter notwendig. Beim Schwimmen bin ich motivierter denn je meine Trainingsresultate in die Splitzeiten zu übertragen und beim Laufen geht zum Saisonhöhepunkt hoffentlich auch nochmal was.
Jetzt freue ich mich erstmal auf 1 ½ Monate gutes Training (mit lokalen Wettkämpfen als Tempospritzen) und dann auf den XTERRA Belgien bei Freunden.


Stay Tuned
Euer Tom

XTERRA Cyprus - Podium

"Wenn du aus dem Flugzeug steigst, musst du unbedingt ganz tief einatmen!", sagt Tobi zu  mir im Trainingslager "die ganze Insel duftet nach Zitrus". Und tatsächlich, als Sascha und ich am Flughafen in Larnaca zum ersten Mal zyprische Luft einatmen, riecht alles so angenehm Zitronig und Orangig. Wir genießen diesen Zustand noch weitere 1 1/2 Stunden,ehe wir in das Shuttle nach Paphos steigen. Als wir in unseren Hotel ankommen, sehen wir bereits Lorena (Sebi Neef´s Freundin), wie sie aus einen Volkswagen Bus ihr Fahrrad hebt. "Ich habe auf Tubeless umrüsten lassen", sagt sie zu uns. Beide sind schon seit Montag auf der Insel und sind die Bikestrecke schon einige Male gefahren. Und noch nicht ahnend, warum sie uns das so mitteilte. 

Pre-Race 
Vor dem ersten Rennen der Saison ist man immer sehr gespannt, wie die Form ist. Ich fühlte mich nach 2 Wochen "Hannes Hawaii Tours" Trainingslager und 1 Woche TV Burglengenfeld doch sehr gut. Nun merkte ich am Dienstag vor dem Rennen beim Lauftraining ein beengendes Gefühl beim Einatmen während der Intervallpausen. So konnte ich über die 3x1000m meine Pace von 3'05 min/km gut halten, aber meine Atemrythmus nicht. Nach Rücksprache mit dem Physio und schnellen medizinischen Check mit Lungenfunktion und EKG unmittelbar vor dem Abflug wurde mir grünes Licht gegeben. Es sei nur eine mechanische Einschränkung - verspannter Rücken. Somit war klar - Ready To Rock More Than Ever.
Aufgrund Windgeschwindigkeiten von bis zu 30 Knoten und der damit verbunden hohen Wellen entschied man sich noch am Wettkampftag für einen Duahtlon.
Nicht unbedingt, dass was ich mir beim ersten Rennen der Saison gewünscht hatte.Ich wollte natürlich vorrangig um meine Schwimmform wissen. Aber auch nicht unbedingt, das Schlechteste was mir passieren konnte. Die Karten wurden neu gemischt, der Siegesanwärter Yerey Luxem aus Belgien nochmal stärker eingeschätzt und dann? Für  Sebi, der seit dem Trainingslager eine Woche vorher an einem Schmerz im Knie beim Laufen laborierte war ein Duathlon sicherlich die denkbar schlechteste Entscheidung.

Race-Kurs Check 

 

Swim -  2 Runden 750 ohne Landgang - am wunderschönen Lara Beach, so war es zumindest geplant. Stattdessen nun 1 Laufrunde a 4,8km 28hm

Bike - 2 Runden a  17km / 520 hm - Ein langer 4,8 km Anstieg gefolgt von einen kurzen technischen DH, dann kurze, steile Gegenanstiege. Ein Rockgarden der in einem kurzen technischen Stück seinen krönenden Abschluss findet und zum Schluss eine 3km lange Vollgas Abfahrt ala Maui / Hawaii. 

Run - 2 Runden a 4,9 km  / 28 hm - Ein flacher Kurs, z.T. aber im Knöcheltiefen Sand laufend und entlang der steinigen Klipppen. Ein kurzer, verwinkelter Labyrinthabschnitt - der Dank Nico Lebrun - einwandfrei ausgeschildert war. 

Race 


Am provisorisch aufgebauten Laufstart scharten nun alle Athleten mit ihren Hufen im Sandstrand. Anders als im vergangenen Jahr in Belgien, wo nach den Startsignal ein abartiges Tempo vorgelegt wurde, hatten hier scheinbar alle die konditionell anspruchsvolle Radstrecke im Hinterkopf. Sebi und ich führten das Feld auf den ersten sandigen 200m an. Danach bildete sich relativ schnell ein Führungsquartett um den Norweger Bjerketh,Luxem, Sebi und mir. Mit ein wenig Abstand dahinter Carloni. Die ersten beiden KM gingen  wir in - für die Bodenverhältnisse - flotten, aber nicht scharfen 3'30min an. Ich lief direkt hinter Sebi, als er auf einmal einen Schrei los ließ und an den Streckenrand humpelte. Das Quartett nun mehr - leider - ein Trio.  Da ich die Strecke nicht abgelaufen bin, war ich froh den beiden hinterher laufen zu können und mich nicht orientieren zu müssen.
Das Tempo, war ein bisschen über Wohlfühltempo, aufgrund des starken Gegenwindes, wäre dies aber auch mit wachsende Abstand nicht besser geworden. Also dranbleiben. Auf den letzten Meter vor der TA1 nahm ich dennoch etwas raus. Den knappen Rückstand konnte ich durch einen schnellen Wechsel wieder minimieren. Auf Position 2 liegend  kam ich ja noch nie aus der Wechselzone!!! Getrieben vom Adrenalin, sah ich Yeray die kompletten ersten welligen z.T. steinigen und sandigen Kilometer entlang des Strandes immer 100m vor mir. Hinter mir wusste ich das Carloni kommen musste. Bei Kilometer 5 - und den damit verbunden Einstieg des langen Anstieges - überholte er mich. Aber anders als erwartet war auch dieser Norweger sogar vor ihm und gab das Tempo vor. Meine Renntaktik sah vor, die erste Runde bei gefühlten 90% Belastung abzuspulen um dann in der zweiten gefühlt noch einen draufzulegen. Also versuchte ich meine Rythmus zu finden. Die beiden waren mir bald enteilt. Selbst bergauf, störten einige kleine und größere Steinplatten immer wieder den Rythmus mit dem Hardtail. nur die letzten 300 Meter führten auf einer einigermaßen flachen Straße. Oben Angekommen wartete die erste Aid - Station und damit verbundene Abkühlung bei bereits um 10 Uhr morgens warmen 26 Grad. Dann ging es auf den ersten Downhill, die fehlende Strecken-Kenntnis von nur einmal abfahren machte sich hier bemerkbar und so verfehlte ich einmal die richtige Linie und gerade im letzten Moment konnte ich einem großen Stein am Rand ausweichen. "Konzentrier dich!", rüttelte ich mich selbst wach. Nach dieser Passage kamen nach zwei kurzen knackigen Anstiegen, ehe es dann auf die vom Orga-Team genannte "Rollercoaster"-Passage ging. Dies war zwar eine breite "Fire-Road" welche aber für ein ebenso breites Lächeln sorgte, leicht ansteigend mit 36 Sachen ging es hier zum Einstieg in den Rockgarden. 
Diese Sektion sind wir beim Pre-Ride zweimal durchgefahren - Line gefunden und dann flog mein Brothers-Bikes nur über die Steine. Höchste Konzentration und ein Inneres hochjauchzendes Gefühl. Gleich danach kam schon, das kurze, technische Steilstück. Ich atmete dreimal tief durch. Wahrscheinlich zerstörte ich durch das laute Schnaufen die Videosequenz des unmittelbar neben mir stehenden Kameramanns. Auf dem folgenden langen Downhill hieß es nun "Finger Weg von der Bremse" und laufen lassen. Die kurzen Sprints auf den Zwischenstücken machten Richtig Laune! VOLLGAS! 

Beginn der zweiten Runde und immer noch auf Postion 4. Ich konnte es nicht glauben...Kurz vor dem Anstieg sah ich Hannes (Wolpert) hinter mir. Ich wollte auf jeden Fall vor ihm oben sein und er wollte mich natürlich vorher noch holen.. So pushten wir uns gegenseitig. In der zweiten Runde erwischte ich in den technischen Stücken eine gute Linie. So war ich vor dem Einstieg in den Rockgarden immer noch vor Hannes. Wieder hinein und dann eine kurze, kleine Unsicherheit. Statt links zu fahren blieb ich im Geschwindkeitsrausch rechts. "Falsche Linie! Falsche Linie!" Lenker gerade halten und ruhig bleiben. Wieder zurück auf der Ideallinie. Rock´n´Roll! (Bei besserer Strecken-Kenntnis, wäre dies vielleicht sogar die bessere Linie gewesen). 
Und dann erwischte ich mich zum Ersten Mal bei der langen Abfahrt, als ich zu mir sagte: "Kontrolle! Du bist an 4. Stelle und das Laufen kommt noch. Feinfühlig fuhr ich den Downhill runter. Ja keinen Plattfuß riskieren und trotzdem machte es furchtbar Spaß dazwischen noch einmal richtig anzutreten. 
Rock´n´Roll eben. 
Schneller Wecchsel und raus auf die Laufstrecke. Ich sah keinen Kontrahenten hinter mir. Nun ging der Blick nach vorne. Nico stand bereits nach 300m an der Laufstrecke. Dort die erste Info über Rückstände. "Carloni 1'30". Was? Nur?, dachte ich mir. Also flott weiter. Ich fühlte mich gut. Bei KM 4 konnte man ca. 800km nach vorne schauen. Hannes´ Vater - auch an der Strecke: "Den kriegst du noch, er hat sich umgedreht"
Zum Wendepunkt, war ich dann schon ca. 200m ran. Geduldig lief ich meine Pace weiter. Keine Zwischensprint, keine Tempoverschärfung. 
Ich konnte das Tempo von Carloni gut einschätzen. Bei KM7 war ich dann dran. Keine Spielchen dachte ich mir und so lief ich in meinem Tempo weiter. Ich drehte mich erst auf der langen Gerade ca.. 800m vorm Ziel kurz um. "Wahnsinn! Da kommt keiner mehr...!" 
Und so konnte ich meinen Zieleinlauf und mein erstes Podium vollends genießen...
Sebi kämpfte sich zurück ins Rennen und musste im letzten Lauf auch noch eine kleine Gehpause machen. Trotzdem finishte er in den Top5. Sascha musste nahezu genauso hart kämpften wie Sebi, da er aufgrund von Schlauchreifen sich ständig die kleinen Dornen,welche sich auf der Strecke befanden einfuhr. 2 Plattfüße und Ein Schleicher, den er zweimal nachpumpten musste forderten dann doch noch ein wenig der Schwimmmuskulatur. Auch Sebi´s Freundin,die auf Tubeless umrüstete fuhr ein klasse Rennrn. Beste und  - für diesen genialen Wettkampf - leider einzige Amateurin aber auch nur einen Wimpernschlag hinter der ersten Profi Frau Respekt. 
Ich hoffe Sebi und Lorena in Maui am Start zu sehen! Ich drücke euch ganz fest die Daumen. 
 

After Race

 

Die Gastfreundschaft in Zypern ist einzigartig. Vor dem Rennen fuhr uns Paul  von Akamas Mountain Bike Tour schon kräfteschonend die 15 km zur Streckenbesichtigung. Das dies dann alles noch am letzten Tag in einer herrlichen geführten Mount Olympus Tour (1952m n.N. höchste Berg Zyperns) gipfelte war einfach nur ein Traum. Den Tag nach dem Rennen, verbrachten wir in wunderbare Atmosphäre mit Stephan und Hannes am sandigen Turtle Beach beim Schwimmstart, hier waren die Wellen zwar nicht mehr ganz so wild, Aber ein wenig Bodysurfen war dann doch noch.

 

Fact

Zum Wettkampf selbst, muss man vollen Lobes sein. Die Streckenwahl ist landschaftlich gigantisch. Die Topographie der BikeStrecke gleicht "fast" Hawaii und auch das Wetter. Definitv ein Tipp, wenn man sich nächstes Jahr bereits früh qualifizieren möchte und ein ähnliches Rennen bestreiten will. Die Landschaft und das Wetter geben es her. 

Ich hätte gern um meine Schwimmform gewusst, aber spätestens am Sonntag wird es soweit sein. Die Laufform passt und beim Bike? 
Hier muss ich auf jeden Fall noch ein bisschen ran im Training. Bergab? geht immer, aber wenn ich mir Strava so ansehe, dann muss ich bergauf auf jeden Fall noch ein wenig Gas geben. 
Ich freue mich jetzt auf Griechenland.

#AbenteuerChina - RaceDay

“Race Day here in Hefei for the inaugural IRONMAN 70.3. Welcome and Good Morning to the Athletes all over the world, coming from 60 diverse countries…” dröhnt es aus den Lautsprechern über die Wechselzone. Ich liebe diese Stimmen der Moderatoren von internationalen Events. Jede Silbe des Austragungsortes und des Veranstaltungsnamen wird übertrieben Amerikanisch betont. Sollte ich meine Aktive Karriere beenden, könnte ich mir vorstellen das zu machen ;-) Aber halt, da war ja was. Stimmt Race Day. Vor 2 Stunden hat uns der Wecker erbarmungslos aus unserem 3- Stündigen Schlaf gerissen. Irgendwie im Liegen haben wir uns dann Waffeln mit Honig in den Bauch gestopft, quasi im Halbschlaf. 5 Minuten bevor wir dann das Taxi vor´s Hotel bestellt haben, sind wir aufgestanden. Einteiler angezogen, Zähne geputzt, den Skinfit Wechselrucksack geschnappt und dann mit den Aufzug in die Lobby runter gefahren.   

 Rein ins Taxi und 600m zur Wechselzone geschlendert. Während Max, Inna und Bernd schon einen ziemlich flotten Schritt drauf hatten, trottete ich noch nicht ganz auf der Höhe hinterher. Doch dann folgt dieser eine Schritt in die Wechselzone. Überall wuseln austrainierte Körper durch diese, huschen hin, checken ihre Bikes, ist der Helm am richtigen Ort, hält der Gummi an den Schuhen und was man auch nicht vergessen darf, hab ich noch Druck in meinen Reifen? An meinem Wechselplatz war alles in Ordnung, doch als ich mich umdrehte sah mich Inna verdutzt an. Ihr Vorderreifen war platt. Kurzerhand lieh ich mir bei meinem AK-Kollegen eine Standpumpe aus, wechselte routiniert den Reifen und zauberte so Inna wieder ein Lächeln und Zuversicht ins Gesicht. (wenn das bei Frauen immer so einfach wäre - Stress mit der Freundin - Reifen aufgepumpt und alles Gut ;-)) 
Nun mussten wir uns in diese ekligen Gummihüllen wieder reinzwängen, in Anbetracht der Wasserqualität vielleicht eine reine Schutzmaßnahme. Nein, um gleich Vorurteilen aufzuräumen,so schlecht war die Wasserqualität nicht. Trotzdem nahmen Bernd und ich uns vor, nicht über 30 Minuten dort zu verbringen. Bevor wir uns dann dem Rolling Start einordneten, haben wir noch kurz  die chinesischen Plumpsklo´s benutzt. Dies ist soweit erwähnenswert, dass ich euch als Tipp mitgeben würde: Vermeidet diese! 
Nun aber zurück zur Sachen. 
Rolling Start ist schon eigenartig. Man steht da wartet, geht einen Schritt nach vorne wartet wieder.... und so wiederholt sich das Prozedere gefühlte Tausendmal. Ich persönlich, als mittelmäßiger Schwimmer, liebe dieses Gefühl vor dem Start auf einer Linie mit allen anderen zu sein, jeder wartet darauf wie ein Bulle beim Rodeo losgelassen zu werden und dann wenn das Horn oder die Kanone ertönt... Rock´n´Roll. 
Hier hatte ich das Problem, zwar dem Start näher zu kommen, aber nicht wirklich angespannt zu sein. Und so lief ich gemeinsam mit Max und Bernd in schöner 3er Reihe die letzten 5 Meter vom Steg ins Wasser, schon ihn Vorlage und schon in Kopfsprung-Absprungs-Pose. Da meinte der Helfer " Keine Köpfer". Irgendwie landete ich dann doch im kühlen Nass und dann war das Rennen quasi eröffnet. Ohne Vorspannung konnte ich leider Max überhaupt nicht folgen. Der Dreieckskurs bestand aus ca. 600m langen Geraden und alle 100m waren Bojen mit fetter Aufschrift. Die Tatsache, dass ich mir bei 1000m nur dachte, "ach, kuck an über die Hälfte haben wir schon" beunruhigte mich während des Schwimmens noch nicht. Im Nachgang muss ich sagen, dieses Lasche Gefühl vom Start weg zog sich den kompletten Schwimmpart durch. Doch auch Bernd war immer in meiner Nähe, bei seiner Erfahrung muss das Tempo ja doch stimmen, er will ja auch U30min schwimmen. Wieder falsch gedacht, auch für Bernd fühlte es sich locker an. Aber Unterwasser fällt das kommunzieren halt so unfassbar schwer. Gemeinsam entstiegen wir den Fluten nach 30:35 min. 
Ein flotter Wechsel und dann aufs Rad. Ein großes Fragezeichen stand hinter diesen 90km, weil
1. Keine Streckenkenntnis 
2. Wie gehe ich diese 90 km an
3. Wie komme ich mit der ungewohnten Sitzposition zurecht 
4. Wie entgehe ich der Windschattenproblematik

zu Punkt 1, bei 90 km Strecke und 11 Kurven braucht man so gut wie keine, fast alle Kurven waren gut einsehbar und konnte man wunderbar in Aero-Position durchfahren. Hier konnte ich alleine durch meine Kurventechnik locker 10 Kontrahenten einsammeln. 
zu Punkt 2, man sagt mir die Eigenschaft als Wettkampftyp nach und ja, bereits ab dem ersten Meter auf dem Bike war ich auf Attacke gestimmt. Hier denke ich nicht an die bevorstehenden 89,9 km und dann noch 21,1km laufen. Um ehrlich zu sein, habe ich die komplette Wettkampfdauer nicht einmal an die Gesamtkilometeranzahl gedacht. Immer nur Step-by-Step einfach dem Körpergefühl vertraut. Und ja, es hat manchmal wehgetan. 
zu Punkt 3, ab Kilometer 30, merkte ich schon wie es vom Oberschenkel über den Hintern zieht. Aber nicht weiter darüber nachgedacht, denn um ehrlich zu sein, war es jetzt eh schon zu spät sich darüber Gedanken zu machen.
zu Punkt 4, theoretisch ein leidiges Thema und wer mein Ergebnis kennt (2x 5 Minuten Zeitstrafe), der könnte jetzt erwarten dass hier ein Rundumschlag kommt, kommt aber nicht ;) 

Ich habe versucht, das Rennen offensiv zu gestalten. Habe Kontrahenten überholt, bin aber auch überholt worden. Die 90 km Radstrecke war größtenteils auf einer 3-Spurigen, komplett abgesperrten Straße (alle 10(zehn) Meter stand ungelogen ein Soldat). Hier musste man nicht wirklich Windschattenfahren. Sobald ich von einem deutlich schneller überholt wurde, scherrte ich weitere 3 Meter nach rechts um selbst beim zurückfallen lassen nicht im Windschatten zu sein. Man merkt aber auch gleich, wenn man von einem Kontrahenten überholt wird und dieser dann seine ganze Kraft beim Überholvorgang vergeudet hatte und setzt dann wieder zum Überholen an. In so einem Moment, wo ich wieder ansetzte bekam ich die blaue Karte von einem Referee. Wahrscheinlich vollkommen legitim, da ich zuvor die 10 Meter Mindestabstand nicht wieder hergestellt hatte. 
Egal. Ich bretterte weiter und was soll ich sagen... Es machte furchtbar Spaß mit 42 km /h und den Kopf unten auf der Straße dahin zu brettern. Bis KM 60 und dem "PenaltyTent" konnte ich das gut halten. Dann kamen die 5 Minuten Zeitstrafe. Hier hieß es Beine Lockern. Mental war ich bereits drauf eingestellt, dass die letzten 30 km Gegenwind herrschen würde. Ich hasse Gegenwind. Nach Absitzen der Zeitstrafe benötigte ich gut 10km um wieder meinen Rythmus zu finden. Zur 2. Zeitstrafe will ich nicht genau eingehen, ich sah eine 20-köpfige Gruppe von hinten anrauschen. Kurz nachdem sie mich gestellt hatten bekamen 2 von Ihnen eine Zeitstrafe... darunter auch ich. "Jetzt erst recht", dachte ich mir, Bring dein Rennen ordentlich zu Ende! Und so setzte ich bei einem kleinen Anstieg bei KM 75 eine Attacke und hatte schnell 100 Meter Vorsprung. Diese 100 Meter konnte ich dann bis zum zweiten Penalty Tent kurz vor der Wechselzone halten. Und dann sah ich die komplette Gruppe vorbeirauschen. Motivation Pur, wenn man zu sich sagt "euch kriege ich alle noch beim laufen". 
Die zweiten 5 Minuten vorbei. 
Schneller Wechsel in die Laufschuhe. Einfach laufen. Asche "Andreas Aschenbrenner - IM Hawaii First-Timer 2016" hat mir bei einer gemeinsamen Radausfahrt den Tipp gegeben nicht auf die Uhr zuschauen. Zack! Die ersten 4km auf 3´44min/km. Läuft. Die Zielvorgabe war für mich ein SUB 1h20min Halbmarathon. Das sollte ich drauf haben. Eine Woche zuvor habe ich bei einer Koppeleinheit mit 40km TT und anschließenden Nittenauer Regentallauf für das Brune+Fleischmann Team eine 3'35 min auf 10km laufen können. 
Nach 3 km hatte ich den ersten Läufer der Radgruppe eingesammelt und nach 11km den letzten der 20-köpfigen Gruppe. Es lief, doch leider begann am KM 13 meine Achillessehne zu schmerzen. Der Lauf wurde unrunder. Ich konnte die Pace auch nicht mehr hochpushen. Die Laufstrecke an sich selbst, war auch wie die Radstrecke ziemlich windanfällig. Ich fragte mich aufgrund der Achillesprobleme, warum tue ich mir das an, ich wollte doch das Ding in meiner Saisonpause auskurieren.. Aber es ging trotzdem weiter. Bei Kilometer 18 kam auf einmal nochmal ein Hoch. "Komm Tom, keine 3 Km mehr. In unter 12 Minuten ist alles vorbei"- Ein geiles Gefühl. Der Kniehub wurde wieder intensiver und zack... Ein Krampf. Er hatte sich schon eine Weile angekündigt.. aber geht schon gleich wieder. Ah.. Geht doch nicht... Rüber zur Absperrung gehumpelt. Gedehnt. Vom Hintern angefangen hat sich nun der ganze Oberschenkel verkrampft... 2 Minuten Zwangspause. Dann konnte ich wieder locker laufen. 4:30 min/km. Die Muskulatur lockerte sich. Und jetzt der letzte Kilometer. Ich konnte nochmal richtig Dampf machen. Verdammt! Es fühlt sich gut an! 3:40min/km. Und die Pace bis zum Schluss haltend. Denn beim Rolling Start, weiß man ja nie, wer da hinten noch kommt. Es ist kein Mann-gegen-Mann Rennen... 

Ganz klar, ein Zieldurchlauf ist immer etwas schönes, aber irgendwie war ich unzufrieden... Gute Leistung ,aber das Ergebnis stimmte nicht. Eigentlich so wie die gesamte Saison hindurch. Platz 2 der Altersklasse und Rang 66  mit einer Zeit von 4:29 hat dann schon gepasst. 

 
Swim    30:35
Bike      2:29:47
Run      1:24:15
Overall  4:29:21


Die Siegerehrung und was noch auf unserem #AbenteuerChina passierte lest ihr dann im letzten Teil - muss jetzt ins Schwimmtraining :D 

Stay tuned 

 

 

#AbenteuerChina - Pre Race

Wir hatten uns bewusst am zweiten Tag keinen Wecker gestellt da wir schon kurz vor 22 Uhr ins Bett sind, denn von den ganzen Reisestrapazen waren wir doch recht down. Doch als wir erst nach 11h Schlaf erwachten waren wir schon etwas überrascht und natürlich topfit. Nach einem reichhaltigen Frühstück unter anderem mit gebratener Ente, irgendwelchen gekochten Garnelen in eine Kokos-Chilli Soße und anderen warmen und deftigen Speisen, wollten wir zum Swan Lake aufbrechen. Hier sollte am Sonntag der Schwimmpart stattfinden. Bernd wollte noch einige Züge im Wettkampfwasser machen und so brachen wir auf. Dank der netten Konserven (oder wie schreibt man Concierge? ) war das Ansagen des Zielortes für den Taxifahrer ein Leichtes. Schwierigkeiten hatten wir lediglich beim Erklären an der der Rezeption wo wir den eigentlich hinwollten. Nun ist Hefei mit 5 Millionen Einwohner für chinesische Verhältnisse eigentlich ein Dorf (Dietldorf(=Heimat) hat nicht einmal 300), doch die Orientierung und Ortskenntnis gestaltet sich selbst für Einheimische als schwierig. Irgendwie haben wir dann mithilfe einer chinesischen –Google-Maps-Imitat – Webseite den Weg und die Adresse ausfindig machen können.

Unser Taxifahrer steuerte sein Gefährt souverän durch die Straßen Hefei´s. Das Hupen gilt hier in etwa wie in Deutschland, das Vorfahrtsschild. Hier gibt es dann auch logischerweise keinen Schilderwald. Auch wenn es für den deutschen Fahrer erstmal eine kurze Eingewöhnungsphase braucht und es in der Tat nach viel Chaos aussieht, so kann man nach einiger Zeit schon eine gewisse logische Abfolge der Verkehrssteuerung erkennen. Für eine 10km lange Fahrt durch Downtown zahlt man lächerliche 3€. Angekommen am Swan Lake war das offizielle Schwimmtraining leider schon beendet.
Um einer eventuellen DSQ  - weil Schwimmen außerhalb der offiziellen Zeit – zu umgehen, fragten wir lieber bei den Verantwortlichen nach, ob man nicht noch ein paar Meter noch Schwimmen könnte. Die Antwort, „Swim forbidden, they gonna shoot you“, war dann doch recht eindeutig und somit wollten wir uns natürlich nicht freiwillig vor dem Start ein fettes DSQ mit Aussicht auff Krankenhausaufenthalt abholen.  
Mit den Shuttle Bus ging es dann weiter in die T2. Dort wollten wir unsere Startunterlagen abholen. Die 45-minütige Busfahrt versüßte uns ein spanischer Triathlet. Bernd meinte nur zu mir: „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es noch jemanden gibt, der mehr redet wie du.“ 
Nach Abholen der Unterlagen und zurück im Hotel, wurden erstmal unsere Maschinen zusammen gebaut. Wir wollten noch einen ca. 10 – 15 km langen TestRide dran hängen um einfach zu sehen, ob alle Schrauben am richtigen Ort sind – zumindest die am Fahrrad. Aber auch dies gestaltete sich in der Rush Hour als äußerst schwierig. Zumindest einen Kilometer lang, konnten wir auf einer Nebenstraße ein bisschen Renntempo fahren (siehe Strava Segment). Die restlichen Kilometer, war es dann eher ein Stop-And-Go und schauen, dass man zwischen den Autos irgendwie schadenfrei durchkommt. Als wir dann nach 5km – ganze 17 Minuten auf der GPS Uhr hatten, stellte Bernd ernüchternd fest: „ Es gibt Menschen, die laufen diese Tempo auf der Strecke“. Ein wenig genervt vom nicht aufkommenden Flow durch China´s Straßen schoben wir die Bikes ins Hotel. Nach der letzten Swim-Session im Hotel-Pool hätte man meinen können, dass man nach diesem Tag todmüde wäre. Leider hielt uns der Jetlag jedoch bis 3:30 wach. Aber glaubt, mir in einem reinem Männerzimmer gehen einem die Themen zum quatschen auch nicht so leicht aus. 
Am nächsten Tag klingelte der Wecker dann um 8 Uhr. Wir wollten ja am Tag vor dem Wettkampf wenigstens schlafen können. Nach dem Frühstück ging es dann mit einem selbstgebastelten Navi in die T1. (siehe Bild). Beim Durchgehen durch die Wechselzone, war vom viel zu überteuerten Zeitfahrmaschinen bis zu alten Rostlauben alles dabei. Ich liebe, dieses Gefühl in der Wechselzone, diese lockeren Gespräche mit „vermeintlichen Kontrahenten“ aber auch Gleichgesinnten. Man spürte aber auch diese extreme Anspannung, die vor allem die europäischen, nordamerikanischen und Aussis nach außen zeigten. Es gab nur einen Grund warum diese hier den Weg nach Hefei gefunden hatten. Alle wollten diese KONA / Hawaii Slots. Glücklicherweise habe ich von Vornherein schon mit meinem Inneren damit abgeschlossen, selbst wenn ich mich qualifizieren würde. Ich wollte mein IM 70.3 Debüt genießen, dem Rausch des Tempo verfallen und ein gutes – für mich zufriedenstellendes – Rennen absolvieren. Denn nächste Saison sollen noch einige XTERRA Rechnungen beglichen werden.

Probleme mit Carbo-Loading hat man definitiv nicht. Hier braucht man keine Pasta-Party, denn zu jedem Gericht gibt es mindestens 4 verschiedene Nudelsorten oder Reis, selbst Bratkartoffeln gibt es in China.Wenn schon in China, dann Carbo-Loading mit Sushi und viel zu viel Wasabei.Für mich schon wie ein Ritual sind zum Abendessen vor dem Rennen 2 Bierchen zu trinken. Das beruhigt mich und ich kann in der Regel gut einschlafen.
Um 8 Uhr gingen wir dann schon ins Bett, denn mit dem Start um 7:40 wollten wir um 5 Uhr aufstehen und ein klein bisschen frühstücken.Der Plan mit dem guten Einschlafen ging voll auf. Während meine Zimmergenossen noch an IPad und Handy hingen fielen mir meine Äuglein zu. Jedoch war die Ruhe nur von kurzer Dauer. Nach einer Stunde war ich wieder hellwach.Bernd flüsterte mir dann gegen 21:30 Uhr zu, ob ich den noch wach sei? Darauf erwiderte Max, " Aber na Klar!".Wohlwissend, dass wir drei überhaupt nicht müde waren und wir nur wach im Bett liegen würden, entschlossen wir uns zu einen Abendspaziergang. Irgendwo wird doch noch eine Bar für einen Absacker offen sein.So fanden wir zwar keine Bar aber einen Friseur.
Gut, der treue Leser wird sich fragen, für was ich einen Friseur brauche? Aber ich ließ mir ja nicht die Haare schneiden, stattdessen wollte Bernd noch seine Aerodynamik verbessern. Um 22:30 Uhr abends, saßen wir dann in Hefei beim Frisur und Bernd entspannte bei einer herrlichen Kopfmassagen. Den Gedanken, dass in 6 Stunden der Wecker klingelt haben wir erfolgreich verdrängt. Nach diesen Besuch genehmigten wir uns noch in der Hotel Lobby ein kühles Blondes. 

Im Hotelzimmer schlief Max dann ziemlich bald ein. Bernd und ich wälzten uns noch ein paar mal unruhig hin und her. Um 2 Uhr morgens schielte ich das letzte Mal auf die Uhr...  

#AbenteuerChina - Anreise

Ich beiße gerade genüsslich in mein Avocado-Brot, da klingelt das Handy. Am anderen Ende ist Bernd Kiesel, wir hatten es ausgemacht, dass er mich kurz in meiner Pausenzeit anruft, er wollte nur irgendwas kurz klären. 
Bernd: " Weischt Tom, mir hän desch Jahr nu gar nix mideinanda gmacht"
Ich: "Du worst doch bei da Wuidsau dau?"
Bernd: "Ja schon, aber verreist san ma nu nidda. "
Ich:"Wo willst na hi?"
Bernd: "China. Ironman 70.3"
Ich: "Dau bringst me niad hi. I bin Cross-Triathlet, de Aero Position is nix fir mi"
Dieses Telefonat war am 09. August 2016. Am 11. August, hatte ich dann bereits meine Flugtickets bei AirChina gebucht!

Das #AbenteuerChina konnte also beginnen.

Das der Hashtag nicht nur irgendein PR-Gag ist, sondern Realität  davon bekamen wir schon beim Umstieg Shenzhen nach Hefei einen kleinen Vorgeschmack. Beim Re-Check-In unserer Bikes standen wir in einer Schlange umgeben von Tierboxen, Fernsehgeräten und Samurai-Schwertern. Die sehr spärlich vorhandenen Englischkenntnisse der Kontroll-Crew, projizierten bei uns dann erstmal Fragezeichen in unseren Köpfen, als unsere Radkoffer, nach dem Durchleuchten aus dem Verkehr gezogen wurden. Bis uns dann mithilfe, von Händen und Füßen verständlich gemacht wurde, dass CO2 -Kartuschen zwar von Frankfurt nach Shenzhen erlaubt seien, aber nicht von Shenzhen nach Hefei transportiert werden dürften. Im Gegensatz zu Maui, wo die CO2-Kartuschen auch aus dem Verkehr gezogen werden, hier aber an die einheimischen Bike-Shops gependet werden, bezweifle ich diese Vorgehensweisen bei den Chinesen. Schön wenn "Made in China", wieder den Weg in einen chinesischen Mülleimer findet. 
Angekommen in Hefei dachten wir glücklicherweise einen Shuttleservice zu unseren Hotel gefunden zu haben. Die Ticketverkäuferin versichterte uns dann auch,  wenn wir beim 2. Halt aussteigen, kann uns der Busfahrer die restlichen paar Meter zum Hotel erklären. Doch als wir, beim zweiten Halt ausstiegen und denn Busfahrer nach dem Weg fragen, zeigte er nur auf ein Hohes Gebäude in ca. 2 km Entfernung...
Vollen Mutes spazierten wir also los in Richtung dieses Gebäudes. Abenteuerlich waren hier vor allem die Kreuzungen, welche wir zwischen hupenden Elektorollern mit komischen Dachaufbauten und meist alten  mit mindestens 999.999 km Laufleistung, aber dafür mit Gas ausgestattet Autos überqueren mussten. Zwischen all den Hochhäusern, hatten wir dann irgendwann die Orientierung verloren und Google Maps funktionierte hier auch nicht.
Also standen wir wieder an einer Kreuzung und wussten nicht weiter. Nach dem Weg fragen gestaltete sich insofern als schwierig, da wir wieder sprachliche Barrieren zu überwinden hatten. Zwar zeigten sich viele Chinesen als äußerst hilfsbereit, jedoch bestand unsere Konversation größtenteils aus Fuß und Arm heben und deuten. Von außen erweckten wir wahrscheinlich den Eindruck, dass wir in unseren Radkoffern eher ein Reck oder Barren transportierten als ein TT-Bike und wir vielmehr Turner als Triathleten waren. Dies ging eine ganze Zeit so, bis wir uns schließlich mit einer jungen Chinesin über eine Übersetzer App verständigten. 

Letzendlich konnte diese auch einen Taxifahrer sagen, wohin er uns zu fahren hatte. Leider gibt es in Hefei keine Großraumtaxis und so mussten wir uns gemeinsam mit unseren 3 Rädern auf 2 Autos aufteilen (siehe Bilder). 
Bernd musste dabei gute 5 km lang um sein Bike bangen. Das Runterfallen seiner komisch blauen Sporttasche, hätte er sicherlich verkraftet. 

Angekommen im Crowne Plaza Hotel erlebten wir wieder die große chinesische Gastfreundschaft. 
Nachdem wir dann noch durch einen dieser typischen China-Märkten ohne Kühlung durchgeschlendert sind und die eine oder andere kulturfremde Fleisch-Delikatesse gesehen haben ging es zum Abendessen. 
Todmüde fielen wir dann ins Bett. 

(Not) only the Sky is the limit

In der Luft liegt dieser herrliche Duft von Bratwürsten und Grillfleisch. Gerade bin ich noch durch einen kleine Rauchwolke gefahren, weil der Nachbar gerade seinen Grill versucht anzuzünden. Normalerweise verfluche ich diesen Geruch während ich auf dem Rad sitze. Denn wer kennt das als Radsportler in den Sommermonaten nicht, wenn man um 18 Uhr noch seine Feierabendrunde dreht? 
In diversen Vorgärten brutzelt das saftige Steak direkt neben dem Grillgemüse. Man selbst befindet sich noch voll im Trainingsmodus, zuzelt an seinem Sponser Sportfood Gel oder kaut auf dem Riegel rum. Doch nicht heute. In ein paar Augenblicken wird auch mein Steak auf dem Campingplatz in Zittau auf einem Grill brutzeln. Dies wird nur der Auftakt sein zu einem weiteren tollen Abend nach dem XTERRA Germany. 

Pre Race

Zittau darf für mich nicht im Rennkalender fehlen und ebenso wenig das Campen am unmittelbar in der Nähe liegenden Campingplatz. Hier geht es schon los. Beim Zeltaufbau trifft man schon unzählige Bekannte, mit denen man sofort wieder ins Gespräch kommt. Nach gefühlten 3h- Zeltaufbau wandert man dann runter an den Olbersdorfer See, durch die kleine aber feine Expo hindurch bis man schließlich an diesem rießigen... (ja was eigentlich?) freien, runden Dach ankommt. Dort trifft man wieder etliche Bekannte und so zieht sich selbst das simple Startpaket abholen in die Länge. Zittau ist für Cross-Triathleten das was der ULTW in der Trailrunning Szene ist, nämlich ein riesiges, familäres Klassentreffen. Und alle sind sie hier um zu racen. 

Race-Kurs Check 

Swim - 2 Runden a 750m im O-See. Angenehme 22 Grad, gerade so Neo-Verbot. 

Bike - 1 Runde a 37km mit 1120hm mit ein paar kleinen aber feinen Änderungen zum letzten Jahr. (Info für den Veranstalter: Alles richtig gemacht. v.a. die Sektion nach dem Grashang I Like) 

Run - 1 Runde a 9,7km mit 120hm. auch mit ein paar kleinen Änderungen. Endlich ein bisschen mehr Cross-Charakter (Info für den Veranstalter: auf den letzten beiden Kilometern kann man die Athleten ruhig nochmal ein paar mal rauf und runter schicken wie die letzten Jahre, ansonsten TOP) 


Race

Hatte ich zwar in der Woche davor keinen so rechten Bock auf das Rennen, war ich am Renntag voll da. Ich wollte richtig hart schwimmen (für meine Verhältnisse) und eine Radgruppe erwischen. So ging es auch nach dem Start gleich ganz gut los. Bis zur ersten Boje hatte ich Kontakt zum Mittelfeld der Männer. Keine Tritte, Keine Sprints so konnte ich gut meinen Rythmus finden und schwimmen. Zurück zum Landgang nach ca. 600m schwamm ich auf der Höhe von Renata Bucher. Ich konnte ihr Tempo gut mithalten und so stiegen wir gemeinsam raus. An Land musste ich mich ganz schön sputen, um wieder zeitgleich auf die zweite Runde zu gehen. Ich dachte aber nicht viel nach, ob es vielleicht doch zu hart war und versuchte wieder auf diesselbe Höhe zu schwimmen. Gemeinsam sollten wir dann auch in die Wechselzone kommen und als ich dort noch drei weitere Männer, unter anderem Llew Holmes sah, wusste ich, dass der Swim gar nicht so schlecht war. Ein schneller Wechsel und ich war topmotiviert um auf den ersten Kilometer zu ihnen ranzufahren und dann den restlichen Bike Part mit ihnen zu fahren. Nach Ca. 50m auf dem Bike fährt man in Zittau über eine kleine ca. 3 m hohe Rampe und auf einmal... Was war das?... Meine Oberschenkel Brennen?.... Ach egal. Weiter in den ersten Trail. Nach 400m Trail, geht es dann ca. weitere 3 Kilometer auf breiten Straßen Richtung Zittauer Gebirge. Schon in Schweden war kurz nachdem Wechsel Carina Waisle hinter mir, doch dieses Mal wurde ich die zierliche Österreicherin nicht los. Was war mit meinen Beine los? Ich brachte keine Kraft auf die Pedale. Wurde sogar auf einem kurzen Bergauf Stück von ihr überholt. "Das gibts doch nicht", fluchte ich innerlich. Nun überholten mich die ersten AGrouper, welche 3 Minuten nach uns gestartet waren. Ich versuchte mich in das Rennen reinzubeißen, dranzubleiben. Die Schenkel schrien um Vergebung. Irgendwie konnte ich aber dann doch an einem Hinterrad bleiben. Dann kam der erste "richtige" Anstieg. Der Kopf wollte das Ding hochprügeln, doch die Beine veranlassten den Kopf auf das kleinste Kettenblatt und Ritzel zu schalten. Ich fand so überhaupt keinen Rythmus. Mich graute es gar vor der Schiebepassage in den Hochwald. Machte mich bereits mental darauf gefasst ziemlich bald abzusteigen und so weit zu schieben wie noch nie. Doch der technische, steile Uphill ging ganz gut. Ich kam gut voran. und so musste ich so wenig schieben wie noch nie. Gut für den Kopf, weniger gut war dann die Tatsache, dass ich während des Schiebens beim Blick nach hinten Stephan Radeck erhaschte. Auch er war drei Minuten nach mir gestartet. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass er mich aufgrund seiner Schwimm- und Radstärke auf dem Bike holt. Aber so früh schon? Egal, vor mir war die erste Frau. Nächstes Ziel anvisieren. Vorbei und es ging fahrend immer noch ein bisschen technisch bergauf. Schließlich kam der schnelle Downhill auf der Wieseund direkt danach ein kleines technisches Teilstück. Die Strecke war brutal trocken und so konnte man es bergab und auf den Trails richtig krachen lassen. Ich dachte jetzt nur mehr an die vor mir liegenden Teilstücke. Hier ein kleines Trailstück, dort ein bisschen technisch bergab. Ameisenberg. Das half mir ungemein die schweren Bein zu vergessen oder vielmehr sie versuchen zu ignorieren. Doch am letzten Anstieg merkte ich, dass keine Kraft mehr da war. Von hinten kamen zwei starke Tschechen. Diese überholten mich kurz bevor es wieder bergab ging. Aber ich konnte ihre Hinterräder halten. Yeah, letzter Downhill! Rock´n´Roll. Und dann springt mir die Kette runter. Mit dem Umwerfer versuche ich noch zu retten was nicht mehr zu retten ist. Also seitlich vom Trail und runter vom Bike. Bevor Stephan noch fragen kann ob ich Hilfe benötigen, schreie ich ihn zu " Fahr weiter, lass krachen" und rumpeln höre ich ihn in den letzten Downhill hinein preschen. Für mich ging es dann nach ner gefühlten Ewigkeit auch weiter. Der Österreicher, den ich aufgrund der Geschwindkeit noch überholen ließ schnappe ich mir im Downhill. Schade, der wäre im Flow noch schöner gewesen. Es folgen wieder Trails bevor es auf breiter Straße wieder zurück Richtung O-See geht. Ich erhasche den Blick auf 2 Jungs vor mir. Aber komme nicht mehr ran. Also alleine im Wind. Zumindest solange bis mich der Österreicher wieder überholt. Mit Mühe kann ich ihm im Windschatten folgen und gemeinsam geht´s in die Wechselzone. Ich bin kaputt... jetzt noch laufen. Muss ja irgendwie gehen. Nach einem ernüchternden ersten Kilometer kommt aber doch noch die Laufform. Diese stimmt heuer irgendwie. Die neue, crossige Strecke macht auch nochmal richtig Laune. Ich hole wieder auf und sehe vor mich noch einen Kontrahenten, als ich vorbei gehe rennt er mein Tempo mit. Wir laufen nebenher. Ich merke, dass ist jetzt Mann gegen Mann. Er schwächelt, ich forciere meine Geschwindkeit, kann diese aber nicht lange halten. Er kommt wieder näher. Geht sogar vorbei. Dranbleiben. Es sind noch ca. 2,5km bis ins Ziel und die letzte Verpflegungsstation liegt vor uns. Ich gehen in der Rechtskurve innen an ihm vorbei. Es folgt ein steiles Bergaufstück. Stütze die Hände auf meine Oberschenkel, gehe flott hinauf. Als ich mich umdrehe sehe ich, dass eine Lücke klafft. Es geht noch 2km Flach am See entlang. Jetzt nicht zurückschauen, keine Schwäche zeigen. Der Blick geht nach vorne. Vertrauen in die eigene Laufstärke laufe ich immer den kürzesten Weg. Kein Blick wandert nach hinten, er muss denken ich habe keine Angst vor ihm sondern orientiere mich nur nach vorn. Schließlich sind es nur noch 100m bis ins Ziel. Die gebaute Treppe wartet noch und ein Stohballen. In der 90 Grad Kurve kann ich sehen, dass ich 200m rausgelaufen habe. Es folgt noch ein Purzelbaum über die Ballen, die wahnsinnige Menge in Zittau tobt noch einmal und ich falle ins Ziel. Ein harter Kampf.

After Race

Wie eingangs beschrieben grillten wir gemeinsam mit den Saßerraths noch unsere Steaks und Würstchen. Sascha hatte leider einen Kettenriss, hatte aber die Nachricht bekommen, dass er all seine Studium Prüfungen bestanden hatte. Also irgendwie doch ein Grund zu feiern. Und Tobi hat den O-See Light richtig gerockt und sauber performt. Die Staffelmannschaft, mit meinem Babe als Bikerin war auch glücklich und so konnte der After-Race Party nichts mehr im Wege stehn. Der berühmten After-Race Party bedarf es keiner Worte. Einfach beim nächsten Mal dabei sein. Wir hatten unseren Spaß :D 

Fact

Wer mal Cross-Triathlon Luft schnuppern will ist in Zittau genau richtig. Die Strecken sind herausfordern, aber nicht zu krass. Der perfekt organisierte Wettkampf ist jedes Jahr ein Highlight. Die Crew um Benno macht eine tollen Job. Deswegen war es mir eine Freude, eine Kiste Jacob Weissbier dem Helferdorf zur Verfügung zu stellen. Ein riesiges Dankeschön auch an dieser stelle an alle Helfer.
Persönliche Bilanz nach dem Rennen? 4 Wettkämpfe in 4 Wochen, davon 3 XTerra´s sind ganz schön hart. Ich wusste, dass ein Einbruch kommen könnte, wollte es aber nicht wahr haben. Aufschlussreich vor allem in der Hinsicht, wie weit ich mit meinen Körper gehen kann.  

No Short, it´s a Lederhosen

„Buon Giorno! Come Stai?“ – frage ich Fabrizio, als ich bemerke, dass er gerade das Rad hinter mir vorbei schiebt und er zu seinem Platz in der Wechselzone will, während ich in gebückter Haltung noch das Baby-Puder in meine Laufschuhe verteile. Als ich dann meine beiden Schuhpaare schon rennfertig platziert habe, klopft mir Arthur auf die Schulter und im französischen Dialekt höre ich wie er „Guten Morgen, na wie geht´s“ sagt. Nun dreht sich Dave „Big Kahuna“ erstaunt um. „I´m impressed“. Internationaler Flair beim XTERRA Schweden letzte Woche.

Pre-Race

Na klar, hätte ich anfangs wieder die wunderbare Landschaft im Naherholungsgebiet der Stockholmer(Wettkampfareal nur 5km vom Stadtzentrum entfernt) beschreiben können.
Aber bei XTERRA, ist ja auch neben der Natur die Gemeinschaft und Zusammenhalt der Menschen, egal welcher Nationalität, welche ich so genieße.
Der für mich 5. Stopp der XTERRA Europe Tour sollte für mich  endlich die Wende bringen.
Nach den Sturz in Italien, musste ich nicht nur mein Bike wieder in Ordnung bringen (Laufrad Reperatur, neue Sattelstütze) bzw. meinen Körper die Zeit für die Wundheilung geben (Sitzknochenprellung und 2 unangenehme Wunden an der Oberschenkel Innenseite) . Nein, ich musste auch meine Renntaktik überdenken. Wie zuletzt schon geschrieben, nahm ich mir dieses Mal vor, eine klare, materialschonende und defensivere Linie auf den Bike zu wählen.   

Race-Course Check

Swim – 1500m ohne Landgang. Im herrlich gelegenen – 18° frischen – See. Wetsuits allowed

Bike – 2 Runden a 15km mit insgesamt 600hm. Relativ flache, technisch anspruchsvolle, sehr abwechslungsreiche Bike Strecke. Von Verblockt technisch bis super schnell Flowig.

Run – 2 Runden a 5km mit insgesamt 300 hm. Eine durch das schwedische Unterholz schlängelte, nicht astreine (viele tiefhängende Äste und Baumstämme zum drüber springen) Trailstrecke mit nur 400m Schotterwegpassagen.  I like.

Race

Kurz vor Rennstart betrug die Außentemperatur gerade mal 20° C. Für mich und andere „dünnere“ Athleten galt es daher sich ordentlich warm zu machen und auch wirklich erst kurz vor dem Startschuss sich ins Wasser zu stürzen. Gemeinsam mit Mau und anderen Athleten standen wir noch vor dem Wasserstart auf einer – im See schwimmenden – Holzplattform. Als das Signal „1 Minute to Go“ ertönte sprangen wir hinein ins kühle Nass. Und schon bald erfolgte der Startschuss. Im Gegensatz zu Italien versuchte ich verhaltener anzugehen. Aber scheinbar haben es mir österreichische Beine angetan. Diesmal schwamm ich hinter dem jungen Dominik Wychera her (sein Film über XTERRA Italy hier). Bis zur zweiten Boje kam ich gut mit. Jedoch schwamm ich dann ziemlich weit außen die Boje um, sodass eine Lücke klaffte. Leider konnte ich nicht mehr ran schwimmen und so versuchte ich den Abstand möglichst gering zu halten. Dass die Schwimmdistanz diesmal etwas kürzer war, zeigt meine 21er Splitzeit und der „nur“ 4 Minuten große Abstand zur Spitze. Nun ging es in den Bikepart und nach den ersten 2 KM entlang des Seeufers sollte auch der erste 2km lange technische Trail folgen.
Hier bemerkte ich schon den zu hohen Luftdruck in meinen Reifen. Da ich auf jeden Fall keinen Plattfuß bei den bis zu 50 Zentimeter hohen Drops riskieren wollte, setzte ich sicherheitshalber auf mehr Druck. In Kombination mit dem Hardtail vielleicht eine zu unkomfortable Lösung für diese Strecke.
So konnte ich leider nicht immer mein gewünschtes Tempo gehen. Kam aber gut ohne Pannen durch. Auf den nicht so ruppigen Passagen versuchte ich daher noch härter zu pushen, um die einfach liegen gelassenen Sekunden wieder einzuholen. Leider passierten mir dann gerade auf diesen Passagen einfache Leichtsinnsfehler. Einmal rauschte ich ca. 10 m an einer Abzweigung vorbei und musste daher wieder zurück. Ein anderes Mal legte ich mich in einer leichten Linkskurve flach. Dabei blieb ich mit dem Vorderrad in einer ausgetrockneten Spur hängen und stieg entsprechend unangenehm ab. Leider hat es auch dabei den Lenker verdreht. Auch diesen musste ich letztlich wieder in Null Stellung bringen. Alle diese Kleinigkeiten kosteten mich vielleicht in der Summe gut eine Minute. Ansonsten passierte nicht sonderlich viel. Ich war irgendwo im Nirgendwo. Nach vorne sah ich keine Konkurrenz und von hinten kam auch niemand vorbei geflogen.
Die BikeStrecke kann ich trotz fehlender Höhenmeter nur wärmstens empfehlen. Nach den etwas zähen, ruppigen Trailstücken folgt ein herrlich verlaufender Trail auf weichen Waldboden. Der Untergrund fühlt sich fast wie auf meinen „HomeTrails“ an.

Ohne Info über Platzierung und Rückstand von außen nahm nun die Laufstrecke in Angriff. Wie oben beschrieben, war sie ein Traum von einem Trail Lauf. Man musste die ganze Zeit hochkonzentriert sein. Ein Fehltritt und man würde umknicken. Bergauf als auch Bergab waren die Oberschenkel voll gefordert. Mit der Taktik die Abschlussrunde schneller zu laufen als die erste aber dennoch nicht von der Spitze des Feldes überrundet zu werden flog ich also über die schwedischen Trails. Immer wieder sagte ich innerlich zu mir „Geduld, Geduld“, obwohl ich es gerne in der ersten Runde richtig krachen lassen wollte. Aufgrund meines Rückstandes nach den beiden ersten Disziplinen wusste ich aber, dass ich meine Kontrahenten erst in der zweiten Runde sehen würde. Anfangs der zweiten Runde – auf einem lichten Stück – nahm ich dann einen weiteren Kontrahenten wahr. Nun ging es also los. Wollte ich zwar nun aufs Gaspedal drücken, machten sich die vorbelasten Oberschenkel bemerkbar.
Selbst bei den Bergab Passagen durchzuckten mich Ansätze von Krämpfen. Also weitesgehend kontrolliert laufen dachte ich mir. Ich holte ja trotzdem auf. Bei KM 7 der Laufstrecke dann eine Verpflegungsstation. Kurze Oberschenkelmassage und Getränkezufuhr. Die beiden Helfer meinten noch „Good Luck“ und sofort testete ich meine Oberschenkel. Die kleine Massage hatte Wirkung gezeigt. Nach ca. 300m überholte ich meine Kontrahenten gleich zu Beginn des Anstiegs. Der Oberschenkel hielt. Also gleich im Bergab Stück wieder volle Kanne. Nun sah ich vor mir den nächsten. Die Motivation war voll da. Ich überholte ihn noch vor dem nächsten Trail und hielt das Tempo hoch. Nur noch 1 km bis ins Ziel. Ich hatte keine Ahnung um welchen Platz es hier ging. Aber einfach nur nach vorne. Zielkanal. Auf einmal höre ich Schritte hinter mir. Ich werde schneller. Die Schritte werden Schneller. Das kann doch nicht sein. Ich wage einen Blick zurück.
Gott-Sei-Dank, Nur der Kameramann, der meinen Zieleinlauf filmt.
Platz 8 superhappy.

After Race

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Morgen steht bereits der XTERRA Germany und somit das Heim Rennen an. Starke Konkurrenz ist gemeldet, da es sich hier um die XTERRA European Championships handelt. Taktik: Voll motiviert nach Schweden, aber nicht übermotiviert.

Fact

Überglücklich war ich bereits nach dem Bike Part, als alles nahezu reibungslos vorbei ging. Dass dann noch meine erste Top 10 Platzierung bei den Profis heraussprang. Sehr geil. Den Abend ließen wir in der Stockholmer Innenstadt ausklingen. Schon fast Traditionell war ich auch in Schweden nach dem Rennen in Lederhosen unterwegs. In einer Bar wurde mir dann der Eintritt untersagt. „ No Shorts allowed after 7pm“ und dann hielt der XTERRA Tribe zusammen und egal ob Mexikaner, Pole oder Neuseeländer. Alle waren sich einig: „This is no Short, it´s a Lederhosen)”!

Wenn nix bassiert, kannd ma nix vazähln...

Sanft schlängelt sich die Strecke hinauf nach Scanno. Rechts türmen sich die Felswände des Monte Mezzana auf und auf der anderen Seite stürzt die Wand weiter in Richtung Flussbett des Sagittanio hinab. Eine Unachtsamkeit und man findet sich außerhalb des Weges wieder. Doch bei diesem Panorama, durch das sonnengeflutete Tal fällt es schwer die Augen auf die Strada Nationale 479 zu fokussieren. Schon die Anfahrt vom Flughafen in Rom zur nächsten XTERRA Station nach Scanno ist ein Genuss. Man kann schon erahnen in welcher traumhaften Gegend dieses Schmankerl stattfindet.

Pre-Race

Nach Analyse der Streckenprofile und Erfahrungsberichte anderer Athleten war die Vorfreude doch riesig und das nach schwierigen 4 Wochen. Nachdem XTERRA Switzerland inklusive Netzhautriss mit anschließender Woche Sportpause und danach auftretenden Achillessehen-Schmerzen und Schulter-Problemen durch Überbelastung…zog ich sogar eine kurzfristige Absage der Reise in Erwägung. Aber bei 100% Storno-Kosten für den Flug war mir der Spaß mit der XTERRA Family (Gemeinsam mit den belgischen Freunden in einer Ferienwohnung) und die Aussicht auf den „härtesten“ Kurs der Europa Serie wichtiger, als ein Start bei 100%. 

Race Course Check 

Swim – 1500m- aufgeteilt in eine große 1400m Schleife, danach ein kurzer Landgang und Lauf über ein Brücke für die Zuschauer und ein letzter 100m Sprint im Wasser. 

Bike – 30km mit 1300hm – Eine kurze 11km mit 450hm lange Warm Up Runde und dann die längere 18 km mit 850hm All-Out Runde inklusive einem5km langen Anstieg und richtig schönen flowigen Downhills. Verbremsen strengstens verboten! 

Run – Kein Run-Course-Check. Aber Höhenprofilkunde und der Eindruck von Florian zeugten von einem Wechsel zwischen Laufen und Gehen. 10,5 km mit knapp 500hm Bergauf und Bergab ;-) 

Race 

Aufgrund der Wassertemperatur starteten die Profis – anders als die AGer – ohne Neoprenanzug und 3 Minuten vor der ganzen Meute. Die kleine Bucht, in welcher der Wasserstart erfolgen sollte bot eine einzigartige Atmosphäre. Während wir  ungeduldig auf den Startschuss warteten, sorgten die restlichen Starter und Zuschauer um uns herum für Gänsehaut-Feeling. 
Dann kam der Startschuss und ich heftete mich an die Fersen von Markus Benesch. Gut 200 Meter konnte ich seinen Beinen auch folgen  und ich war von einem guten Swim überzeugt, würde ich das Tempo halten können. Doch dann kam alles anders. Ich bekam Atemnot, kämpfte bis 400 Meter mit mir und sagte mir etliche Male „ Reiß dich zusammen“. Leider musste ich in dieser Schwächephase das ganze Profifeld an mir vorbei lassen und ich fand mich ca. 60 – 75 Meter hinter ihnen wieder. „Zu schnell losgegangen? Ich habe mich doch gut gefühlt“. Abhaken und den Rhythmus finden. Nach 800m überholte mich dann auch der erste AGer im Neopren. Der Abstand zu den vor mir schwimmenden Profis blieb aber gleich und bis zum Landaustieg beim 1400m sollte mich auch kein anderer von hinten überholen. 

Nachdem Wechsel aufs Rad fand dich gut in meinen Rhythmus. 
Der erste Anstieg auf Scanno ging noch ein bisschen schwerfällig. Aber im zweiten Anstieg - welcher steiler und steiniger war - hinauf zum abschließenden ersten Downhill und somit gen Ende der Ersten Runde, konnte ich mich von meinen Verfolgern lösen. Ein gutes Zeichen – sollte doch der lange, steile  Anstieg erst noch kommen. Und dann galt es nochmal hochschalten und hinein in den spaßigen Downhill. Die Aufholjagd sollte also weitergehen. Die ersten 3 Spitzkehren noch herrlich durchgedrückt. Der „weltbekannte Flow“ kam auf und dann… durch eine Unachtsamkeit, verlor ich den Kontakt zu meinen Klickern. Verdammt, gerade an der ungünstigsten Stelle des gesamten Kurses war ich mehr beschäftigt wieder einzuklicken, als mich auf den Trail zu konzentrieren. Ich saß aber noch auf meinen Drahtesel und war fest davon überzeugt wieder zurück auf den Track zu kommen, bis… ja bis ich einen ca. 30 cm hohen herausragenden Felsbrock direkt vor meinen Vorderrad sah. 6 Meter weiter und 2 Purzelbäume später schaute ich zu meinem Rad zurück. Der obligatorische, im Adrenalinrausch eigentlich eh schmerzbetäubende Körper-Kontroll-Blick wanderte an meinen Händen runter zu den Füßen. Glück gehabt, äußerlich unversehrt. Der Helm sitzt auch noch… Aber was ist das? 
Verdammt. Warum liegt der Sattel 3 Meter von meinem Fahrrad weg? Nun der Material-Kontroll-Blick… und die ernüchternde Erkenntnis, diesen Sattel bekommst du nicht mehr an die Sattelstütze. Das Titangestell hat es dermaßen verbogen, dass ein Befestigen nicht mehr in Frage kam. Zumal ich sowieso an der – bereits oben erwähnten – steilsten und gefährlichsten Stelle stand. Ich entschloss mich also die Sattelstütze abzumontieren und inklusive Sattel in meinen Camelbag zu verstauen. Den Downhill konnte ich auch ohne Sattel bewältigen. „Macht eh mehr Laune“, versuchte ich dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen – auch wenn ich innerlich am liebsten geheult hätte. 
Unten angekommen sollte dann eine breite Teerstraße ca. 800m in die Wechselzone und somit in die 2. Runde führen. Hier hätte ich nochmal Zeit, den kaputten Sattel genauer unter die Lupe zu nehmen und evtl zu reparieren. Doch auch der zweite Kontrollblick machte das Malheur nicht besser. Selbst der Versuch mit einem Stein vom Streckenrand, dass Gestell wieder gerade zu klopfen blieb erfolglos. 
Was tun? Weiterfahren auf der Strecke oder direkt zu Natalie am vereinbarten Kontaktpunkt und von der Aufgabe berichten? Aufgabe? Nein, wenn dann zum vereinbarten Punkt aber auf der Strecke. Ledglich weitere 10 km und 750 hm trennten mich davon.  Mit ein Grund diesen Weg trotzdem zu gehen war, dass ich den Downhills einfach nicht widerstehen konnte. Durch Scanno verlief auch alles auf leichten Schotter und gepflasterten Straßen. Also gut im Stehen absolvier bar. Bis zum langen Anstieg dann noch ein netter flacher Trail – auch kein Problem. Ermutigende Worte der anderen Athleten und „Rispetto“ Zurufe trieben nochmal die Motivation in die Höhe. Im langen und steilen Anstieg der Runde versuchte ich zwar im Wechsel und durch ständige Gewichtsverlagerung zum einen das Vorderad nicht abheben zu lassen, aber auch hinten genügende Gewicht zu haben um ein Durchdrehen des Reifens auf den trockenen, losen Schotter zu verhindern. 
Gut 2/3 des Anstieges kann ich so bewältigen, dann muss ich schieben. Die letzten Meter zum Skilift Campo Scuola werden wieder etwas flacher, aber immer noch ansteigend und jetzt sollte der Fun Part kommen. Alle Mühen haben sich gelohnt, auf der Abfahrt überhole ich wieder drei Athleten, die mich während des Schieben überholt haben. Am Anfang ist der Downhill ohne Sattel noch etwas ungewohnt. Aber wie sich das Bike in die Engen Kurven legt, Unebenheiten einfach geschluckt werden... Das macht Laune. Noch ein Anstieg, dann kommt nochmal der fatale Downhill der ersten Runde.  Doch davor ist noch der vereinbarte Treffpunkt mit Natalie. Ein kurzer Plausch "20 Minuten Rückstand auf die Top Ten", bekomme ich als Info. Doch eigentlich egal. Ich versuche das Rad in die Wechselzone zu bringen und dann - im Hinblick auf die Achillessehnen Schmerzen - werde ich nicht mehr laufen, dachte ich jedenfalls. 
Der letzte Downhill macht noch mal richtig Laune. Wieder überhole ich einige Athleten, wenn auch nur an ausgewählten Stellen. Zu Eng und zu steil sind die Kurven. Die Unfallstelle lasse ich souverän links liegen. Unten angekommen peitschen mich nochmal die Zuschauer in die Wechselzone. Vor lauter Adrenalin, laufe ich einfach los... ohne zu überlegen. "Einfach probieren", meinte mein Physio und tatsächlich. Die ersten 3km keine Schmerzen. Wir laufen durch die engen Gassen von Scanno. Überall Zuschauer, Einheimische und Athleten. Kein Schmerz in der Achilles. Weiter geht es der "La Bestia" hoch. Wandern, schöner Abdruck mit den Beinen und Armen. Ein bisschen fehlt er der Wettkampf-Modus. Es ist mehr ein Hochgefühl nach 4 Wochen endlich wieder schmerzfrei laufen zu können als das pushen am Limit. Auf dem gemeinsamem Part von Lauf und Bikestrecke steht Natalie, ungläubig schüttelt sie den Kopf. "Du wolltest doch aufhören".Mit einem Lächeln antworte ich nur "Keine Schmerzen" und laufe weiter. Ein letzter Uphill und dann gehts hinunter ins Ziel. Nochmal ein brutaler Downhill, bei dem es einen fast die Kniescheiben raus haut und dann nochmal 800 Meter flach am Ufer entlang. Im Ziel werde ich dann noch von einem zuvor überholten Athleten übersprintet. Egal... Ich konnte schmerzfrei laufen. 

After Race 

Gemeinsam mit den belgischen Freunde chillten wir in der herrlichen XTERRA Area am Rande des Lago di Scanno. Begleitet von coolen Beats, einen guten "Ökologisch und natürlich Gluten-Free" Bier und einem leckeren Barbecue legten wir unsere Beine hoch. Unterhielten uns und genossen es gefinisht zu haben. Nach der kurzen Dusche ging es zur Award Cermonie. Hier trafen wir noch weitere Belgier, Francois  und Karl.  Gemeinsam ging es dann gegen 20 Uhr auf die Piazza und wir saßen am Marktplatz hatten dort italienische Anti Pasti. Zum eigentlichen Abendessen gingen wir noch in ein anderes Lokal. Auf dem Weg dorthin trafen wir noch Llew, Mauricio und Sam. So hatte ich dann zum Glück noch die Möglichkeit, das eine oder andere englische Gespräch zu führen. Verstand ich doch bei den Franzosen immer nur bröckchenweise etwas. Den Abend beendeten wir dann in dieser unglaublich schönen familiären Atmosphären. 

Fact

Es ist wahrscheinlich hart es sich einzugestehen, doch dem geschuldet, dass ich nach dem Schwimmen einfach immer noch viel zu weit entfernt bin, von dem was ich mir erhoffe, stehe ich gleich zu beginn des Bike-Parts unter Zugzwang. Der eigene Ehrgeiz lässt mich dann vielleicht noch zu oft, eine riskantere Linie wählen oder zu hart am Anfang zu pushen. Nach  dem 4. Rennen von 7 XTERRA´s ist die Erkenntnis vielleicht noch nicht zu spät und ich kann in Schweden vielleicht endlich einmal mit "Vernunft" racen. 
Jetzt gilt es erstmal den Tennisball Großen Bluterguss, knapp unter der Pobacke zur Ruhe kommen zu lassen und die lädierten Oberschenkel zu regenerieren. Auch muss das Bike nochmal durchgecheckt werden. 
In Schwende gilt aber wie immer: 

No Excuses und Ready to Rock more than Ever! 

Ein Lächeln bleibt

„FUCK. So eine verdammte Scheiße“ , genauso unverblümt wie es hier steht, hallte es am vergangenen Samstag durch die Wallonischen Wälder in Namur, Belgien. Womöglich drang dieser Schrei sogar bis in den königlichen Palast im 60km entfernten Brüssel.
Zu enttäuschend, zu niederschmetternd war die Erkenntnis, nach Kilometer 22 auf der Radstrecke des XTERRA Belgiens, den bereits ZWEITEN Plattfuß in einem Rennen zu haben. Ruckartig wurde meine Aufholjagd beendet. Ohne ein weiteres Reparatur Kit waren die letzten Kilometer hoffnungslos. Und nun?

Pre Race
Belgien sollte genau ein Rennen sein, warum ich XTERRA so liebe. Schon bei der Hinfahrt nahmen wir den kleinen „Umweg“ über Heidelberg auf uns. Und so stieg zu uns die letzten 400km Max ins Auto. (Uns? = Stefan (Hawaii´s most popular supporter) und ich) Quasi eine kleine Maui-Reunion und Wettkampffahrt mit Freunden. In Belgien angekommen sollten wir bei unserem Kumpel und Hauptorganisator des XTERRA´s Florian Badoux im Haus wohnen. Als wir mittwochabends um 22:30Uhr ankamen, warteten er und seine Freunde noch mit einer warmen Pasta auf uns. Nach einer herzlichen Begrüßung ging es dann schon ins Bett. Als wir donnerstags dann zur Streckenbesichtigung radelten, bekamen wir von Florian die Info, dass sie das Schwimmen canceln müssen. Schade einerseits, da ich meine – wenn überhaupt – vorhandene Schwimmform testen wollte.Gut andererseits, da ich meinen Neoprenanzug zuhause vergessen hatte und ich somit 70€ für den Expressversand nach Belgien sparen konnte. Nun sollte es also ein Duathlon werden.

Race Course Check

Run – 4,5km 130hm – nach einer 400m Teerstraßen Einführungsrunde geht es auf Trails durch den Park der Festung und später auf Kopfsteinplaster durch Torbögen  und  über hölzerne Hängebrücken

Bike – 32km 1000hm – Konditionell sehr fordernd mit fünf ekelhaften Anstiegen ;-) . In den Downhills zum sehr matschige Passagen und keine „Slippery when wet“-Schilder – genau mein Ding.

Run – 9km 360 hm – ohne Einführungsrunde, aber die Anstiege am RundenEnde erschienen noch härter

Race

Da ich dieses Jahr schon einmal das Nachsehen bei einem Duathlon gegen Max hatte – und das auch noch bei meinem Heimwettkampf Jag De Wuidsau – war natürlich klar, dass ich auf eine sportliche Revanche hoffte. Max ist der bessere Biker und ich sollte der bessere Läufer sein. Ein Duell auf Augenhöhe, aber auch Gesamtwertungstechnisch ging der Blick weiter nach vorne als beim Triathlon. Alle Teilnehmer wussten, dass der erste LaufPart verdammt schnell werden würde. Und so war das Gedränge an der Startlinie so groß, dass der Start etwa 100m vor dem eigentlichen Startbogen erfolgen musste. Jeder wollte nach 400m und somit kurz vor den ersten Trailpassagen vorne mit dabei sein. Bei einer Anfangspace von 2:57min auf den ersten Kilometer kann man hier schon von einer ordentlichen Auslese sprechen. Vorne waren Coddens und Osborne weg. Direkt vor mir fanden sich also Carloni und Max wieder. Dranbleiben, hieß es da für mich, da ich um den Anschluss richtig beißen musste. Am Ende der Laufrunde sollte es aber steil bergan gehen und hier konnte ich dann die beiden doch überholen und musste auch nicht dem Hohen Anfangstempo Tribut zollen.  Als Gesamt 5. Und 40 Sekunden hinter der Spitze ging ich mit einem noch nie so  geringen Rückstand nach der ersten Disziplin in den Bike Part.
Der Wechsel gelang mir dann nicht so gut wie den beiden und somit war ich gleich am Bike gefordert den Anschluss zumindest auf Max wiederherzustellen. Von hinten kamen der Spanier Fernandez und der Schwede Sebastian. In dieser 4er Gruppe ging es in den ersten Downhill. Ich kam mit den matschigen Bedingungen ziemlich gut zurecht. Leider musste ich mir das Grinsen im Downhill verkneifen, da sonst womöglich der Ganze Mund voller Schlamm gewesen wäre. Auf den Bergauf Stücken fehlt mir einfach noch ein bisschen der Wumms in den Beinen und so musste ich leicht ziehen lassen. Doch in den rar gesäten Technik Passagen kam ich wieder ans Hinterrad. Kurz vor dem letzten Downhill der ersten Runde auf der kleinen Drückerpassage passierten mich auch noch der Tscheche Kubek und Franzose Guillemet. Bei Ihnen wollte ich nun dranbleiben. Doch auf einmal bemerkte ich, wie die Schläge in der Abfahrt sich direkt auf meine Hinterrad-Felge und Rad übertrugen. Durch den Schlagartigen Druckverlust(Plattfuß) bei 40 km/h in einer der wahrscheinlich schnellsten Passagen hatte ich alle Hände voll zu tun, mich auf meinem Bock zu halten. Nach 200 m kam ich schließlich zum Stillstand, fuhr rechts ran und – ja ich würde sagen mit einer gewissen Routine – wechselte ich schnellstmöglich den Reifen. Der Mantel und das Ventil, waren natürlich voller Dreck und so mussten erstmal alles gesäubert werden. Nach etwas mehr als 3 min sollte es aber wieder weitergehen. Anders als in Griechenland war ich jedoch noch voll motiviert. Die Reifenpanne hatte mich nicht allzu viel Zeit gekostet. Am Anfang Runde 2 auf einem kurzen Teerstück bemerkte ich wieder, dass der Luftdruck im Hinterreifen sehr gering war. Also kurz nochmal vom Rad und die zweite CO2 Kartusche in den Reifen.
Mehr wie gefühlte 1,3 bar wollten jedoch nicht hinein. Egal. Keine Pumpe, Keine CO2 Kartusche. Weiter mit der Aufholjagd. Doch leichter gedacht als getan. Am Ende der ersten matschigen Abfahrt steckteich im Stau. Am ersten Uphill, steckte ich im Stau. Sich ankündigen, mit ausreichend Abstand überholen und wieder antreten. Diese Prozedere ging ganz gut bis kurz vor dem dritten Anstieg der Runde. Und nun die eingangserwähnte Hoffnungslose Situation?
War´s das? 22km auf dem Bike zeigte die GPS Uhr. 10 km wandern und finishen oder 5 km zurück in die Wechselzone und ein DNF abholen? Ich vertraute in den von mir oft gelobten XTERRA Tribe und wieder einmal sollte ich nicht enttäuscht werden. Ein einzigartiger Spirit. 4x wurde mir Hilfe angeboten, die ich leider nicht nutzen konnte, da die Athleten Tubeless unterwegs waren. 1x konnte ich selbst einem anderen Athleten bei seinem Kettenriss helfen und schließlich bekam ich nach 5 Kilometer Schieben und Wandern einen Schlauch inklusive Kartusche zugeschmießen. In der letzten Abfahrt der Runde war dann neben den Dreckspritzern auch das Lächeln wieder im Gesicht zurück. Was ein bisschen „Airtime“ (Zeit, die man nach einem Sprung in der Luft ist) und ein paar Steilkurven alles bewirken.
Easy ging es dann wieder hoch zur Zitadelle, wo mich eine WahnsinnsStimmung für den abschließenden Run noch einmal euphorisierte.
Lockeren Schrittes ging es auf die Laufrunde. Die „Allez, Allez“ und „Courage, Courage“ Rufe der belgischen Zuschauer, ließen mein Lächeln während der gesamten 41 Minuten, welche ich noch zum Laufen benötigte nicht mehr schwinden. Die Strecke war ja genial und die Zuschauer konnten ja nichts für mein Pech oder Unvermögen. Leider sah ich einen anderen belgischen Athleten, welcher letztes Jahr auf Maui dritter meiner AK wurde etwas gefrustet am Streckenrand. Nach einem kurzen 1-minütigen Plausch, was ihm während des Rennens passiert sie, machte ich mich wieder auf das Rennen zu beenden.
Die Platzierung war mir natürlich im Nachhinein relativ egal.

Split (Time)

Run(4,5k):      0:16:22
T1:                  0:00:54
Bike(32k):       2.21.35
T2:                  0:01:05
Run(9,2k):      0:41:09
Gesamt           3:21:07

After Race

Ich wollte mit meinem Finish, die herausragenden Organisation der Premiere des XTERRA Belgium ehren. Da wir im Haus von Florian nächtigten, haben wir hautnah miterlebt, wie Florian nachdem Entschluss für den Duathlon bis 3 Uhr morgens noch die Strecken und das Race Briefing am PC anpassen und am nächsten Tag um 7 Uhr morgens schon wieder am Aufbau mit half. Die After Race Party hatten sie sich definitv verdient und dazu möchte ich noch ergänzen , dass ich noch nie so eine Siegerehrung erlebt habe. Wahnsinn! Die After Race Party kann ich wie bei jedem XTERRA nur wärmstens empfehlen.

Fact
Wieder einmal ist mir klargeworden, wie einzigartig und wunderbar XTERRA ist und sein kann. Na klar, aus sportlicher Sicht will ich im diesem Jahr auch noch ein gutes Ergebnis einsammeln und so bin ich natürlich überzeugt, dass sich das Blatt bei noch 5 ausstehenden Rennen in eine andere Richtung dreht, die Form ist besser als die letzten Jahren.  Aber letztendlich sind es diese Stories während des Rennens, wenn es mal nicht so läuft. Die Hilfsbereitschaft der anderen Athleten. Den Zuspruch, welchen man nach den Rennen von den anderen Athleten erfährt und die Erkenntnis, dass man durch einen spaßigen Kurs ein  noch so besch… Rennen mit einem Lächeln beenden kann.

Gib niemals auf und komme stärke als zuvor zurück!

Stuff:
Kleidung          Skinfit Tri Speed Suit
Sunglasses     Gloryfy unbreakable G4 radical
Ernährung       Sponser Liquid Energy Gel
Schuhe           Inov-8 X-Talon 190
Bike                Brothers Bikes Rock´n´Roll 650B

Like I Roll

Like I roll“ die Stimme von Chris Robertson, den Sänger von Black Stone Cherry klingt ,umrahmt von feinen Gitarren-Riffs durch meinen X-Trail, als ich gerade von Lederdorn Richtung Bad Kötzting im Auto hinab rolle. Eigentlich hasse ich es alleine auf Wettkämpfe zu gurken, selbst wenn diese in Lam bzw. im Bayerische Wald und somit fast in meiner Heimat stattfinden. Seit ich aber den Hausberg der Kötztinger im Blicke habe (Kaitersberg – Schicksalsberg) macht sich ein breites Grinsen in meinem Gesicht breit. Ich fühle mich eins mit dem „Woid“ - der Natur. Als ich wenig später den Osser im Blick habe, dröhnt schon ein Klassiker von Lynyrd Skynyrd durch die satte Soundanlage. Nein nicht etwa „Sweet Home Bayerwald“ , sondern „Simple Man“ erfüllt mein Auto. Die Textzeile „you can do this, if you try“ könnte heute passender nicht sein und beim Gitarrensolo sind alle meine Gedanken fokussiert. 


Pre Race

Fokussiert. Aber auf was eigentlich? Unverhofft kommt oft und so habe ich zwar schon immer mit einem Start beim UTLW geliebäugelt (zwar „nur“ mit der Kurzstrecke 25km 1200hm) aber er hat „eigentlich“ nie so richtig in den Trainingsplan für die XTERRA Saison gepasst. So „profitierte“ ich vom – leider – verletzungsbedingten Ausfall´s meines Freund und Trainingskollegen Tobi, der sich einen Startplatz bei dem innerhalb von 17 Stunden ausgebuchten Trail-Event sichern konnte. 5 Tage vor dem Start am Samstag, entschlossen also mein Trainer und ich doch zu starten. Die Taktik war eine Mischung aus 85%igen Trainingsdauerlauf und „Schau amoi, ob´st aufs Podium kummst“.... letztendlich hat sich diese Taktik, dann 1h vor dem Start nach einem Gespräch mit Wolfe (Orga-Mitglied) vollkommen in Luft aufgelöst, als er mich als seinen Favoriten ansah.. Na gut. Startnummer, Laufschuhe, Startschuss... Wie bitte soll man da einen 85%igen Dauerlauf machen? Und generell wollte ich ja nur Spaß haben. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich beim Ballern (heutzutage sagt man das so ) am meisten Spaß habe. Gespannt war ich nur auf die Länge der Strecke, da mein längster Laufwettkampf immer max. 10km waren – vielleicht im Triathlon mal 11km.

Race Course Check

Run – 25 km 1200hm, Ich hatte keinerlei Streckenkenntnis, denn die Osser Gipfel Wanderung mit meinem Dad war bestimmt schon 15 Jahre her. Also studierte ich am Vorabend das Höhenprofil und machte mir handschriftliche Notizen. Die Ansage die letzten 7 km geht’s nur bergab war natürlich beruhigend im Hinblick auf die Streckenlänge – nichts ahnend was da auf mich zukommen würde.

Race
.
An der Startlinie sah man nun doch die einen oder anderen bekannten Gesichter und alle hatten dieses erwartungsfrohe Grinsen im Gesicht und Leuchten in den Augen. Ein Grund warum TrailRunning so boomt? Die Vorfreude auf die Natur? Passend dazu gab´s „a gscheide Blechmusi“ und der Startschuss erfolgte von Bollerschüssen. Ruckartig aus den Träumen von der Natur gerissen undn schnell noch auf den „wichtigen“ Druckknopf der GPS-Uhr gedrückt.
Die ersten 1,3 km ging es mit einer nicht allzu flotten – weil abfallend – 3`20er Pace weg. Die ersten 200hm bis nach Oberhaiderberg waren dann definitiv kein Spaß, den mit Thomas Wanninger saß mir ein Alter Bekannter vom „Kine vom Kaitersberg“ im Nacken (sogar mehr als das, weil er das Tempo bestimmte). Zum Ende des ersten Anstiegs konnte ich aber dann eine kleine Lücke reißen und im trailigen Übergang zur Streckenzusammenführung mit dem „König vom Bayerwald“ bemerkte ich, dass auf dem etwas technischeren Stück mir keiner folgen konnte. Um jedoch auf Nummer Sicher zu gehen, nahm ich mir vor kontrolliert Tempo bis nach Zwercheck zu machen. Dies sollten ja auch noch weitere anstrengende 550 hm werden. Die erste Verpflegungsstation lag auf der Höhe vom SkilanglaufParkplatz – von der „ Scheim“. Endlich ein mir kurzes bekanntes Wegstück und bekannte Gesichter. Ich hörte meinen Namen und in der Menge sah ich Alois Brandl – seit gefühlten 27 Jahren Trainer unsers Partnerverein des TV Kötzting. Die Anfeuerungsrufe gaben nochmal Kraft. Um das 1.333 m hohe Zwercheck zu erklimmen, wählte ich meinen Wanderschritt. So kann ich mir den Aufstieg am besten einteilen. Ruhiger (wie´s halt grad ausgeht) Atem, bewussten Schritt wählen und mit den Armen an den Oberschenkel abstützen. Seinen eigenen Rhythmus finden. Oben angekommen erstreckte sich der ganze Bayerwald vor einem. Ein traumhafter Ausblick der nicht lange genossen werden konnte. Weiter ging es am Grenzpfad. Hier überholte ich schnellen Schrittes, einen Mitstreiter von der Langdistanz. Dieser meinte nur „Gott-Sei-Dank, Hast du mich erschreckt!“ als ich beim Überholen nur „Kurzstrecke“ zu ihm rief.
Danach folgte ein kleiner technischer Downhill der in die Skilanglauf-Loipe „Lam-Scheibe“ , nur halt in umgekehrter Reihe mündete. Es sollte nun also knapp 3 km auf Forstweg immer leicht abfallend gehen. Hier wollte ich den Sack zumachen. Laufen lassen... LIKE I ROLL … ich konnte noch eine gute 3'30''er Pace laufen. Einen überholten Langdistanzler hörte ich noch „Deine Beine hätte ich jetzt auch gern“. Und ich konnte gut mit ihm füllen. Hatte er doch schon gut 40 km in den Beinen.
Hinauf zum Osser suchte ich wieder meinen Rhythmus. 85% Kraft beim Aufstieg? Wie soll dass denn gehen? Gollum (siehe weiter untern Bericht "Da Gollum vom Kaitersberg) bahnte sich also seinen Weg wieder hinauf.
Knapp 300m vorm Gipfel stand ein unermüdlicher Zuschauer. Er war noch nicht in meinem Blickwinkel, da hörte ich ihn schon anfeuern. Voller Elan rief er mir „ 1`45 min auf Platz 2 zu“, dann zeigte ich auf meine Grüne Startnummer. „Super! Erster Osserriese. In 300m host das gschafft!“. Was für ein Support!
Oben auf dem Osser unglaublich viel Symphatie für die Läufer. ROCK`N`ROLL! Die Verpflegungsstelle Osser nahm ich dann auch noch gemütlich mit. Wohltuend war der kräftige Schluck aus der „Alkoholfrei“ Flasche – leider kein Jacob. 
Nun ging es ja nur noch 7 km bergab, aber wie Trailplosion vom Feinsten. Schon die Osserwiese hinab war ein Reihe Flow. Als ich eine ca. 15 köpfige Wandergruppe sah, konnte ich nicht anders als einen kleinen Felsen als Absprungbrett zu nutzen und mit ein „Grab“ an den Fersen wollte ich meine Freude über das bereits geschaffte kund tun. Mit einem kleinem Applaus und meinem Kommentar „Uiiii...Fast einen Krampf bekommen“ ließ ich die Gruppe lachend zurück. Und nun ging es hinein in den Worst Case und über das Promised Land hinein in den Holy Trail. Hier bedarf es keiner Beschreibung. Diese Gefühl kann /muss man nur selbst erleben. (Also Tipp: Genügend Kraftreserven sind hier von Vorteil.) Das Schild „ Don´t urinate on a holy Trail“ zauberte mir dann neben der Strecke auch noch ein kleines Lächeln ins Gesicht. Ca. 1,5 km Vor dem Ziel eröffnete sich dann eine weitsichtige Wiese und dort war ich mir dann sicher, den Sieg in der Tasche zu haben und so genoß ich den stimmungsvollen Einlauf am Lamer Marktplatz. HAMMER UND DANKE LAMER WINKEL!


After Race

Im Zielbereich konnte ich dann mit dem gesamten Orga-Team abklatschen und ich konnte mich persönlich bei ihnen für solch ein Event bedanken.Bei der Siegererhung konnte ich dann auch nochmal mein Lob an die drei Bürgermeister von Lohberg, Arrach und Lam abgeben. Aber als Veranstalter weiß ich, wie wichtig es ist , viele ehrenamtliche Helfer zu haben und auch wenn ich mich auf der Strecke schon bei vielen Streckenposten bedankt habe, will ich es auch hier nochmal schriftlich machen. A herzliches Vergelts Gott an alle Helfer und Bürger im Lamer Winkel! Ihr sads mitanand die Gwoid vom Woid!

Fact

Trail Running boomt. Und das zieht sich vom Glitzern der Augen und der Vorfreude auf die Natur und Berge vor dem Start durch bis nach dem Zieleinlauf. Nach dem Finish durfte ich eine SmallTalk mit dem Bayerwald-König Matthias Dippacher führen und auch der ganzen TrailSzene lauschen. Eine richtig coole Truppe, die scheinbar in Lam wirklich eine Arte Klassentreffen abhält und welches scheinbar auch so wie ein großer Auftakt der nationalen Szene ist. Und genau das ist es was jeden Sport so ausmacht. Das BeisammenSein unter Gleichgesinnten – bei Außenstehenden wirkt es dann vielleicht auch wie ein Treffen von Verrückten!

Rock´n´Roll! Mia hods gfoin!


Zeit und Ausrüstung
2:12:37 Stunden
Kleidung      Skinfit Tri Top
                     Skinfit Vento Trail Shorts
Sunglasses  Gloryfy unbreakable G4 radical
Ernährung  Sponser Liquid Energy Gel
Schuhe        Inov-8 X-Talon 190

Ready To Rock More Than Never

Sonntagabend (also einem Tag nach dem XTERRA Greece), angenehme 24 Grad Außentemperatur. Nach dem regenerativen 15km Sighteseeing Spaziergang durch Athen sitzen wir hier in Vouliagmeni gemütlich in einem griechischen Restaurant. Soeben haben wir uns eine Portion Gyros bestellt als mein Handy klingelt und Bernd Kiesel als Anrufer aufleuchtet. Ich entschuldige mich kurz und stehe vom Tisch auf, keine Frage, dass ich diesen Anruf entgegennehme. Nachdem die Ergebnisse des Wettkampfes schön langsam auch nach Deutschland durchsickerten und Bernd sowieo im WhatsApp Live Ticker das Rennen verfolgte , wusste er sehr wohl, dass ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden war. Nach ein paar Sätzen sagte er schließlich zu mir: „Seitdem wir uns kennen, (ITU Cross WM, Den Haag 2013) hast du immer nur gute Rennen gehabt und Sportler wachsen mit Niederlagen“ und je größer der Abstand zum Rennen nun ist, desto bewusster wird mir dieser Satz. Nach drei großartigen Jahren im AG-Bereich erfuhr ich eigentlich nur gute Erfahrungen im Triathlon, nun hat es beim ersten Profi-Rennen eben nicht sollen sein und nun muss an den richtigen Schrauben gedreht werden. Aber wieder mal der Reihe nach .

Pre Race

XTERRA Greece – mein erstes Rennen, bei welchem ich mich für Hawaii qualifizierte sollte also mein erstes Profi Rennen werden. Auch wenn der Veranstaltungsort vom Landesinneren an die Athener Küstenregion verlegt wurde, so fühle ich mich bei diesen Rennen immer wieder wohl. Die XTERRA Greece Mannschaft schafft es für die Athleten eine wunderbare Atmosphäre zu schaffen und die neue Location machte es ihnen auch relativ einfach. Für meinen Kumpel und Vereinskollegen Sascha Kellner sollte es sein 2. XTERRA nach der O-See Challenge werden.  Obwohl ich mir die letzten Tag vorm Wettkampf versucht habe einzureden, dass der Profi-Start doch eigentlich nichts anderes sei als letzte Saison, war es doch anders. Lasse ich mich doch normalerweise von meiner Lockerheit treiben. Unbekümmert am Start stehend. Grinsend ins Wasser laufend und sich dann ganz auf den Spaß der Trails hingebend. Leider war diese Lockerheit nicht da und doch war ich bis in die Haarspitzen (also knapp unter die Badehaube) motiviert.

Race Course Check

Swim – 2 Runden a 750m in der Bucht von Vouliagmeni – fast kein Wellengang und bei 18 Grad Wassertemperatur natürlich schwimmen in der Gummihülle

Bike – 2 Runden a 14,5 km/430 hm. Die Höhenmeter waren sehr gut auf die gesamte Strecke verteilt uns so wechselten sich die nicht allzuTechnischen – aber sandigen Abfahrten selektiv mit den Auffahrten ab. Schnelle und launige Strecke.

Run – 2 Runden a 4,5 km/200hm. Die 200hm waren eigentlich auf 2 längere Anstiege aufgeteilt, welche teils alpinen Charakter hatten. Aus der Wechselzone und wieder zurück ging es relativ Flach auf Teer. Also ein paar Höhenmeter und trotzdem eine schnelle Strecke. I Like!

Race

Der Start erfolgte für griechische Verhältnisse pünktlich um 09:10 Uhr (geplant 09:00).
Nun stand ich also hier inmitten der Rothauben(Pro`s / AG weiße Badehaube) in der ersten Reihe. Nach dem Startschuss konnte ich gut vorne behaupten und so schwamm ich irgendwo im vorderen Drittel um die erste Boje. Die Tatsache, dass sich neben mir 2 weitere Rothauben(Elite Damen) befanden, fand ich – gefühlt – als zufriedenstellend. Wohlwissend, dass die Räder aller männlichen Pro´s beim Wechsel schon von der Stange gegriffen sein werden.
Nun schwammen wir also im Dreierpack die erste Runde zu Ende und fast komplett ohne Landgang ging es auch in die Zweite. Nach 25 Minuten entstieg ich aus dem Wasser und lief die knapp 200 m zum Rad. Wie erwartet befand sich kein Rad der Männer mehr an der Stange und so war es ein Leichtes mein Rad zu finden. Ich war froh, dass ich beim Wechsel auch ausreichend Platz hatte. Die Zuschauer, welche mich beim Neopren runterziehen, Helm aufsetzen und in die Schuhe reinschlüpfen sahen, werden sich wahrscheinlich gedacht haben, „Hmmm, der letzte Ouzo war bei ihm gestern schlecht!“ Ungewohnt schwummrig wurde mir beim Wechsel aufs Rad und so dauerte dieser auch eine gefühlte und reelle Ewigkeit. Schließlich auf dem Rad sollte nun meine Aufholjagd beginnen. Bei KM 1 auf der Radstrecke stand meine Freundin und schrie mir mit 4 min einen akzeptablen Rückstand auf die TOP 10 ein. „Alles noch in Ordnung und das trotz des schlechten Swims und Wechsels“, dachte ich mir. Im ersten Trailstück des Bike Course  bemerkte ich auch, dass ich nicht ganz sauber durchkam. Abhacken. Bei KM 5 waren es immer noch 4min auf die TOP 10. Und so holte ich auch Platz für Platz im Gesamtklassement auf. Der dritte Downhill der Strecke war relativ sandig und ich kam damit ganz gut zurecht. Doch auf den letzten Metern wurde es noch einmal kurz ruppiger und ich hörte einen Schlag an der Hinterrad Felge. „Bitte keinen Durchschlag und somit Plattfuß“ huschte es durch meinen Kopf. Nach dem Downhill ging es auf der Straße weiter und ich konnte noch ganz gut fahren. „Hält die Luft jetzt oder nicht?“ Feinfühlig fuhr ich weiter. „ Ach, K**ke! Da ist doch was!“ Schnell sprang ich vom Rad. Setzte das Pannnespray auf und ab die Post… Doch leider füllte sich der Hinterreifen nicht mehr… Also musste der Ersatzschlauch in das Hinterrad und natürlich verkeilte sich die Kette und das Schaltauge. Änfängerfehler… Ein Grieche, der aus seinem Hinterhof gestürmt war wollte mir noch helfen, als ich ihm dankbar auf Englisch versuchte zu erklären, warum er mir doch nicht helfen solle( Hilfe von Außen also Disqualifikation). Nach viel zu langen 5 Minuten saß ich wieder auf dem Bike. Die Motivation war natürlich erst mal dahin. Bei KM 16 hatte ich nun also schon 11 min Rückstand auf die TOP 10. Aber nach den ersten launigen Downhills der zweiten Runde, kam die Lust und somit auch Motivation wieder. Der Gedanke war das Rennen noch vernünftig zu Ende zu bringen.
Wechsel in die Laufschuhe und dann ging es nach dem 1.KM beim Run in die Höhe. Genau mein Terrain. Und auch wenn man mich auf dem Highlight Video gehen sieht, so war es doch ein schneller Lauf. Manchmal ist gehen nicht die schlechteste Fortbewegungsmethode ;-)
(https://www.youtube.com/watch?v=o13r_z2gncw 2:27min)

Split (Time)

Swim (1500): 25:15.8
T1: 1:16.0
Bike(29k): 1:31:19.6
T2: 0.45.2
Run(9,9k): 39:57.0
Gesamt: 2:38.34

After Race

Natürlich konnte ich mich nicht über den Ausgang meines Rennens freuen. Dennoch hatten wir eine gute Zeit in Griechenland und auch 2017 wird dieses Rennen wieder im Race Kalender sein. Die Location der Award Ceremony mit Blick in die Bucht von Vouliagmeni war atemberaubend und ein würdiger Rahmen für Roger´s (Serrano) Sieg. Für die Athleten ist der Umzug in die neue Location des XTERRA Greece super zufriedenstellend. Ein kurzer Anreiseweg vom Flughafen und eine Strecke besser wie eine Tourismusbroschüre für diese Gegend werben könnte . ευχαριστώ to the Crew!

Fact

Sportler wachsen mit ihren Niederlagen.Aus dem Rennen in Griechenland, gilt es nun die richtigen Schlüsse zu ziehen und diese entsprechend ins Training einfließen zu lasssen. Ganz sicher hat auch der Kopf eine Rolle gespielt. Dennoch ist mein Spieltrieb für die kommenden Wettkämpfe ungehemmt und ich freue mich unglaublich auf eine noch geile Saison mit bestimmt geilen Wettkämpfen.
I´m Ready To Rock! More than ever!

Take it with a smile:
Das Gehen bei steilen Passagen nicht unbedingt die schlechteste Variante ist, hat man ja gesehen. Jetzt fehlt nur noch, dass mir jemand den Trick mit dem 'Übers Wasser Gehen' zu steckt ;-)

Händlmaier VUP
Es wäre bestimmt ein super Fotomotiv gewesen, doch in diesem Moment verschwendete ich keinen Gedanken - kein Gedanke an die Social Media Pflege oder daran diesen Moment mit dem Smartphone festzuhalten. Ja, es gibt sie noch diese Momente an denen man keine Geisel seines Smartphones ist. Am gestrigen Sonntagmorgen war ich mit den Gedanken ganz allein bei mir, bei der Streif und Mutter Natur. 
Es wa rdas Erste was ich nach dem Aufstehen am gestrigen Sonntagmorgen tat. Ich ging auf den Balkon unseres Hotels in Kitzbühl, von dort aus hatte man nochmal einen herrlichen Blick auf die Streif. Sanfte Sonnenstrahlen erwärmten das Gesicht. Die frische, kühle Morgenluft fokussierte meine Gedanken. Mit dem Augen scannte ich nochmal die Strecke, welche wir am Samstag hoch hechelten. Die Augen wanderten von der Mausefall runter, bis zur Hausbergkante. „Nächstes Jahr stehe ich wieder am Start des Händlmaier Streif Vertical Up. Die Herausforderung der Streif annehmen, das außergwöhnliche Streckenprofil respektieren, die richtigen Schlüsse aus der gestrigen Niederlage ziehen und dann werden wir die Newtonsche Gesetze für einen Moment außer Kraft setzen. Streif, du hast mich dieses Jahr einmal abgeworfen, doch nächstes Jahr bin ich besser vorbereitet. Let´s rock it together in 2017!“
 
Pre Race
 
Ich freute mich unglaublich auf dieses Rennen. Die berühmte Streif Abfahrt vertikal hoch zu laufen. 860 Höhenmeter auf 3,3km Strecke, dabei Steigungen bis zu 85%. Eine Hausnummer, Challenge und zugleich willkommene Abwechslung im Trainingsalltag. Aus trainingstechnischer Sicht kann man hier sicherlich noch erwähnen, dass durch den Stockeinsatz der gesamte Körper – ähnlich wie beim Skilanglauf -  benötigt wird. Durch die Steigung am Hang zusammen mit der dicken Eisschicht ist der Lauf aber nicht nur eine reine Kraftsache. Die Kombination aus Konzentration, Koordination und Kondition führen zu einer schnellen Zeit. Auch hier kann man wieder Parallelen zum XTERRA ziehen.
 
Race Course Check
 
Run – oder besser Climb: 3,3km; 860 hm bis zu 85% Steigung à Alles ist erlaubt wenn man die Streif aus eigener Kraft erzwingt.
 
Race
 
Der Rennverlauf ist schnell erzählt. Die Taktik war von Anfang an, das eigene Tempo gehen, dabei darauf zu achten nicht zu weit hinten zu sein und um dann das Ding „einfach“ durchziehen. Von Erfahrungen früherer Teilnehmer wusste ich, dass viele schnell angehen
würde und dann soll es am Schluss richtig zäh werden und das sollte dann meine Chance sein. Soweit die Theorie.
 
Zielhang, Traverse und Hausbergkante
 Am meisten  Respekt hatte ich vom Anfangstempo und so war ich doch überrascht, dass ich mich am Einstieg zur Hausbergkante – quasi der Traverse - unter den ersten 25 befand. Da wir beim Testlauf aufgrund des Neuschnee bei diesem Teilstück bis zur Hüfte einsanken und wir die Alternativroute nahmen, orientierte ich mich - bei dem mir unbekannten Hang – an den erst Platzierten, welche ziemlich direkt in den Hang liefen. Hier merkte ich schnell die mangelnde Erfahrung im eisüberzogenen Steilstück. Während sich am äußersten Rechten Land eine lange Menschenkette bildete und mich dort schon einige Teilnehmer überholten, versuchte ich Grip zu finden. Während meine Hochsprungspikes mit 15mm langen Nägel ordentlich halt boten, konnte ich mich aber mit meinen Trekkingstöcken kaum halten. Ein Queren dieser Passage war nahezu unmöglich. So kam es wie es kommen musste. Am Hosenboden ging es wieder hinunter Richtung Kitzbühl. Von den 1500 gestarteten Läufern war ein Groß hinter mir und so war ich froh, dass ich keinen anderen Teilnehmer mit nach unten riss oder mit meinen Spikes berührte. (Einen nette Beschreibung warum das Rennen auch die „Schlacht am Hahenkamm“ heißt, lest ihr hier)   Nach 80 negativen Höhenmeter machte ich meinen Unmut erstmal lauthals Luft. Doch ans Aufgeben, dachte ich zu keinen Zeitpunkt und so ging es zurück in die Traverse. Diesmal aber am rechten Rand, im Gänsemarsch. Nach Auswertung der GPS Daten verlor ich hier ganze 6 Minuten nur um wieder auf die Gleiche Höhe zu kommen. Bis zur Hausbergkante, ging es für mich dann im Gänsemarsch nach oben, die Risikobereitschaft war nach dem Absturz gleich null.    
Lärchenschuss
Hier konnte ich es endlich laufen lassen und viele andere Teilnehmer überholen. Im flacheren (leicht ansteigenden) Teil, überholte ich im Laufschritt etliche Teilnehmer. Im steileren Teil versuchte ich nun meine Technik zu finden und ließ mich auf den direktesten Weg ein. Geht doch!
Seidler Alm
Auch beim (bei der Abfahrt) Sprung zur Seidler Alm, versuchte ich so direkt wie möglich zu laufen. Die Skiläufer berühren hier nicht die Piste, da sie über diese Kante springen und beim Vertical Up versucht man eben, hier mit möglichst viel Grip hochzukommen. Alte Schneise Kurz vor (beim VUP) dieser Stelle, kann man es nochmal richtig laufen lassen. Ja, es geht sogar leicht bergab. Da es aber kurz darauf wieder richtig steil wird, ist die Möglichkeit dort zu überholen kaum gegeben. Ein paar Mädels drückten sich aber ohne Rücksicht auf Verluste vorbei, denn bei Ihnen geht Gesamtplatz mäßig noch was. Währenddessen erholte ich mich in den Fußstapfen meines Vorgängers. Mein Puls erreichte ja beinahe schon die Erholungszone von 140 bpm ;-)
Steilhang
Ausfahrt Steilhang im Abfahrtsrennen – auch bekannt als (Gleitstück) der Zieher. Hier kann man wichtige Sekunden gut machen und das ist auch hier beim VUP gleich. Wer hier Druck macht und wirklich bis zum quasi Ausgang läuft holt Sekunde um Sekunde auf. Da sich meine Zieldefinition nach dem Absturz geändert hatte, versuchte ich in der Ferne Team Kollegen von Händlmaier zu entdecken, um ihnen dann vielleicht noch mentale Unterstützung zu geben. Am Steilhang selber, konnte ich mich so an meinen Teamkollegen Pfefferson ranziehen. (Danke für das auffällige Outfit mit Neongelben Thrombose-Strümpfen und neongelben Oberteil ;-) )
Mausefalle
Am Einstieg zu dem wohl berühmtesten und steilsten Teilstück keuchte ich noch „Auf geht´s Pfefferson“  bevor ich mich auf meine Atmung und sicheren Tritt konzentrieren musste. Auf seinen Versuch ein Gespräch zu beginnen erwiderte ich mit Schnappatmung. Gefühlsmäßig war dieses Stück am „leichtsten“, hier hatte ich endlich ein Gefühl für den Berg, für das Eis und somit für die Streif. Leider in diesem Jahr zu spät. Die Atmosphäre hier oben war trotzdem Phänomenal und das Gefühl, das Starthäuschen erreicht zu haben – unbeschreiblich. Ich komme wieder. Hier die Schlüsselstellen der Abfahrt.
 
After Race
 
Ich bin unglaublich Dankbar, dass ich mit dem TEAM HÄNDLMAIER an diesem Event  teilnehmen durfte. Namentlich darf ich hier vor allem Sandra Hof, Franz Wunderlich und Ralph Biemann erwähnen, die im Hintergrund die Fäden zogen und das Wochenende für die Athleten so angenehm wie möglich gestalteten. Das hat auch bis auf den Zeitraum Samstagabend zwischen 18:29:55 und 19:17:08 geklappt ;-)
Aber ebenso das VUP-Organisationsteam, welches eine klasse Veranstaltung hier ins Leben gerufen haben und die gesamten Händlmaier Mitarbeiter, die dieses Event möglich machten. Schöne und Angenehme Kontakte wurden auf der After-Race Party und innerhalb des Running Teams geknüpft. Es war mir eine Ehre mit all den nette Menschen, dieselben Farben vertreten zu dürfen und dieselbe LEIDENschaft zu teilen. Es ist auch nicht nur so, dass es ein reiner Marketing Effekt ist. Nein, denn Händlmaier stiftete noch bei der Siegerehrung 4000€ an einen wohltätigen Zweck. In diesem Sinne – Esst mehr Senf!
 
Fact
 
Man kämpft nicht gegen die Streif, sondern mit ihr. Wenn mich die Natur eines lernt, dann ist es, dass man gegen sie immer den Kürzeren ziehen wird. Man sollte unsere schöne Welt nicht als Selbstverständlich ansehen. Genauso wie die Unterstützung vom Team Händlmaier nicht selbstverständlich ist. (Auch Schauspieler erkennen die Regel der Natur ;-) )
 
2016 - Ausblick

Der Ausblick diesmal vor dem Saisonrückblick


Der Grund warum ich heuer zuerst den Ausblick für 2016 gebe, und nicht auf die doch relativ gute Saison zurückblicke, könnte ich definitiv philosophischer formulieren. In etwa „Blicke nach vorn und nie zurück“. Nein, dafür war die vergangene Saison zu gut. Aber bereits in der Vorbereitung auf die XTERRA Worlds in Maui, haben mich vor allem die Gedanken an das bevorstehende Jahr motviert. Nach einem Gespräch mit Francois Carloni bei den ITU Worlds in Sardegna und den gemeinsamen Radausfahrten mit Sebi Neef (Triathlonprofi aus dem Regenburger Raum und auch ein guter Mountainbiker) stand für mich der Entschluss fest, kommende Saison auch als XTERRA-Profi zu starten.

Aus innerer Überzeugung, weil ich mich mit den Besten der Welt direkt messen will, weil ich wissen will wie weit ich meine Körperlichen Grenzen noch verschieben kann, weil ich mich weiterentwickeln will und weil mir der XTERRA Zirkus ans Herz gewachsen ist und die Gemeinschaft dort einfach einfach super genial ist.

Ich freue mich im nächsten Jahr 7 XTERRA Europe Rennen zu bestreiten.

Mein Profidebüt werde ich am 07. Mai beim XTERRA Griechenland geben. Das Rennen in dem ich mich, dass erste Mal für Maui qualifizieren konnte und in dem ich mein bislang bestes Gesamtergebniss einfahren konnte.
Das zweite Rennen ist das XTERRA Debüt meiner belgischen Freunden. Von Florian Badoux´s Sportsgeist bis zum gemeinsamen Pre-Race Barbecue auf Maui und dann den gemeinsam Fight im Rennen – ich freu mich einfach auf das Wiedersehen.
Danach geht es zum Xterra Schweiz, ein Land in dem mich die Landschaft schon immer angezogen hat.
Unsicher ist derweil noch der XTERRA France, da er an einem Sonntag datiert ist und meine Urlaubstage auch begrenzt sind. 
Unsicher ist auch das Datum des XTERRA in Italien, aber es soll gg. Ende Juli stattfinden. Die Bilder der vergangenen Jahre, das Streckenprofil und auch die Eindrücke von Markus Benesch haben die Sehnsüchte für dieses Rennen geschürrt.
Ebenso begeistert war ich von den Erzählungen meines Kumpels Lars Erik Fricke und vom Schweizer Ian Pyott, die beide vom XTERRA Schweden schwärmten. Auf der Bucket List.
Ein Rennen, von welchem ich vorschwärmen kann ist der XTERRA Deutschland. Das Orga- Team um Dr. Benno Schwager mit der immer einwandfreien Oranisation, die befreundete Family der Schuppe´s, sowie natütlich das wundeschöne Zittauer Gebirge machen diesen Wettkampf einzigartig. Definitiv meine Empfehlung wenn ein Triathlet, Cross-Luft schnuppern möchte.

Ob danach Schluss ist oder noch der XTERRA Dänemark folgt, ist an der Teilnahme in Frankreich gekoppelt.

Fakt ist, dass ich mich auf jedes einzelne Rennen freue und hoffe wieder viele Bekannte Gesichter zu sehen und Neue kennen zu lernen.
In der Planung für 2016 ist diesmal keine WM – weder Hawaii noch Australien. Sicherlich wieder 2 wunderbare Rennen, aber leider nach 2x Hawaii in 2 Jahren für mich finanziell unmöglich.

An dieser Stelle wünsche ich allen schöne Feiertage bei ihren Liebsten und ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Ich hoffe, der Rückblick erfolgt dann zwischen Weihnachten und Neujahr ;-)

Bis dahin frohes Trainieren!

Rock´n´Roll
Euer Tom  

Maui, you´ve been so good to me!

2 Meter über uns bricht die Welle am heutigen Tag und wir tauchen nochmal ab, unter der Welle hindurch um dann im Wellental Ausblick auf das nächste Wellenset zu erhaschen. Es ist nicht die erste Welle eines Sets, die uns direkt an den Strand spülen kann. Da diese Welle nehmen wir. kurz bevor die Welle dann in Richtung DT Flemington Beach abgeht und quasi direkt mit uns zu brechen beginnt, beschleunigen wir um auf der Welle reiten zu können … oder es zumindest versuchen. Arme in Vorhalte, Kopf nach oben und einen kräftigen Beinschlag. Die Welle hat uns. Wir schwimmen oben und schließlich bricht sie über uns. Jetzt heißt es die Orientierung nich verlieren, mit ein paar gezielt eingesetzten Armschlägen die letzten Metern direkt raus surfen. Philip und Max haben sie perfekt erwischt. Ich sehe beide schon bauchlings am Strand liegen. Ich habe den Zug irgendwo 10 Meter zu früh verpasst und stehe noch bis zu den Knien in Pazifik. Die Strömung zieht mich nun wieder ein bisschen in den Ozean. Energie die ich mir sparen hätte können. Wir werden noch einige Wellen bei „High Surf“ Bedingungen zum üben nutzen. Schließlich ist es ja für den Race Day so angesagt.

Pre-Race

Beim Champions Dinner wird klar, es sind wieder unglaublich viele „First Timers“ hier bei den XTERRA World Championships. Und ich sehe in ihren Augen diese unglaubliche Vorfreude, das Glitzern in ihren Augen sich hier einen Traum zu erfüllen. Alle motiviert bis in die Haarspitze. Natürlich habe ich auch diese Vorfreude, dass Glitzern in den Augen und - gut - bei den Haarspitzen brauche ich mich eh nicht so anzustrengen. Aber ich wusste auch wie hart und gemein, dass Rennen in Maui werden kann. Ich kannte die Strecken, die klimatischen Bedingungen und wusste was auf mich zu kam.

Race Course

SWIM – 2 laps a 750m im – diesmal fast schon im idylisch ruhigen Pazifik
BIKE – 1 Big Loop 32km und 1100 hm. Im Gegensatz zum letzten Jahr wurde der erste Part teilweise auf den Golfcart Wegen umgeleitet um ein Überholen der besseren Schwimmern zu erleichtern.
RUN – 1 Lap a 10,5km mit 350hm. Mein Absoluter Lieblingsrun bei diversen XTERRA 95%Singletrail .

Race Day

in Kapalua, Maui! Der Pazifik ist ruhig. Und doch steigt die Anspannung nach Aufsetzten der Schwimmbrille und der Badekappe. Ich sichere die Schwimmbrille nochmal ab um sicherzugehen, dass ich sie auch nach den 1500m noch habe. Schließlich wurden letzten Jahr nach (augenzwinkernden) ussagen der Lifeguards 400 Schwimmbrillen nach dem Rennen an den Strang gespült ;-). Der Kanonenschuss fällt und die über 600 männlichen AK-Athleten stürzen sich um 09:05 ins Wasser. Ich habe mich aufgrund der Nord-Süd Strömung relativ weit links positioniert um auf den Weg zur ersten Boje nicht gegen die unsichtbare Strömung ankämpfen zu müssen. Ich erhoffe mir so einige Körner zu sparen. Als relativ schlechter Schwimmer, finde ich bei der WM natürlich ein Gruppe. Schläge, Tritte bleiben aus. Auf der zweiten Runde passiert auch nicht recht viel. Die Body-Surf Trainings in der Woche zuvor, hätte man sich sparen können. Aber dann hätten wir ja keinen Spaß gehabt.
Leicht ansteigend geht es in T1. Beim Ausziehen des Swimsuits, reiße ich auch gleich den Transponder mit runter. Verdammt! Unnötige Sekunde verloren. Den Trinkrucksack schmeiße ich noch über den Rücken und dann geht es raus auf die Strecke. Handschuhe an, Schuhe festziehen und hinein in den ersten 5km langen Singletrail Anstieg. Vor mir sehe ich meinen belgischen Freund „Coco“. Er wurde in Griechenland 2. hinter mir und schon beim Pre-Ride stellte ich seine gute Bike-Performance fest. Leider konnte ich ihn bei den ganzen Überholvorgängen nicht halten. Aber ich glaube auch ohne Überholen hätte ich ihn nicht halten können. Das Feld zieht sich in Maui gleich auseinander. Die ersten 7,8 Meilen geht es nur bergan. Bei Meile 6,5 fliegt mein Vorjahreskonkurrent Xavier Jové an mir vorbei. Er will es heuer wissen. Aber die Hitze ist in diesem Moment, in diesem Anstieg am ärgsten. Sie steht, kein Wind von den Bergen und von einem Fahrtwind kann man bei 6km/h wohl auch nicht sprechen. Ich würde gerne einen Schluck kühles Wasser zu mir nehmen, doch ich muss mich auf das Atmen konzentrieren, die Linie halten und irgendwie habe ich auch mein Tempo nach dem Überholen verschärft. Es geht ja gleich in die Abfahrt. Hier hat es mich beim Pre-Ride mit 39,6km/h (lt. Garmin) zerlegt. Ich hatte Glück beim Sturz und fahre nun kontrolliert auf meine Gegner auf. Überhole wenn es mir sicher erscheint. Es läuft gut. Die Versorgung mit dem 3L Eiswasser am Rücken und der Gel-Trinkflasche mit 3 SPONSER Gels scheint genau richtig zu sein. Ich fühle mich für den letzten 5,5Meilen Singletrail Spaß bereit. Ich nehme mir vor auf diesem „RollerCoaster“-Stück nochmal richtig Gas zu geben.
Eingangs überhole ich Marcelo Ruiz der direkt mit einem AK-Kontrahenten taktische Spielchen führen kann. Ein Head-to-Head Race, leider hat er ein technisches Problem. Am Ende der Radstrecke fahre ich auf Maximilian auf und auch sehe ich meinen direkten Belgischen AK-Kontrahenten wieder. In der Wechselzone sehe ich auch schon Stephan Radeck, der auch direkt in meiner AK startet und in Zittau souverän gewann. Schnell geht es in die Laufschuhe. Mit den schnellsten 2. Wechsel aller Teilnehmer geht es für mich auf die Strecke. Ich liebe diese Laufstrecke, die ersten 5km geht es stetig bergauf. 300 hm an einem Stück. Die Hitze ist heute unterträglich. Auf den ersten 5km gibt es 3 Verpflegungsstellen. Gehen. 3 Eiswasserbecher über den Kopf, ein Mineralgetränk in den Kopf. Beim Bergablaufen überhole ich die XTERRA Legende Nico Lebrun. Nach dem Rennen wird er mich fragen, wie es mir gegangen ist, weil ich an ihm vorbeigeflogen bin. Ich fühle mich fit. Jeder Schritt sitzt. Ich springe über die Baumstämme, ducke mich unter Ästen hindurch. Hier ein Richtungswechsel, da ein Sprung über das Flussbett. Fun, Fun, Fun und dann beim letzten Anstieg ein Dejá Vú. Genau an der Stelle, wo letztes Jahr Xavier Jové mir auflief. Laufe ich ihm heuer auf. Das letzte Trailstück laufen wir gemeinsam. Kurzer Smalltalk. Er liegt an erster Stelle. Ich an zweiter Stelle in der AK und nach dem Rad mit 8 Minuten Rückstand aussichtlos zurück... dachte ich. Also liefen wir den Flow freien Lauf. Die letzte Beach-Section und ich sage zu Xavier: „ Heuer keinen Sprint, genieß deinen Einlauf als Weltmeister!“
Ich freue mich riesig über meinen 2. Platz und der 6. besten Laufzeit OVERALL! (still 4 minutes to improve)

Fact

Ich freue mich riesig über den zweiten Platz, aber wäre da vielleicht mehr möglich gewesen. Ich habe immer 6 ½ Minuten auf ihn aufgelaufen. Aber im nächsten Jahr, darf ich es auch nicht auf das Laufen ankommen lassen. Ich freue mich auf die richtig harten Schwimmeinheiten (vermehrt nun auch hoffentlich mit Sebi Neef). Ich freue mich darauf an meinen Schwächen zu arbeiten um in meinen Stärken noch stärker zu werden. Auch wenn ich die


Result

Aloha aus Maui

‎Aloha aus Maui, 

 
für euch ist nun schon quasi Race-Day, für mich heißt es noch einmal schlafen. 
Und das werde ich nun auch machen und ich werde gut schlafen können.  
 
Die Verhältnisse hier auf der Strecke sind nahezu identisch zu denen im letzten Jahr. Die Strecken eigentlich auch. Nur die Bikestrecke geht für schlechte Schwimmer am ersten Climb etwas breiter auf einem Golfcart Pfad hinauf. Sollte also auch eher ein Vorteil für mich darstellen. 
 
Alles in allem kann ich sagen, dass eine lange, harte Saison hinter mir liegt. Die natürlich mit dem ITU Cross Triathlon Weltmeistertitel gekrönt war. Dennoch war mein eigener Fokus nach Griechenland immer auf diesen heutigen Wettkampf! 
 
Ich bin bereit und gewillt mein Bestes hier auf Maui zu geben! Zu welcher Platzierung dies am Ende reichen wird, werden wir sehen!
 
Denn beim XTERRA sind nicht nur die anderen Athleten deine Gegner, auch Mutter Natur und du selbst kannst dir im Weg stehen! 
 
Ich wünsche allen Xterra Warriors einen genialen Wettkampf, kommt verletzungs- und pannenfrei durch den Wettkampf und läuft hier mit einem Lächeln über die Zielinie. Ich persönlich hoffe auch auf einen angenehmeren Einlauf als letztes Jahr. 
 
Rockt das Ding! 
Vor allem Jens, Max, Steph, Marcelo, Jörg, Chri, Xavi, Albert und meine belgischen Freunde! 
#tkRocksMaui with you! 
Aloha Bernd

Aloha Lieber Bernd,

Diesmal werden wir nicht von Lars und seiner „Fränzi“ am OGG Flughafen in Kahalui abgeholt und nein auch werden wir euch heute Abend nicht beim Abendessen treffen und dasselbe Zimmer beziehen. Leider. Obwohl ich einer typischen schwäbischen Vesper natürlich nie abgeneigt wäre und ich die Schurwald-Trails auch sicherlich genießen würde.

Ich bin also heuer (dieses Jahr) mit meinem Sandkasten Kumpel Stefan – der als Race-Support mit auf die lange Reise nach Maui geht - unterwegs.
Ja, XTERRA Maui. Ehrlicherweise habe ich nicht gedacht, dass mich Hawaii nach nicht mal 365 Tage wieder hat. Der enorme finanzielle Aufwand – der auch manche europäischen Profis daheim ließ – ist einfach immens. Aber nach dem guten Abschneiden beim Xterra Greece und einem Gespräch mit dir fiel mir dann die Entscheidung doch relativ einfach. Schließlich weiß ich nun auch was auf mich zukommt. Weiß und hoffe auf meine Stärke auf der geilen und hügeligen Streckenführung und freue mich „unbande“ auf die atemberaubenden Natur. Desweiteren kann ich mich nun also für Stefan Fremdenführer beweisen.


Fehlen werden mir natürlich unsere gemeinsamen, frühmorgendelichen Schwimmeinheiten um 6:30am und bei 26 Grad Wassertemperatur. Aber ich hoffe hier einfach auch auf die Lust zum Schwimmen in unserer kleinen bayerisch-österischen WG zusammen mit Christina Herbst.


Die gemeinsame Mountainbike Streckenbesichtigung mit den letzten, wichtigen Tips von Lars und dann die gemeinsame - bis in den letzten, noch so kleinen Schlitz – Reinigung unserer Bikes sind auch wunderbare Erinnerung die ich nicht missen will.
Ich freue mich auch zusammen mit der deutschen Gang um Jens Roth, Stephan Radeck und Maxmilian Saßerrath die Insel hier zu rocken und vielleicht auch gemeinsam zur Streckenbesichtung zu rollen und sich gegenseitig hochzupushen und zu motivieren. Schließlich sind wir alle hier um beim letzten Rennen der Saison nochmal Spaß zu haben und Schwarz-Rot-Gold ordentlich zu präsentieren – motiviert sicherlich auch durch den einzigartigen deutschen Doppelerfolg vor 3 Wochen auf Big Island.

Was euch beiden auch bestimmt gefallen würde, ist der vorhergesagte „High Surf“ für das Schwimmen. Mal schauen, ob es mit unserem letztjährigen 6 Meter hohen WellenSchwimmen am Surfstrand von Paia mithalten kann?!

Ich fühle mich gut, auch wenn ich mich natürlich in eurer Anwesenheit noch besser fühlen würde! ;-)

I´m Ready for the XTERRA Rock´n´Roll-Show auch oder vielleich gerade wegen der letzten stressigen Wochen in der Arbeit.

Grüße aus dem Paradies

Tom  

" Spaghetti Carbonara! , Kaiserschmarn, Baguette, Fish'n'Chips und Sauerkraut!"
"Forza!", "Gemma!", "Allez!" ,"Go!" und "Dei, dei, dei!" trieben die Senioren und Age Group Mädels die sogenannte "Crying Wall" bei ihrem WM - Rennen in Sardinien hinauf! 
Ein Wahnsinns Atmosphäre und Stimmung verbreiteten die etwa 150 - 200 Athleten und Betreuer an diesem 100m langen, mit Wurzeln und Steinen doch recht technischen Steilstück. Und wir (die deutschen AG-Herren bis zur M50, Martin Schädle und mein mitgereister Support Sascha) waren mittendrin. Nach unserem Rennen konnten wir den Athleten unsere geballte Anfeuerungskraft zur Verfügung stellen und so zauberten wir vielen Athleten in einem der anstrengensden Stücke ein Lächeln ins Gesicht. Anfeuerungsrufe wie " Spaghetti Carbonara! , Kaiserschmarn, Baguette, Fish'n'Chips und Sauerkraut!", sorgten zudem auch für eine gelassen Stimmung bei den multikulturellen Fangemeinschaft! 
 
Pre Race
 
Dieses Erlebnis war uns aber auch nur durch einen - mal wieder - umgestellten Zeitplan vergönnt. Die Veranstalter von TNatura hatten nämlich die AG Athleten relativ kurzfristig auf 2 Rennen verteilt, bzw. war die genaue Aufteilung der Altersklassen erst 2 Abende vor dem Rennen klar. Von der kompletten Terminänderung von Ende Mai auf Ende September will ich mal ganz absehen. Es ist schade, da der TNatura Sardegna echt Potenzial hat und es wieder mal ein schönes Rennen für mich in dieser Saison war. 
 
Race Course Check 
 
Swim - 2 Laps à 750m in wunderbar, türkisblauen Meer in der Bucht Cala Ginepro 
 
Bike - 2 laps à 15,5 km mit jeweils 360hm auf den sandigen, felsigen, aber schnellen Trails des Biderrosa Nationalpark 
 
Run - 3 laps à 3,2km rund um den Campingplatz Cala Ginepro mit sandigen Strandpassagen und durch Pinienwald 
 
Race
 
"3-Fach Weltmeister der ITU" und die Titelverteidigung für Martin Schädle in meiner neuen AK war das ausgegebene Ziel an diesem wolkenfreien Sonntagmorgen. Um genau 8:30 sollte der Startschuss für 267 Altersklassen Athleten fallen. Gemeinsam mit Johannes Franzkyn, bedienten wir uns dem eher dürftigen Frühstücks-Packet unseres Hotels. 2 Zwieback-Scheiben, 2 kleine Kekse und ein Schokoladen-Croissant sollten also unser Treibstoff an diesem Tag sein - nicht mal so schlecht, wie sich später herausstellen sollte. Trotz dieser geringen Nahrungsaufnahme hatte ich - mal wieder - ein flaues Magengefühl vor dem Schwimmstart. Ich merkte an den Tagen zuvor, dass scheinbar alle anderen Athleten besser mit dem seichten Wassereinstieg und -ausstieg zu recht kamen als ich. Und dennoch wollte ich mich nicht in die 2. oder 3. Startreihe stellen. Bereits auf den ersten 15m nach dem Landstart fiel auf meine Knie und schwupps- wurde ich von den ersten Athleten überrannt. Und so ging es noch weitere 85 Meter aus einem Mix zwischen Springend-Schwimmend-Laufend weiter. Ehe dann alle Athleten das Wasser griffen und von einem Schwimmen die Rede sein konnte. Um die Erste Boje (Ca. 300m) wurde es gewohnt eng und Schläge, Tritte gehören ja scheinbar bei ITU Veranstaltungen - anders als bei XTERRA - dazu. Ich fand eine Gruppe mit 4 meiner direkten Alterklassen Athleten. Auf dem Weg in die zweite Runde und damit wieder verbundenen seichten Einstieg musste ich sie leider ein bisschen ziehen lassen. Aber ich konnte mich nurn frei bewegen und auch das Schwimmtraining macht sich bezahlt. 
Ich passierte die Konkurrenz und schloss sogar noch auf der Hälfte der 2. Runde auf eine Gruppe vor mir auf. Nun versuchte ich mir meine Kräfte einzuteilen. Auf Gesamtrang 42 ging es für mich auf die Laufstrecke. Ein bis Zwei Plätze hatte ich vielleicht noch in der Wechselzone verloren, da ich mir - erstmals - Socken gönnte. Nach der Erfahrung bei meiner ersten WM in Den Haag und den aus dem Strandlauf resultierenden Blasen, wollte ich im Hinblick auf die letzten harten Trainingswochen für Maui kein Risiko eingehen. 
Auf das Bike stieg ich also gemeinsam mit Johannes, der am Tag zuvor auch noch Probleme mit seiner Hinterrad Bremse hatte. Getreu dem Motto "wer bremst verliert" ging es über die Hängebrücke in das erste Trail Stück, wo ich nach einem Fahrfehler gleich mein Material testete. (Der Lenker war aufgrund, der zu lockeren angezogenen Schrauben gleich mal leicht verstellt). 
Im ersten 180hm langen Anstieg fuhr ich auch gleich in die TOP 20. Im ersten Downhill überraschte mich eine durch den am Vorabend durch den Regen geschaffene neue Rinne, sodass ich Mühe hatte mein Bike auf dem Track zu halten. 
Im zweiten Uphill, was vielmehr eine Tragepassage ist, holte ich mir weiter fünf Kontrahenten und fuhr im Nächsten beiden Bergabpassagen an die Plätze 8-12 ran. In der launigen, schnellen und dadurch natürlich flowigen Singletrail Passage war ein Überholen kaum möglich und ich hielt mich abwartend zurück! Ende der zweiten Runde, dann die Info von Sascha: "30 Sekunden auf Die AK führenden und 2 Minuten auf Gesamt!" 
Die zweite Runde spiegelte dann nahezu die erste wieder. Am letzten Singletrail war ich dann auch AK- Führenden dran. 
An einem Anstieg zeigte ich mich kurz vor ihm, bevor ich ihn wieder passieren ließ. 
Gemeinsam krachten wir in die "Crying Wall" und der Italiener trat in die Pedale wie ein Verrückter. Gemeinsam flogen wir an Martin und Sascha die mir beide "Dranbleiben" zubrüllten. Etwa 300m nach der Kuppe, sah ich wie sich der Italiener umdrehte. "I bin scho nu dau!" sagte ich ihm im tiefsten Bayerisch und ich glaube er hat es im besten Italienisch verstanden. Gemeinsam rollten wir nun in die Wechselzone und ich wollte gleich mit einem schnellen Wechsel ein paar Meter zwischen uns bringen. Ich lief aber dennoch verhalten an und wollte so für den Fall, dass er auflaufen würde Körner sparen. 
Als ich dann von Maximilian (Saserrath) nach 1 1/2 Runden die Info bekam, dass sich der Abstand nach hinten vergrößerte und der Vorsprung des Gesamtführenden schmolz. Versuchte ich nochmal Druck zu machen. Doch leider war nach vorne nichts mehr möglich. So konnte ich mich noch bei den Elite Athleten Llew Holmes und Francois Carloni (wegen dem ich noch fast gegen einen Baum gelaufen wäre) für ihren Support bedanken. 
Im Ziel angekommen vernahm ich dann mit Freude, Martin's Titel verteidigt zu habe und als 2. aller Amateure das Rennen beendet zu haben. 
 
After Race 
 
Die Cross-Triathlon Community wächst und wächst. Die deutsche Mannschaft hat sowohl eine richtig geile Elite-Gruppe als auch eine super Age Group Gruppe beianander die nur auf dem Blatt und von der Startzeiten getrennt ist. Ein jeder unterstützt hier jedem bei den Rennen und es macht richtig Spaß Teil davon zu sein! 
Gratulation an Veith Höhnle, der als bester deutscher zeitgleich den 3. Platz bei der U23 errang! 
Von den Leistungen der Ü-M60 Medaillien Gewinner, ziehe ich sowieso jedes Mal den Hut. Bin ja mal gespannt, ob ich mich in 40 Jahren auch noch auf einem Automatisch-schaltenden, Voll Gefederten, Ultra Lightweight Fatbike die Trails runter schlängle. 
 
Fact 
 
Über den Gewinn des Titels bin ich natürlich überglücklich und die Vorfreude und Motivation auf Maui wächst. Und dennoch hat der Titel einen faden Beigeschmack. Wenn man sich mit den Besten (Amateuren) der Welt messen will und man dann erfährt, dass der amtierende Gesamt-Amateur-Europameister vom Verband nicht die volle Unterstützung für die Nominierung bekommt. Natürlich muss man gewisse Termin-Deadlines beachten, aber sollte ein Verband nicht auch drauf schauen, die besten Athleten des Landes zu Weltmeisterschaften zu schicken? 
Die Deutsche Cross-Szene wächst und wird auch in naher Zukunft Top-Platzierungen abliefern - vielleicht auch schon auf Hawaii - fernab jeglicher Verbandsrichtlinien. ‎

 

More than Suffering, more than Pain, simply a "Kine"

„Geijh! Etz geijh nuamoi ibba dei Grenz?“ schallte es mir im tiefsten, aber auch schönsten Kötztinger Dialekt entgegen. Keine 3 Meter weiter „ Der vor dir ko a scho nimma“, liebend gern hätte ich jetzt einen lockeren Spruch von den Lippen bekommen, aber die Luft reichte gerade mal um nach Luft zu schnappen. Noch einmal durchatmen, kurz aufschauen, dann wieder die Konzentration auf den Trail. Inzwischen zweier Felsen ziehe ich mich hoch, passend dazu der nächste Anfeuerungsschrei „Ziag o, nau baggst nan nu!“

Es ist einfach nur der pure Wahnsinn, wieviele Leute doch den Weg auf den Kaitersberg finden um diese „verrückten“ Bergläufer anzufeuern. Es dürfte ja fast schon vergleichbar sein mit einem dieser Col du Tourmalet oder L´Alpe D´Huez Anstiege der Tour de France. Die Menschen peitschen dich nach vorne und du siehst eigentlich gar nicht von wem diese Anfeuerung kommen, hörst sie nur, nimmst sie wahr und doch bewegst du dich wie in einen Tunnel. Wie in Trance stolperst du irgendwie einen Schritt nach den anderen nach oben, versuchst einen Fuß vor den anderen zu setzen und merkst dann schließlich, dass die Kraft doch nicht mehr ausreicht um technisch sauber zu laufen. 

Es ist mehr als Leiden, Es ist mehr als Schmerz, Es ist einfach der „Kine“!

Und genau als dieser und somit Titelverteidiger bin ich am vergangen Sonntag zur 3. Auflage des Kaitersberglauf gefahren. Schon sehr früh habe ich mich für diesen Lauf angemeldet und umso länger konnte ich mich auf den Start freuen. Die Tatsache, dass der Lauf mit 300 Voranmelder ausverkauft war zeigt, dass das OK-Team gute Arbeit verrichtet. 
Nun hatte sich auch XTERRA Warrior Mr. Bernd Kiesel ausm Ländle für dieses Wochenende angekündigt und somit war mir klar, dass er auch am Start stehen musste ( er wollte ja auch so ein Gollum-Bild) Und wer noch nie an einen Berglauf teilgenommen hat, für den ist der Kaitersberg der optimale Platz für´s Debut. 

Nach einem genialen Samstag mit Trailer-Dreh für „Jag de Wuidsau“ und einem Swim´n´Run Team Relay am Steinberger See (indem ich nur geschwommen bin) hieß es am Sonntag Vormittag auf nach Kötzting. Ein bisschen nervös war ich schon und auch ein bisschen wehmütig musste ich den Uli Gogolin Wanderpokal in die Hände von Organisator Max Hochholzer geben. 

Aber kurz zum Rennverlauf. 
Ich wusste, dass eine Titelverteidung schwer werden sollte. 2 Läufer welche die 5000m unter 15 Minuten laufen können und natürlich einige – mir unbekannte - Berglaufspezialisten. Trotzdem fühlte ich mich in den letzten Vorbereitungswochen auf die XTERRA Worlds in Maui doch recht gut und fit, sodass ich sehr positiv an der Startlinie stand. Nach dem Böllerschuss ging es in den ersten flachen Kilometer. Erstmal abwartend wie angegangen werden sollte, übernahm ich nach ca. 500m die Führung und das Tempo pendelte sich auf angenehme 3`30min ein. Schon bei der ersten Steigung schlug Thomas Wanninger ein Tempo an, welches nur Shafra Bare folgen konnte. (Ich hatte eh das Gefühl, dass er vom Kötztinger Trainer Alois Brandl die Abwarten-und-"einfach"-mitgehen-Taktik bekommen hatte ;-)) Ich kämpfte unterdessen die Lücke nicht größer als 100m werden zu lassen. Auf den ersten, steilen Teilstück (die letzten Meter vor Reitenberg) konnte ich sogar wieder etwas Boden gut machen, jedoch ließ mich der Atem von Markus Mingo zu der Zeit eher an das Absichern des dritten Gesamtranges denken, als den Blick nach vorne zu wagen.
Ich habe jetzt auch rausgefunden, warum der Veranstalter die Schilder mit den Lustigen Sprüchen aufstellt. Würde man nach Reitenberg nur die Schilder mit den restlichen Meterangaben und den dazugehörigen Höhenmeter sehen, wäre die Aussteigerquote bestimmt bei mindestens 50%, so hält man die Läufer aber bei Laune und macht sie auf den nächsten motivierenden Spruch neugierig.  Bereits kurz nach der Versorgungsstation merkte ich, dass ich auf Thomas aufschließen konnte, währenddessen Shafra nun nochmal das Tempo scheinbar angezogen hatte. Auf dem kurzen "ebene" Trail - Stück konnte ich nun den Kontakt zu Thomas herstellen. Es dürfte ungefähr auf Höhe der Räuber-Heigl-Höhle und bei Puls 187 gewesen, als ich zum Überholen ansetzte. In diesem Moment sah und hörte ich nichts außer meinem Atem und Herzschlag, denn ich wollte einfach nur schnellstmöglich vorbei kommen und eine kleine Lücke schaffen. 

Ab dem Schild "0,4 km bis zum Ziel" sind dann die lustigen Sprüche zweitrangig. Denn die oben schon geschilderte Stimmung und Anfeuerungen der Zuschauer machen die wahrscheinlich anstrengendste Stadionrunde - zumindest - annehmbar.  
Noch einmal wurden die letzten Kräfte mobilisiert um halbwegs laufend an den Zuschauern vorbei ins Ziel zukommen. 

Gratulation an den Sieger Shafra! Ich glaube, dass er nächstes Jahr noch einen drauf setzten kann und hoffe, dass er mich dann nochmal über meine Leidens- und Schmerzgrenze bringt. 
 Der Kaitersberglauf ist und bleibt mein Laufhighlight in meiner Saison und ist für jeden Läufer ein einzigartiges Erlebnis!

Danke gilt den ganzen Orga-Team! Ich bin mir sicher, dass ihr auch wieder eine gelungene Siegerehrung veranstaltet habt, an der ich leider nicht teilnehmen konnte. 

Wir sehen uns im nächsten Jahr 

(vielleicht auch schon beim Ultra-Trail Lamer Winkl ;-) )

Gewinnen ohne zu gewinnen!

900km für die Katz?!? 
Diese erste Zeile im Zeitungsartikel der Mittelbayerischen Zeitung formuliert es zumindest so. Ich würde aber gerne dazu noch was ergänzen. Jedoch befürchte ich fast, dass ich es nicht mit einem Satz auf dem Punkt bringen kann und glaube, dass hier der Blog-Eintrag genauso lang wird, wie der Zeitungsbericht. 

Pre-Race 

Die Stimmung war gut als wir uns letzten Freitag nach der Arbeit, in unserem Nissan NV-200 Transporter Richtung Zittau machten. Dank Telefon-Flatrate, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und unserer Fahrer/Beifahreraufteilung 2:2 (Mike/Stefan und Sascha/ich) war es uns möglich, die Zeit im Stau um Dresden mit einer Schafkopf-Runde kurzweilig zu gestalten (Auch wenn der ein oder andere manchmal die Falsche Karte gespielt hat ;-)). Angekommen in Zittau checkten wir am Campingplatz ein und gingen nach dem Zeltaufbau zur Pasta-Party um uns zu versorgen, Startunterlagen abzuholen und Bekannte zu treffen. Freudig konnte ich dann, denn eh schon gut gelaunten Schuppes meine 3-Liter Magnum Jacob Weissbierflasche als Gastgeschenk überreichen, die Peter noch freudiger entgegen nahm. 


Race-Course Check 

Swim – 1500m á 2x750m im Olbersdorfer See (obwohl die Wassertemperatur bei 26 Grad lag, wurde die Warm-Up Area bei 35 Grad Außentemperatur eher als Cool-Down-Area genutzt) 

Bike – 36km mit 1120hm, ich sollte unterm Jahr öfter nach Zittau um mir die Strecke noch besser einzuprägen  

Run – 9 km mit 110 hm – Schneller Kurs

 

Race-Day

 

In kapalua on the slopes ot he West Maui Mountains… Halt. Ich schweife schon wieder ab. Aber natürlich ist das Highlight dieses Jahr wieder Maui und daher freute und freue ich mich irgendwie doch auf das bevorstehende Training mehr wie das Rennen in Zittau. Dennoch schaltete ich pünktlich zum Start auf Warrior Mode. 
Bei 26 Grad Wassertemperatur freute ich mich auch ungemein auf einen Schwimmstart ohne Neo. Ich persönlich finde ja die Gummihülle eher nervend, auch wenn ich ein schlechter Schwimmen bin. Außerdem habe ich das Gefühl, dass man beim Schwimmen mit Neo mit vielmehr Rangelei und Schlägen rechnen muss. Als ob sich der Athlet,  geschützter und zugleich anonym in seinem schwarzen Gummi fühlt. Da verhält sich mancher wie im Straßenverkehr.
Und schon wieder abgedriftet. Sorry, ich hoffe ich komme noch zum Wettkampfgeschehen. 
Zack. Bumm. Hinein ins warme Nass. Beim Landstart bin ich ja eigentlich immer vorne mit dabei. Der Anspruch hieß aber diesmal, auch mit vorne zu bleiben. Ich erwischte einen Wasserschatten und besonnte mich auf die Worte meines Schwimmtrainers. Beim Einstieg in Runde zwei freute ich mich dann sogar so sehr auf das Wasser, dass ich viel zu früh den Kopfsprung ansetzte und mir erstmal ordentlich das Knie auf haute. Ein Ziehen am Fuß ließ mich auch vermuten, dass ich mich beim Landgang irgendwo aufgeschnitten habe. Aber keine Zeit sich zu versorgen. Ich musste versuchen an den nächsten Wasserschatten ran zu schwimmen.  Auf ungefähr der Hälfte der 2. Runde wurden wir von einem weiteren Mitstreiter überholt und ich wechselte den Wasserschatten. Als es dann Richtung Ausstieg ging, bemerkte ich wie mein Vordermann ein bisschen die Orientierung verlor. Nicht  grob, aber die Idealline. Nachdem ich mir einen kurzen Überblick verschaffte, sah ich, dass wir trotzdem schneller vorwärts kamen, als die Konkurrenz und deswegen blieb ich erstmal dran. 
Entspannt (relativ) verließ ich das Wasser nach 23:37 min.  Nun galt es einen schnellen Wechsel hinzubekommen, den Florian Badoux der Belgier mit dem ich schon beim XTERRA Greece und am Schluchsee die ersten Radkilometer fuhr verließ gerad die WZ als ich einlief. 
Auf der Radstrecke war ich dann nach etwa zwei Kilometer an ihm dran und gemeinsam fuhren wir auf den Österreicher Dominik Wychera auf. Auf der Flachen Betonstraße in Richtung Hochwald machte ich die Pace, sodass ich froh war im ersten Trail-Stück den zweien noch folgen zu können. 
Nach einem Schaltfehler von Florian, waren am Anstieg des Hochwaldes nur noch Wychera und ich übrig. In der Schiebepassage konnten wir dann schon auf die 3 Minuten vor uns gestartet Damen-Führende aufschließen. Nun begannen die schönen Abfahrten von Zittau. Zum Teil konnte ich mich gar nicht an einzelne Downhill-Passagen erinnern, da sie im Gegensatz zum letzten Jahr viel schneller und leichter zu Fahren waren.  Und trotzdem entwich beim Letzten DH die Luft aus meinem Hinterreifen. Das Pannenspray erfüllte auch nur kurzfristig den Zweck. Ganze 500m weit kam ich, eher ich bemerkte, dass die Luft weiterhin entwich. Und so entschloss ich mich aufgrund der Teamwertung und der 8 mitgereisten Fans aus Dietldorf die 5 km zur Wechselzone schiebend zu bewältigen. In Laufschritt ging es nun auf den letzten Trail-Abschnitten immer nach hinten schauend Richtung WZ. Nach ca. 1,5km kam Florian vorbei und hielt an, schmiss mir seine CO2 Kartusche und einen Schlauch hin und wünschte mir noch ein gutes Rennen.  Nachdem Reifenwechsel –der motivationsbedingt eher langsam verlief – sprang ich wieder auf den Bock und konnte nun doch noch zu Ende rollen. 
Auch in der Wechselzone tat ich ich bei der Suche nach der Motivation schwer und so fehlte eigentlich nur noch eine Umkleide und ich hätte vermutlich meinen ganzen Klamotten austauschen können. 
Auf der Laufstrecke jedoch, fand ich sie nach den ersten 500m wieder und so ließ ich mich auf die 9km mit 112hm gespickte Strecke ein und konnte so sogar, dass Finale der Frauen mittendrin statt live dabei verfolgen. 

After Race 

Zwischen den ganzen Wespen am Kuchenbuffet fand ich dann doch das eine oder andere Sportlergesicht und so kamen dann doch noch ein paar nette Gespräche mit Sven Müller oder Astrid-Zunner Ferstl beim Warten auf Mike und Sascha zustande. Nachdem alle sturzfrei gefinisht hatten, konnten nun zum gemütlichen Teil übergehen. Nachdem kurzen Auffrischen im O-See, der angenehmen Dusche und einem kurzen aber feinen Barbecue ging es dann auch schon zur After-Race Party.  Bei einem Bierchen durfte ich dann auch noch den symphatischen Youngste Maximilian Saßerath kennen lernen der ein super Renne absolviert hat und von Onkel Jörgi holte ich mir für die Insel Kaui´i noch den eine oder anderen Insider-Tipp. Ehe dann zu feinster Rockmusik gemeinsam mit anderen feierwütigen Athleten ordentlich und barfuß gepogt wurde. 

Fact

Manchmal sind es mehr als ein Pokal, eine Urkunde oder eine Platzierungen die man nach Hause nimmt. Manchmal gewinnt man, ohne zu gewinnen. Manchmal ist es das das Zwischenmenschliche, warum wir XTERRA so lieben. Es sind Taten - welcher jeder von uns vollbringen kann, die diesen Sport so einzigartig machen. Was für eine Große Geste von Florian, der mir während seines Kampfes um den AK -Siegsein Repair Kit gab und auch Sascha wurde bei seinem Defekt von einem anderen Athleten geholfen. Diese Gesten zeigen von einem unglaublichen Respekt der Athleten untereinander. Das gemeinsame Beisammensein  nach dem Rennen und den Umgang mit den anderen Sportlern lebt auch Dave „Big Kahuna“ Nicolas vor und ich freue mich riesig auf Maui und den XTERRA Tribe. 

Tipp 
Das Rennen in Zittau ist aufgrund seiner perfekten Organisation und dem reibungslosen Ablauf des Rennen eigentlich der Tipp schlechthin für all diejenigen, die mal in Cross-Triathlon reinschnuppern wollen;-) 

Maui, Pack mers!
Now that it is official! 
 
Maui, Pack mer's! 
 
Die XTERRA Weltmeisterschaft 2015 wird nun für mich wieder mein sportliches Highlight in dieser Saison werden.
Ich habe lange überlegt. Abgewogen ob ich es mir leisten kann, sowohl leistungstechnisch als auch finanziell. 
Es wird wieder eine lange Saison werden keine Frage,  aber mit der ITU WM auf Sardinien Ende September und den XTERRA Worlds auf Maui an Allerheiligen, stehen auch die landschaftlich schönsten Wettkämpfe am Ende an. Grund genug also die Motivation lange genug hochzuhalten. 
 
Aber erst mal gilt es Schritt für Schritt die Hausaufgaben für diese Saison zu erledigen. Nächste Woche steht die Heim-EM im Crosstriathlon am Schluchsee statt und dazwischen beschlossen mein Trainer und ich noch zwei Wettkämpfe einzufügen. Daher stand letzten Samstag der Nittenauer Volkstriathlon auf dem Plan.
 
Pre-Race 
 
"Boah is mir schwummrig. Erst mal die Füße wieder ordnen. Den richtigen Stand finden. Alles dreht sich um mich" - Keine Ahnung wie ich die 50 Meter aus dem Schwimmbecken Richtung Wechselzone gelaufen - oder besser getorkelt bin ohne hinzufallen. Auf jeden Fall musste ich mich beim reinschlüpfen in die Radschuhe am Lenker meines Rennrades festhalten. An diesem Tag vor drei Jahren. Den genau vor drei Jahren sollte meine Triathlon Karriere mit dem ersten Finish in Nittenau starten. Mittlerweile habe ich doch schon einige Triathlons hinter mir und es ist doch schon eine gewisse Routine vorhanden. Auch das Schwindelgefühl nach dem Schwimmen und Loslaufen aus T2 mit dem noch aufgesetzten Helm konnte ich mir zum Glück abgewöhnen. 
 
Course Check 
 
Swim - 400m im 25m Becken, aufgrund fehlender Markierung Wende, wenn man mit dem Kopf an die Kante geschwommen ist. ;-) 
 
(Road)Bike - 20 km Kurs mit einem knapp 200hm langen ziehenden Anstieg. Aber eine Vollgas Strecke. 
 
Run - 5km flacher - an diesem Tag - heißer Kurs
 
Race
 
Die "Elite" Starter (heißt, diejenigen Athleten mit Startpasss) bildeten mit die erste der insgesamt drei Startgruppen und so befand ich mich neben Markus Süß und Markus Bittner in der ersten "schnellen" Bahn. Jedoch merkte ich von der schnellen Bahn leider nichts. Nach dem obligatorischen Erkunden und Abfragen der Schwimmzeiten musste ich feststellen, dass es verdammt hart werden würde, hier an den Füßen vom Kallmünzer Kollegen Markus Süß dran zu bleiben. 
5'20-5'30 sind für mich schon eine ziemliche Ansage. Denn ich wäre schon mit einer Zeit unter 6 min ganz zufrieden gewesen. 
Dennoch habe ich es versucht, nach dem Startschuss die Beine von Markus zu halten (sprich hinter ihnen herzuschwimmen, ich denke sie festzuhalten, wäre grob unsportlich gewesen). Die ersten 25m ging mein Plan auf und auch auf den nächsten konnte ich dran bleiben. Doch nach der Angangszeit von knapp 1'20min auf die ersten 100m musste ich feststellen, dass das Spanferkel vom Vortag doch nicht so in Schwimmlaune war. (dass nächste Mal, werde ich es eventuell mit einer fettigen Gans oder einer Entenbrust versuchen)
Wie dem auch sei, ich will die Schuld nicht auf die arme Sau schieben, auch meine (wenn überhaupt vorhandene) Schwimmtechnik war miserabel und nach 200m resultierte aus einer viel zu hohen Armfrequenz und viel zu kurzen Druckphase eine Schnappatmung die seinesgleichen suchte (siehe Bild). 
Irgendwie kam ich dann doch mit 5'55"min aus dem Wasser und bin im Nachhinein mehr unzufrieden als zufrieden mit dieser Zeit. 
 
An Position 3 liegend lief ich also in die Wechzelzone. Diese verließ ich nach einem schnellen Wechsel auf Position 2 und schon ging es auf die Jagd von Markus. Die ersten 6 km der Radstrecke verlaufen am idyllischen Regental leicht abfallend entlang. (übrigens ein wunderschönes Trainingsterrain mit dem MTB). 
Kurs vor dem Wechsel auf die andere Flussseite, konnte ich nun die Führung übernehmen uns so war ich mir sicher die Windschattenregel nicht zu verletzen. Den bei dieser, habe ich als unerfahrenen Straßentriahtlet die meisten Bedenken, da ich sie auf keinen Fall brechen möchte.  
Den Anstieg auf Neuhaus Richtung Kaspeltshub konnte ich gut drücken. Allgemein fühlte ich mich dieses Mal auf dem Zeitfahrad richtig wohl und es machte (ein bisschen) Spaß auf der Straße Vollgas zu fahren. Nach 31'50min wechselte ich schließlich bei 32 Grad auf die Laufstrecke. Wieder gelang mir ein schneller Wechsel, obwohl ich mir noch die Zeit nahm einen Schluck aus der Trinkflasche zu nehmen und mir den Kopf zu kühlen.
Nach dem Wendepunkt der Strecke konnte ich nun den Abstand zum zweiten gut einschätzen und lief die 5km kontrolliert zu Ende. Mit der Gesamtzeit von 58 Minuten 8 Sekunden, konnte ich unsere Staffel um meine Trainingskollegen um 15 Sekunden hinter mir lassen ;-) 
 
After Race 
 
Nach 2 Jahren habe ich mich gefreut, wieder an die Wirkungsstätte meines ersten Triathlons zurück zu kehren. Den Regental-Triathlon gibt es nun genauso lange wie mich und es ist einer, dieser Veranstaltungen wo man gerne wieder kommt. Eine herzliche,familiäre Atmosphäre wo man nach dem Wettkampf gemütlich einen "Schmatz mit de andan Athleten Asse haua ko". Lob gilt natürlich auch dem Orga Team um Michi Bock und der ganzen TSV Abteilung für einen einwandfreien Wettkampf. Nur das Siegerbier war vom falschen Jacob. ;-) 
 
Fact
 
Mein Beitrag und meine Erfahrung bei nun doch schon diversen Hitzerennen (Greece, Hawaii, Kallmünz 2013). 
Meiner Meinung ist eine ausreichende Kühlung der Körpertemperatur mit das Wichtigste. Die Aussagen nach dem Frankfurter IM und Berichte diverser Fachmagazinen bestätigen dies auch auf Basis wissenschaftlicher Grundlagen. Deswegen kann ich euch nur empfehlen die LabeStation ernsthaft mitzunehmen (z.B. Gehen um zu trinken) und die Wasserbehälter zur Abkühlung zu nutzen. Nicht umsonst hat sich Frodo auch bei seinem EM Gewinn in Frankfurt an der letzten Station genügend Zeit genommen. Dass dies bei längeren Distanzen noch wichtiger ist, steht außer Frage!
 
Rock on 
Euer Tom 
Slippery when wet!

Unruhig und angespannt ziehe ich meine Kreise. Nervös tappe ich von einem Fuß auf den anderen, hätte ich heute morgen nicht meine Fingernägel gekürzt würde ich wahrscheinlich auch noch auf diesen rum knabbern. Mein Blick wandert immer wieder auf dieselbe Stelle. Selten war ich vor einem Rennen so angespannt. Denn eigentlich weicht man, bei so einem Rennen wie den XTERRA Greece nicht von seiner Routine ab. Aber es war schneller passiert, als hätte ich es verhindern können.

Pre-Race

Bis dahin verlief alles reibungslos. Ich war super Happy, dass ich bei der 3. Austragung des griechischen XTERRA Rennen teilnehmen konnte. Nachdem es meinen beiden Buddies Lars und Bernd nicht möglich war diese Jahr mit mir zu racen, durfte ich mich über den Local-Support meiner beiden Freunde Stefan und Tamy aus meinem Heimatort freuen. Es erfüllt mich mit Stolz und ist eine Ehre unseren Sport auch außerhalb von Sportlerkreisen so repräsentieren zu dürfen und ihn für alle salonfähig zu machen. Wer einmal in den XTERRA Flair kommen möchte, darf sich gerne bei mir melden „wink“-Emoticon
Warum aber die eingangserwähnte Gefühlslage? Beim Transport wurde leider direkt an meiner Grip Shift der Schaltzug beschädigt, so dass ich beim Bike Course Check bemerkte, dass mir der größte Gang nicht auf das Ritzel sprang. Da ich nur ein Multi-Tool dabei hatte, nahm ich den Bike-Service vor Ort wahr. Und dann war eben der Schaltzug meiner Schaltung schon schneller entfernt, als hätte ich reagieren können. Scheinbar hatte der Mechaniker aber den Einbau ein bisschen unterschätzt. So nahm ich dann selbst auch noch das Werkzeug in die Hand und wir konnten in deutsch-griechischer Zusammenarbeit die Schaltung perfekt einstellen. Die 8€ waren dann wohl eher die Leihgebühr für das Werkzeug. Für die Nerven ist es trotzdem besser, man ändert am Setup des Bikes einen Tag zuvor nichts mehr „wink“-Emoticon

Course-Check

Swim – 2 Runden a 750m im 'Beautiful Lake Plastira', schnelles, flaches Wasser

Bike - 2 Runden a 14,5km mit 450 hm, die Bikestrecke wurde im Vergleich zum letzten Jahr noch mit zusätzlichen Singletrail Passagen und einer Flussquerung erweitert

Run – 2 Runden a 5,2km, anfangs sehr richtungswechseln durch den Wald und am Schluss konditionell (wellig fordernd.)

Race-Day

Nach dem Regen die Tage zuvor erfreute uns an diesem Morgen wärmenden Sonnenstrahlen. Der See war mit seinen 19 Grad aber trotzdem noch recht kühl, so dass es kein Neo-Verbot gab. Nach dem Check-In legten wir uns noch in den Schatten der Bäume. Meine beiden Mitfahrer traten in typisch Bayerischer Tracht auf (Lederhose und Dirndl) und waren dadurch für so manchen ein begehrtes Fotomotiv „smile“-Emoticon
Ich wollte versuchen, die erste Runde Schwimmen hart anzugehen und wenn möglich sich dann in einer Grupper zu finden. Die ersten 300m zur ersten Boje schlug ich auch ein - für mich - hohes Tempo an und war in einer guten Position in einer Verfolgergruppe um Llewleyn Holmes und Louise Fox. Da ich aber schon schwimmtechnisch am Limit war und ich bei der Wende um die Boje auf Nummer sicher gehen wollte um nicht blau zu werden, ließ ich zu ihnen einen zu großen Abstand. Als ich mich zur nächsten Boje orientierte, stellte ich fest, dass nun schon eine kleine Lücke klaffte. Ich versuchte sie zwar zu zu schwimmen, aber vergeblich. So war ich nun also mitten im Nirgendwo. Alleine schwamm ich die 1200m zu Ende und versuchte den Abstand nicht größer werden zu lassen und dennoch wuchs er auf 1 Minute heran. Wieder musste ich einen Rückstand von 5min auf die Spitze hinnehmen. (aber zumindest sind es keine 8 min mehr, wie letztes Jahr).
Nun galt es also diese zumindest auf den AG-Führenden zu minimieren. Und ich fühlte mich gut auf dem Bike und konnte sogar schon beim letzten Downhill auf Holmes und Bartolli aufschließen. Die letzten 2km einer Runde verlaufen Flach am See entlang und so konnte ich gemeinsam mit Llew ordentlich Gas geben. Eingangs der zweiten Runde schrie mir dann Stefan noch zu, dass ich nur noch 9sec auf meinen direkten Kontrahenten hätte. Bereits im ersten Singletrail Teil der Strecke konnte ich die Führung übernehmen. Doch ich wollte noch weiter nach vorne. Gemeinsam mit einem anderen Profi, fuhren wir den langen Anstieg und bemerkten erste Regentropfen. Mitten in der Abfahrt setzte dann ein Platzregen ein und ganze Bäche liefen die "Straßen" runter. Der lehmige Untergrund konnte das Wasser nicht mehr aufnehmen. Ein schönes Bild wäre es gewesen, wenn die Veranstalter am Eingang einer jeden Kurve diese gelben Schilder mit der Aufschrift "Slippery when wet" aufgestellt hätten. ;-) Hier konnte ich meine Downhill Stärke noch besser ausspielen. Und der Trail spuckte mich auf Gesamtposition 9 aus. Mit einem breiten Grinsen und Matschresten auf den Zähnen fuhr ich die letzten Metern noch einmal Vollgas. Fast hätte ich eine Schildkröte überfahren, aber glücklicherweise konnte ich gerade noch ausweichen. Vielleicht sollten für nächstes Jahr spezielle Schildkröten-Brücken aufgebaut werden.
Als Erster Amateur war ich nun in TA 2 und konnte befreit auflaufen. Die Strecke in Griechenland um den See und zwischen den Bäumen durch macht Riesen Spaß. Als ich dann nach der erste Runde noch durchgesagt bekam, dass ich 4 Minuten auf den zweiten Amateur hätte, wusste ich dass jetzt nichts mehr anbrennen darf. Als ich dann nach KM 7 auch noch auf Benesch auflief und vor ihm noch Kubek und Soley sah, bekam ich noch einmal die zweite Luft. Am vorletzten Anstieg war ich dann gleichauf mit dem Spanier und ich dachte mir nur, "bitte nicht schon wieder ein Schlussspurt". Im letzten Downhill konnte ich aber auch hier meine Stärke ausspielen und hielt das Tempo hoch  sodass ich doch ein kleine Lücke reißen konnte. Letztlich finishte ich trotz der schwierigeren Bike Verhältnisse 8 Minuten schneller als im Vorjahr.

After Race

Wie habe ich das vermisst. Den Xterra Zirkus. Ein riesiges Dankeschön gilt natürlich Kosta, den Veranstalter des XTERRA Greece, der mit seiner Crew ein wachsendes Event schafft. Aber auch die griechische Bevölkerung scheint hinter diesem Event zu stehen und davon lebt eine jede Veranstaltung. Auch ein riesiges Dankeschön an Roger Serrano, der mich zum gemeinsamen Treffen der Athleten nach der Award Ceremony mit eingeladen hat. Echt ne coole Truppe, die super ergänzt wurde von Stefan und Tamy. An euch beiden das größte Dankeschön, den ohne euch wäre ich nicht nach Griechenland gereist.

Fact

Natürlich wurde mir die Frage nach einem Profi Start gestellt und natürlich ist dies das Ziel eines jeden Athleten. Und so sehr ich mich über meine Leistung und das Ergebnis freue, muss ich auch zugeben der XTERRA Greece war eine große Unbekannte für mich. Es war meine letzte Woche in einer 5-wöchigen Belastungsintensiven Woche mit 4 Wettkämpfen und einem Trainingslager. Der Vorteil der Streckenkenntnis in Griechenland fließt wie bei jedem XTERRA auch mit ein. Und eines darf man auch nicht vergessen, hätte ich ebenfalls eine Rosa Nummer (Profis Anm. Der Redaktion) gehabt, wäre so manches Mann gg. Mann Duell sicherlich härter umkämpft gewesen. Der Formaufbau stimmt und über den Winter haben mein Trainer Franz Pretzl und ich scheinbar unsere Hausaufgaben gemacht und wie ich es Kosta schon im Finisher Interview gesagt habe: 


"See you Maybe next year as a PRO?!"

Vorteil XTERRA

Ich fühle mich ja fast schon als Mitarbeiter eines Reisebüro's oder zumindest als Reiseleiter einer Xterra Reisegruppe. (XTERRA bringt einen einfach an die schönsten Plätze der Welt. Bei Intresse, einfach bei mir melden) Nachdem nun Sardinien vorbei war, standen die Reisevorbereitung zum Xterra Griechenland an. Daneben aber auch gleich wieder die Buchung zu der im September stattfindenden ITU Cross WM. 
Und irgendwo dazwischen stand mit dem Straßentriathlon in Kallmünz auch noch ein Wettkampf an. 


Pre-Race und Ausblick 
Es sollte, wie in den letzten Jahren wieder ziemlich warm am Wettkampftag werden, aber was soll's ideale Vorbereitung also auch auf Griechenland. 
Da die Radstrecke von Kallmünz ja direkt an meiner Haustür vorbei geht, ist die Veranstaltung sowieso Pflicht. Die kann nur "Jag de Wuidsau" Toppen, bei dem die Strecke ja direkt durch meinen Hof führt 
Course-Check

Swim – 600m in der Naab. Einmal Rauf und dann wieder Runter. 
Bike - 20km langer (Asphalt-) Kurs natürlich auf der Brothers Zeitfahrmaschin
Run – 5km von Kallmünz auf Traidendorf mit abklatschen der Feuerwehrleute 

Race-Day
Für mich stand also mit der Sprint-Distanz eine Tempospritze für die bevorstehende Cross Saison an. Außerdem sollte der Wettkampf zur ersten Standort Orientierung in Sachen Schwimmform zählen. So fand ich mich natürlich in der ersten Reihe des Starterfeldes wieder und neben mir war mit Marcelo (Kunzelmann) ein richtig starker Schwimmer. Nach dem Startschuss hatte dieser auch gleich nach den ersten 100m gefühlte 50m Vorsprung. So war gleich die wahnwitzige Idee solange wie möglich zu folgen dahin. Im trüben Wasser der Naab, war es unglaublich schwer seine Kontrahenten zu sehen und sich wenn möglich in den Wasserschatten zu schwimmen. Obwohl ich zwar nach dem Schwimmen schon auf Position sechs war und somit zum ersten Mal wirklich mit vorne raus kam, war ich erst mal enttäuscht von meiner Leistung. Über drei Minuten auf die Spitze verloren. Egal, rauf aufs Rad und versuchen den richtigen Druckpunkt am Zeitfahrad zu finden. Was bei einer Trainingseinheit mit dem schnellen Teil gar nicht so einfach ist. Am Anstieg dann zu mir nach Hause konnte ich einen großen Gang wählen und dort kämpfte ich mich auch positionstechnisch nach vorne. Zurück nach Kallmünz galt es sich dann windschnittig zu machen. Kopf nach unten und treten,treten. Damit keine Langeweile aufkommen konnte, versuchte ich ständig den gleichen Abstand zum Markierungsstreifen zu halten. Kurz vor der Wechselzone übernahm ich schließlich Rang drei. Der Blick ging als nach Vorne, aber leider musste ich nach 1km feststellen auch ins Leere. 400m vor mir keine Menschenseele. Ich hielt das Tempo noch einigermaßen bis zum Wendepunkt hoch, da ich natürlich den dritten Platz halten wollte. Als dieser dann auch relativ sicher schien, versuchte ich den langen Schritt zu laufen und schön die Knie zu heben. Und auch im Hinblick auf das erste XTerra rennen wichtige Körner zu sparen. Letzlich finishte ich als Gesamtdritter, was in Anbetracht der Konkurrenz und des ungewohnte Terrains ein zufriedenstellendes Ergebnis ist. Glückwunsch an den "alten" Hendrik Becker - ein noch unbeschriebenes Blatt in der Regensburger Tria Szene und auch an den Youngster Marcelo, der der Szene noch viel Spaß bereiten wird. 

After Race
Ich freue mich darauf, dass die Off Road Saison mit dem Xterra Greece nun auch für mich beginnt. Die Form sollte auch noch in der fünften Belastungswoche stimmen. Ich freue mich auf 28 Grad und schöne Trails auf dem Bike und zu Fuß. 

Fact 
Ja, es gibt da einen Unterschied zwischen Zeitfahrad und Mountainbike und Ja, die Straßenwettkämpfe werden noch eine Zeit lang auf sich warten lassen. 
Xterra Season On! 
Rock'n'Roll On! 
Beast Mode On!

Immer am richtigen Rad schrauben

I lieg gern im Gras und schau zum Himml nauf…!“ Ähhmm… Stop. Fangen wir anders an. 
31 Grad im Schatten. Mit geschlossenen Augen genießen wir die Sonnenstrahlen, während wir auf unserem Liegen kurz vor dem Einschlafen sind. Im Hintergrund hört man nur das sanfte Meeresrauschen. „Meeresrauschen? Aufwachen, du bist nicht mehr in Sardinien!“
Quietschende Scheibenbremsen, laute Technomusik und ein leichtes Surren eines Rollentrainers kann man hier im Fahrerlager des 24h Rennens im Münchner Olympiapark eher vernehmen als das angenehme Meeresrauschen in der Trainingswoche zuvor auf Sardinien.

Pre-Race und Ausblick 

Am Donnerstag noch die letzte Trainingseinheit auf Sardinien absolviert, sollte es am letzten Samstag gleich beim 24h-MTB-Rennen im 4er Mixed Team aufgrund eines verletzungsbedingten Ausfalls eines Teamfahrers weitergehen. Dadurch kam ich also in den Genuss dieses Rennen  für die Bikeschmiede München zusammen mit 2 Bekannten (ehem. Athleten meines Coaches, für den wir jetzt schon die 3. Generation sind;-)).  Mit dem Kallmünzer Triathlon und dem XTERRA Greece stehen nun die Wettkämpfe Nummer 3 und 4 in 5 Wochen inklusive Trainingslager bevor und ich bin gespannt welche Leistungen ich noch aus meinem Körper rausholen kann.

Course-Check

Swim – Nach der ersten „Abfahrt“ knickt die Strecke nach rechts ab und es geht sich verdammt eng aus, nicht in den Olympiasee zu fahren. Und dennoch soll mindestens ein Teilnehmer die Erfrischung gesucht haben ;-)


Bike -  6,5 km mit 85 hm pro Runde am Olympiastadion vorbei und durch den Olympiapark durch. Asphalt, Kopfsteinpflaster, eine Kurze Trail-Passage, machen die Strecke in dieser Szenerie zu einem launiger, kräfteraubender Kurs.

Run – 1. Runde, 1. Anstieg, 1. Panne. Kettenriss nach einem Verschalter. 500m zurück ins Fahrerlager gesprintet und den Kollegen einen Kaltstart verpasst ;-)

Race-Day

Pannen 
Bei einem 24h-Rennen gäbe es natürlich jede Menge zu schreiben, doch ich versuche es etwas kurz halten. Nachdem das Bike am Freitag noch im Koffer schlummerte und wieder race-ready zusammengebaut werden musste war die Anreise schon mal minutiös geplant. Ich warnte aber auch meine Kollegen des Vierer-Teams vor, dass ich im TL einen Kettenriss hatte und diesen nur notdürftig flickte. Nichtsdestotrotz war ich aber der Meinung, dass die Kette zumindest eine Runde halten sollte. (siehe Run…). 

Sturz 
Nachdem Rainer von der Bikeschmiede, schließlich das Bike perfekt vorbereitete konnte ich auf Runden und Zeitenjagd gehen. Auch wenn man 24h Zeit hat,  versucht man gleich bei den ersten Einsätzen eine Bestzeit in den Asphalt zu brennen. Die erste Runde war dann aber auch zum Kennenlernen da und in der 2. Runde drehte man dann am Gashahn. Die Temperaturen um die 31 Grad war ich ja nun gewöhnt und eingangs des zweiten Renneinsatz´s rechnete ich nicht damit, dass sich nach der ersten Abfahrt (siehe Swim) ein Kontrahent eine Erfrischung gönnen würde und er noch eine fette Wasserpfütze auf dem betonierten Weg hinterlassen würde. So konnte ich mich mit dem Vorderrad noch auf der Strecke halten, doch dann rutschte mir das Hinterrad bei Tempo 30 weg und ich landete auf meinem rechten Knie. Kurz abgeschüttelt, Lenker gerade gebogen und dann gings auch gleich wieder weiter. Nach ca. 800m überholte ich einen Mitstreiter dessen Klamotten vor Nässe noch trieften. Schmerzfreier und erfrischender wäre natürlich diese Variante gewesen ;-) 

Tactics
24h Rennen sind natürlich von Taktikspielchen geprägt und immer wieder kann man sich mit etwa gleich starken Fahren zusammenschließen und gemeinsame Sache machen. Oft genügt dazu nur ein Blickkontakt auf der Strecke und in der Wechselzone wird sich dann für die gute Zusammenarbeit bedankt und abgeklatscht. Ganz egal ob man sich beim Windschattenfahren abwechselt oder sich gemeinsam den Anstieg raufquält profitiert ein jeder von der Zusammenarbeit, zumal man sich meist eh entweder in einer anderen Runde oder eben in einer anderen Wertung befindet.  Das schnelle Racen trägt natürlich auch zum Fun Faktor bei.
Ein Kontrahent meinte dennoch sein Ego vor dem Spaß zu stellen und schnauzte mich, kurz nachdem ich ihm auffuhr – an. Ich entgegnete nur „Lass uns gemeinsam fahren“ und setzte mich auf der ganzen Gerade in den Wind. Scheinbar war ihm meine liebgemeinte Aufforderung zu weich und so ließ er am darauffolgenden längeren Anstieg etwas Abstand. Als dann 30 Sekunden nach meinem Wechsel jemand fluchte und lauthals schimpfte, stellte ich fest, dass ein großes Ego nicht unbedingt mit guten Beinen mithalten kann. Ich ließ es dann auch gut sein, denn schließlich wollte ich noch 17h Spaß haben ;-) 


Performance
Mit meiner Leistung bin ich super zufrieden. Nach dem Re-Start (wegen dem Unwetter wurde das Rennen für 6 Stunden unterbrochen) wechselte ich sogar nach den ersten beiden Runde als Gesamterster und auch die Durschnitsszeiten der Runden  stellten mich im Vergleich zu starken Konkurrenz doch zufrieden. 

After Race

Ein klasse Team, gepaart mit einem noch besseren Mechaniker ließen dieses 24h Rennen nicht nur aufgrund der Unterbrechung sehr kurzweilig wirken. Einem jedem Münchner kann ich nur empfehlen die Bikeschmiede von Rainer aufzusuchen. Denn obwohl er meist am falschen Rad schraubt (es müssen mehr Brothers Bikes nach München), dreht er immer an der richtigen Schraube. 
Die Erfahrung neue, coole Leute kennen gelernt zu haben stellten die Zeitnahme-Probleme in den Hintergrund.

Fact 

Spaß hod´s gmacht und deswengs san mer do. 
Das Wichtigste ist, dass der Spaß immer dabei ist. Denn as Lem ist hart genug, aber ohne Sport wäre es härter ;-) 
Und auch am kommenden Samstag werde ich bei meinem einmaligen Ausflug auf die Straße in Kallmünz Spaß auf meinem Dünnreifen-Boliden haben. 

NEWS! NEWS! NEWS!

Man konnte es eventuell sogar schon auf diversen Bilder Postings auf meiner Facebook Seite erahnen. Ich bin stolz mit Skinfit für mich den perfekten Bekleidungsausrüster gefunden zu haben. Ein in Österreich beheimatetes Unternehmen, welches die Qualität ihrer Produkte vor allem durch das Know-How "dahoam" gewährleistet!
Wer mehr über Skinfit, deren Philosophie und Produkte kennen lernern will, klickt hier.

Rock´n´Roll.

Irgendwo im Nirgendwo oder doch in der Nähe der Pillsteinhöhe?

Dichter Nebel umhüllte das Zwölferhorn an diesem Tag. Und man lauschte, scannte mit den Augen zwischen den Bäumen den womöglich weiteren Weg ab um vielleicht doch irgendwo einen Blick auf die Spitze zu erhaschen. So weit konnten sie doch nicht weg sein. Und dann doch wieder volle Konzentration, auf die Strecke, deine Linie, deine Bremskraft. Dann wieder aus dem Sattel. Antritt. Es geht kurz gerade aus. Blick zurück. Kommt vielleicht wer von hinten?

Race-Course Check

Swim – Statt des Schwimmens im Wolfgangsee hatte der Wettergott vor uns in unseren Schuhen schwimmen zu lassen
Bike – 42 km 1400hm,dass dürfte genügen um die Härte der Strecke zu beschreiben. Das Highlight stellte die 2. Kurze aber launige Abfahrt dar.
Run – Ein 5,1 km langer,schöner (überraschenderweise) 40%iger Singletrail Kurs entlang des Ufers mit z.T. Holzbrücken über den See. 

Pre-Race

Die Wettervorhersage und die Wassertemperaturen in der letzten Woche ließen eigentlich schon frühe erahnen, dass der Swim gecancelt werden sollte. Und dennoch zweifelte ich nie daran, trotz aller Wetterprognosen am Start zu stehen. Allein schon die Anwesenheit und der Ausblick auf das gemeinsame Rennen mit Lars (Fricke), ließen den Wettkampf schon von vorn herein geil werden.
Hinzu kam, dass es quasi auch das Heim-Rennen von Christina Herbst ist und sie mich im Vorfeld schon mit tollen Infos und einer guten Hotelempfehlung ( www.brandauers.info ) gefangen hatte.

Race-Day

Ich war froh, dass es am Renntag ein Duathlon werden sollte. Nicht etwa, weil das Schwimmen meine schlechteste Disziplin ist. Nein, denn Temperaturen um die 3 Grad Plus am höchsten Punkt und Dauerregen von Beginn bis Ende des Wettkampfes machten es uns Athleten schon hart genug. Das Orga-Team und Peter Lev machte einen hervorragenden Job und switchte doch recht kurzfristig den Ablauf.
5,1 Run – 42km Bike – 10,2km Run war also die Aufgabe.
Locker sollte ich den ersten Laufpart nach dem letzten Belastungswochenende angehen. Aber bereits nach dem ersten Anstieg (km 1,5) sollten sich meine Waden wieder bemerkbar machen. Doch ich befand mich in aussichtsreicher 3. Position und es fühlte sich (lufttechnisch) definitv locker an. So behielt ich das angeschlagene Tempo bei und konnte mich dann auch mit der 3. Besten Laufzeit auf´s Rad setzen. Vor mir befanden sich nur Simon Schwarz und Max Kirmeier und in einem kaum ernennswerten Abstand folgte auch schon Lars. Die Erfahrung und die gemeinsamen Trainingsausritte mit ihm spielten definitv ein Rolle warum wir uns gleich nebeneinander auf den Rädern fanden. Nach dem ersten Kilometer stellten wir auch fest, dass uns von hinten eine Vierergruppe um Matthias Seitz und Markus Benesch auffahren wird.
Gemeinsam in dieser 6er Gruppe ging es dann in eben diesen ersten langen Anstieg hinein und wir konnten den 2. Platzierten Simon Schwarz gleich distanzieren. Nach der ersten Rampe sollte auch dann nur noch eine Vierer Gruppe auf der Jagd nach Maxi sein. Es war wie ein Ausscheidungsrennen und nach ca. 2/3 des Anstiegs fielen Lars und ich fast zeitgleich zurück und jeder versuchte nun sein Tempo den Berg hinauf zu drücken. Am Ende des Langen Anstiegs bildete sich vorne ein Führungstrio und ich versuchte in der ersten Abfahrt die Verfolgung aufzunehmen. Doch Sichtweiten im Nebel unter 20m und die Unkenntis der Strecke brachten mich in den schon eingangs genanten Zustand. Und hinter mir sah ich in den Zwischenanstiegen immer wieder Lars. Fast zeitgleich spuckte uns der Trail wieder in Richtung Wolfgangsee. Nach einem kurzen Pläuschen nahmen wir gemeinsam die Jagd nach den vorderen Plätzen wieder auf und gemeinsam ging es dann auch vom Rad herunter.
In der Wechselzone überholte mich Lars, aber da der Moderator zuerst mich ankündigte dachte er, dass ich schon rausgelaufen sei. Mit einem unglaublich langen Schritt machte sich also Lars auf die Jagd nach mir, obwohl ich in etwa 20 Meter Entfernung hinter ihm lief. Angespornt wo denn ich auf einmal hin sei, lief er einen klasse zweiten Laufpart. Ich hingegen kämpfte vorrangig gegen mich und die Kälte. Bis ca. Kilometer 2 konnte ich meine Beine vor Kälte kaum spüren. An einen Schönen, Langen Laufschritt war kaum zu denken. Die schweren Beine taten ihr übriges dazu und so kam mir nach etwa die Hälfte nur das durchkommen in den Sinn. Und durchgekommen bin ich mit Gesamtrang 5 und AK-PLatz (Elite 1 /20-29) doch recht ordentlich. Auch wenn ich mir mit einem besseren 2. Run und dadurch eine bessere Platzierung gewünscht hätte.

Fact:

Die Wolfgangsee Challenge hatte auf jeden Fall einen Lerneffekt. Die Naivität, den „härtesten Cross-Triathlon Österreichs“ mit einer Vorbelastung von 2 schnellen Straßenläufen (18km, 1:00:00h 250hm) anzugehen, wird mir nächstes Jahr nicht mehr passieren. Und ja ich hätte mir gewünscht, Lars hätte mir die 2 Minuten beim Schwimmen aufgebrummt und nicht beim Laufen ;-)

After – Race:

Die Veranstalter machten aus dem beschissensten Wetter ein geiles Duathlon Event. Großes Lob an das Gesamte Orga-Team. Auch die Olympische Distanz, welche ich als Supporter meines Trainingspartners Mike Weber miterleben durfte war einwandfrei. Mike wurde übrigens auch in einem hochkarätigen Feld Gesamt Sechste und durfte sich in der AK mit der Bronze Medaille schmücken. Gratualation auch an den König Maxi Kirmeier vom Benachbarten CIS Amberg. Die Königin wurde natürlich XTERRA Warrior Christina Herbst auch hier nochmal Glückwunsch und Respekt für die erbrachten Leistung an den beiden Tagen.
Nächstes Jahr komme ich gerne wieder, dann aber mit einem hoffentlich ersten Resüme, was die Schwimmform angeht.

Good To Be Back Racing

Unserer Haar(ansätz)e fliegen nur so durch die Luft. Mike spielt auf dem Beifahrersitz mit vollen Einsatz das Luftgitarren-Solo. Aus den Boxen des X-Trails „dröhnt“ feinste Rockmusik. Die Stimmung auf der knapp 550km langen Heimfahrt ist gut – sie könnte zwar besser sein, aber die gute Akkustik im Auto und die Freude über die doch gute Form von Mike und mir überwiegen der Enttäuschung über die auf der Ergebnisliste stehende Platzierung. 

Race-Course Check 

8k – Cross Run (600m EinführungsRunde + 2 x 3,7km Schleife mit 90 hm) Highlight der Trailteil
23k – Bike-Part – 3 Runden a 7,6km mit jeweils 220 hm – Schneller, flowiger, launiger aber leider technisch unspektakulärer Bike Kurs
3,7k – Run  Ein letztes Mal durch die Schlammsuhle 

Pre Race: 

Nach der Wuidsau nun also die erste Standortbestimmung nach dem TL und dann gleich die Deutsche Meisterschaft im Cross Duathlon. Leider mussten wir auf Michl verzichten und somit war die Mannschaftswertung schon mal hinfällig. Außerdem musste ich letzte Woche feststellen, dass von meinem Bike scheinbar das Tretlager hinüber ist. Gott-Sei-Dank hat mein Trainingskollegen Lars Vollmer ein komplett identisches Brothers-Bikes zu Hause und  dadurch durfte ich zum ersten Mal auf einer 1-Fach Maschine racen – Rock´n´Roll

 Race Day

Die Renntaktik an diesem Tag war einfach: Den ersten Laufpart rocken – dann auf dem Bike rollen lassen – und beim 2. Laufpart sehen was noch übrig ist – So oder so ähnlich sollte es dann auch laufen. Kurz nach dem Start setzen sich schon Tobias Hibbe und Andi Theobald an die Spitze. Im ersten Moment konnte ich den beiden nicht folgen und so ordnete ich mich auf Position 3 bzw. 4 gemeinsam mit Andreas Winterholler ein. Doch gleich am ersten Anstieg musste ich auch ihn ziehen lassen und ich lief in den ersten Trail-Part alleine. Das Auf und Ab und die stetigen Richtungswechsel machten richtig Laune und so ging es dann auch ihn Richtung Schlammsuhle. Ein netter Streckenposten wollte mich um die Schlammsuhle herum – einen sicheren Umweg von ca. 10 m -  lenken, aber geprägt von meinem Trainer immer den kürzesten Weg zu laufen,  versuchte ich natürlich den direkten Weg durch die Suhle. Überrascht war ich dann doch als ich fast knietief in der Wiese versank, dennoch war mir ein Szenenapplaus des überragenden Publikums an dieser Stelle sicher, als ich danach mit meinen beiden INOV-8 weiterlaufen konnte. Ein paar meiner Mitstreiter hatten da weniger Glück und mussten ihre Schuhe aus dem Schlamm ziehen. So ging es nun mit ca. 500g  Gewicht mehr an jedem Fuß in die zweite Runde. Hier konnte ich noch vor dem Trailpart auf Andi (TheobalD) auflaufen und brachte im Trail etwas Abstand zwischen uns. Bei der 2. Durchquerung des Schlammlochs profitierte ich vom verlorenen Schuh von Winterholler und so liefen wir gemeinsam in die Wechselzone. Es sei anerkennend erwähnt, dass mein Mitstreiter mit nur einem Laufschuh die letzten 800m absolvierte und den anderen Schuh in der Hand hielt. Der Wechsel mit den von Schlamm triefenden Schuhen war gar nichts so leicht und dennoch konnte Andi Theobald nach den ersten 200m auf dem Bike zu uns aufschließen. Am ersten Anstieg war es dann vorbei mit der Taktik rollen lassen und gemeinsam mit Andi machten wir uns beide auf den Weg Richtung Spitze. Ich denke wir beide waren froh und wussten, dass wir zusammen arbeiten könnten. In der einzigen Trail-Passage der ersten Runde passierte es dann.. Meine Kette sprang vom Kettenblatt und so schnell wie ich vom Bike herunter sprang um die Kette wieder aufs Blatt zu bringen, so schnell war mir auch Andi enteilt. Der Abstand zu ihm sollte den ganzen restlichen Bikepart Bestand haben. 
Von hinten fuhren mir noch Jens und Matthias Frohn auf, die ich beide leider nicht halten konnte und die beide auch zu Andreas aufschlossen. Als ich dann in die Wechselzone kam, waren die drei schon enteilt und ich fand mich auf Platz 5 wieder. Nach vorne dachte ich mir, wird bei einer Länge von 3,7km und einem Abstand von fast über einer Minute nicht mehr viel gehen und nach hinten schien es auch gut abgesichert zu sein. So lief ich ein bisschen ziellos an. Bis ich schließlich nach Verlassen des Trail-Sektors merkte, dass es eventuell doch noch nach vorne gehen könnte. Noch einmal durch die Schlammsuhle und ein kurzer Dank an das Publikum und dann konnte ich es die letzten 800m richtig krachen lassen. Obwohl ich diese noch in einer Pace von 3´15 km/min lief sollte ich Platz 4 um 3 Zehntel verpassen. So bin ich zwar nicht mit der End-Platzierung zufrieden, aber die Form stimmt und mit dem Highlight Ende September sollte ja die Formkurve doch noch deutlich nach oben zeigen. 

After-Race 

Ein großes Lob und ein großes Dankeschön gilt dem Ausrichter dieses schönen Wettkampfes. Es mangelte an nichts. Die Betreuung vor dem Wettkampf durch Urban Scheld, der nette Empfang im Kurparkhotel Gemünd, das Abendessen im Brauhaus anstatt einer Pasta-Party. Das alles passte einfwandfrei. Wäre nicht solch eine Distanz zwischen Burglengenfeld und Schleiden, wäre dies auf jeden Fall eine der ersten Adressen zum Saisoneinstand. Beim nächsten Meisterschaftsrennen, werde ich aber wieder dabei sein :D 

Fact 

“It´s good to be back racing“Ich freute mich bereits im Vorfeld auf das Rennen und bekannte Gesichter zu treffen. Allen voran natürlich meine Maui-Buddy Lars, auf dessen Hochzeitsfeier -mit Trainingseinheit – ich mich schon freue. Aber natürlich auch auf Jens, der letztes Jahr viel leiden musste, sich aber eindrucksvoll zurück zeigte. Aber auch mit Andi Theobald, Malte Plappert und Kathrin Müller wechselte man wieder einige nette Worte. Die Rennen sind das eine, aber das Miteinander das andere. Vor allem auch mit Rückblick auf die vergangene Saison, sind die gemeinsamen Momente der Rennen, die Erinnerungen welche überwiegen! Ich freue mich schon wieder auf die Rennen mit Michl und den XTERRA Englang mit Mike! 

Rock´n`Roll 

Stay tuned!

Running Sucks - Let´s run a marathon

Gespannt schaut Max auf den Fernsehbildschirm. Neben uns gröllen 3 Spanier bei jedem Hackentrick von Di Maria (Spieler von Real Madrid). Es ist 15:00 Uhr Nachmittag und Max und Ich verfolgen das ChampionsLeague-Spiel zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid in der Sportsbar des Marriott Hotels in Boston. Als eingeschworener Bayern-Fan darf er das Spiel natürlich auch nicht in unserem Amerika Urlaub 2012 verpassen.

Ich kann mich an den Spielausgang und den Verlauf überhaupt gar nicht erinneren, stattdessen erinnere ich mich am diesen 17.April 2012 an die vielen humpelnden Passanten, welche sich die Treppe im Foyer des Hotels hochquälen. Stufe für Stufe setzen sie einen Fuß nach den anderen und auch als wir nach dem Spiel durch die Fußgänger Zone zum Haus meiner Cousine spazieren, sehen wir Leute denen die Schritte richtig schwer fallen. Kaum zu glauben, dass alle diejenigen die kaum in der Lage sind an diesem Tag einen Fuß vor den anderen zu setzen, gestern noch in der prallen Sonne bei knapp 35 Grad C° 42,195km gelaufen sind. Aber ich glaube, diese Phänomen sieht man in jeder Marathon Stadt am Tag danach. Und auch gehörte ich zu denjenigen, welche kaum mehr gehen konnten.

Heute vor genau 3 Jahren am 16.04.2012 habe ich meinen ersten Marathon gefinisht und bis am Vorabend wusste ich gar nicht, dass ich mich 24 Stunden später auch Marathon-Finisher nennen durfte. Es war eines dieser Zufallsmomente. Am richtigen Ort, zur richtigen Zeit.
Meine Cousine war gerade mitten in der Ausbildung bei der US Army und scheinbar ist es in Boston eine Art Tradition, dass die jungen Soldaten und Soldatinnen am „Marathon Day“ diesen auch absolvieren. Also ging es morgens im GruppenTransporter mit 10 angehenden Soldaten der US Armee Richtung Startlinie. Mein Trainer Franz Pretzl hatte mir noch vor der Abreise empfohlen nur maximal die Hälfte der Strecke meine Cousine zu begleiten, aber diese sagte nur „Ganz oder gar nicht“. Also ließ ich mich in meinem jugendlichen Leichtsinn darauf ein.

Obwohl es in Boston diese „Fence-Jumpers“ jährlich gibt und auch geduldet werden, gleicht es jedes Jahr einem Glücksspiel ob man zwischen den Absperrgittern und den Ordnern mitten in einen Startblock kommt. Diesmal galt es also den richtigen Zeitpunkt und die richtige Lücke am Start zu wählen. Jeder der 10 Mitstreiter versuchte sein Glück wo- und wann anders. Ca. 15 Min nach dem offiziellen Startschuss der Profis, packte ich die Hand meiner Cousine und flüsterte zu ihr nur „Run, Run, Run“.
Wir liefen mitten durch zwei Absperrgittern und einen unaufmerksamen Ordner und schon waren wir inmitten der Menge – Mein Puls zeigte zu diesem Zeitpunkt den Maximalpuls an und dieser sollte es auch während des gesamten Rennens gewesen sein. Jetzt trabten wir also mehr - als dass wir es laufen nennen konnten -  Richtung Startlinie und nun begann der Lauf gegen die Uhr. Mein Cousine wollte bei der aufkommenden Hitze unbedingt ihren ersten Marathon unter 3´30h laufen. So liefen wir in der Menge, getrieben von all den Top-Motiverten Läufern aus allen Herren Ländern, die ersten 10 km natürlich viel zu schnell auf knapp 40 min. Ich gebe die Zwischenzeit noch meiner Cousine weiter... Sie fühlt sich gut. Noch.

Wir laufen mit der breiten Masse und bei Kilometer 20 kommt in Boston sozusagen das erste Highlight. An einem College am Wegrand stehen -hauptsächlich weibliche – Studenten und alle halten sie ein Schild hoch. Darauf steht geschrieben "Kiss me, I study Math!“ oder "Kiss me, I´m Mexican!“. Ich bin ganz ehrlich, ich weiß nicht mehr welches Fach das Mädchen studiert hat, bei welcher ich mir ein Küsschen abgeholt habe, aber ich tat es natürlich nur meinen männlichen Mitstreitern gleich.

Die Pace von uns beiden war immer noch gut und ich fragte mich bei den anderen Läufern durch, wo denn nun endlich dieser berühmte Heartbreak Hill kommen würde? Bei Kilometer 32 also ziemlich genau an diesem Punkt, merkte ich auch wie meine Cousine zu kämpfen begann. Wir hatten gerade eine Versorgungsstelle passiert, da fragte sie mich nach Wasser. Da ich nicht umdrehen wollte entschloss ich mich also vorzulaufen. Bei der Außentemperatur von über 30 Grad ließ die nächste Wasserstelle nicht lange auf sich warten und ich lief wieder mit zwei vollen Bechen zurück zu meiner Partnerin. Das „Thank you“ ging irgendwo beim Ausleeren des ersten Bechers über das Gesicht unter. Der zweiter Becher trank sie dann fast genauso schnell leer.

Die letzten 8 km auf der Laufstrecke in Boston sind der pure Wahnsinn. In 3-Reihen stehen die Studenten, welche schulfrei haben und dies dann auch bei einer entsprechenden Menge Bier feiern. Alle Jubeln sie den Athleten zu. Dank meines gut, gewählten Laufshirts mit der Aufschrift „Running Sucks“ waren meiner Cousine und mir die lautesten Anfeuerungsrufe sicher. Immer wieder musste ich sie motivieren nicht locker zu lassen. Es sah immer noch gut aus die Strecke unter 3´30h zu finishen. Sie konnte es schaffen. Mein Blick auf die Uhr, ca. 3 km vor dem Ziel ließ mich vermuten, dass es sehr knapp werden würde. 

Wer aber dann auf die letzten 400m dieses Rennens kommt, den schwappt eine Welle der Begeisterung und euphorische Jubelschreie entgegen.Wir aktivierten alle nochmal unsere Kräfte und meine Cousine finishte überglücklich in 3'29'49 Sekunden ihren/ unseren ersten Marathon.
A lifetime memory.

Brutal und wie ein Stich ins Herz traf mich, dann die Nachricht des „Boston Bombings“ ein Jahr später. Wer dieses Gefühl der Heiterkeit und des Frohsinns in dieser Straße selbst miterlebt hat, der kann die Gefühle nach dem Attentat gar nicht in Worte fassen. Mein Mitgefühl gilt, selbst 2 Jahre danach noch immer den Angehörigen der Opfer! #BostonStrong

Wer die Mentalität der Leute von Boston kennt, der weiß, dass jeder Einwohner der irgendwann in Zukunft diesen Marathon läuft immer in Verbundenheit mit den Opfern dieses Rennen beenden wird. Und auch ich werde diesen Marathon noch einmal – mit Startnummer – laufen und werde meine Zielüberquerung den Menschen von Boston widmen! #BostonStrong

Oberpfälzerisch for Runaways (für Fortgeschrittene)

Aloha Bernd,

Erstmal musste ich – fast schon erschreckend – feststellen, dass du sogleich den Oberpfälzer Dialekt angenommen hast und dass nach nicht einmal 48h Aufenthalt. Ich hoffe doch, dass das Wort „Briaf“ in deiner Überschrift kein Vertippfehler war, sondern die gewollte Schreibweise des deutschen Wortes „Brief“ im besten Oberpfälzersich.

Meine Antwort soll also nicht lange auf sich warten lassen und dennoch wäre sonntags ein gemütliches Frühstück mit unseren Familien ein würdiger Abschluss eines genialen Wochenendes gewesen. Aber wir sind es ja von Hawaii gewöhnt, dass wir uns ganz im Sinne der Zeit bewegen, wenn wir uns sehr „social“ via Bytes und Datenvolumen austauschen. Und so ist es natürlich nur logisch, dass man gleich nach dem Abbau des Wettkampfes– noch vor dem Gang in die Duschkabine – erstmal die digitale Welt mit den „Fotos des Tages“ versorgt um dann am nächsten Morgen – noch im Bett liegend – festzustellen, dass das „Album“ über Nacht +100 Benachrichtigungen auf deine Facebook-App gespielt hat.

Wie dem auch sei, wir hatten unseren sozialen Kontakt, ja dann Abends bei einem leckeren Jacob Weissbier in geselliger Runde mit dem Orga-Team.

Ich war ganz ehrlich gespannt auf deinen Streckeneindruck und freue mich natürlich außerordentlich, dass du „meine“ Strecke als vollkommen meisterschaftstauglich prämierst. Natürlich sind es meine Hometrails und natürlich kenne ich jede Wurzeln und Jeden Stein beim Namen. Die Hofdurchfahrt, könnte auch nur noch mit einer guten Portion Rockmusik besser werden (notiert für nächstes Jahr). Und vielleicht irgendwann mit einer Pumptrack - Runde ala Conrad Stoltz.

Kurz zu meinem Rennen:

Ich wusste zwar, dass ich nach den Lauf-Duellen im Januar mit Jonas Fischer und Max Sperl schon früh in einer guten Lauf-Verfassung war.War mir aber dennoch nicht ganz sicher, wie und ob sie schon „renntauglich“ war. Zumal war ich mit der Leistung bei den Cross-Lauf Oberpfalzmeisterschaften nicht zufrieden. So bin ich dann einfach mal losgelaufen, gefühlt wie unsere gemeinsame Lauferfahrung in Hawai und der Beginn unserer Brieffreundschaft
Das Wetter war genial und so hielt ich konstant ein hohes Tempo, sodass ich die erste Wechselzone bereits nach ca. 18 min erreichte. Der Abstand zu Mike war in etwa der gleiche wie letztes Jahr und so gab ich auch auf den ersten Bike-Kilometern Gas um nichts anbrennen zu lassen. Auch hier konnte ich gut einen großen Gang drücken und bei Sonne und kurz-kurz Kombi machten die Trails auch gleich doppelt so viel Spaß. Leider (versuchte) mich mein Trainer zu Beginn der zweiten Runde einzubremsen. Dennoch hielt ich das Tempo auf konstanten Level, da im Hinterkopf natürlich schon irgendwo der Streckenrekord und eine Portion mehr Sicherheit eine Rolle spielte. Erst als der Coach anfang der dritte Runde „immer noch zu schnell“ brüllte, nahm ich etwas raus, aber irgendwie doch nicht ganz. Neben dem Streckenrekord ist es halt numal beim Cross so, dass man sich aufgrund der Unfallgefahr und der Gefahr eines technischen Defektes nie sicher sein kann. Heil und Pannenfrei in der Wechselzone wurde ich dann dicht gefolgt von den Sulzbacher Mädels auf die Laufstrecke geschickt. Ich hoffe, dass dich der Heartbreak Hill beim dritten Mal auch fast gekillt hat. Ich genoss den Zieleinlauf in meiner Heimat in vollsten Zügen und tat mich unheimlich schwer durch die Wuidsau-Maske die Hände von Rudi und Stephan zum abklatschen zu treffen ;-)

Nach 1:07:(und a boar zerquetschte) lief ich dann schließlich mit neuen Streckenrekord ins Ziel und genoss auch noch ein paar Minuten im Zielbereich. Glückwunsch auch an Bene und Mike, die beide ein starkes Rennen beendeten und mich den Anweisungen des Coaches nicht folgen ließen. Schade für Michl, dass er verletzungstechnisch in der Staffel ein bisschen zurückschalten musste und Respekt an Tobi und Sascha die sich beide um 7 Minuten im Vergleich zu 2014 verbesserten. Auch unserer beiden Frauen haben sich super aus der Affäre gezogen. I like :D Es gibt nichts attraktiveres als seine Frauen racen zu sehen, oder?

Allgemein möchte ich Danke an alle Helfern, Teilnehmern, Zuschauern und Sponsoren sagen, die diese Veranstaltung so für euch zu einem unvergesslichen Event machen ließen.

Ich freue mich auf das gemeinsame Trainingslager mit euch und dem damit verbunden Briefwechsel. 

Ciao et Grazie Mille

Tommaso   

10 Tipps um die Wuidsau einzufangen Teil 2

Nachdem gestern und heute 15 Teilnehmer in den Genuss der Tipps bei der Streckenbesichtigung gekommen sind, will ich natürlich euch den 2. Teil nicht vorenthalten. Viel Spaß damit ;-)  
 
Tipp6: 
 
Respect 

Wie der Name Hühnersteig schon vermuten lässt, geht es hier sehr eng zu. Da es auf dieser Steigung auch die ein oder anderer technische Raffinesse zu meistern gibt, ist klar dass hier auch Überholvorgänge sein werden. Durch gegenseitige Rücksichtsnahme und Respekt einer jeden Leistungsklasse können wir den Wettkampftag für jeden Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen. Akustische Ankündigung beim Überholen, rücksichtsvolles  vorbeifahren – auch an Engstellen und ein bewusstes Freimachen des Trails sollten für jeden Teilnehmer von Bedeutung sein. Selbst bei der WM auf Mauiherscht unter allen XTERRA Warriors größter Respekt.  

  
Tipp7:  
 
Wurzelteppich  

Und wieder geht’s bergab, aber diesmal über Wurzeln und Steinen. Der Wurzelteppich macht seinen Namen alle Ehre. Hier gilt es die richtige Linie zu finden. Ein Abfahren der Strecke im Vorfeld, macht gerade bei den technischen Abfahrten und Stücken Sinn. Hier kann man dann, die für einen selbst - beste Linienwahl treffen. Denn wo ist es leichter Sekunden gut zu machen, als auf der Abfahrt?  
 
Tipp8: 

Wuidsau-Gasserl 

Ein letztes Mal gilt es, die letzten Höhenmeter hinter sich zu lassen. 450hm auf rund 12km sprechen für die konditionell extrem fordernde Radstrecke, wo ein jeder nach dem Rennen zurecht stolz sein darf, auf dass was er geleistet hat. Wertvolle Körne spart man sich an den Anstiegen, wenn diese dann auch noch technisch sauber gefahren werden. Im Wuidsau-Gasserl wartet dann das anspruchsvollste Steilstück. Hier gilt es vor allem Sitzen zu bleiben. Da man keinen Schwung holen kann, empfehle ich einen niedrigen Gang zu wählen um im Tret-Rhythmus zu bleiben. Wie bei Querwurzeln bergauf, sollte man versuchen mit den Vorderrad über das Hinderniss zu kommen und dass Hinterrad einfach drüber rollen zu lassen. Kurz gesagt, Sitzen bleiben, Antreten, drüber rollen. ;-)  

 
Tipp9:  
 
No Speed Limit ' 

Bodenwellen machen diese Hochgeschwindigkeitsabfahrt extrem gefährlich. Wie schon beim Laufen, ist der beste Tipp: HIRN AUSchalten. Wer dies nicht so leicht umsetzen kann. Nimmt seine Arme und Beine als natürliches Federelement wahr. Diese Körperteile bilden die Verlängerung von MAGURA, Rock Shox, FOX und wie sie alle heißen. Wichtig ist hier die Gorilla-Grundstellung (Siehe Foto unten). Durch die Beugung der Arme, können diese die Unebeneheiten auf dem Trail, durch Strecken und Beugen - zumindest machbarer - machen.  
Ziel ist es durch den Gorilla, die Schildkröte zu vermeiden ;-)  
 
Tipp10:  
 
Die dritte Disziplin  

...zumindest beim Duathlon ist das Wechsel. Auch wenn man "nur" die Schuhe wechelt sollte dies geübt werden. Am besten macht man das daheim vor der Haustür, damit sich die Nachbarn denken: "Jetzt spinnen sie total". Aber durch den Wechsel, kann man neben der Abfahrt auch etliche Sekunden gut machen ohne größerer Anstrengung. Ein weiterer Tipp ist es auch, die Wechselzone direkt am Renntag noch einmal komplett durch zugehen. Am besten auch gleich zu dem Platz wo das Rad steht. Beim Duathlon außerdem noch wichtig, beim ersten Wechsel die Laufschuhe möglichst ordentlich abzustellen.  
 

Ich hoffe ich konnte euch mit meinen Tipps ein wenig weiterhelfen und ihr habt sie interessiert gelesen. Über positives Feedback dieses Blogs (nach dem Rennen) würde ich mich natürlich in einem persönlichen Gespräch freuen. Tipps wie ihr die Wertung des größten Dreckspatz gewinnt, gebe ich euch hier nicht. Nur soviel, ich bin top motiviert ;-)  
Der Spaß soll am 28. im Vordergrund stehen und somit freue ich mich auf viele Teilnehmer aus der Region und auch auf alteingesessene XTERRA Veteranen wie Bernd Kiesel.  
 
Rock´n`Roll genießt euren Sonntag Abend.  
 

10 Tipps um die Wuidsau einzufangen Teil 1

Bald steht sie an, die Jagd nach der Wildsau. Ein Cross-Duathlon Event in meiner wunderschönen Heimat Dietldorf. Aus einer Idee wurde dank der Unterstützung der Dorfgemeinschaft ein Event, welches nun schon neben dem Ironman Melbourne und Ironman South Africa erwähnt wird. (www.tri-mag.de/aktuell/szene/fruehlingserwachen-die-renn-highlights-im-maerz-110481) Danke hierfür. Und trotzdem wenn ich ehrlich bin, bin ich auch froh, wenn die Planung und Vorbereitung dann vorbei ist. Wobei ich natürlich weiß, dass ich mich nach dem Abbau gleich wieder auf nächstes Jahr freue. Da die Wuidsau, ja auf meiner Hausstrecke daheim ist und das Event in erster Linie ein Spaß Event sein soll, möchte ich den Quereinsteiger in Sachen Cross natürlich auch ein paar Tipps mitgeben, in denen Er die Wuidsau-Jagd in erster Linie verletzungsfrei und vielleicht ein wenig schneller absolviert.

 

Tipp 1:

Gehen ist keine Schande

Wer den Zuschauerguide von JDW kennt der weiß, dass nach dem 1 flachen Cross-Lauf Kilometer der sogenannte „Heartbreak Hill“ kommt. Natürlich wird die Musik des Zweckverbandes den einen oder anderen Schmerz lindern, jedoch tut er beim spätestens zweiten Lauftteil höllisch weh. Und hier finde ich kann man auch ruhig gehen. Die Hände auf den Oberschenkeln stützend, ein langer Schritt und eine langsame Atmung bringt Abwechslung in den Ermüdungsprozess und belastet andere Muskeln als beim Laufen. Das man nicht unbedingt langsamer ist wie man annehmen könnte, habe ich im letzten Jahr bei der Cross-Duathlon DM, dem Kraichgauman selbst erfahren. (siehe Bild unten)

 

Tipp 2:

Bergab laufen

Wo es bergauf geht, muss es ja auch irgendwann wieder bergab gehen (meine Motivation übrigens bei fast jeden Cross-Triathlon ;-)) Einziger Wehmutstropfen ist, dass es bergab meist schneller und leichter geht. Doch wie laufe ich schnell und vor allem Verletzungsfrei im Gelände bergab. Es gibt eigentlich 3 Haupttipps von denen aber den ersten die meisten nicht so einfach anwenden können. HIRN AUSschalten. Wer denkt macht Fehler. Einfach laufen lassen. Einfacher gesagt als getan, folgende Ratschläge dürften, aber wesentlich leichter umsetzbar sein. Das Gleichgewicht ist gerade im Cross-Bereich extrem wichtig. Also ruhig in Flugzeug-Haltung mit ausgestrecken Händen den Hang hinunter laufen. Ich habe noch keinen Läufer – auch wenn er noch so schnell war – abheben sehen. (eher sieht man eine Bruchlandung ;-)) Ein weiterer wertvoller Downhill Tipp: Kurzer Bodenkontakt. Eine hohe Trittfrequenz und kurzer Bodenkontakt schmälern zumindest die Umknickgefahr.

 

Tipp 3:

Es hat Klick gemacht

Auch wenn dieser Tipp für manchen eventuell zu kurzfristig kommt, so kann man ihn dann wenigstens mit einem Jahr Vorlaufzeit für die 3. Auflage von JDW zu Herzen nehmen. Weg von der Plastikpedal-Turnschuh-Kombination und rein ins Vergnügen. Das Klick-Pedal-System hat sich nicht umsonst im Profisport durchgesetzt. Neben dem Plus an Kraftübertragung liefert das System auch ein Plus an Sicherheit. Bei einem Sturz hat sich bisher jedes Klickpedal vom Schuh seines Fahrers gelöst. Die meisten Triathleten benutzen ja auch auf ihren Zeitfahrmaschinen das Klick-System und somit dürften dieses es gewöhnt sein, auch wenn sie am Rande einer steilen, technischen Abfahrt stehen, dass sie wie bei einer roten Ampel ausklicken. Bei kompletten Neulingen empfehle ich natürlich erstmal eine Eingewöhnungsphase. Alternativ kann derjenige, der nicht klicken möchte auch ein Flatpedal einsetzen, aber bitte dann mit entsprechenden Schuhwerk und Schienbein-Schützern ;-)

 

 

Tipp 4:

Straße = Eben = Vollgas

Auch wenn das erste Teilstück der Radstrecke auf der Teerstraße verläuft und somit, die am technisch wenig anspruchsvollsten Passage ist. Gewinnt man hier nicht das Rennen. Den in diesem Gelände kann jeder schneller sein. Wichtig ist, dass wenn man am Berg oben ankommt man noch genug Kraftreserven besitzt um das mühsame Wiesenstück – wenn möglich im Stehen - mit genügen Watt treten kann. Wer hier bis zur Abfahrt beim „Free Fall“ volle Kanne fahren kann. Der holt die auf der Straße verlorenen Sekunden locker wieder ein und baut sich seinen Vorsprung eventuell schon aus bzw. gewinnt wichtige Sekunden gegen seine eigene Wuidsau.

 

Tipp 5:

Free- Free Fallin´

Nein, der Tom Petty Song wäre für dieses Teilstück wahrscheinlich zu soft. Der Freie Fall mag vielleicht der kürzeste Downhill sein auf der JDW Strecke sein, aber er zaubert schon das erste Lächeln ins Gesicht. Dieses kann aber bei einem Schaltfehler am Kurvenausgang gleich wieder verschwinden. Denn hinter der 90° Grad Kurve am Ende der Abfahrt wartet mit dem Hühnersteig, gleich der nächste Anstieg. Mein Tipp ist, bereits beim Anrollen in das Steilstück einen niedrigen Gang einlegen um am dann vor den Augen der Zuschauer den Hühnersteig ohne Komplikationen in Angriff nehmen.

Wer für die restlichen 5 Tipps nicht bis Sonntag abend warten kann, der darf gerne am Samstag ab 13:30 Uhr oder am Sonntag morgen um 10 Uhr in den Genuss der Streckenbesichtigung kommen, welche meine Vereinskollegen und ich führen werden! 

See you on the Trails 

Schönes Wochenende 

Euer Tom ;-) 

Sehnsucht und Motivation

"Kumm Ejz! Ziaghs durch! Grod nu Zeah Sekunden, Drugga, Drugga! - Acht - Boah" I kon nimma - Fünfe - Reiß de zam. As letzte Moi - Drei - Aahhhh... Gchafft!" 
Ich
 sinke in meinen Sattel und beobachte die Schweißtropfen, wie sie am Oberrohr entlang nach unten auf den Boden tropfen. Der Herzschlag lässt noch immer meinen Oberkörper beben.  Die Intervalle bei meinen Rollen-Training sind vorüber, jetzt heißt es nur noch 10 Minuten locker ausrollen.
Die Motivation sich auch Anfang März noch auf der Rolle zu quälen ist da und hierfür ist auch unter anderem das XTERRA Film Team schuld, welche Mitte Januar das 45-minütige Coverage Video des Profi-Rennens auf Maui rausgebracht haben. 
Wer sich auch noch eine Motivationsspritze in den letzten Vorbereitungswochen für die Saison 2015 setzen möchte, der ist herzlich eingeladen am Mittwoch, den 04.03.2015 um 19 Uhr in der Gaststätte Frey zu kommen

Hawaii, Maui, Surfers Paradies, Hang Loose als Lebensmotto.

Nur in Flip-Flops, Bermuda-Short , THR33KY-Shirt und der GLORYFY-Sonnenbrille auf der Nase, sitze ich hier. Genieße das Frühstück auf unserer Terrasse in der Ferienwohnung. Durch den Dampf des noch heißen Kaffees schiele ich auf die Wellen die nur 200m vor mir im Meer brechen. Meeresrauschen. Idylle. Hang Loose.

Kaum zu glauben, dass ich hier in 2 Tagen den wichtigsten Wettkampf der ganzen Saison 2014 haben werde. Dann gilt es nochmal gegen Dreck, Schweiß, Hitze, Wind und Wasser zu kämpfen, sich zu fokussieren, im Kopf nochmal „unbreakable“ zu sein. Eigentlich lässt es die Atmosphäre auf dieser Insel gar nicht zu sich derartig zu plagen. Und trotzdem haben über 800 Sportler den Weg um  die Halbe Erdkugel hierher gefunden. Hierher wo am 26. Oktober 2014 die XTERRA World Championships stattfinden. XTERRA, der Ursprung des Cross-Triathlons. 1500m im Pazifik schwimmen, 32km mit 1000hm über Vulkanstein und Vulkanstaub biken und dann abschließend noch 10km mit 450hm durch den Dschungel über Baumstämme und Felsen laufen.

 

Bei über 2 Meter hohen Wellen am Flemington Beach beruhigt der Segen des hawaiianischen Priesters nur ein bisschen. Race-Day in Kapalua. Nach dem Kanonenschuss, ist es vorbei mit der idyllischen Ruhe und tausende Arme schlagen neben mir ein. An der ersten Boje, riesen Gedränge. An den Salzgeschmack im Mund hat man sich nun schon gewöhnt. Hier sind die Besten der Welt am Start und so wundere ich mich, dass ich selbst in meiner schlechtesten Disziplin im ersten Achtel aus dem Meer sprinte. Rauf aufs BROTHERS-Bike! Die ersten 6 Meilen gehen auf einem Single Trail durch den Dschungel bergauf und machen ein Überholen nahezu unmöglich. Immer wieder die Lücke suchend, arbeite ich mich Platz für Platz nach vorne. Auf der schnellen Abfahrt auf der in – für Maui typischer – mit rotem Sand bedeckter Dirt Road erreicht man Geschwindigkeiten bis zu 65 km/h. Ehe es in abwechslungsreiche Singletrails inmitten der West Maui Mountains geht. Der letzte Trail spuckt mich dann auch schon auf  Position 2 liegend aus dem Dickicht heraus. Nach einem schnellen Wechsel in die INOV-8 Laufschuhe und einen kurzen „Hang-Loose“-Gruß in die Kamera geht es nun zur Aufholjagd. Bereits am ersten Anstieg hole ich meinen direkten Kontrahenten. Nun gilt es sich in Anbetracht der tropischen Hitze reichlich mit Wasser und den SPONSER SPORTFOOD-Gels zu versorgen. Über Baumstämme springend und durch die Farne des Dschungels streifend, bahne ich mir den Weg Richtung Ziel. Ein letzter krasser Anstieg und dann sollte der letzte Trail über Steine und Vulkansand relativ locker bergab Richtung Strand verlaufen. Doch auf einmal nehme ich ein Keuchen hinter mir wahr. Sollte es also doch noch zum Showdown kommen? Auf dem letzten Kilometer werden nun also die Karten auf den Tisch gelegt. 500m davon im knöcheltiefen Sandstrand und die letzten Meter leicht ansteigend zu Finishline. Als ob das Adrenalin vom Schlussspurt nicht schon reichen würde, schnappe ich mir die letzten 200m auch noch die bayerische Fahne. Warum? Weil ich bisher jedes Rennen mit dieser gefinisht habe. Nur zum finalen Ausbreiten und dem sonst üblichen „Juchizer“ sollte die Kraft an diesem Tag nicht reichen. Abgekämpft finishe ich mit nicht mal einer halben Körperlänge Vorsprung. Auf den Knien stützend und nach Atem ringend, bekomme ich den typisch hawaiianische Lei´i  rumgehangen. Mit nicht mal einer Sekunden Vorsprung habe ich es geschafft:

XTERRA World Champion 2014

Heute war der „unbreakable“ Wille entscheidend.

 

Am Tag darauf sitzen wir wieder in unserer Ferienwohnung. Doch heute ist die Sonne schon untergegangen und mit dem leckeren, importierten JACOB Weissbier in der Hand haben wir es in unserem Jacuzzi bequem gemacht. Wieder schiele ich – diesmal durch den Dampf des warmen Wassers – hinaus aufs Meer. What a feeling!

Letztendlich ist das Hang-Loose Gefühl auch bei mir angekommen.


Kommts vorbei am Mittwoch, 
wir freuen uns auf euch ;-) 

Euer Tom mit dem 
Gaststätte Frey-Team 

Alternativer Rock

Schöne, erwärmende Sonnenstrahlen scheinen vereinzelt  durch die Nadelbäume des bayerischen Waldes. Das Licht wird von der gewalzten und gespurten Loipe wunderbar reflektiert. Eine idyllische Winterlandschaft im Herzen Europas liegt vor mir. Durch den Dampf des warmen, keuchenden Atem schaue ich auf meinen Trainer auf. Unter mir und meinen Langlaufski knirscht der gefrorene Schnee. Wie ein Taktpendel , wippe ich mit der „Führhand-Technik“ den Anstieg hinauf.

 

Technik – ja, Technik. Ich verstehe es nicht wie ein – sorry Coach – 56-Jahre alter Mann, der die letzten 2 Jahre verletzungsbedingt keinen Leistungssport mehr machen konnte einen austrainierten, jungen, damischen… ähmm dynamischen Kerl einfach so davon läuft. Einfach so, weil er die Technik hat. Einfach so, weil ihn die Leute vor 35 Jahren schon verrückt hielten, als er auf Roller-Ski Anfang der 80er durch sein Dorf skatete und sie sich fragten „ Ja, hod der koa  Orbat?“
Heutzutage fragen sich die Leute nicht mehr, heute heißt´s „healthy lifestyle“


Aber wir kommen zu weit vom Thema weg. Technik. Jetzt ist die Zeit – Voraussetzung hierzu ist natürlich, dass die ITU(oder vielmehr TNatura) den Saisonhöhepunkt von Ende Mai auf Ende September verschiebt – an der Technik zu feilen.
Nicht nur auf zwei Brettern macht es im Schnee Spaß. Nein! Auch auf 2 Rädern ist es eine Riesengaudi durch den Schnee zu surfen. Um damit quasi ein bisschen Maui-Feeling nach Deutschland zu transportieren. Lange, glitschige – mit Schnee und Eis bedeckte -  Uphills eignen sich hervorragend an seinen Bergauf-Fähigkeiten zu schuften. Hier gilt es die richtige Dosierung von Kraft und Balance zu vereinen. Wer ein Wettkampf-Typ ist und in einer Gruppe trainiert, kann gerne einen kleinen Uphill-Contest machen, um zu sehen wer denn am Weitesten bergan kommt. Runter geht’s dann natürlich Vollgas. Was will man auch anderes machen, denn wer sein Hinterrad durch gezogene Bremse blockiert, der schlittert und wenn nicht jetzt wann dann landet man so weich im Schnee im Falle eines Sturzes?  - Nein Spaß beiseite. Auch Downhill schult der Schnee, Koordination und Reaktion. Und die richtige Reaktion im Falle eines Beinahe-Sturzes hilft jeden Triathleten verletzungsfrei durch die Rennen zu kommen.

Und um Verletzungen und eventuelle Überbelastungen vorzubeugen, kann man auch gerne zu Alternativen Sportarten greifen. Wer sich öffentlich nicht so die Blöße geben möchte wie Bernd, der kann dann eben auch zum oben genannten Skilanglauf wechseln. Aufgrund meiner Aktivität im Dietldorfer Fasching und dadurch, dass ich in der Saison 2014/2015 auch als Faschingsprinz gemeinsam mit Natalie regieren darf, habe ich mich heuer für eine ganz neue Sportart entschieden. Da ja meine Prinzessin Rock´n`Roll tanzt, war es eigentlich keine Frage sondern vielmehr ein Feststellung, dass beim heurigen Prinzenwalzer eine Akrobatik-Figur nicht fehlen durfte.
Trainingsauftakt war somit der 27. Dezember und so blieben also noch gut 3 Wochen Zeit die Akros vorzubereiten. Dass dürfte also nicht zu schwer sein, dachte ich mir… Doch bereits nach den ersten 30 Minuten, relativierte der Trainer unsere Forderungen nach der Wunschfigur. Ein „hätte man früher anfangen sollen“ stärkte aber wiederum meinen Ehrgeiz. Und so brauchte ich zwar nach dem ersten 2-stündigen Training erstmal 2 Tage Ruhe um mich von meinem Muskelkater zu erholen, aber danach machte es einen Riesen-Spaß sich auch mal in Begleitung ryhtmischer Musik zu plagen.

Was dabei herausgekommen ist, wird bald auf meinem YouTube-Channel online sein ;-)


Rock´n`Roll und
DITI-DITI 

Die Gefährten beim Spindellauf

„Neun Gefährten. So sei es. Ihr bildet die Gemeinschaft des Rings“ – Elron aus der Herr der Ringe

 

Nun letztendlich waren wir nur drei Gefährten, welche letzten Samstag beim Spindellauf im Regensburger Einkaufszentrum am Start standen. Was aber durchaus daran lag, dass die Staffelteilnehmerzahl auf drei begrenzt war. Und wenn man fragt, welche drei Gefährten die gefährliche Reise durch die Spindel unternahmen, dann kann man aufgrund des „Kine vom Kaitersberg“ nur auf Frodo, Samweis und Gollum kommen. Und so sollte es auch sein…

Aber wie stellt man sich so einen Lauf durch ein Einkaufszentrum vor?

 

Es ging also auf verwinkelten Pfaden, durch enge Gasse, schmierigen Böden Richtung Schicksalsberg. Doch anders als im Film mussten wir diesen ganze 14 Mal hinter uns lassen. Und auch ging unsere Reise wahrscheinlich nicht ganz so lang wie diese von unseren Freunden aus dem Film.

Vor dreckigen, ekligen Orks mussten wir genauso wenig zurückschrecken wie von irgendwelchen bösen Zauberern. Aber Menschen, jawohl Menschen aus Mittelerde ssollten sich zwischen den 2 Halblingen und mich stellen und eine enorm schwierige Aufgabe  darstellen. Nun sollten es also an diesem Tage 3 schnellere Waldstreicher aus den Regensburger Stadtgebiet geben, welche es schaffen um fast 4 Minuten schneller zu sein, als die Gefährten.

 

Kurz zum Rennverlauf:

In der ersten Runde versuchte unser "garstigen, fetter Hobbit" Sam, nach einem verschlafenen Start,den Abstand auf die Waldstreicher nicht zu groß werden zu lassen, ehe er dann auf uns wechselte. Smeagol und Gollum spielten in der Spindel ihre Kletterfähigkeiten aus und liefen beide ein bisschen auf das Menschen Team auf. Schließlich wechselten sie auf Frodo. Mein Herr konnte aber leider die Übermacht nicht halten. Und so mussten wir bereits nach unseren ersten zwei Runden erkennen, dass wir - zumindest heute - keine Chance auf eine vom Erfolg gekrönte Rückkehr ins Auenland hatten. Für uns galt es nun Elben, Zwerge, Orks und Zauberer hinter uns zu lassen.

 

Nach knapp 21 km, 600 hm, jede Menge Spaß und Laktat finishten wir trotzdem überglücklich als 2. Platzierten hinter den wirklich stark laufenden Runners Point Team. An dieser Stelle nochmal meine Glückwünsche.  Chapeau! 

 

Den Abend feierten wir dann noch mit unseren - extra aus dem Auenland - angereisten Freunden und ließen ihn bei guter Alter Rockmusik und eine Jacob Weissbier ausklingen.

 

Lediglich Mike alias Sam fuhr gleich nach dem Lauf zurück ins Auenland um sich dort für den am kommenden Samstag stattfindenden Run'n'Bike in Fuhrn vorzubereiten, dort werden wir unter anderem als Wuidsau -Jäger, -streichler und -Treiber am Start stehen.

 

Ein herzliches Dankeschön gilt den Veranstaltern des Spindellaufs, sowie den Verantwortlichen des Donau-Einkaufszentrum und den beiden Moderatoren Stephan und Rudi, welche den Abend alles sehr kurzweilig vergehen ließen.

 

Wir sehen uns nächstes Jahr! 

Rock'n'Roll 

This was my Road To Mau / 2014

Dead End Sign? Sackgasse? Wars das jetzt? The Road to Maui endet hier? Hier und jetzt am 26. Oktober 2014 auf der Hotelwiese im Ritz Carlton Kapualua auf Maui? Nachdem ich völlig atemlos, auf den Knien stützend meine Hibiskus-Kette umgehängt bekomme? Nachdem ich nach einigen Sekunden Erholung erstmal feststelle, dass ich mich mit meinem direkten Kontrahenten noch den letzten Kilometer richtig "abgewatscht" habe und nachdem ich 3 Minuten später realisiere - oder vielmehr mir gesagt wird - den bisher größten Erfolg meiner 2-jährigen Triathlon Karriere geschafft zu haben?

Aber erstmal der Reihe nach.
Wann hat diese Road To Maui eigentlich begonnen? Sicherlich die meisten von euch, haben dieses "Häschtäg"-Zeug, nach dem XTERRA Greece mitbekommen. Aber ab wann nimmt sich ein Sportler eigentlich vor um die halbe Welt auf eine kleine Inselgruppe, in welcher es auch noch tropische Temperaturen hat zu fliegen und dann dort auch noch sportliche Höchstleistungen zu erbringen?

Verdanken hab ich dies 2 Personen, zum einen meinem Trainer Franz Pretzl, selbst schon XTERRA World Champion AG 50, der mir letztes Jahr das Highlight Video gezeigt hat. In einer privaten Runde als Kumpel und Freund und nicht als Trainer. Also irgendwann dort mal teilnehmen, einfach "weils so schee is". Und da war da noch Bernd Kiesel, XTERRA Warrior und Urgestein, meine erste Anlaufstation im Cross-Zirkus, der da letztes Jahr am letzten Wettkampf der Saison 2013 nebenbei erwähnte, dass er nächstes Jahr auf Hawaii teilnehmen wolle - "Scheij fir eahrm". Im Dezember dann noch die dezente Information, er würde dort heiraten. Dann der dezente Hinweis an den Trainer, man wolle noch vor dem XTERRA Germany noch irgendeinen XTERRA machen um sich für Hawaii zu qualifizieren - "Nur wegen dem Gefühl natürlich".

Vorbereitung auf die Saison:

Die Vorbereitung verlief reibungslos, fast. Seit meinem Kreuzbandriss 2009 bin ich vorsichtig geworden, höre frühzeitig auf meinen Körper, fast schon übervorsichtig. Vor allem weil, ein gesunder Körper das wichtigste Gut eines jeden Athleten sein sollte. Im November beim Aufwärm-Basketball Spiel in der Halle blöd aufgekommen - einem Stich im Knie gespürt. Puh, laufen geht - Gott-Sei-Dank. Eine Woche lockeres Training, viel Stabi und der schwere Entschluss -  kein alpiner Skisport für die Saison 2013/14. Dafür konnte man aber auch im Dezember 2013 bei südeuropäischen Temperaturen um die 20° Celsius etliche Rad Kilometer sammeln. Zusammen mit Buddy Lars Vollmer spülte ich soviele Grundlagen Kilometer wie noch nie runter. Für die Zahlenfetischisten: Keine Angaben, ich müsste da GARMIN-Connect mal fragen, auf jeden Fall hat es sich gut angefühlt. Gemeinsam mit ihm ging es ja dann auch ins Trainingslager nach Cesenatico/IT. Und dort durfte ich auch von CRAFT Transalp Alt-Meister Georg Niggl abschauen und lernen. Das erste Radtrainingslager, wo ich mich jeden Tag gut gefühlt habe und sogar am Ende der Woche noch gut trainieren konnte. Kein Kräftemessen die ersten Tage, gut eingerollt und danach noch gut trainiert. Zudem noch die fast selbe Qualität der Gruppe. Lasst euch nicht von Stärkeren oder "vermeintlich" Stärkeren kaputt machen. Das Trainingslager ist nicht euer Hauptwettkampf. Auch 1 Wochen später im Trainingslager mit den Triathleten konnte ich richtig gut trainieren. Meiner Meinung auch eine ideale Lösung, wenn es die Zeit zulässt. Wenn 14 Tage Trainingslager, dann mit einem 7-10 Tage Break dazwischen.

Und vor lauter Vorbereitung sind wir von der Straße abgekommen und haben glatt den ersten Wettkampf vergessen:

Also starten wir mal mit der "Road To Maui". Vor den beiden Trainingslager fand ja im März noch der Heim-Duathlon "JAG DE WUIDSAU" statt. Erfolgreich vor allem, weil der Wettkampf vielen Straßen-Triathleten in unserer Region "Rengschburg" den Horizont erweiterte und diese sich auch am Spaß "Cross" beteiligten. Ich hoffe, dass bei der 2. Auflage noch mehr Ausdauer-Enthusiasten durch unser Dorf laufen und biken werden - dann wenn "Hells Bells" die Jäger auf die ersten Meter begleitet. Natürlich habe ich dort die Last als amtierende "Wuidsau" gejagt zu werden. Jedoch muss auch der Sieger 2014 wieder mit der Wuidsau-Maske ins Ziel laufen ;)
Bis Mai war auf der Straße dann, wenig los und so wurde dann doch noch ein bisschen Rock´n´Roll mit Lars "The Maschine" Vollmer beim gemeinsamen 4h-MTB-Rennen am Gut Matteshof gepielt, wo ich meine bisher härtesten 2h auf dem Bike saß. "Love Hurts" eben.
Zum Landkreislauf 2014 fällt mir dann nur der Rollings Stones Klassiker "You can´t always get what you want" ein, nachdem wir es verpassten den Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen.
An diesem Wochenende, war einiges los auf der Straße, denn am nächsten Tag stand ich mit meinen Trainingspartnern Tobi Pirzer und Michl Schaller im Schätzler Bad in Weiden um dort mit "Run like hell" ala Pink Floyd die schnellste Laufzeit in der Liga-Wertung in die Strecke zu brennen.
Danach mussten wir am 20.06 kurz auf der Straße anhalten um gemeinsam mit Bernd, Lars und Fränzi den "Connecting Flight" nach Griechenland nicht zu verpassen. Ein richtig geiler Wettkampf mit dem Sieg in der AG und meiner ersten TOP 10 overall Platzierung rundeten ein sehr geniales Wochenende unter Freunden ab. Mit der Quali in der Tasche, war der Flug nach Maui eigentlich klar. Zudem wir uns alle drei dort qualifizierten und schon in Griechenland, den Urlaub im Oktober planten. "If that´s what it takes, that´s what I´ll do!"
 Und dennoch war der Hauptgipfel auf der langen Fahrt die ITU-WM in Zittau. Doch bevor wir die letzten Serpentinen dort hoch fuhren mussten wir im Harz auf der Deutschen Cross-Triathlon Meisterschaft die Reifen wechseln. Aber "Tomy´s on the Road again"
Ein bisschen verunsichert nach der ruppigen Passage ging es Richtung Gipfel. Der kleine Fanbus aus Dietldorf hinterher um ein Ruckeln oder erneutes Stehen bleiben im Keim zu ersticken und bereit zu sein hinten anzuschieben. Doch beides traf nicht ein denn, "It never rains in Southern California", aber dafür in Zittau. Ideale Bedingung bei Matsch und Regen für richtige Cross-Profis. In einer richtig gut besetzten ITU-WM holte ich mir, auch hier erst im Laufen - den Titel. 3rd Amateur overall, klang dabei natürlich auch richtig gut. Das  Podium wurde mit den Team Membern Lars und Martin natürlich von Hawaii-Fahrern und XTERRA Spezialisten komplettiert und so freute man sich gemeinsam auf die kurze Abfahrt um dann wieder Fahrt auf Maui aufzunehmen.
Also ein kurze Erholung nach Zittau und dann stand mit "Run to the Hills" ein weiteres Highlight und der Kickoff für den letzten Feinschliff mit dem Kaitersberg-Lauf an.
Ich fühlte mich vor allem Läuferisch in einer guten Verfassung und hatte aber auch ein bisschen Bammel auf dem Bike bei der Deutschen Duathlon Meisterschaft, vor allem aufgrund der Drücker Strecke. Nichtsdestotrotz sprang ich auf dem "Rock´n´Roll Train" im ersten Lauf mit auf und finishte dort auch super happy auf dem 3. Gesamtplatz. Dies gab mir genug Zuversicht und Selbstvertrauen, die Form auch bis Ende Oktober halten zu können.

Die "Road To Maui" endet also hier. Aber in keiner Sackgasse, denn sie geht weiter. Ich werde wieder kommen. Ob es zum 20-jährigen Jubiläum in 2015 was wird weiß ich nicht. Dafür müsste man erstmal schauen ob genügend Ressourcen für den Teer vorhanden sind. Die Arbeitskraft und der Wille wären auf jeden Fall da. Die Straße 2014 war mit dem Beginn am 01.11 2013 unglaublich lange und deswegen werde ich erstmal ein bisschen den Motor schonen. Denn wie schon oben erwähnt, Der Körper ist das wichtigste am Athleten - mental und körperlich.
Namentlich möchte ich mich noch bei allen meinen Unterstüzter bedanken:

Besonders Für Hawaii:

Familienbrauer Jacob
Vermögensverwaltung R&M aus Wackersdorf 
Aqua Sphere 

Für den Produktsupport, die ganze Saison 2014 über: 

Brothers Bikes
Inov-8
Gloryfy Unbreakable
Sponser Sport Food

Und für die perfekten Trainingsbedingungen "Dahoam" 
Bulmare - Wohlfühlbad 

Ich wünsche euch allen eine schöne Erholungszeit oder aber schon wieder frohes Schaffen für 2015! 



Rock On
and stay Tuned

Tom    

The Old Times of Rock´n`Roll

Wieder mal ist es spätabends hier auf Maui. Und diesmal habe ich nicht etwa den Mojito mit in unseren Jacuzzi genommen sondern den Laptop. Den es war mal wieder eine Mail im Postfach. Lest was Bernd geschrieben hat: hier

Nachdem wir nun im Hang-Loose Modus verharren und heute den Sonnenaufgang auf dem Haleakala genossen haben, schildere ich euch hier nochmal meinen Rennbericht in einem Brief an Bernd.

That Rock´n´Roll! 

Aloha und Mahalo Bernd,

Mein Hochdeutsch ist (gesprochen) zwar immer noch genauso schlecht wie am ersten Tag, aber deswegen melde ich mich in regelmäßigen Abständen schriftlich bei dir.

Bevor ich kurz über mein Rennen berichte, will ich aber noch ein großes Mahalo an dich und Lars richten. Ich war vor dem Rennen nicht wirklich mental vorbereitet, eine lange Saison (die Vorbereitung startete schon im Oktober 2013) hinterlassen einfach Spuren. Aber dann auf der Insel die Woche zuvor mit euch zu verbringen war (im wahrsten Sinne des Wortes) Gold wert. Du Bernd, hast mir eine bestimmte Ruhe gegeben. Mehr Familienurlaub als Wettkampfvorbereitung - Awesome. Von eurer beiden Erfahrung konnte ich als Rookie sowieso nur profitieren. Es muss am Namen liegen, warum ich es liebe mit Lars die Strecke abzubiken. Wir legen uns sogar gemeinsam hin :-P (Insider)
Nach dem "Champions Dinner" am Freitag war ich dann heiß auf das Rennen. Mental war ich also da, jetzt musste nur noch der Körper die lange Saison verkraftet haben.

SWIM:

Landstart und der Kerner ist weg ;-) Obwohl der Wellengang wahrscheinlich eher guten Schwimmern geschmeckt hat - geht man mal von Süßwasser aus - kam ich sehr gut in das Wasser. Erst auf halben Weg zur ersten Boje sah ich dich neben mir, aber konnte dir leider nicht folgen. Dass ich noch einiges vor mir habe merkte ich aber spätestens an der Schwimmzeit. Von irgendwelchen Gerangel um Bojen etc. will ich gar  nicht schreiben, da ich denke, dass das bei einem Start von über 600 Athleten kaum vermeidbar ist - außer man ist vorne mit dabei ;-)

BIKE:

oder erst Run in die Wechselzone? Ein guter Wechsel und die lange Wechselzone ermöglichten es mir an dir noch vor der Radstrecke vorbei zu ziehen. Deinen Urschrei nahm ich natürlich wahr und jetzt will ich nichts mehr von meinem lauten Gejodle hören ;-)
Die ersten 4 Meilen gingen auf schmalen Singletrail bergauf und ich steckte mehr oder weniger im Verkehr. Gut deswegen, weil ich nicht überpacen konnte. Schlecht, weil ich das Gefühl habe am Bike nicht alles gezeigt zu haben. Höhepunkt des Staus war, als vor mir ein junger Wilder dachte unbedingt seinen Vordermann überholen zu müssen. Natürlich am steilsten Stück der Strecke und dann auch noch schiebend... Wie Moses das Meer, teilte sich die beiden Athleten vor mir. Einer schmieß sein Rad nach rechts und der andere fiel nach links. Die Perfekte Linie mittendurch. Ich brachte nur ein "Keep Calm" raus und fuhr weiter. Der Rest der Bikestrecke ist schnell erzählt auf den Bergauf Passagen konnte ich gut Plätze gut machen und bergab blieb ich meist hinter meinen Möglichkeiten. Natürlich ist es bei einer WM schwer Ruhe zu bewahren und dahinter zu bleiben. Aber einen Sturz bei 60 km/h und auf der "Dirt Road" mit einigen Wasserfurchen zu riskieren? Nope, "Finish is priority" und so hatte sich meine Geduld auf den letzten 3 Meilen der letzten Singletrack Passage ausgezahlt und ich hatte freie Bahn. Rock´n´Roll und Fun, Fun, Fun!

RUN, run, run

20 Sekunden vor mir verlies der scheinbar Erstplatzierte meiner AK die Wechselzone. Nach einem kurzen "Hang Loose" Gruß an das Dietldorfer Publikum konnte also die Aufholjagd beginnen. Jedoch war diese auch schon nach dem 1. Kilometer beendet, da ich ihn am ersten Steilstück schon stellte. So lief jeder nun sein Rennen. Sein Rennen gegen die Höhenmeter, gegen den Untergrund und gegen die Hitze. Die fünf Wechselstationen nahm ich alle ganz bewusst mit. Noch immer galt "Finish is priority". Da ich nun schon den ein oder anderen Profi hinter mir ließ, dachte ich mir, dass ich auch im gesamten Amateur Feld gut platziert sein muss und so pushte ich mich nochmal auf den letzten 3 Meilen. Auf den letzten Trail bergab, hörte ich dann auf einmal ein Schnaufen hinter mehr. Und auf einmal hörte ich Smeagol in mir: "Los mein Herr! Du darfst ihn nicht überholen lassen!" Und so ging es auf den letzten Kilometer. 500m durch tiefen Sandstrand und die letzten Meter ansteigend auf der Hotelwiese. Ich kann den Endspurt nicht beschreiben. Der einzige Gedanke war: "Kann ich die bayerische Fahne von Nici annehmen oder nicht?" In einer neuen 100m Rekordzeit (gefühlt) stürmte ich dann ins Ziel. Mit der Flagge in der Hand, denn wie sonst hätte man mich in der Heimat erkannt?
Überglücklich stellte ich dann fest, dass der Athlet hinter mir auch noch in meiner AK war. Nach 3 Minuten dann die Gewissheit.

XTERRA WELTMEISTER AG 20-24
5. bester Amateur und 2t bester Deutscher.

Ich glaube wir dürfen beide auch Lars die besten Glückwünsche senden. Ein Wahnsinns-Rennen von einem Wahnsinns-Kerl.
Alles in allem haben alle Deutschen ein Wahnsinns-Rennen abgeliefert. Martin wurde sogar 3. in seiner AK, genauso wie Enrico. Hannes und du  Bernd zeigten auch ein geniales Rennen.

Du hast mir heute gesagt, dass du schon über 30 XTERRA´s gefinisht hast. Also "way to go" für mich. Und um den Stau auf der Radstrecke zu entgehen, gilt es sich weiter zu verbessern.

Ich freue mich vor 2017 erstmal auf Sardinien 2015 ;-)

Rock On!

Dein (Euer) Tom  

Die Vorfreude überwiegt

Hey out there,
and Bernd of course!

Ich hoffe auch ihr hattet euren Spaß an meinem Briefverkehr mit Bernd Kiesel.

Was soll ich jetzt noch schreiben. In gut 12 Stunden wird sich das Xterra Rekordfeld von über 800 Teilnehmern in die Fluten am Flemington Beach stürzen.

Und der wohl wichtigste Fact, den ich vor allem Bernd und Lars zu verdanken habe, die Vorfreude überwiegt der Anspannung. Wir (Martin,Lars,Christina und Bernd) sind heute nochmal die letzten Meilen der Bikestrecke gefahren und mussten bedauerlicherweise feststellen, dass der in die Felder der Bauern gemähte Trail im trockenen Zustand richtig Spaß und Laune macht. 

Ich hoffe, dass ihr Zuhause auch beim Verfolgen meines Rennen euren Spaß habt.
Ich weiß, dass im Dietldorfer Grafenbergstodl die Hölle los sein wird und glaubt mir, dass ist ein megageiles Gefühl wenn man weiß, dass soviele Leute hinten einen stehen.

Ich bin bereit um euch ne geile Rock-Show zu liefern!!!

Ganz besonders drück ich die Daumen für unsere Profi-Athletin Kathrin Müller. Zumindest an den Stellen, wo die Radstrecke es mir erlaubt ;-) Rock das Ding! 

Für alle, welche nicht in Dietldorf dabei sein können:
Have fun beim verfolgen, wir werden ihn haben...

Und ach ja, Babe! This race is for you!  


WATCH OUR CAMERA FEEDS
We'll be streaming live cameras on race day from the swim start, transition and finish areas. Tune in
right here beginning at 8:45am HST Sunday the 26th (adjust to your time zone) for a look into the action and listen to XTERRA announcer extraordinaire Kalei Waiwaiole kick off our 2014 XTERRA World Championship. Note: Full video hightlight and photo package will be available post race. Our full length feature show will air in early 2015.

 

FOLLOW THE RACE ON TWITTER: @XTERRAoffroad

We've got spotters at bike miles 1,6,13 and 19 as well as run mile 1 who will be tweeting all day. Use #xterramaui on twitterinstagram orfacebook to join the conversation or share your photos and video.

 

GET LIVE TIMING UPDATES

Let your friends know how you did. Get live updates posted to your Facebook page, Twitter or have text messages sent to your friends or family back home. Click the link below to register:

https://register.chronotrack.com/event/tracking/eventID/10893

 

LIVE RESULTS

Follow your favorite athlete and get live results on race day. Note: live results are unofficial until verified by the race director after the event.

http://results.chronotrack.com/event/results/event/event-10893?lc=en

 

 

 

Warrior Mode "ON" - Message for Bernd #3

Während Bernd vergeblich versuchte seinen Brief in meiner Anwesenheit und neben mir zu schreiben. Siehe PS  hier. Verfasste ich meine Antwort, währenddessen Nicole neben mir herdöste und es eigentlich schon viel zu spät war. Morgen ist RaceDay und die Spannung ist da. 

Ready to Rock!

Aloha Bernd,

sicherlich kennst du die Nudelparty schon in und auswendig. Für mich als Rookie, hat sie sich aber gelohnt. Und ich musste dort einfach hingehen, weil ich ja quasi alleine hier bin... bzw. Nicole bei euch bestens aufgehoben war und ich sie mir als totaler Rookie nicht entgehen lassen wollte. Desweiteren kommt hinzu, dass die Pastaparty in den Startgebühren von rund 320 € inkludiert war. Deswegen wurde heute den ganzen Tag gefastet um abends ordentlich hinzulangen.

Kurz zum Essen: Wahnsinn. Egal wie genial Pasta oder Reis und Hühnchen war - nichts war annähernd so top wie das Dessertbuffet.

Aber was noch geiler und wichtiger war, ist dieser Knopf. Dieser On-Off Knopf, der den Holiday-Mode ausgeschaltet und den Warrior-Mode bei mir angeschaltet hat.  Dank der vielen Image-Videos von diversen XTerra-Veranstaltung. Sicherlich auch mit einem rein kommerziellen Hintergedanken. Aber diese Videos haben einfach die Lust wieder geweckt zu racen. Egal welcher Platz, hauptsache racen, fun und das Beste geben. Das Highlight war sicherlich die Szene von XTerra Germany, wo man Michl aus der Vogelperspektive beim Zieleinlauf sieht, bzw viel mehr die Bayerische Fahne. Und genauso, hoffe ich diese auch am Sonntag hochzuhalten und ins Ziel zu laufen.

Voller Stolz, voller Ehre und voller Glück!
Und so hoffe, ich dass wir alle mit diesem Gefühl auf der Zielgerade laufen werden.


Und denk dran, bei den Caipi-Abenden in der nächsten Woche bin ich ja wieder in eurem Wolf-Pack dabei :-)

Mit dem Gedanken einen 70.3 zu machen, habe ich wirklich schon gespielt. Aber dann erst nach der Off-Road Saison und "Just for fun" zwischen allen Racern. Aber auch dies ist mir wieder auf der Nudelparty bewusst geworden.
Die Tatsache, dass es sich bei XTerra um eine Riesen-Community - ja fast schon Family handelt, welche sich gegenseitig gönnt. Und genau dies ist doch auch der Grund, warum wir hier unsere Wohn-Community hier so genießen. Wir gönnen uns eben auch mal ein Jacob Weissbier - vor dem Wettkampf.

Morgen machen wir dann noch ein bisschen Foto-Shooting wo wir beide in unseren Einteiler unwiderstehlich aussehen werden. Oh wie freue ich mich schon auf den morgigen Pre-Race Day.

This is going to be awwwwwwesome!

Dein Tom

Das Grosse Kribbeln - Message for Bernd #2

Immer diese Flucht aus den sozialen Fänge der gemütlichen Tischrunde. Das Smartphone dauernd in der Hand und den Laptop neben sich liegend... Naja. Ganz so ist es bei uns nicht. Bernd schreibt seine Briefchen früh morgens im Bett und ich schreibe sie spätabends. Die Antwort von Bernd auf meinen 1. Brief lest ihr hier. und meine Antwort lässt auch nicht lange auf sich warten: 

Aloha Bernd,

Hier spricht die Kommandozentrale aus entfernten Galaxien - oder vielmehr aus dem Nebenzimmer, also näher als du immer schreibst.
Bevor wir aber näher auf die sportlichen Aspekte eingehen, wollte ich noch ein ganz großes "Vergelt´s Gott" an dich und an euch richten. Ohne dich, säße ich jetzt nicht hier und würde mich nicht via Briefverkehr an dich richten. Eure Hochzeit war mit einer der Hauptgründe, warum ich hier bin und ich muss sagen, nach dem Festakt gestern, hat es sich definitiv gelohnt. Ich wünsch euch von ganzen Herzen alles Gute... mehr brauch ich hier nicht zu schreiben, der Rest wurde gesagt.

Aber nun zur schönsten Nebensache der Welt:
Um kurz meine Eindrücke der Streckenbesichtigung wieder zu geben. Wir haben dir ja eigentlich nur 10  Minuten Vorsprung gegeben und sind dann gemeinsam mit Johannes dir nachgefahren.
Nach nicht einmal drei Kilometern mussten wir aber schon die erste ungewollte Pause machen. Plattfuss... Und hier dann die Gewissheit, dass man auch auf der "neuen" XTerra Maui - Strecke nicht vor platten Reifen geschützt ist. Nach 20 Minuten Zeit"verlust" ging es dann weiter. "Ready to Roll" - oder vielmehr "Ready to climb". Die ersten 6 Meilen der Strecke geht es stetig nur bergan und Rampen mit bis zu 23% stellen sich einen in den Weg. Wer sich hier abschießt, kann viel verlieren. Aber keine Sorge Bernd, bei den Rampen war es für uns auch kein GA 1 - oder wie heißen diese Herzfrequenz-Zonen alle??? - mehr. Und als wir dann deine weiß-blaue HSET-Uniform sahen, musste ich einfach zum jodeln anfangen. Leider rutschte mir dann in der letzten, schmierigen Abfahrt der Vorderreifen weg und eigentlich war es ja nicht so dramatisch, aber nach 2 Metern Rutschpartie, stoppte ein Baumstumpf abrupt meine Schlitterpartie am Knie ab. Nun ja, alles halb so wild. Ein paar Schrammen und ein angeschwollenes Knie... Aber das sollte bis Sonntag ja wieder weg sein. Also "No Excuses". Das Einzige was ich mir überlegt habe, ob wir XTerra nicht verklagen könnten. In ganz Amerika stehen doch immer diese gelb-schwarzen Schilder "Slippery when wet" - Warum nicht auch hier auf der Strecke? Bei diesem Energy-Hersteller mit den Flügeln - oder eben auch nicht, hat es doch auch geklappt?

Und nun geb ich hier also noch meine persönliche Race-Prediction ab:

Schwimmen - wird sehr interessant, ich hoffe gut und im vorderen Drittel (also am Anfang des 2. Drittels ;-)) rauszukommen

Bike - mit 1000hm auf 30km und den vielen Singletrail Anteil ist eine schnelle Radzeit eher nicht möglich. Hier gilt es wirklich gut, pannen- und unfallfrei durchzukommen.

Run - Nachdem die oberen Regeln eingehalten wurde... einfach laufen lassen. Geniale Strecke "Rock´n´Roll"

Es ist das letzte Rennen in diesem Jahr, man reist einmal um die Halbe Welt (den Urlaub unter Freunden, hätten wir auch billiger haben können, lieber Schwabe Bernd!!!) - und daher heißt es bei diesem Rennen: "Alles, aber Hauptsache ankommen"
Und dort kann ich dann deinen Verwandten wieder versichern, dass es eine riesige Tat ist, hier unter den Besten der Welt zu finishen.

Nach dem heutigen Ruhe- und Sightseeing Tag würde ich sagen, wir probieren morgen wieder das laufen aus und danach schwimmen wir locker in meinem Race-Tempo ;-)

Das Kribbeln fängt schön langsam ein und die Vorfreude auf das Jacob Weissbier gemeinsam mit dir und Lars ist unbeschreiblich.

Time for some Rock´n´Roll!

Greetz Tom 

Message an Bernd #1

Nachdem ich einen Brief von meinem Xterra-Warrior Buddy Bernd Kiesel bekommen habe, musste ich natürlich für ein paar Minuten das soziale Leben in unserer Ferienwohnung auf Maui einstellen und am Laptop die Antwort verfassen. 
Nachzulesen: http://kiesel-ist-online.blogspot.com/
Voilá Bernd: 

Dear Bernd,

I´ll answer in English. Because you said  my (Hoch-)German is really bad. I want to apologize for that - aber ich komme eben nicht aus meiner Haut raus.

Auch ich kann mich noch sehr gut an unseren ersten "Feindkontakt" erinnern. Aber kein anderer hätte mich besser in den Cross-Triathlon Zirkus einführen können als du. Die "Krachlederne" ist auch diesmal wieder mit dabei und hofft darauf auf das Podium springen zu dürfen.
Nun sitzen wir hier auf dem Balkon in unserem Penthouse und genießen beim bayerischen Tapering - dank Jacob Weissbier - den Sonnenuntergang über den Ozean. "A scheenas Platzal af da Welt zum Sportln" - kann man sich wahrscheinlich kaum vorstellen, ebenso wie zum heiraten. Was neben dem Wettkampf am Sonntag ein weiteres Highlight darstellt.

Zum Thema Ü40 - ja, dass bist du in der Tat - oder war dieses Ü40 jetzt auf deine 10km- Zeit bezogen? Bin gerade etwas verwirrt gewesen. Die Antritte bei entgegenkommenden Autos, waren auch nur wegen den übervorsichtigen Amerikaner, welche immer auf der Gegenfahrbahn des Lower Honoapiilani Road auswichen. Ich wollte einfach nicht noch mehr Geisterfahrermeldungen oder " Vorsicht Wuidsau auf der Fahrbahn"-Meldungen riskieren.

Ja. Deine Rache heute morgen!!! Für die Spiegeleier heute auf dem Frühstückstisch, welches wir NACH dem Schwimmen zu uns nahmen, brauchte ich kein Salz - soviel hatte ich im Meer bereits geschluckt.
Aber Spaß beiseite. Zu deinem Thema: Den letzten beißen die Haie, kann ich dir für Sonntag sagen, Ich habe auch einen gewissen Überlebenswillen und hoffe daher auf eine gute Swimperformance - mit dir.
Mit dir und Lars hier zu sein, macht aber aus dem ganzen Sport-Event - wie schon in Griechenland - einen super, angenehmen Urlaub unter Freunden und man sollte trotz aller intensiven Vorbereitungen und dem Training über das ganze Jahr hinweg den Spaß nie vergessen. Da bin ich mir aber mit euch ziemlich sicher, dass dies ein unvergesslicher Urlaub werden wird. Egal wie das am Sonntag ausgeht. Ich hoffe, dass wir uns alle am Sonntagabend in die Arme schließen können und jeder mit Stolz behaupten kann, das Beste gegeben zu haben.


Die Frodo-Sebi Abmachung gilt und ich hoffe, dass ich den Alten Mann zum Essen einladen darf. Apropos Essen. Wie wollen wir das eigentlich mit meinem Bayerischen Carbo-Loading machen.
Haben die "Erdepfl" auf Hawaii?

Ich freue mich heute schon auf deine Antwort als verheiratete Mann - aber davor gehen wir morgen früh noch einmal Schwimmen. Es gibt ja schließlich wieder Eier ;-)

Rock On und liabe Griaß
Tom  

Die Kings des Jahres

Die Sonne streichelt mit ihren sanften Strahlen unsere Gesichter, als wir im Halbschatten unter einem Baum im Gras am Rand des Östringer Sportstadions liegen. Im Hintergrund läuft in einer angenehmen Lautstärke gute Rockmusik. Ab und zu überhallt eine Moderatoren Stimme die Klänge von E-Gitarre und Schlagzeug. Ideale Bedingungen also um die besten deutschen Cross-Duathleten bei ihren Meisterschaften zu verfolgen. Zu verfolgen? Nein, ein letztes Mal in dieser Saison wollten Mike und Michl nochmal angreifen und für mich sollte die DM als Formtest für das in 4 Wochen anstehende Saisonhighlight dienen. Und dennoch hatten wir alle drei ein Ziel vor Augen. Den Deutschen Mannschaftstitel!

Race-Course Check

Run - 3 Runden â 3 km mit 20hm - gefühlsmäßig überwiegend bergab auf breiten, befestigten Schotterwegen mit 2 etwas giftigeren Anstiegen über Wurzeln. Am Ende jeder Runde eine steile, kräftezerrende Treppe.

Bike - 3 Runden â 10 km mit 70hm - gefühlsmäßig überwiegend bergab, schöne Abwechslung aus flowigen Singletrails und breiten Forstautobahnen. "Schmankerl" in der Tongrube mit sanften Bodenunebenheiten, Wasserdurchfahrt und Stimmungskessel

Run - 2 Runden â 3km mit 20hm - wie oben, nur müder

Pre-Race

Ich bin kein Freund von Tagesausflügen bei Anfahrten über 150km. Aber aus terminlichen Gründen ging es eben diesmal nicht anders. Und so machten wir uns bereits um 6 Uhr morgens auf die knapp 300km lange Anreise Richtung Kraichgau. Einer der Hauptgründe - neben dem frühen Aufstehen - warum ich die Tagestouren nicht mag, ist aber die schwierige Nahrungsaufnahme im Vorfeld. Aber mit den bereits am Vortag gekochten Salzkartoffeln war auch dieses Problem nahezu egalisiert. "Weil Erdepfl schiam o!" - O-Ton: Jochen Stöberl (dt." Weil Kartoffeln anschieben!")  Neben uns 4 Wettkämpfern begleiteten uns noch unser Teambus-Fahrer und 3 Fans aus Dietldorf. Und hier muss mal erwähnt werden: Es ist ein absolut geiles Gefühl wenn man weit entfernt der Heimat, auf der Strecke noch seinen Namen hört und der Grund dafür ist nicht der abgedruckte Name auf der Startnummer.

Race

Die Strecke beim Kraichgauman ist vielleicht nicht die technisch anspruchsvollste, aber ein brutal schnelle Strecke. Und daher galt es gestern auch von Anfang an höchstkonzentriert bei der Sache zu sein. Der Startschuss fiel und schon ging die Post ab. Dominik Sowieja und Peter Lehmann hielten von Anfang an das Tempo hoch und so war die Taktik, erstmal zurückhaltend zu reagieren weggefegt. Dranbleiben hieß nun die Devise und nach der Ersten Runde wusste ich nicht wirklich, ob ich das Tempo mitgehen sollte oder nicht - schließlich standen ja noch 30km Bike und 6km Run an. Meine Beine fühlten sich gut an und so blieb ich in der 7-köpfigen Spitzentruppe. Kontrolliert versuchte ich nun den ersten Laufpart zu Ende zu bringen. Der anspruchsvollste Part der Strecke, war in der Tat die Treppe, welche am Ende zum Sportplatz hinauf ging. Hier versuchte ich es mit der -schon beim Kaitersberglauf angewandten - Berglauf-Technik und stützte mich mit den Armen auf die Oberschenkeln anstatt die Treppe laufend zu bezwingen. Eine andere Belastung und zugleich eine Art Entspannung. An fünfter Position liegend ging es nach 29:15min auf die Radstrecke. Wie schon in Zittau, stiegen Martin und ich fast zeitgleich auf das Bike. Die superschnelle Radstrecke war gerade zu prädestiniert dafür in der Gruppe zusammenzuarbeiten und so fuhr ich bereits nach dem ersten Singletrail auf die 3-köpfige Verfolgergruppe um Martin Schädle und Andreas Theobald auf. Die erste Drückerpassage konnten wir noch zu viert hinter uns bringen, jedoch war meine Position am Ende des Feldes schlecht gewählt. Durch die vielen – spaßigen und sehr flowigen - Singletrails, gestaltete sich natürlich das Überholen etwas schwierig, weshalb Martin und Andreas bei einer Überrundung schnell mal 200m rausfuhren. Leider konnte ich diese Lücke nicht mehr schließen. Ein Highlight auf der Radstrecke war sicherlich – nicht nur für die Zuschauer - die Tongrube. Hier haben sich die Veranstalter, allen voran Pedro Marin und Christian Huth, richtig Mühe gegeben. Künstlich aufgehäufte Tables (Jump-Hügel) forderten die Teilnehmer zusätzlich zu einer Wasserdurchfahrt.  Im zweiten Teil der Tongrube war jedoch ein Hügel, der auf der Abfallenden Seite zu steil „geshaped“ war, sodass mich dieser auf meiner ersten Runde überraschte und ich gerade noch so einen Sturz vermeiden konnte. Da im Hinterkopf natürlich Maui war, fuhr ich nun zügig jedoch nicht alles auf eine Karte setzend weiter.  Ich wusste auch, dass Lars stärker wie ich auf dem Rad war und so hoffte ich, dass er bald aufschließen würde und ich mich dann an ihn ranbeißen könnte um dann die Trails gemeinsam zu rocken. Als Lars aufschloss, stellte ich mich in den Wind um ihm ein gewisse Erholungspause zu gönnen, jedoch hatte Lars eine weitere Maschine im Gepäck und meine Führungsarbeit wurde am nächsten Steilstück gnadenlos ausgenutzt. That´s racing. Also war ich wieder alleine auf der Radstrecke. So brachte ich den Radpart – mit definitiv noch Luft nach oben (für 2015) – zu Ende. Nach einem schnellen Wechsel zurück in die Laufschuhe  ging es genauso schnell weiter. Einatmen, Ausatmen, Schritt für Schritt... egal wie viele Läufe und Triathlons ich schon hinter mich gebracht habe, es ist immer dasselbe Spiel. Wenn man einen gewissen Erschöpfungsgrad erreicht hat, gilt es sich immer wieder auf die Lauftechnik zurück zu besinnen um schnell zu laufen. Gerade im Cross mit den stetigen Richtungs-, Profil- und Geschwindigkeitswechseln kommt dann noch Atemtechnik und die Konzentration wie man die Schritte setzt hinzu. Meine Beine waren noch locker uns so konnte ich Position um Position gut machen. Da der Abstand auf die Plätze 1 und 2 zu groß war und ich mich – in Hinblick auf Maui - nicht unnötig abschießen wollte, lief ich die letzte Runde „relativ“ locker zu Ende und finishte überglücklich als Gesamtdritter.

After-Race

Diesmal war das After-Race nervenaufreibenden, als das Rennen selbst, denn Mike und Michl waren noch auf der Strecke und wir wollten doch diesen Titel. Als Mike bereits als Gesamt13. finishte hatte ich ein gutes Gefühl. Er wurde in der ersten Runde von einem direkten Kontrahenten in der Mannschaftswertung überholt und hat ihn dann in der 2. Runde wieder zurückgeholt. Nun musste doch Michl bald kommen. Die Minuten vergingen wie in Zeitlupe und dennoch kam – gefühlt – ein Athlet nach dem anderen ins Ziel. Als Michl dann auf die Zielgerade einbog musste er nochmal alles aus sich herausholen und im Schlussspurt noch gegen einen Kontrahenten bestehen. Was für ein Herzschlagfinale.  Wie wichtig es war, dass die beiden am Schluss nochmal ihre Gegner schlugen, sahen wir auf der Ergebnisliste. Mit dem kleinstmöglichen Vorsprung von einem einzigen Punkt konnten wir den Deutschen Meistertitel perfekt machen. Ich denke einen besseren Saisonsabschluss hätten sich Mike und Michl nicht aussuchen können. Bei der Heimfahrt kehrten wir noch in ein gutes Steakhouse in der Nähe der Autobahn ein und ließen den Abend bei einem guten JACOB Weissbier gemütlich ausklingen.

Fact

Es läuft – an der Radperfomance muss noch ein bisschen geschraubt werden und beim Schwimmen sowieso. Alles in allem war der Wettkampf im Kraichgau wieder eine supergelungene Veranstaltung mit einem riesen Spaßfaktor. Die Organisation war wieder perfekt und die Streckenauswahl im neuen Ort ist durchweg gelungen. Das Kaiserwetter und die Zuschauer steuerten ihren Teil dazu bei. Für viele war es deshalb ein gelungener Saisonabschluss und ich bin froh nochmal Abbi und Jörgi getroffen zu haben. Überhaupt ist es immer wieder schön, an diversen Wettkämpfen miteinander zu rocken und danach im Zielbereich und bei der Siegerehrung gemütlich beisammen zu sein. Danke Martin auch für das Bild von Zittau ;-)

Martin, Lars und Bernd werde ich dann „leider“ nochmal an der Backe haben, wenn wir dann gemeinsam über die Insel von Maui jagen werden. Die Vorfreude ist wahnsinnig und „The heat is on“!

Da Gollum im Kine vom Kaitersberg

Lange, Lange hat es gedauert und ich könnte wohl eher schon an den Vorbericht für die am Samstag anstehende Deutsche Cross Duathlon Meisterschaft den "Kraichgauman" denken, als das letzte Wochenende Revue passieren zu lassen. Aber soll ich wirklich den einzigartigen Erfolg als "Kine vom Kaitersberg" einfach so in die Schublade schieben? Und dann war ja da auch noch der Erfolg als BESTE Firmenmannschaft im gesamten Regensburger Land beim Landkreislauf?
Nein! Und ich habe lange überlegt wie ich diesen Bericht schreiben soll. Nachdem mir ja nach Veröffentlichung der "Kine" Bilder auf meiner Facebook-Seite wieder meine Ähnlichkeit mit Gollum aufgezeigt wurde. Am Anfang wollte ich euch ein bisschen in die düstere Stimmung rund um den Schicksalsberg entführen, aber mir wurde dann bewusst, dass ich wahrscheinlich zu positiv von der Sache angetan war und ich euch leider Mittelerde nicht näher  bringen kann.
Nichtsdestotrotz, hab ich mir gedacht, steckt nicht vielleicht in jedem von uns ein klein bisschen Gollum? Vielleicht nicht so zerbrechlich und nicht eine gar so geschundene Kreatur wie diese im Herr Der Ringe. Aber vielleicht ein kleines bisschen? Deswegen ist der Rennbericht auch mit einem Augenzwinkern zu lesen.

Race-Course Check:

Bei meinem "Hausberg" wurde ich schon als Kind auf dem Rücken von meinen Vater hinaufgetragen, von daher war eine gewisse Streckenkenntnis vorhanden.

Pre-Race:

Schon in der Mittelbayerischen Zeitung als Favorit angekündigt fuhr ich doch recht angespannt nach Bad Kötzting.

" Aber wir sind gut drauf,  mein Herr! Wir stecken doch in der Hawaii-Vorbereitung!"

 War das etwa Gollum? Und dennoch wollte ich dem Ganzen keinen rechten Glauben schenken, denn für mich war der "Kine" mein erst zweiter "richtiger" Berglauf. Angespannt plauderte ich vorm Rennen noch mit Wolfgang Hochholzer und gratulierte ihm, dass sie beim diesjährigen "Transalpine Run" ein richtig geiles Feuerwerk abgebrannt hatten. Das war großer Sport!
Die Anspannung wurde nur noch von der Nervosität getoppt, als ich 30 Minuten vor Start meine Inov-8 Flite (Straßenschuhe) gegen meine X-Talon (Cross) tauschen wollte, aber das Auto nicht mehr am Parkplatz stand. Unsere treuen Fans und Begleiter hatten sich schon auf dem Weg zum Gipfel gemacht und dabei meine Schuhe mit nach oben genommen. Nach etlichen Handyanrufen, ein paar langen Minuten und ein paar grauen Haaren mehr...

"Wir haben keine Haare mehr, mein Herr!" - "Bsscchht! Ruhe jetzt!"

Auf jeden Fall konnte ich meine Haare ähhh... Schuhe pünktlich tauschen und zum Start traben.

Race

Pünktlich um 11 Uhr wurden wir dann auf die 7km lange mit 640hm gespickte Strecke geschickt. Anders als letztes Jahr - wo wir den ersten Kilometer auf 3`05 min angingen - wollte heuer keiner so recht das Tempo machen und die Uhren zeigten 3´35min. An der ersten Steigung dann bildete sich eine Führungsgruppe um Wolfgang, mir und 2 weiteren Mitstreiter.

"Wir müssen jetzt die Führung übernehmen!"

Da ich an diesem Tag merkte, dass mir der Landkreislauf eventuell doch mehr in der Knochen steckte als mir lieb war und immer wieder komische Stimmen zu mir sprachen, versuchte ich mich erstmal zurückzuhalten und abwartend zu reagieren. Bei Kilometer drei in etwa, trabte Franz Schweiger mit kraftvollen Trippelschritten an uns vorbei und eine klein Lücke klaffte.

"Los! Hinterher, mein Herr, wir wollen ihn doch nicht verlieren"

Aber die Vernunft - und nicht Gollum - siegte. Den ich merkte wieder am Berg herrschen die eigenen Gesetze. Kein Windschatten zum Ansaugen, kein Phasen zum Erholen. Beim Berglauf ist vor allem das Reinhören in den Körper und das Körpergefühl extrem wichtig. (für alle Gewichtsenthusiasten: Die Pulsuhr, kann man getrost im Tal lassen) Und so schloss ich auch schön langsam wieder auf.
Zwischen KM 4 und 5 konnte ich eine Lücke reißen und unsere Führungruppe war nun aufgeteilt. Ab jetzt hieß es, jeder gegen sich selbst - und vielleicht seiner inneren Stimme.

"Gut gemacht!"

Die Zuschauerzurufe am Reitenberg motivierten mich aber definitiv mehr, als mein kleiner imaginäre Freund und so hieß es "GO HARD OR GO HOME". Kurz vor der technischen Passage (ca. 2km vorm Ziel) , gab mir Ralf Preissl - der das Treiben von außen verfolgte -  noch den Zwischenstand durch und motivierte mich den Vorsprung ins Ziel zu bringen. Danke hierfür! Ganz traute ich dem Spiel aber noch nicht. Wusste ich doch, das vor allem Wolfgang im Technisch schwieriger Teil sein Können und seine Erfahrung ausspielen könnte.

"Wir müssen weiter machen, sie verfolgen uns, sie kommen näher"

Man glaubt gar nicht wie lange 1 km sein kann. Vor allem wenn noch knapp über 180hm zurückzulegen sind. Mehr krabbelnd als laufend ging es dem Kreuzfelsen mit seinen 999m n.N. entgegen. In dieser Phase des Rennens, half mir Gollum wahrscheinlich am meisten. War er am Anfang etwas zu übermotiviert, pushte er mich zusätzlich zu den Zuschauern die letzen Metern hinauf. Wir sehr man mit seinen Kräften am Ende ist, merkte ich dann als es nur noch 150m zum Gipfel waren und ich wie in Trance geradeaus laufen wollte, mich aber die Zuschauer dann auf die richtige Strecke zurückpfiffen.

Wo war Gollum da?

Die letzten Metern waren verdammt hart, zumal ich von hinten hörte, dass Wolfgang nochmal auf mich aufschloss. Am Gipfel oben konnte ich dann - im Rahmen meiner Erschöpfung - der Freude erst mal freien Lauf lassen und auch mit der Zeit von 38.07 war ich sehr zufrieden, da ich mit einer Steigerung um 15 Sekunden zum letzten Jahr nicht gerechnet hatte.
Oben angekommen, erwarte ich dann noch Michl, der sich um sage und schreibe 3 Minuten im Vergleich zum Vorjahr steigerte und sich auch souverän seine AK-Titel sicherte. Mike stellte sich in den Dienst der Mannschaft und rundete den Sieg der Mannschaftswertung mit seinem 5. AK-Platz würdig ab. Am meisten freute er sich über die Gummibärchen im Zielbereich.

After-Race

Ich bin unglaublich stolz auf unsere 2 TV Mädels. Allen voran mein Babe, die sich ganz ohne Vorbereitung diesen Berg hochgequält hat und dennoch ihre Freude daran hatte und auch Mike´s Freundin Beate war vom Event begeistert. Ein ganz großes Vergelt´s Gott geht auch an unsere mitgereisten Fans. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man sieht, dass uns nun schon zu fast jedem Wettkampf eine kleine Fangesellschaft folgt.
Ein ganz großes, dickes Lob geht auch an die Verantwortlichen des TV Bad Kötzting´s allen voran Max und Wolfgang Hochholzer und Alois Brandl. Ihr habt da mit euren ganzen freiwilligen Helfern und den eingebunden Vereinen, wie z.B. Feuerwehr und Bergwacht wieder ganze Arbeit geleistet. Den ganzen Geldgeber, die einen Wettkampf in diesen Ausmaß natürlich erst möglich machen gilt auch ein besonderer Dank. Macht weiter so und ich hoffe, dass sich dieser Wettkampf weiter etabliert. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr.

Fact

Nach dem ich im letzten Jahr schon vorm Berglauf schwärmte, bleibe ich auch dieses Jahr mit einer gewissen Faszination zurück. Ich war mir nicht sicher, ob ich die Zeit vom letzten Jahr toppen könnte, denn letztes Jahr lief ich einfach ohne Hirn los, ohne zu wissen was mich erwartet. Aber heuer habe ich gemerkt, dass gerade das Hirn und die mentale Stärke das wichtigste beim Berglauf ist. Es ist nicht wichtig, dass man stark anfängt, sondern dass man nicht nachlässt und immer an sich und seine eigene Stärke glaubt. Und so hat das ständige sich selbst ans Limit pushen sicherlich auch Ähnlichkeit mit einem kleinem Gollum in uns?

ITU World Champs 2014 in Zittau

Was für ein wohltuendes Geräusch. Die ganze Nacht prasselten die Regentropfen auf das Holzdach unserer Campinghütte. Und es schien, als ob der Regen nicht nach lassen wollte. Während andere den Regen bestimmt verfluchten, war er für mich ein Segen. Ich wusste, dass dadurch die Mountainbike-Strecke extrem  herausfordernd werden würde, was mir wiederum in die Karten spielte. Kurzer Strecken-Check:

Race Course Check:

Swim: 2 Runden á 750 m im Olbersdorfer See

Bike: 1 Schleife á 36km mit 1160hm. Der Streckenverlauf musste aus dem Kopf von vor 2 Jahren raus gefahren werden.

Run: 1 Schleife á 9km mit 114hm. Die ersten 4 Kilometer mit geschätzten 100hm und dann "nur" noch kurze knackige Anstiege.

Pre-Race:

Eigentlich bin ich nicht der Typ, der dieses Carbo-Loading an den beiden Tagen vor den Wettkampf macht und geplant hatte ich es auch nicht. Doch ein empfindlicher Verdauungsprozess in der letzten Woche ließ mich zu diesem Mittel greifen. Zum Glück hatte sich aber mein Magen pünktlich zum Wettkampf wieder normalisiert und so hoffte ich doch auf meine gute Form bauen zu können. Am frühen Freitag morgen machte sich der Brothers Buddy Tross von Premberg aus zum östlichsten Punkt Deutschlands, nach Zittau auf. Dort wo ich vor 2 Jahren meinen ersten XTerra und Cross-Triathlon absolvierte und dort wo ich diesem wunderbaren Sport verfiel. Nach der rund 3 1/2-stündigen Anreise trafen wir am Campingplatz neben Faris al-Sultan und Maik Petzold auch auf Michael Weber. Mit ihm wollten wir gemeinsam das letzte Teilstück der Bike-Strecke abfahren, aber bereits am Nachmittag fing es zu regnen an und wir zogen eine gemütliche Kaffee und Kuchen Runde an Mike´s Camping-Bully vor. Um sich dennoch zu bewegen beschlossen wir in einer kurzen Regenpause die ersten 4 Kilometer der Laufstrecke unter die Lupe zu nehmen. Auch am Campingplatz war Martin Schädle und Jochen Stöberl, die uns beide beim Lauf begleiteten. So wurden neben der Streckenbesichtigung auch noch kurze Saison-Verläufe upgedatet und Pläne für morgen geschmiedet. Und wie schon oben erwähnt war ich über das Regengeräusch anders als die meisten meiner Mitstreiter entzückt. So konnte ich mich neben meiner Radstärke auch auf meine Fahrtechnik verlassen, die durch die durchgeweichten Abfahrten sicherlich nötig wurden. Auf der Laufstrecke konnte ich wieder auf meine genialen INOV-8 X-Talon bauen die mir bei jeglichen Untergrund die Traktion und die Kontrolle auf der Strecke geben. Und beim Swim wurde das Neo-Verbot auch aufgrund der niedrigen Außentemperaturen von ca. 15°C aufgehoben. Somit stimmten die Äußeren Bedingung für mich und jetzt kam es also auf den Kampf, Mann gegen Mann und Material gegen Natur an.

Race-Day:

Landstart um Punkt zehn Uhr der AG male 18-44 und auf den ersten Hundert Metern war ich sogar unter die Top 5 ;-) Danach musste ich aber aufgrund meiner Schwimmfähigkeiten erstmal einige Gruppen ziehen lassen. Nach 750m und somit der ersten Runde, befand ich mich im Mittelfeld wieder. Und die erste Runde fühlte sich locker an. Gemeinsam mit 2 weiteren Kontrahenten ging es auf die 2. und normalerweise schwächeren 750m. Doch schon bald merkte ich, dass ich das Tempo meiner Mitschwimmer gut mitgehen konnte und ich versuchte sogar im Alleingang auf die Gruppe vor uns aufzuschwimmen. An der Gruppe dran war ich dann zwar erst auf den letzten 200m, aber es ist ein gutes Gefühl "rangeschwommen" zu sein. Als ich dann in der Wechselzone Martin sah, wusste ich dass es ein (für mich) guter Swim gewesen sein muss. Gemeinsam mit Martin ging ich dann die MTB-Strecke an. Knöcheltiefer Schlamm mit Pfützen wie kleine Teiche auf allen Trails, sowie rutschige vom herabrinnenden Wasser gefährliche und steile Anstiege und Abfahrten prägten fast den ganzen Kurs. Das Tempo, dass Martin anschlug war für mich gefühlsmäßig etwas zu hoch, wusste ich auch nicht, wie lange ich - aufgrund der Essensaufnahme in den Tagen zuvor - noch Reserven hatte. Am ersten Anstieg bei KM 12 arbeiten wir uns beide auf die Gesamtpositionen 4 und 5 vor und ich musste Martin etwas ziehen lassen. Auf den Abfahrten, konnte ich aber immer wieder aufschließen und so wiederholte sich das Spiel bis zum letzten Downhill. Dort hatte Martin nun schon auf meinen direkten AG Kontrahenten Veit Hönle aufgeschlossen und ich war dann in der Abfahrt dran. Doch leider bemerkte ich auf den letzten Metern, dass irgendwas an der Hinterradbremse vibrierte. Aufgrund meines Defekts bei der DM und des Fast-Plattfuß in Griechenland war ich etwas zu übervorsichtig und stieg vom Rad um zu checken ob alles OK war. Und natürlich verrichte das BROTHERS BIKES seinen - wie immer - treuen Dienst, nur mein Kopf machte mich nervös. Nun waren die beiden natürlich fort und konnten gemeinsam auf den letzten Radkilometern Tempo machen. Im 200m Abstand folgte ich den beiden mit kreischenden Oberschenkeln. Der Abstand blieb aber gleich und wechselte mit 20 Sekunden Rückstand auf Veit.
Alles oder nichts. Auf den ersten relativ flachen Kilometer hatte ich nicht wirklich das Gefühl aufzuschließen. Doch am ersten Anstieg bemerkte ich, dass ich näher kam. Also Rock´n´Roll und über die Schmerzgrenze hinaus. Mit jeder Steigung konnte ich wichtige Meter gut machen und mich dann bei KM 4 an Veit vorbei schieben. Die nächsten 2 Kilometer waren relativ flach und ich spürte Veits Atem hinter mir. Meine Reserven schienen trotz der ständigen Gel-Aufnahme von SPONSER immer leerer zu werden. Doch auf den letzten beiden kurzen Down- und Uphills, konnte ich aufgrund meiner Technik, aber auch meiner INOV-8 wieder eine Lücke reißen und diese dann auch bis ins Ziel bringen!

ALTERSKLASSENWELTMEISTER 2014 - aber ein verdammt hartes Stück Arbeit!

Im Ziel durfte ich dann jubelnd Martin und Lars zu ihren AK-Triumph gratulieren und wir freuten uns, dass 3 Maui-Fahrer das Podium belegten. Dass wird ne richtig geile Sache im Oktober. :D

After-Race:

Natürlich freue ich mich riesig über meine Titelverteidigung, denn zum einen war es der WM-Titel im eigenen Land und sogar mit den eigenen über 437km weit hergereisten Fans und zum anderen war es ein hart erkämpfter Titel in einem stark besetzten Feld. Nichtsdestotrotz gilt nun bereits die volle Konzentration auf der Vorbereitung für die X-Terra Titelkämpfe auf Maui. "Des wird so megagenial... I gfrei me draf! :D Und so wurde auch nach der Award-Zeremonie mit Bernd, Anja, Lars und Franzi ein bisschen über die Insel gesprochen und Reisepläne bei einem gemütlichen JACOB WEISSBIER geschmiedet. 

Fact:
Der Triumph von Lars, Martin und auch Michl machten die ITU-WM mehr als perfekt. Die wahnsinnig gut funktionierende Organisation (im Hinblick auf einer solch immensen Teilnehmerzahl) ist mehr als lobenswert! Ein großer Applaus an die Hauptorganisatoren, Geldgeber, freiwilligen Helfer, Feuerwehren und Rotes Kreuz und bestimmt noch viele, viele mehr Akteure im Hintergrund!
Keep the good work up! Denn hier reist man gerne wieder her.  

Rock´n´Roll

Ausblick genießen

Das Bike lag auf dem Rucksack auf. Die eine Hand hielt das Oberrohr und die andere krallte sich irgendwo in die Felswand. Immer wieder verlagerte ich das Gewicht um das Rad heil durch die Engstellen aus Fels und Latschen zu bringen. Nachdem wir unsere Bikes so rund 200hm auf einen schmale, steinigen und zum Teil steilen Wanderweg in die Höhe hievten standen wir also dort oben.

 

Dort oben, wo alles still ist. Dort oben, wo man sich frei fühlt. Dort oben , wo man erst einmal tief durchatmet und dort oben wo die Zeit scheinbar stehen bleibt. Atem(be)raubend und glücklich haben wir den Ausblick über die Berge des Bregenzerwaldes genossen und dabei sogar bis an den Bodensee sehen können.

Genau wegen solcher Ausblicke nimmt man auch bei einer Mountainbike-Tour die Trage-Passagen in Kauf, denn wo sonst kann man mit dem Bike so frei, so alleine – nur umringt von Kühen und Gamsen - sein? Nicht einmal Wanderer kamen uns entgegen oder stiegen mit auf. Die drauffolgende Abfahrt auf einen schmalen, verblockten Single Trail hätte eventuell ein bisschen flowiger sein können. So forderte dieser aber auch nach der Kondition die Koordination.

Ideale Trainingsbedingungen beim letzten Kurztrainingslager in Schoppernau ( genau das Schoppernau aus dem Lied „vo mello bis geschoppernou“). Gelaufen sind wir auch, aber nicht bis uns die Füße wehtaten.

 

Und nun der Ausblick auf kommenden Samstag. Den XTerra Germany und zeitgleich die ITU Weltmeisterschaft im Cross-Triathlon im deutschen Zittau – wenngleich man mit dem Bike die tschechische Grenze passiert. Die Vorbereitung auf das erste Saisonhighlight verlief bis auf das Messermissgeschick im Juli einwandfrei. Ich fühle mich (vor allem natürlich auf dem Bike und beim Laufen) gut , weiß aber aufgrund der Panne bei der Deutschen Meisterschaft nicht so recht wo ich stehe und inwiefern ich meine erfolgreichen Aufholjagden fortsetzen kann. Wenngleich man offen sagen muss, dass die Bike und Laufstrecke in Griechenland schon eher der Strecke in Zittau ähnelt und ich dort ein gutes Rennen absolviert habe. Auch deswegen reise ich voller Zuversicht und mit großer Vorfreude zur WM.

Ich freue mich die Jungs aus der Cross-Szene wieder zu sehen. Vor allem diejenigen die ich letztes Jahr bei der WM in Den Haag kennen lernen durfte und bei denen ich super aufgenommen wurde. Am Samstag Abend muss da schon ein Jacob Weissbier her ;-) Aber meine Vorfreude gilt auch den schönen Trails rund um den O-See und der Herausforderung einen Titel zu verteidigen.

 

- Passion doesn´t need to be explained, it´s simply there -

Isso - Matteo (Pannenversion)

Kurzer Bericht mit großem Lerneffekt: Nach einem soliden Swim,  wechselte ich auf die mehr oder eher weniger crossige Bikestrecke, die aber ausreichte einen großen Plattfuß zu fahren. Das Ziel beim Crosstriathlon muss sein,  pannensicher zum Laufen zu kommen. Deswegen lieber 100g schwerere Reifen, welche resistenter sind und dafür 33min schneller auf den 10km.
So eigentlich würde das als Bericht genügen:

EINLEITUNG
„Muss ja, isso, Geht so isso, Läuft doch isso
Ne, nicht immer läuft es rund und noch ärgerlicher ist es wenn man nicht mal zum Laufen kommt. Aber irgendwie kann man diesen momentanen Chart-Hit von Matteo sinngemäß auf vergangenes Wochenende umlegen. (wenn man den WM-Erfolg unserer DFB-Mannschaft mal außen vor nimmt, was wir jetzt einfach mal machen).
„Keiner hat gesagt das Leben ist leicht, nimm´s nicht so schwer. Es kommt immer anders als man denkt, but I don´t care.“

Wobei es mich ja schon ärgert. Da fährt man also am Freitag Mittag direkt von der Arbeit aus– Hier ist auch mal ein Dank an meinen Arbeitgeber angebracht und vor allem Arbeitskollegen, die mir v.a. bei Wettkampffahrten den Rücken frei halten - 480 km Richtung Norden um dann ohne irgendwas in der Tasche zurückzufahren. Und was war da im Norden? „Lau da halt oisas da Nosn, asaziaghn!"

Pre-Race
Letztes Wochenende ging es nach Clausthal-Zellerfeld im östlichen Harz. Eine Woche zuvor, haben.wir noch eine Ferienwohnung bei einer älteren, rüstigen Dame gefunden die uns herzlichst begrüßte. Nachdem wir uns im tiefsten Landesinnere brutal verfahren haben. Aufgrund eines intensiv geführten Gesprächs, haben wir nämlich eine Autobahnausfahrt verpasst. Ich wusste aber auch nicht, dass es derartige Folgen hat, in Niedersachsen zu spät abzufahren. Eine Umleitung folgte der nächsten und die Strecke war schnell mal um 20km länger Gekrönt wurde unsere Odyssee, als wir vor einer Baustellen-Ampel OHNE Baustelle standen, ich meinen Gegenüber (20meter entfernt) in seine ungläubigen Augen starrte und wir Beide mit dem Fuß auf dem Gaspedal stundenlang an der Haltelinie ausharrten... oder vielleicht sind wir doch losgefahren

COURSE-CHECK
Swim: 2 Runden - 1 größere und 1 kleinere ohne Landgang
Bike: 3 Runden a 10,5km - 1 high-speed Abfahrt mit Dornenspalier,  gemixt mit breiten Forstautobahnen, 1 längeren Anstieg (195hm) und einen.kleinen, aber durchaus feinen Singletrail ohne technischen Anspruch aber etwas Flow
Run: 2 Runden a 4,7km - ein paar hm aber letztens nur auf Schotter. 

Race-Day
Erst am späten Nachmittag um halb vier sollte es losgehen. Eine Stunde vor Start, trafen wir am Strandbad ein und liefen uns gemeinsam mit Lars (Fricke) warm. Und da mir der Aktivator von SPONSER schon in Griechenland zu einer zufriedenstellenden Schwimmzeit verhalf, setzte ich ihn auch diesmal wieder ein. Nach einem kurzen Plausch und der Erkenntnis, dass ein starkes Starterfeld an den Start ging, konnte es dann pünktlich losgehen. Im Hinblick auf die bevorstehende WM war ich froh, dass trotz der knapp über dem Richtwert liegenden Wassertemperatur ohne Neo geschwommen wurde. Start: Hunderte Beine und Arme – Schätzungsweise jeweils doppelt soviel wie Teilnehmer – schlugen neben mir ein und schwammen auf die erste Boje zu. Obwohl ich dachte, ich hätte mich gut positioniert fand ich mich doch ziemlich nah an der Boje wieder und musste meine Position behaupten. Auch bei der 2. Boje hatte ich noch keine Probleme. Aber bei der 3. und einer 180 Grad Wende, verlor ich komplett meinen Rhythmus und versuchte dann nur noch irgendwie  aus dem Groß meiner Gruppe raus zu schwimmen und erstmal wieder zu mir zu kommen. Leider verlor ich dadurch wertvolle Sekunden und sah die Gruppe davon schwimmen. Vielleicht doch eine überhastete Aktion von mir, denn ich sah die Gruppe vor mir, konnte aber nicht mehr entscheidend rankommen und so schwamm ich im 70m Abstand die restlichen 1000m und stieg nach 27.24min aus dem Wasser. Das nächste Mal muss einfach durchgezogen werden.
„Muss ja, isso“
Nun sollte es besser werden. Rauf aufs BROTHERS und Rein ins Vergnügen. Doch erstmal galt es, den Körper warm zu bekommen. Bibbernd fuhr ich die erste Abfahrt runter und auf einer breiten Zubringerstraße – man hätte fast von der A 93 reden können – ging es dann zum ersten Mal den „Col du Clausthal“ hinauf und dort konnte ich gewohnt meine Kletterstärke ausnutzen und einen Gegner nach den anderen einsammeln. Den kurzen Singletrail, der mehr aus Pfützen bestand als aus technischen Teilstücken zauberte dann doch kurz das ein oder andere Lächeln auf die Lippen, wobei man dabei versuchte den Mund geschlossen zu halten, da ansonsten der ganze Mund voller Dreck gewesen wäre. Anfang der 2. Runde bemerkte ich, dass ich immer besser in den Rhythmus kam. Noch 2 Runden und alles auf eine Karte. Die schnelle Abfahrt wurde nun noch riskanter genommen und so ging es mit knappen 70km/h über frisch gemähtes Gras, Dornenstauden und ein wenig Geröll. Am Ende der Abfahrt, sah ich bereits Mike schiebend den Weg zurück nehmen und ich dachte mir, „Shit, das war´s jetzt mir der Mannschaftswertung“. Und „wia´s da Deiflhomwui“ bog ich auf der A93 gerade Richtung „Col du Clausthal“ und ZACK, war auch bei mir die Luft draußen. Ich stand am Berg und brachte die Kurbel nicht mehr rum… Anders als noch in Griechenland hatte ich bei diesem Platten keine Chance. Ein 1,5cm langer Schnitt, spukte das Pannespray genauso schnell wieder aus, wie ich es reinspritzte.
„Geht so isso“
Nun musste ich also gehend zurück und mir mein DNF  abholen. Währenddessen gab ich Michl immer die Rückstände auf seinen direkten Kontrahenten durch. Betrug er am Anfang noch rund 4 Minuten, waren es bereits bei seinem Wechsel in die Laufschuhe nur noch 2,5min. Da ich mich – Oh wunder – noch ziemlich fit fühlte machte ich mich im Laufschritt entgegen der Wettkampf-Laufrichtung auf um Michl zu unterstützen und ihm die Zeiten durchzusagen. Desweiteren wären ja meine INOV8 beleidigt gewesen, wenn sie den ganzen Tag in der Wechselzone verbringen hätten müssen. Mit einer starken kämpferischen Leistung, konnte er sich noch den 3. Deutschen Meistertitel holen.
„Läuft doch isso“

After Race
Kurz und bündig: 
De zwoaPlatterten, hom an Platten ghabt, aber das gute Abschneiden von Michael, hat die Stimmung wieder gehoben. Den Abend ließen wir dann bei einem guten JACOB Weissbier, Pizza und gemeinsam mit Lars ausklingen.

Fact
„Keiner hat gesagt das Leben ist leicht, nimm´s nicht so schwer. Es kommt immer anders als man denkt, but I don´t care.“
Pannensicherheit geht vor Gewicht und deswegen werden jetzt dickere Schlappen aufgezogen! 

Zum Abschluss der ORIGINAL LIEDTEXT:
Muss ja isso Geht so isso Läuft doch isso isso

Yeah, schneller als ein Mofa, Sponser Sportfood Cola, Dienstag bis Montag Isso (isso)

Über die Trails jagen, manchen Gegner schlagen, und das Bike heimtragen Isso (isso)

Schönen Flow erleben, Idealline daneben, Ups jetzt musst du schieben Isso (isso)

Einer sagt Schlauch, der andere meint tubeless, na dann los versuch es. Isso (isso)

Wettkampf bis drei, hast alles dabei, kannste reparieren Isso (isso)

Kaum sitzte wieder drauf, drehste wieder auf, alle rasten aus Isso (isso)

Keiner hat gesagt das Leben ist leicht, nimm’s nicht so schwer Es kommt immer anders als man denkt,but I don’t care Komm und schmeiß die Hände in die Luft und fang sie wieder auf Machst es so wie ich und schrei was soll’s, da pfeif ich drauf (isso)

Yeah, heute biste König, morgen biste fröhlich, übermorgen (Pannen) Opfer Isso (isso) 

Haste keine Pumpe, Kriegste keine Pumpe, Luft kommt nicht von alleene Isso (isso)

Welcher Mantel ist der stärkste, wer wird hier der nächste, fachgesimpel bla bla Isso (isso)

Schwalbe, Specialized, Conti, Keiner hat eine Garantie, Isso (isso)

Wenn die Luft raus is, pannenschutz den brauch ich, Leben ist oft hässlich Isso (isso)

Dass Nächste mal da hält er, und ins Ziel da rennt er Leben isso geil

LINK zum nachhören:
http://m.youtube.com/watch?v=HRRs18OBjiQ

XTerra Greece

Vorgeschichte:

Unverhofft kommt oft, und so war es auch mit meiner relativ spontanen Teilnahme beim Xterra  Greece. Nachdem ich mir Mitte Juli eigentlich einen anderen Xterra vorgenommen hatte und dieser aber abgesagt wurde, bekam ich von meinen Buddy Bernd Kiesel den Anruf und Aufruf ich sollte doch mit ihm und Lars Erik Fricke den Cross-Dreikampf am Lake Plasteria bestreiten. Welche Laagan(=bayerischer Ausdruck für kleine Pfütze) ?
Nun denn nichts wissend, wo genau dieser See lag, buchte ich also meinen Flug von Frankfurt-Hahn nach Volos. Und wieder nur Fragezeichen, denn die einzigen Städte in Griechenland, welche ich kenne sind diese, welche ich von der Speisekarte bei unseren heimischen Griechen kenne. (Rhodos-Teller, Thessaloniki-Teller, Athen-Platte und ja... Zaziki und Kalamari natürlich auch noch)

Pre-Race:

Etwas geschockt, war ich am Tag vor der Abreise, als ich unseren Abflugflughafen ins Navi eingab und feststellen musste, dass dieser noch gut 100km weiter entfernt von Frankfurt war.  So traf ich mich mit Bernd in Heilbronn und wir fuhren gemeinsam die  restlichen  200km. Mitten in der Provinz war dann auch dieser Flughafen. (Ich mache mir nun ernsthaft Gedanken auch bei uns einen Flughafen zu bauen und diesen dann München-Dietldorf (MDD) zu nennen - schlechter wie BER können wir uns auch nicht anstellen ;-)) Gemeinsam mit Lars und seiner Freundin stiegen wir in unseren Flieger und kamen nach rund 2 1/2h Flug in Volos an. Obwohl keiner von uns nasse Haare (ich sowieso nicht) hatte, bekamen wir auf den Flugfeld einen gratis Fön geschenkt. Der wärmende Wind und die Sonne zauberte allen ein Lächeln und den ein oder anderen Schweißtropfen ins Gesicht. Er ließ uns erahnen, welchen klimatischen Bedingungen wir am Wettkampftag ausgesetzt sein sollten. Mit unseren Leihauto und der geschenkten Landkarte der Verleihfirma machte wir uns also auf den Weg nach Karditsa - dort hofften wir, dass unser See ausgeschildert war. Da wir Sportler unsere Beine schonen  mussten brachte uns Franzi (Lars´s Freundin Anm. der Redaktion) zuerst an einen Lidl und dann ans Ziel. Kalvivia liegt auf knapp 800m über n.N. und dennoch waren wir erstaunt wie sehr der See, doch einen Alpensee glich. Auch die Wasserqualität, welche wir gleich bei einem Probe-Swim testeten, war wie "dahoam".   Danach bauten wir noch unsere Räder zusammen und tranken (probierten ) ein einheimisches Bier, dieses konnte aber von der Qualität nicht mit "dahoam" mithalten und so war ich froh, für nach dem Rennen noch ein gutes Jacob Weissbier eingepackt zu haben.

Race Course Check:

Swim -2 Runden á 750m um die original OLYMPIA 2002 Bojen,  gutes Wassergefühl, leichter Wellengang beim Probeschwimmen
Bike - 2 Runden á 15 km mit jeweils 430hm Steigung, davon 300hm am Stück. 100hm davon technischer Uphill - Langer Downhill mit gefährlichen grobschottrigen Kurven, aber auch kurzen technischen Teilstücken 
Run - 2 Runden á 5,5km - sehr crossig mit vielen Richtungswechseln und kleinen Anstiegen - challengin´

RaceDay:

Ich fühlte mich gut am Morgen und war auch relativ entspannt. Relativ, denn ich fuhr schon mit dem Ziel nach Griechenland, um  mich für die XTerra Champs auf Maui zu qualifizieren und wusste, dass es in meiner AG nur als Sieger das Ticket gab und man bei einem Cross-Triathlon nie weiß, ob man pannen- und sturzfrei das Ziel erreicht. Zusätzlich redete ich mir auch noch ein, dass ich eh in meiner schwachen Disziplin - dem Schwimmen - die letzten 2 Wochen aufgrund meiner Schnittwunde nicht trainieren konnte. Und so  bekam ich das große Nervenflattern auch erst als ich den Neopren, meine Schwimmbrille und die Badehaube vom Hotel aufhatte..
Die Nervosität stieg immer mehr an und die Bojen schienen auch weiter draußen zu sein, als dass die Runde 750m wäre. Lars und Bernd - beides gute Schwimmer - schienen zumindest äußerlich cool zu sein. Schließlich fiel der Startschuss und die Meute stürmte ins Wasser. Als guter Läufer war ich natürlich vorne mit dabei und glücklicherweise, wurde ich - oh Wunder - zwar überholt, konnte mich aber aus jeglichen Gerangel raushalten. Ich fand schnell meinen Rhythmus, aber Leider keinen Wasserschatten. Erst auf den letzten 200m der Runde, konnte ich mich ein wenig ausruhen. "Relaxt" ging es an Land. Ich fühlte mich gut, sodass ich mir vornahm an Land noch an einen anderen Schwimmer heran zulaufen um mich bei ihn an die Fersen zu heften.  Beim Sprung in den See konnte ich noch heran hechten und versuchte also ihm zu folgen. Das Schwimmtraining  scheint sich also insofern auszuzahlen, dass ich nicht mittelmäßig anfange und dann stark nachlasse, sondern, dass ich also nun mittelmäßig durchziehen kann. Der Wechsel war dann auch eher mittelmäßig, da ich zuerst versuchte den Transponder abzuziehen, anstatt den Neopren. Nichtsdestotrotz, verließ ich positiv gestimmt die Wechselzone, da ich mich schon auf Position 2 in meiner AG befand und auch Gesamt, sah es noch recht gefüllt aus.
Als ich Bernd bereits auf den ersten 100m auf der Radstrecke überholte, wusste ich, dass ich im vorderen Drittel sein musste und hoffte einfach, dass Bernd gut geschwommen war. Gleich danach, ging es leicht bergab über groben Schotter und ich versuchte auf dieser Passage meine Handschuhe anzuziehen. Dies gelang mir zwar, jedoch war ich etwas unachtsam was meine Linienwahl betraf und so schlug ein kleiner Stein gegen meinen Reifen, was ja auf dem Bike immer wieder vorkommt. Nach etwa 1 Kilometer merkte ich jedoch, wie das Hinterrad immer schwammiger wurde... Verdammt ein Schleicher... Runter vom Bike, Pannenspray rein, einmal Hinterrad durchdrehen, Rauf aufs Bike und hoffen alles richtig gemacht zu haben. Der ungewollte PIT-Stop war schnell und so konnte ich mich bald wieder auf die Aufholjagd machen. Noch am ersten Anstieg fuhr ich dann an meinen direkten AG-Konkurrenten vorbei und nahm mir vor, die Abfahrten nun kontrolliert abzufahren und genau auf mein Rad zu hören. Nach einem kurzen technischen Downhill, ging es auf eine Schiebepassage bergan und ich hatte kurz die Chance meinen Reifendruck zu kontrollieren.. . "Oh zu wenig!", sagte mein Gefühl. Am Anstieg der 2. Runde fuhr ich dann auf Kathrin Müller auf... Wahnsinn, wie sie sich auch den Berg hochquälte und die Tschechin Erbanova auf Distanz hielt. Meine Abfahrtskünste hielten sich am heutigen Tag  in Grenzen, denn ich wollte keinen Plattfuß mehr Riskieren und dennoch schnellstmöglich in die Wechselzone. Am Ende der Runde, bog ich Richtung Wechselzone und die Zuschauer begannen zu schreien und sich ja sogar in den Weg zu stellen. "Haben die etwa die Anfahrt zur Wechselzone geändert?", dachte ich mir und hielt an. Auf Englisch brachte ich ihnen bei, dass ich schon 2 Runden absolviert hatte und so ließen sie mich schließlich doch noch gewähren... Fehlende Routine eben.
Das Laufen ist schnell erzählt. Ich kam aufgrund der vielen Richtungswechsel und immer wieder kleinen Anstiege sehr schlecht in einen Rhythmus und konnte erst ab Kilometer 2,5, wo ich gehend einen Wasserbecher trank richtig laufen. Im Hinsicht auf die Hitze, war es die richtige Entscheidung, jede Möglichkeit der Flüssigaufnahme richtig zu nutzen und nicht in Eifer des Rennens den halben Becher zu vergeuden und eine Dehydration zu riskieren. Die Trails rund um den See machten richtig Laune und erfreuten das Läuferherz. Dank, dem XTalon von Inov-8 hatte ich auch bei den Downhills guten Grip, sodass ich den Lauf kontrolliert beenden konnte. Ich freute mich riesig über das Ergebnis von Lars, der natürlich vor mir auf Gesamtplatz 6 das Rennen beendete und mir die frohe Kunde über einen deutschen Doppelsieg bei den Amateuren kund gab. Nun galt es, aber erstemal Bernd die Daumen zu drücken, damit auch er die Quali für Maui schaffen würde. Gemeinsam gingen wir ihm ein Stückchen entgegen und brüllten ihn die letzten Meter ins Ziel. Mit Platz 4 erreichte er zwar leider keinen direkten Quali-Platz, steht aber als erster Nachrücker auf der Liste. Ich hoffe auch, dass er diesen nutzen kann. Natürlich freute ich mich auch, im Gesamtklassement auf den 10. Platz gelaufen zu sein. Weiß aber auch, dass es noch ein langer Weg ist, sich dort dann auch zu etablieren.

After-Race:

Gleich nach dem Rennen verstauten wir unsere Fahrräder wieder in die Koffer und duschten uns erstmal kalt ab. Nach getaner Arbeit- jeder der schon mal einen Radkoffer gepackt hat, weiß wovon ich rede - gönnten wir drei uns ein gutes Weissbier von zuhause. Nach der positiven Resonanz, von Bernd und Lars, weiß ich, dass ich das nächste Mal eine Flasche pro Person mitnehmen muss. Ob sie mir auf Mauii, wohl ein Kistl im Handgepäck erlauben? :D

Fact:

Der Xterra Greece, war nicht nur durch mein persönlich gutes Abschneiden erfreulich, NEIN vielmehr, war es ein schöner Kurztrip mit Freunden (Lars und Bernd), welche gemeinsam den Sport leben und lieben. Das der Veranstalter uns neben einen perfekt organisierten Rennen, dann noch in einen so malerischen Ort bringt, ist das schöne an Cross-Triathlon und genau der Grund, warum es nicht nur ein Sport sondern auch Leidenschaft ist. 


Passion doesn´t need to be explained, it´s simply there!

Liebesblicke

„Schau mich nicht so an!“ ,denn ihr Blick sagte alles. Traurig und enttäuscht zugleich schaute sie mich von unten an und dennoch mussten wir beide jetzt stark sein. Nein, ich durfte einfach nicht schon wieder schwach werden, denn heute ging es nicht nur um mich. Natürlich hätte ich sie gerne dabei gehabt und natürlich war ich selbst auch extrem betrübt sie alleine daheim zu lassen. Doch diesmal ging es nicht anders. 
Schweren Herzens durfte ich  meine geliebte Rock´n´Roll Maschine – von BROTHERS nicht mit auf dem Fahrradträger packen, sondern durfte nach einer gefühlten Ewigkeit mit meiner Red Lady wieder an einen Rennen teilnehmen. Am gestrigen Sonntag stand nämlich in Weiden i.d. Opf der erste Landesliga Nord Start mit dem Team unserer neugegründeten TV Burglengenfeld Triathlonabteilung an. 750m Schwimmen, 20km Rennrad mit Windschattenfreigbabe und abschließend 5km Laufen standen also für Tobi Pirzer, Michael Schaller und mir auf dem Plan. 

Das Zeitalter der neuen Kommunikation hat natürlich auch unsere Trainingsgruppe erreicht. Bereits frühmorgens, als wir uns aus unseren Betten gekämpft hatten schrieben wir uns in einer dieser Social-Messenger Gruppen wie schwer doch die Beine vom gestrigen Landkreislauf noch waren und mit welch einer „riesigen“ Motivation wir nach Weiden fahren würden. Na klar, wussten wir im Vorfeld schon, dass die Doppelbelastung von Landkreislauf am Samstag und Triathlon am Sonntag Spuren hinterlassen würde, aber wir wussten auch nicht, dass es samstags so gut laufen sollte. Zwar belegten wir nach dem Vorjahreserfolg leider nur Platz 4 (mit mickrigen 10 Sekunden Rückstand), dennoch war ich mit meiner Zeit von 31‘10“min auf den 9,3km sehr zufrieden, zumal ich mir zutraue, bei einem 10km-Lauf die Pace von 3‘20“ min/km durchzuziehen. Der Landkreislauf ist schon immer was Besonderes, an den einzelnen Wechselstationen sieht man immer wieder bekannte Gesichter und so ist es neben dem Laufen auch ein gemütlicher Kaffeeklatsch und Abwechslung zwischen all den ernsten Wettkämpfen, welche man übers Jahr hinweg absolviert. 

Motiviert von der Zeit vom Vortag - demotiviert von den ziehenden Waden am Wettkampftag ging es Sonntag Mittag gemeinsam Richtung Norden. In Weiden angekommen holten wir uns von BROTHERS Buddy Phillip Grötsch die Startnummern ab, der heute nur als Helfer fungierte . Nach gemeinsamer Vorbereitung und Check-In stiegen wir in die gleiche Bahn im Schätzeler Bad. Vor dem 1. Triathlon in der Saison war ich schon etwas angespannt und deswegen auch froh zusammen mit Tobi die 750m zu absolvieren. Um Punkt 14:40 ging es los und ich heftete mich an Tobi´s Fersen. Im 50m Becken schwammen wir auf Position 2 und 3 und blieben so größtenteils von irgendwelchen Positionskämpfen verschont. Doch bei der ersten Überrundung nach ca. 400m erwischte mich der Überholte leider mit Arm so, dass meine Brille verrutschte und ich die restlichen 350m mit einem Auge schwimmen musste. Endlich wieder mit beiden Augen sehend torkelte ich, nach ein bisschen mehr als 12 min aus dem Wasser. Tobi entstieg  den Fluten natürlich vor mir und befand sich schon auf den Weg in den Wechsel. Die – für mich – gute Schwimmzeit stimmt mich positiv, auch wenn den größten Anteil daran natürlich Tobi hatte, der mich richtig gut mitzog.


Zwar hatten wir auch im Vorfeld auch die Wechsel geübt, aber ein Rennrad ist eben doch was anderes als ein Mountainbike und so verlor ich – wia´s da Deifl hom wui – einen Rennradschuh vom Pedal und ich musste mir in der Wechselzone einen Schuh anziehen und mit dem anderen Barfuß weiterlaufen. Als ich dann auf mein Rad aufsprang hatte ich bereits 200m auf Tobi verloren und ich tat gut daran, gleich aufzuholen, da sich schon eine Gruppe um Tobi bildete. Durch die Zeit beim Brothers Bikes Team, war mir zwar schon das Windschattenfahren bekannt, dennoch wusste ich nicht inwieweit die Triathleten das Windschattenfahren handhaben. Also hinein in die Gruppe - nach vorne fahren - zurück fallen lassen und das ganze wieder von vorne. Mit der Zeit sammelten wir einen nach dem anderen auf und die Windschattenschlange wurde immer länger. Ich versuchte mich im vorderen Drittel zu halten um nicht Opfer des berühmten Ziehharmonika-Effekts zu werden und hinten irgendwann abreißen lassen zu müssen bzw. ein Loch wieder zu zufahren müssen. Von den Straßenradrennen war ich gewohnt, nach jeder Kehre Vollgas anzutreten um den Pulk hinterher zu kommen. Doch in meiner Gruppe, war dies nicht der Fall und so sprengte ich unbewusst bei jedem Antritt die Gruppe. Natürlich im Eifer der Spitzengruppe hinterherzukommen, versuchte ich vorne das Tempo hochzuhalten und bekam so nicht mit, dass Tobi hinten rausfiel und er das  aufklaffende Loch zwischen uns beiden nicht mehr zufahren konnte. So bestand die Verfolgergruppe im Großen und Ganzen aus 5 Personen in der sich immer wieder überholte Fahrer kurz einfanden, um danach wieder abreißen zu lassen. Leider war es uns nicht möglich näher an die Spitzengruppe heran zu kommen als stärkste Fahrer fand ich mich zwar oft im Wind - aber alleine hätte ich vermutlich auch keine Chance gehabt dem Führenden näher zu kommen. Sodass ich auf den letzten 8 Kilometern bemüht war den Kern der Gruppe beisammen zu halten um die Kräfte abwechselnd im Windschatten zu schonen. Mit 2 1/2 Minuten Rückstand auf Sebastian Bauer vom Tristar Regensburg und Alexander Haas von der TSG 08 Roth und 1 1/2min auf die 1. Verfolgergruppe kamen wir in die Wechselzone. Dieser Wechsel funktionierte und nun kam der Laufpart.

 

Einfach Laufen dachte ich mir und so verzichtete ich durchaus bewusst auf meine GPS-Uhr. Sonderlich viel erwartete ich mir auch nicht. Ich wartete nur darauf, dass meine Beine schwer wurden - denn bis jetzt ging alles eigentlich ganz gut. Aber da ich nach dem Laufen auf Platz 18 lag, waren noch etliche Kontrahenten vor mir. Phillip und Krissi motivierten mich zusätzlich lautstark auf der 2,5km Runde, wo ich 2 Mal an ihnen vorbeilief. Immer wieder gab mir Phillip den Rückstand zur Spitze durch und so entwickelte sich ein schneller Lauf. Wie in Trance sammelte ich einen Gegner nach dem anderen ein - Sorry Phillip und Krissi, dass ich euch keines Blickes würdigte. 
Nichtahnend auf welcher Position ich lag, sah ich bei Kilometer 3,5 Michl und dann dachte ich mir auflaufen und ihn für seine 2. Runde motivieren. 800m vorm Ziel überholte ich dann Michl und mit einem Klaps versuchte ich ihn nochmal ein paar Kraftreserven hervor zu locken. Auf der langen Zielgeraden kam ich mit langen Schritten noch einen direkten Kontrahenten näher und wir lieferten uns auf den letzten 300m einen packenden Schlussspurt. Leider fehlten am Ende die letzten Körner und so landete ich mit 1 Sekunde Rückstand auf Platz 5. Wenigstens kein 2. Mal Vierter. 

Ein Platz auf dem Stockerl wäre natürlich schön gewesen, aber am Ende war ich zufrieden. Es scheint, als ob sich meine Laufperformance bei 3´20" min/km einpendeln würde, was im Anbetracht der bevorstehenden Trail-Runs über 10km keine schlechte Pace wäre und natürlich ein bisschen Träumerei. Die F-Lite 195 von Inov-8 fliegen nur so über die Laufstrecke und auch die X-Talon freuen sich schon auf die ersten Cross-Triathlon-Einsätze. 

Der erste LigaStart hat auf jeden Fall Spaß gemacht, auch wenn es mir selber ein bisschen zuwider ist, dass ich Tobi beim Radfahren im Stich gelassen habe. Das nächste Mal machen wir´s besser. Michl darf sich auf jeden Fall auf großartige Aufholjagden bei seinen Triathlons freuen, was auch eine Menge Spaß macht. Den Abend ließen wir gemeinsam noch bei einem guten Jacob-Weizen im Biergarten Frey in Burglengenfeld ausklingen.

Nächste Woche steht der Mountainbike Marathon in Tegernsee an, dann heißt es wieder gemeinsam mit Lars: 

Rock´n´Roll

 

und bis dahin hat sie mir hoffentlich verziehen, dass sie diese Wochenende alleine zu Hause bleiben musste. 

Oida Haudeng und Junga Wuida

Kurzentschlossen und das ist gut so!

So richtig hab ich es gar nicht wahrgenommen, dass der Ersatztermin für die 24h BIKE on FIRE, an diesem Wochenende auf dem Gut Matteshof in Rieden stattfinden sollte.

Irgendwie hat aber Lars Wind davon bekommen und so standen wir am Samstag beim 4h-MTB-Rennen im Zweierteam am Start. Lars ließ mich gleich wissen, dass es sich hierbei um eine "härtere" Trainingseinheit handeln sollte und jeder von uns 2h-Stunden am Stück absolvieren sollte. Ich wollte die "Trainingseinheit" natürlich gewinnen und würde lügen, wenn ich anfangs gezweifelt hatte, ob die 2 Stunden Taktik dafür die Richtige gewesen ist.

Verhalten angehen und schauen was die 4er Teams so machen, hat Lars mir also auf den Weg gegeben, nachdem ich mich als Startfahrer angeboten hatte.
Stand ich am Start noch gähnend in der ersten Reihe, so war ich aber bereits nach der 1. Kurve in Führung. Ich wollte keinen Sturz im Getümmel riskieren und trat so die Flucht nach vorne an. Aber bereits am ersten Anstieg, ließ ich einen Kontrahenten passieren und versuchte mich also - an 2. Stelle - zurückzuhalten. Nachdem ich die Strecke im Vorfeld schon abgefahren bin - wusste ich, dass es im 2. Drittel der Runde ein kurzes Teilstück gab, an dem man absteigen und mit dem Rad etwa 2 Meter hinaufklettern musste. Also wieder - die Flucht nach vorne, um einen Stau zu vermeiden. Gleich nach dem Kletterstück ging es leicht bergauf und so blieb ich in Führung. Auf den letzten 50m der Runde, überholte mich noch ein Kontrahent, aber das Ausklicken der Schuhe ließ vermuten, dass dieses Team rundenweise wechseln würde. "Da häng ich mich einfach bei seinem Teamkollegen in den Windschatten", dachte ich mir noch, als ich an der Wechselzone vorbeibrauste und mir Hoffnungen machte meine Kräfte zu schonen. Als nach der Hälfte der zweiten Runde immer noch kein Mitstreiter hinter mir war, begann ich nun also meinen Stiefel durchzuziehen - was anderes blieb mir auch nicht übrig, da noch 1h40 zu fahren waren. Also das Tempo hochhalten und mit "Controlle" abfahren. Doch dies war leichter gesagt als getan, den bereits in meiner 3. Runde überrundete ich die ersten Einzelfahrer des 4-Std Rennens und immer wieder musste man sich bei den engen(spaßigen) Trails mit einem lauten "Rechts" oder "Links" an den Kontrahenten vorbeizwicken. In Runde 6 passierte es dann aber, dass ich am Ende einer langen und schnellen Wiesenabfahrt, 2 Mitstreiter vor mir hatte. Da es danach in einen engen Trail ging und ich etwas übermotiviert heranbrauste um die beiden auf jeden Fall noch davor zu überholen, bremste mich ein Baum aus und ich stieg etwas unsanft von meinem Mountainbike ab. Obwohl ich mir Schürfwunden am ganzen rechten Arm zugezogen hatte, war das schmerzvollste eigentlich der Krampf in der Wade der mich direkt nach dem Sturz heimsuchte. Leider waren zu diesem Zeitpunkt noch rund 40 Minuten zu fahren und so konnte ich mich zwar noch weiterfahren, aber die Abfahrten wurden kontrollierter gefahren und auch die Anstiege - denn es galt nicht komplett zu verkrampfen. Die letzten Runden wurden härter und etwas langsamer. Nach 1h55min war ich froh, auf Lars wechseln zu können. Mit einem Vorsprung von knapp 5 min ging Lars auf seinen Rennpart. Und als ich in trockenen Kleidung wechselte, begann es zu regnen. Glück für mich, da ja für mich das Rennen schon beendet war. Aber ich wusste auch, dass es da draußen auf der Strecke nun richtig matschig wurde. Lars zog Runde für Runde und konnte auch auf den schwierigen Untergrund konstante Rundenzeiten fahren und unseren Vorsprung ausbauen. Seinen Rundenzeiten pendelten sich bei knapp über 13 Minuten ein und als er dann 15 Minuten vor Schluss ein letztes Mal an unserer selbst errichten Verpflegungsstation mit Sponser Produkten vorbeifuhr, hoffte ich natürlich, dass er die letzte Runde mit den letzten Kräften pünktlich zu Enden bringen konnte.
Vom Start-Ziel Bereich konnte man die letzten 300m der Strecke gut einsehen und als der Moderator noch 2 Minuten bis zum Ende ansagte hoffte ich, dass Lars jeden Augenblick um die Kurve bog und die letzte Runde noch perfekt machte. Als nur noch 1 Minute auf der Uhr stand tippelte ich schon ganz nervös von einem Fuß auf dem nächsten. Doch dann bog ein schwarz-rotes BROTHERS -Trikot um die Kurve und Lars war auf seinen finalen Metern. Der Moderator glaubte zuerst nicht, dass noch ein Teilnehmer des 4-Std Rennens ins Ziel kommen würde, aber nach meinen Anfeuerungsrufen erahnte er scheinbar doch noch, dass es ein Team schaffen würde. Die Zeit verging und etwa 20 Sekunden vor Schluss bog Lars auf die 50m lange Ziel"gerade". Er genoss den Jubel der - leider etwas spärlich erschienen - Zuschauer und fuhr seine 9. Runde 4 Sekunden vor Schluss zu Ende.

Und so beendeten wir das Rennen mit einem Vorsprung von einer knappen Runde. Auf die Form kann nun bis August gut aufgebaut werden und ich freue mich auf den Tegernseer Bike Marathon - zusammen mit Natalie und Lars!

Rock On!

Nicht schon wieder Italien

Wie jedes Jahr beginnt die Mountainbike-Saison für viele erst mit dem Riva Bike Festival am Gardasee. Habe ich in den letzten Jahren, diesen Auftakt immer nur aus Berichten der Zeitschrift verfolgt, habe ich mich heuer zusammen mit meiner Freundin Natalie und meinem Kumpel Lars aufgemacht den – für die ganze Bike-Szene – place2be aufzusuchen. Für Lars war es natürlich nicht das erste Mal. Er nimmt schon gefühlte 50 Jahre an diesem Festival teil und war auch Hauptinitiator, dass wir beide dieses Mal mitfuhren.

Geplant wurde der Trip, aber dann eher spontan im gemeinsamen Trainingslager 3 Wochen zuvor. Für Lars ist der Bike-Marathon in jeder Saison sein erstes Rennen. Ich dagegen war unentschlossen, ob – und wenn ja über welche Distanz – ich ein Rennen fahren werde. Denn die beiden Trainingslager in Cesenatico und eine harte Trainingswoche im verschneit… aahh.. verregneten Burglengenfeld, haben der Form doch nochmal einen Schub gegeben und der Saisonhöhepunkt liegt ja mit Mitte August noch in weiter Ferne. Überrascht und zugleich ein großes Lächeln zauberte mir aber meine Freundin ins Gesicht als sie sagte, sie wolle unbedingt die Ronda Facile (28km, 600hm) als Rennen fahren.
Nun stand ich also im Zwiespalt, die 28 km als Vollgas Rennen zu fahren, oder aber die Ronda Piccola als „geführte Tour“ alleine zu fahren und dort den sportlichen Ehrgeiz zu Unterdrücken – was rein trainingstechnisch der Idealfall gewesen wäre.

Nach kurzer Überredungsarbeit konnte ich Natalie überzeugen, die Piccola gemeinsam mit mir zu fahren. Interessant war auch, dass der Letzte Streckenabschnitt der Piccola und der Ronda Extrema - gemeinsam ins Ziel führten. Neben einer geführten Tour mit Natalie hoffte ich also auch die Marathon-Weltelite hautnah mitzuerleben. Gemeinsam fuhren wir den etwa 17km langen Anstieg auf Gorghi hoch und Natalie fuhr die bis zu 20%-steilen Passagen tapfer hoch, während andere Mitracer schoben. Auf der Hälfte des Anstieges hilf ich noch einen Russen, welcher einen Kettenriss hatte. Er sagte, dass er schon seit einer halben Stunde versuchte die Kette zu reparieren und ich ihn mit meinen Kettenstift erst helfen konnte. Ein schöner Moment, den man aber scheinbar im Renngeschehen eher nicht bereit ist zu genießen. Nun musste ich aber erstmal wieder Natalie einholen. Und so konnte ich auf dem gesamten Anstieg auch mal kurz für Fotos mit dem Handy innehalten, um dann wieder einen Bergintervall zu Natalie hinaufzuspurten. Bei der Hälfte der Gesamtstrecke und am letzten knackigen Anstieg hörte ich dann auch schon das Führungsmotorrad der Ronda Extrema und ich machte Platz für die Besten der Welt. In Führung lag zu diesem Zeitpunkt noch Jaroslav Kulhavy (Olympiasieger 2008 im CC) und am dritter Position mit 50 Sekunden Rückstand der spätere Sieger und Marathon-Weltmeister Urs Huber. Mit ein bisschen Abstand zu den Profis, hetzte ich dann auch den letzten Anstieg im Renntempo der Jungs hinauf! Respekt Jungs! Das ist Sport!

Und nun ging es dann die 12km lange Abfahrt Richtung Riva hinab. Kurzen, technischen Teilstücken folgten flowige Trails im weichen Waldboden. Auch hier überholten uns die TOP 30 der Ronda Extrema und immer wieder versuchte ich ein Stückchen mit den Profis mitzuhalten, um deren Linienwahl und Fahrtechnik auszuspionieren.

Auf der letzten technischen und von groben Steinen gespickten Abfahrt überholte uns auch Lars und sein Fluchen und Schimpfen ließ mich nur erahnen, dass er mit der Leistung nicht zufrieden sein sollte. Natalie und ich überquerten gemeinsam nach 4h05min Fahrzeit die Ziellinie und ich war stolz, dass mein Babe die Strecke über 45km und 1523hm ohne große Vorbereitung geschafft und mich vor einem Rennen abgehalten hatte. Im Ziel analysierten wir dann gemeinsam mit Lars unsere Zeiten und Erfahrungen während des Rennens. Lars schnitt - auch wenn er mit sich selbst haderte - mit Platz 10 in seiner AK doch respektvoll ab und bei Natalie und mir zählte an diesem Wochenende nur der Funfaktor.
Den Abend ließen wir am CRAFT DE stand gemeinsam mit Freunden und guten alten Rock´n´Roll ausklingen!

Riva sieht mich nächstes Jahr wieder - aber dann in enger Lyra-Hose und nicht in schlabbiger Baggy-Pant ;-) 

Rock´n´Roll mit Lars

Tag 1

„Tanz auf rohen Eiern“

 

Anreisetag und kurze Ausfahrt - Kurze Ausfahrt?  Na klar! Lockere 70km von Cesenatico auf Bertinoro und zurück über Cesena zum Hotel. Eigentlich eine kurze Ausfahrt. Wenn da nicht auf der Abfahrt nach Cesena, ein lauter Knall hinter mir zu hören gewesen wäre.

Umgedreht und gesehen, dass Lars sein Bike ausrollen lässt. „ Na super! Hat der Pannenteufel wieder zugeschlagen“, dachte ich mir und ich erinnerte mich gleich wieder an das Radtrainingslager vor 2 Jahren, wo wir auf einer Tour gleich 4 Platten hatten. 
Doch weit gefehlt! Wir hätten uns beide gewünscht, dass es nur ein Plattfuß gewesen wäre, aber stattdessen hatte, Lars´s Vorderrad scheinbar einen Haarriss, sodass es die Speichen direkt an der Nabe „rausgerissen“ hat. Mit dem Mini-Tool Speichenschlüssel, haben wir dann das Laufrad so „zentriert“, sodass es wenigstens einigermaßen rund lief. Die letzten 30 km sind schnell erzählt. Sage und schreibe 1 ¾h haben wir zurück ins Hotel gebraucht. Dass das Laufrad dermaßen eierte brauche ich eigentlich nicht explizit zu erwähnen. 

Tag 2

175km ; 1800hm 
Avg Speed: 27,3 km/h 
time: 6h23min 
Avg HR: 132bpm

 

„Wenn´s mal wieder länger dauert“

 

Schnapp dir Lars. Die heutige Tour war im Hotel als Kombinations-Tour mit 60km Autofahrt und 86km Radtour ausgeschrieben. - „Owa fir wos san ma na dau?“ -  Das wir das Auto also nur zur Anreise und Abreise benutzen war für keinen von uns beiden ein wirkliches Problem. Also ging es wieder nach Bertinoro und auf den Spuren der berüchtigten „Nove Colli“ über den Pieve di Rivoschio auf Ranchio und vor dort nach Spinello. Zurück fuhren wir dann über Mercato nach Borello – wo wir uns einen wirklichen schnellen Espresso genehmigten. Denn die Tour war doch länger als erwartet und wir wollten auf keinen Fall an unserem ersten Tag das Nudelbuffet im Hotel verpassen. Also mit ein bisschen Speed zurück an die Adria. Und wieder verlief es nicht einwandfrei. Auf den letzten Kilometern wurde uns die Straße wegen eines Jugendrennradrennens versperrt. Wir sahen schon unsere Kohlenhydratspeicher elendig – vor gähnender Leere – dahin raffen. Als wir uns einfach an der Absperrung vorbei mogelten und mit den letzten Athleten durch´s Ziel fuhren. Die Azzurri jubelten uns euphorisch zu, als wir mit geschlossenen Kragen und ausgebreiteten Armen durchs Ziel fuhren

 

Tag 3

138km 1680hm 
Time: 5h06min 
Average Speed: 27,1 km/h 
Average HR: 126bpm 

„Am Cafe…“

Am Cafe in Borello wollten wir uns mit 2 weiteren Radkollegen treffen um dann gemeinsam zurück nach Cesenatico zu radeln Am Tag zuvor hat es ja aufgrund der unerwarteten Länge der Strecke nicht geklappt. Aber erstmal der Reihe nach: Dieses Mal fuhren wir in die anderer Richtung am Fiume Uso über den Passo de Grillo nach Novafeltria von wo aus dann der ca. 6km lange Anstieg nach Perticara erfolgte. Dieser Anstieg ist in diesem Trainingslager zu einem meiner Lieblingsanstiege geworden. Schön gleichmäßig kann man diesen raufstrampeln und auch die ein oder anderen Rennradfahrer überholen, welche sich dann versuchen an dich ranzuhängen um dann oben am Gipfel total fertig zu sein. Ob dies bei einem Grundlagentrainingslager sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Nun fuhren Lars und ich quasi die Nove Colli in die entgegengesetzte Richtung weiter. Über Barbotto ging es runter nach Mercato und von Sarsina rüber nach Ranchio. In Mercato aber kamen uns schon unsere Freunde entgegen und meinten, dass es mit dem Cafe wahrscheinlich wieder nichts wird. Sie hatten noch 15km leicht bergab zu radeln und uns stellten sich auf 25 km nochmals knapp 500hm entgegen. Aber als es bei uns nur noch 15km und diese auch leicht bergab zu radeln waren, entschieden wir uns für einen kurzen Intervall und wir flogen auf Borello mit einer geschätzten Durchschnittsgeschwindigkeit von 40km/h hinein und erwischten unsere Freunde gerade in dem Moment, als sie sich wieder aufs Rad schwingen wollten.

 

Tag 4

138km 2160hm 
Time: 5h14min 
Average Speed: 26,4 km/h 
Average HR: 130bpm 

"Flat is boring!" 

"Ein steiler Zahn!" Nein, nicht von irgendeiner Italienerin war heute die Rede, sondern die Radfahrer sprachen vom Monte Tifi - auch ein Pass auf der Nove Colli. Und wenn ich schon mal hier bin, dann muss ich den auch mal fahren. Das Schöne an Cesenatico ist, dass man sich lockere 30 km flach einfahren und danach trotzdem noch gut Höhenmeter machen kann. Also fuhren Lars und ich direkt den Monte Tifi an. 300hm auf gut 3km hören sich ganz solide an. Nichtsdestotrotz, braucht man auch hier keine Berggämsen-Übersetzung. Dass der Puls aber im GA 1 Bereich bleibt, ist denke ich auch hier nicht möglich. Oben angekommen fuhren wir wieder auf den Spuren des berühmten GranFondo- Rennens über Perticara zum Monte Pugliano. Bevor wir über den Passo de Grillo und Sogliano al Rubicone den Rücktritt antraten. In Sogliano, sagte ich noch zu Lars, dass es einen sehr guten Cafe in Roncofreddo gibt. Zwar lag somit nochmals ein kleiner Anstieg zwischen uns und dem Meer. Aber den nahm man für einen italienischen Espresso gerne in Kauf.

 

 


Tag 5
125km ; 1630hm
Time: 4h29
Average Speed: 28,0 km/h
Average HR: 126bpm

 

"It never rains..." 

in Italy? Falsch gedacht. Hat es noch morgens am Frühstückstisch nicht nach Regen ausgesehen. So musste wir um 9 Uhr feststellen, dass es scheinbar schien, sich einzuregnen. Auch wenn der Wetterbericht für Nachmittag Besserung gelobte. "Ganz große Kunst", dachte ich mir. Denn auch die Alternative den Vormittag im Hallenbad zu nutzen, fiel ins Wasser. Zu sehr hatte ich mich am Frühstückstisch aufs Radfahren vorbereitet und ich konnte mir nicht vorstellen, ein ordentliches Schwimmtraining mit vollen Bauch zu absolvieren. Also raus aus den Radklamotten und rein in die INOV-8 Turnschuhe. Denn Laufen kann man immer und überall. Mit Lars hatte ich ausgemacht, dass ich einen lockeren 10k absolviere und wir danach noch eine Runde auf dem Rad versuchen werden. Nachdem ich einen lockeren 4´45min/km Schnitt gelaufen bin - ich musste mich doch sehr zurückhalten nicht zu überpacen - ging es gegen Mittag aufs Rad und meine Beine brauchten eine gute Stunde um sich wieder ans radeln zu gewöhnen. Dennoch waren die Beine gut uns so fuhren wir noch eine schöne Runde über Bertinoro nach Meldola und von dort rüber auf Borello. Und den Höhenzug über Sogliano al Rubicone hinaus um dann wieder in Roncofreddo einen Cafe zu genießen. 

Tag 6

68km ; 400hm
Time: 2h23min
Average Speed: 30,6km/h
Average HR: 124bpm


Ruhetag

 

Heute wollte ich unbedingt was für die Schwimmform machen und so beschlossen wir, dass wir gemeinsam flach radelten und sich dann Lars in die "Berge" verabschiedete und ich wieder ins Hotel flach zurückfuhr. Dass ich mich dann noch auf der Heimfahrt vor einen Italiener setzte und dieser hartknäckig in meinen Windschatten verweilte, widersprach sich zwar mit dem Vorhaben locker zu radeln, aber stimmte mich trotzdem positiv, da die Beine, selbst am 6. Tag noch gut zu funktionieren schienen. Im Hallenbad erwischte ich dann noch auf meiner Bahn einen Schwimmer, der fast das gleiche Programm und auch fast die gleiche Geschwindigkeit wie ich schwomm. Auch blieb ich von Krämpfen, nach der Radtour verschont, aber das Rumgehüpfe und Gedehne auf den verschiedenen Bahnen ließ vermuten, dass ich nicht der einzige Triathlet im Bad war.

 

Tag 7

158km ; 2700hm 
Time: 5h47min 
Average Speed: 27,3 km/h
Average HR: 134bpm

 

Königsetappe


Heute hatten wir uns den Carpenga und somit den höchsten Berg in der Region als Ziel auserkoren. Flach ging es wieder über den Passo de Grillo nach San Leo. Eine landschaftlich, wunderbar gelegene Burg in Sichtweite zu San Marino. Von dort weiter nach Pugliano - oder wie der Bayer sagen würde "den Buggl a no". und von dort aus nach Carpenga Lars kannte die Strecke bereits von vorhergegangenen Trainingslager in Richione und somit hielt ich mich an den Bergen zurück und wir fuhren gemeinsam die ersten Höhenmeter. Auf der letzten Etappe hatte ich mir doch vorgenommen, nochmal festzustellen wie gut die Beine nach der Vorbelastung noch waren. Runter ging es dann wieder nach Novafeltria und noch einmal öffnete sich bei herrlichen Sonnenwetter der Blick ins Hinterland. Der 3. Pass war nun wieder hoch nach Perticara und nun wollte ich die Beine testen. Schnell fand ich meinen Rythmus und strampelte den Anstieg hinauf. Auf den letzten 800m und den letzten 3 Serpentinen, hatte sich dann auch noch ein Gegner in den Windschatten gesetzt, sodass ich auch noch auf den letzten Metern wirklich alles geben musste. Aber der LKW traute sich nicht zum Überholen anzusetzen. Gemeinsam mit Lars fuhren wir wieder den wunderbaren Höhenzug nach Sogliano und von dort aus ein letztes Mal nach Roncofreddo. Mit einem guten italienischen Cafe ließen wir unser gemeinsames Trainingslager ausklingen. 

Ich freue mich schon auf kommende Woche und auf den guten Espresso in Roncofreddo! 

Rock on und stay tuned! 

"Leichte Schuhe - Schwere Beine "

Kann man das glauben? 

Es ist das letzte März Wochenende. 21 Grad Sonne satt. 
Wenn man draußen unterwegs ist sieht man überall Leute in T-Shirts und zum Teil kurzen Hosen auf den Straßen, in den Biergärten. Die Leute wollen einfach raus, Sonne tanken, Sonne genießen! .

Radfahrer freuen sich auf die ersten Kilometer in kurz-kurz, was man um diese Jahreszeit allerhöchstens im Trainingslager auf Mallorca, Fuerta oder auch in Italien erwartet.  
Schwimmer beschweren sich bei den Bädern, weil die Freibecken noch geschlossen sind und sie noch im Hallenbad schwimmen müssen. 
Und Läufer genießen den ersten Wind, der durch ihre Haare weht… Naja. Nicht alle, manche freuen sich auch auf die Sonnenstrahlen, welche ihre Glatze wärmen. 

Auch ich stand am letzten Samstag mit meiner wehenden Mähne am Start der Crosslauf-Oberpfalzmeisterschaften in Gleiritsch. Beim Warmlaufen auf der Wettkampfstrecke, stellte man fest, dass die Strecke durchaus fordernd war. Irgendwo war ich froh, dass mich mein Coach aufgrund der Vorbelastung der Trainingswoche und von „Jag de Wuidsau“ nur auf der Mittelstrecke über die 3000m gemeldet hatte. So musste ich den Anstieg der Strecke nur 1. Mal bewältigen und auch der weiche Boden zog einem die Kraft aus den Beinen. Mit Korbinian Schönberger (Vize-Deutscher Berglaufmeister) und dem aufstrebenden Jugendlichen der DJK Weiden Maximilian Zeus waren sicherlich auch 2 heiße Eisen am Start, die ein hohes Tempo gehen würden. Optimal also um die abgesprochene schnelle Trainingseinheit zu absolvieren – natürlich mit Blick auf dem Oberpfalztitel.

Nach einem kurzen Plausch mit Korbinian wusste ich auch, dass er nach der Mittelstrecke auch auf der Langstrecke sein Glück versuchen würde.

Also optimale Bedingungen? 
Einfach mit reinhängen und „nur“ dranbleiben? 

Ich entschied mich vor dem Start gegen die Spikes und wollte auch gleich meine Inov-8 X-Talon unter Wettkampfbedingen testen. Einen außerordentlichen Gewichtsvorteil, war auch bei den Spikes nicht gegeben, da die X-Talon mit 190 Gramm auch extrem leicht sind.

So stand ich also an der Startlinie, umgeben von in den Boden scharende Spikes. Startschuss! Die Jugendliche Starter legten fast einen 100m Sprint hin und ich versuchte auch vorne zu bleiben, da ich eine kleine Brücke nach etwa 100m als Engstelle ausgemacht hatte. Danach wurde das Tempo aber gedrosselt und keiner wollte so recht im Wind laufen. Meine Beine fühlten sich gut an und so ging ich nach vorne. Nach ca. 500m, aber übernahmen Maximilian und Korbinian die Führung.

Nun hieß es „nur“ dranbleiben.

Und schon jetzt merkte ich, dass es verdammt hart werden sollte. Den ersten Kilometer gingen wir also auf 3´07 an und wir bogen als Trio auf die letzte – mit dem Anstieg gespickte – Runde. Meine Beine wurden schwer und immer schwerer. Ich konnte nicht mehr folgen. Das Heben der Beine fiel trotz der Lightwight-Schuhe extrem schwer. Korbinian und Maximilian liefen mit einen Affenzahn die Steigung bergan. Bergab dachte ich, dass ich mit guten Gripp wieder ein bisschen näher kam. Der 3. Platz war sicher und ich wollte den Abstand so gering wie möglich halten. Mein Trainer sagte mir etwa 400m vorm Ziel ich sollte raus nehmen. Mit einem schönen Laufstil, hatte es scheinbar nichts mehr zu tun. So quälte ich mich noch ins Ziel und finishte nach 10:24 min. Maximilian besiegte Korbi im Endspurt und zeigte somit seine Grundschnelligkeit und Steherqualitäten. Korbi konnte mit einem Sieg über die Langstrecke auch zufrieden auf seine Tagesleistung zurück blicken. 

Nachdem ich mich mit der Zeit nicht zufrieden zeigte muss ich im Nachbetracht doch zugeben, dass es sich um eine gute Trainingseinheit handelte: 

1. weil ich ein hohes Tempo beim Laufen durchaus mit anschlagen kann
2. es ein sehr gutes Kopftraining war
3. die Schwimmeinheit danach auch noch sehr zufriedenstellend verlief (auch wenn ich für die gleiche Streckenlänge rund 40 min länger brauchte (bei Intervall-Training))
4. Die Inov-8 einem das Laufen definitiv leichter anfühlen lassen und
5. ich -dank der Gloryfy G9- immer den perfekten Durchblick während des Laufes hatte.

 

Am Sonntag wurde dann bei einer gemeinsamen Bike-Tour mit der Freundin und dem Einkehrschwung beim Frey in Burglengenfeld mit eine guten Jacob Weissbier aktiv regeneriert. 
Ab nächster Woche versuche ich jeden Tag vom Trainingslager in Cesenatico zu berichten.

 

Rock On

Tom 

"Gwinnst fei scho, gö"

„Gwinnst fei scho,gö !“
„An Sieg wolln ma sehng, nix andars!“
„Mach uns koar Schand!“

 

All diese Sprüche prasselten auf mich vor meinem Start beim 1.Dietldorfer Cross-Duathlon „Jag de Wuidsau“ ein. Na klar, die Erwartungshaltung der Dorfbewohner war groß und somit auch scheinbar der Druck.
Scheinbar… Denn ich würde lügen, wenn ich schreiben würde, ich wollte nicht gewinnen.
Bei der Premieren-Veranstaltung gab es für mich nur Sieg oder Niederlage. Somit stellte ich schon einen hohen Anspruch an mich selbst. Ich wusste nicht, wo ich nach dem Wintertraining stand. Techniker-Abschlussprüfungen, Jobwechsel und auch die Organisation des Wettkampfes, gingen nicht spurlos an mir vorbei. Viel Zeit, welche ich ins Training hätte investieren können ging dabei flöten. Dennoch habe ich mich gewissenhaft, diszipliniert und voller Ehrgeiz dem Training gewidmet. Also doch „ KEINE ENTSCHULDIGUNGEN!“

Mehr schlecht als recht, machte ich mich also am gestrigen Sonntag warm. Das Durchführen der Wettkampfbesprechung nahm doch ein größeres Zeitfenster in Anspruch wie vermutet. Dennoch konnte uns Bürgermeister Heinz Karg mit einem Kanonenschuss pünktlich um 11:15 auf die „Jagd“ schicken.
Vom Start weg übernahm mein Trainingskollege und Freund Mike Weber die Führung, dahinter reihte sich Fabian Brandl mit ein und in Lauerstellung versuchte ich den 1. Kilometer abwartend zu absolvieren. Mike schlug mit 3’15 min (im rauhen Gelände) ein gutes Tempo an sodass, wir als Führungstrio in die erste Schlüsselstelle einbogen. Nach Kilometer 1 kam nämlich der sogenannte „Heartbreak Hill“. Hier ging ich an meine beiden Mitstreiter vorbei und versuchte das Tempo „hoch“ zu halten. Über Wald- und Wiesenwege ging es dann flotten Schrittes wieder zurück in Richtung Wechelzone, von wo aus man in die 2. Laufrunde startete. Die Stimmung als ich als Erstes und dennoch dicht gefolgt von Fabian  ins Blickfeld der Zuschauer kam, war atemberaubend.
Auf dem 1. flachen Kilometer der 2. Runde, ließ ich Fabian noch einmal passieren. Gemeinsam liefen wir noch einmal in den Heartbreak Hill hinein! Getrieben von der Blasmusik des Zweckverbandes und den Kuhglocken-Geläut am „Gipfel“ verschärfte ich das Tempo, sodass eine kleine Lücke klaffte. Ich hielt das Tempo hoch  und benötigte für die 5,2 Km mit insgesamt 70 hm 18:24min. Somit lief ich mit etwas Abstand in die Wechselzone hinein. Unter dem tosenden Applaus des Dietldorfers Publikum verließ ich diese wieder, gerade als Fabian hineinlief.

Nun kam mein Berg. Nicht nur, dass ich mich generell am Berg mit dem Bike wohlfühle. Nein, dieses (einzige) Teilstück auf der Teerstraße wird von den Einheimischen ehrfürchtig „Kerner-Berg“ genannt. Die Durchfahrt, durch meinen Hof, wo mich die gesamte Familie anfeuerte und mich auch meine Großeltern zum ersten Mal in Action sahen, war wieder ein sehr geiler Moment.
Danach begann der spaßige Teil der Bike-Runde. Trails und Waldpfade die zum Genießen einluden. Auch wenn man diese an den noch insgesamt 2 Anstiegen verfluchte.

 

Die Streckenposten feuerten jeden Athleten euphorisch an. Aber nicht nur die Streckenposten, – welche ja da sein mussten – nein auch viele Zuschauer hatten sich an den Abfahrten, trotz des Nieselwetters versammelt und gaben ihr Bestes. Auch wenn ich unter der Fahrt sehr fokussiert und konzentriert die Strecke unter die Räder nahm, nahm man zwar nicht wahr von wem die Anfeuerungsrufe kamen, aber auf jeden Fall wurde es immer sehr laut, wenn ich ins Dorf einfuhr oder sie eben einen roten Pfeil vorbeirauschen sahen.

Ich wusste ja wie anstrengend die kommenden 14 km mit insgesamt 530hm sein würden, sodass ich recht schnell meinen Rhythmus fand und ich  auch alle Radrunden im gleichmäßigen Tempo absolvieren konnte. Ein großes Lob auch an alle Teilnehmer, welche untereinander sehr viel Rücksicht nahmen. Schnellere gewähren ließen und langsamere nicht gefährdeten. Kein Wunder, dass nach dem Rennen viele von der Radstrecke schwärmten auch wenn diese konditionell sehr fordernd war. Durch die gegenseitige Rücksichtnahme hatte jeder einen großen Spaß – die Atmosphäre trug natürlich ihr übriges bei.

Kontinuierlich konnte ich meinen Vorsprung ausbauen, während die Podiumsplätze ordentlich durchgewirbelt wurden. Elmar Daubenmerkl vom Tristar Regensburg zeigte dem Teilnehmerfeld seine Mountainbike Fähigkeiten und schob sich auf Platz 2 vor. Während mein Teamkollege Mike Weber den dritten Platz halten konnte. Mit ca. 1´30min Vorsprung kam ich zum letzten Wechsel auf die Laufstrecke.

Mit dem relativ großen Vorsprung im Nacken konnte ich die Laufstrecke locker angehen. Ich nahm mir aber vor erst auf den letzten Kilometer das Tempo rauszunehmen und mein Heimspiel zu genießen, wollte ich doch definitiv nichts anbrennen lassen.
Der Einlauf ins Dorf und die darauffolgenden 400m waren Gänsehaut pur. Vor dem Start, hatte ich einer guten Freundin eine Wildsau-Maske in die Hand gedrückt um diese – im Falle eines Sieges – auf den letzten Metern aufzusetzen.

Als gejagte Wuidsau lief ich – vom Jubel der Zuschauer getragen – mit einer Endzeit von 1:09:18 h ins Ziel hinein. Nach dem Zielfoto, stand auch schon das Kamerateam des regionalen TV-Senders TVA´s zum Interview bereit. Nach dem Interview, konnte ich dann die Glückwünsche meiner Kumpels, Familie und der Helfer entgegen nehmen.


Obwohl von allen Zuschauern nichts anderes erwartet wurde, fiel mir ein riesiger Ballast von den Schultern. Ein Cross-Wettkampf ist ein Cross-Wettkampf. Stürze und Pannen gehören dort dazu, wie ich letztes Jahr bei der X-Duathlon DM „dem Kraichgau-Man“ erfahren musste.
Und dieses Mal hatte ich Glück, so oft ich diese Strecke im Vorfeld gefahren bin – nie hatte ich einen Plattfuß und dann fiel mir beim Bike holen aus der Wechselzone auf, dass ich mir irgendwo einen Schleicher geholt haben musste. So musste ich dann doch noch mein Bike, den letzten Berg zu mir hoch schieben - und das auf Teer!

Die Verlosung, dass gemütliche Beisammensein und ein hervorragendes Wildsaugulasch rundeten die Veranstaltung würdig ab. Ich hätte wirklich nichts gegen eine Neuauflage in 2015.

 

„Dahoam is Dahoam“

 

Ehrung durch die Stadt Burglengenfeld

Ottheinrich-Philipp-Medaille für Weltmeister Thomas Kerner

BURGLENGENFELD. Anerkennung für herausragende sportliche Leistungen: Thomas Kerner, Welt- und Europameister im Crosstriathlon, ist von der Stadt Burglengenfeld mit der Ottheinrich-Philipp-Medaille ausgezeichnet worden. „Der junge Dietldorfer hat uns heuer alle beeindruckt mit Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen“, sagte Bürgermeister Heinz Karg bei der Verleihung der Medaille und der dazugehörigen offiziellen Urkunde.

„Dank der Erfolge von Thomas Kerner ist Dietldorf spätestens jetzt weltweit bekannt“, freute sich Ortssprecher Andreas Beer bei der Medaillen-Verleihung im Rathaus. Bürgermeister Karg hoffte daraufhin augenzwinkernd, „dass sich auch Burglengenfeld ein wenig sonnen darf im Glanz des Welt- und Europameisters“. Immerhin sei Kerner groß geworden in der Leichtathletikabteilung des TV Burglengenfeld. Der Bürgermeister wollte die Auszeichnung von Thomas Kerner daher auch „als ein Kompliment für alle Trainer, Übungsleiter und Funktionäre des TV für ihre engagierte Nachwuchsarbeit“ verstanden wissen.

Der im Volksmund gerne als „Sport-Bürgermeister“ bezeichnete Theo Lorenz sagte, er sei als ehemaliger Fußballer einiges gewohnt. „Aber ganz ehrlich: Was Thomas Kerner geleistet hat, das nötigt mir höchsten Respekt ab.“ Tausend Meter Schwimmen in der Nordsee, 26 Kilometer Biken am Sandstrand und dann auch noch 9,5 Kilometer Dünenlauf im tiefen, kräfteraubenden Sandboden habe Kerner bei den Weltmeisterschaften in Den Haag absolvieren müssen. „Alle Achtung! Das erfordert Kraft, Kondition und Willensstärke!“, so Karg und Lorenz unisono. Nicht ohne Grund hätten die Leser der Mittelbayerischen Zeitung Thomas Kerner jüngst zum Sportler des Monats gewählt.

„Schnöll, schlaksig, kernig“ – so sei der junge Sportler von den Moderatoren bei den Europameisterschaften im Crosstriathlon am Wolfgangsee in Österreich begrüßt worden. „Das trifft es ganz gut“, so der Bürgermeister. Karg sagte, Kerners Erfolge seien in der Tat bemerkenswert, da sich der angehende Maschinenbautechniker vor gut einem Jahr überhaupt erst für den Crosstriathlon begeistert habe.

Wie groß diese Sport-Begeisterung ist, das zeige sich auch daran, dass Thomas Kerner bislang aus seiner Privatschatulle Startgebühren und Spritgeld berappe. Unterstützt wird der 23-Jährige unter anderem von seinem Trainer Franz Pretzl und dem regionalen ansässigen Premium-Fahrradhersteller BROTHERS BIKES.

Kerner selbst freute sich laut Eintrag ins Goldene Buch der Stadt „unbandig“ über die Auszeichnung. Dies sei für ihn Motivation, sein langfristiges Ziel des Status als Halbprofi zu erreichen und sich „unter den Top 10 der Welt“ zu etablieren. Allein die Tatsache, dass er der bis dato jüngste Träger der Ottheinrich-Philipp-Medaille ist, sei für ihn Ansporn genug. „Ich identifiziere mich total mit Dietldorf und Burglengenfeld“, sagte Kerner. Ortssprecher Andreas Beer bestätigte das. Ob Feuerwehr, Faschingsverein oder Kirwaburschen: „Thomas Kerner ist einer von uns“, so Beer

Foto:

Bürgermeister Heinz Karg und sein Stellvertreter Theo Lorenz überreichten Thomas Kerner die Ottheinrich-Philipp-Medaille. Dazu gratulierte der Dietldorfer Ortssprecher Andreas Beer.

Kolumbus, Cook, Vespucci und Thomas Kerner

Wenn das Wetter wieder trister wird, die Temperaturen kühler und die Nächte länger werden, dann ist es wieder soweit. Längere Ausdauereinheiten für die Vorbereitung der kommenden Saison stehen auf dem Trainingsplan. Natürlich bevorzuge und liebe ich, die längeren Laufeinheiten. Und so freue ich mich eigentlich immer die ganze Saison auf die langen Winterläufe. Meine Empfehlung für alle, die sich mit dem Laufen nicht anfreunden können. Versucht die Einheit möglichst ohne Zeitdruck zu absolvieren. Ob am Ende 15 oder 20km auf der GPS-Uhr stehen, ist doch eigentlich total egal. Ein weiterer anderer Trainingsreiz wäre ohne Ziel loszulaufen. Entdeckt das Kind, den Entdecker in euch. Kennt ihr wirklich schon jeden Winkel in eurer Region? Lauft doch auch mal Querfeldein durch den Wald - wenn jetzt dann im Winter der Boden gefroren ist, könnt ihr sogar an den Wiesen und Äckern entlang laufen. Erstens schult dass nicht nur die Motorik und ist indirekt auch ein bisschen Krafttraining für eure Fuß- und Beinmuskulatur, sondern es macht auch unglaublich viel Spaß.

So bin ich auch dieses Wochenende einfach mal wieder darauf los gelaufen. Einfach Ohne Ziel, dies geht dann schon los, wenn man aus der Haustüre raus geht. Rechts oder links? Einfach links. Und dann mal schauen, wo einen die Beine hinführen. Sicherlich fasst man dann immer kleine Etappenziele ins Auge, aber wenn ich dann durch den Wald laufe und mich lächelt ein unbekannter Pfad an... ja dann nichts wie hinein ins Ungewisse. Immer wieder entdeckt man neue Wege und lernt so seine Heimat stückchenweiße immer mehr und mehr kennen. Und wenn man so läuft und der Kopf frei von jeglichen Alltagsgedanken wird, dann kommt man schon mal auf etwas verrückte Gedankenspiele.

Was haben eigentlich Sportler und die großen Entdecker wie Kolumbus, Cook , Vespucci und Marco Polo gemeinsam?

Durchaus kann man eine Expedition der Seefahrer mit dem Saisonziel eines Sportlers vergleichen. Es bedarf beides einer guten Planung und langen Vorbereitung. Und genau jetzt stehen wieder viele Sportler an diesem Punkt. Was ist das große Saisonziel und wie bereitet man sich darauf vor? Kommt man verletzungsfrei durch die Saisonvorbereitung? Schleicht sich eventuell ein Grippevirus ins Immunsystem, wodurch man wieder einige Wochen zurückgeworfen wird?  Vieles steht noch in den Sternen. Genauso wie damals, als man nur ein grobes Ziel hatte, man aber nicht genau wusste, welche Gefahren oder Umwege auf einen lauerten. Da konnte die Planung zuvor noch so gut sein, auf diese Eventualitäten musste man immer gefasst sein.
Und auch die Motivation und Laune der Mannschaft musste über einen langen Zeitraum hinweg hochgehalten werden. So gab es immer wieder Motivationsspritzen, wenn es hieß "Land in Sicht", aber fuhr man etliche Seemeilen ohne, irgendein Anzeichen von Land, so sank auch die Motivation und der Glaube, dass ursprüngliche Ziel zu erreichen. Auch dies kann man vergleichen mit manch langer Wettkampfsaison der Sportler. Dass gute Abschneiden auf Wettkämpfen über die Saison hinweg, kann die Motivation fördern und zeigt, dass man sich auf den richtigen Weg befindet. Über die lange wettkampflose Zeit des Winters bis hinein zum März, ist es viel schwieriger die Motivation hoch zu halten. Hier gilt es auch sein Fernziel nicht aus den Augen zu verlieren. Sei es ein Ironman oder ein 10km-Volkslauf.

"Land in Sicht!", hörte ich meine innere Stimme wieder, als ich wieder auf einen bekannten Weg stoß. Nach 500m sah ich aber wieder einen kleinen Pfad, welcher rechts abzweigte und den ich noch nicht kannte. So verschwand ich wieder ins Ungewisse und begab mich wieder auf Entdecker-Tour. 

Probiert es doch mal selbst aus!

Zu guter Letzt möchte ich noch feierlich erwähnen, dass mich in der kommenden Saison SPONSOR Sportsfood mit Riegeln, Gels und selbstverständlich dopingfreier Nahrungsergänzung unterstützt!

Rock´n´Roll

Euer Tom 

Anstatt Hawaii, Prüfungen und Balsam fuer die Seele

So nun ist es erst mal vorbei. Nicht nur die Saison habe ich schon bereits vor 3 Wochen, nach der Deutschen Cross-Duathlon Meisterschaften für beendet erklärt. Nein seit dem gestrigen Sonntag, sind nun auch die Vorprüfungen für meinen Maschinenbau-Techniker (insgesamt 19 an der Zahl) geschafft. Die Dreifachbelastung Arbeit, Techniker und Sport der letzten 2 Jahre dauert zwar noch bis Ende Februar an, doch nun ist endlich ein Ende in Sicht. Die nächsten 1 1/2 Monate liegt der Fokus jedoch wieder auf die Vorbereitung für die kommende Saison 2014. Vor allem muss ich ja noch das Seepferdchen nachholen.

Nachdem ich ja die Saison nicht so erfreulich beendet habe, wie sie eigentlich verlaufen ist, denke ich aber mit ein bisschen Abstand, dass es vielleicht nicht mal so schlecht war ein "DNF" bei der DM im Cross-Duathlon. zu "ergattern" So kann man doch schon mal die Teilnahme am Eichelbergman im nächsten Jahr ins Auge fassen. Und vielleicht mit ein paar mehr Prozent an Motivation am Start stehen, da ja noch eine Rechnung offen ist.

Während für viele Triathleten ihr Saisonhöhepunkt mit den beiden Weltmeisterschaften auf Hawaii noch bevorstand, hieß es also für mich den Kopf in die Lernunterlagen zu stecken und mich für die letzten Prüfungen vorzubereiten. Anstatt zu Bangen und zu Hoffen, dass das Rad auch auf dem Gepäckband am Flughafen auftaucht, hoffte ich auf lösbare Aufgaben in meinen Prüfungen. Anstatt der Sonne auf Hawaii, bevorzugte ich das Licht der Schreibtischlampe. Anstatt die Einzigartigkeit und Vielfalt der Landschaft auf Big Island oder Maui zu genießen, genoss ich die Formeln und Zahlen meiner Berechnungen - mehr oder weniger. Anstatt mich auf den einen Wettkampf zu konzentrieren, versuchte ich meine Konzentration auf die Prüfungen zu lenken. Was mich aber mit den Athleten über tausende Kilometer hinweg - und obwohl wir andere Prioritäten hatten - verband und verbindet, war und ist die Leidenschaft für diesen wunderbaren Sport. Egal ob es sich hierbei um die Langdistanz oder den Cross-Triathlon handelt. Beide Veranstaltungen auf Hawaii üben doch eine unglaublich Faszination auf alle Triathleten aus. Der Traum der Meisten, ist es eben auch auf Big Island oder Maui zu starten. Und Träume sind da um gelebt zu leben.

Da aber auch zum Leben mehr gehört als nur der Sport, bin ich froh, dass das eigentlich gesellschaftliche Highlight unseres Dorfes immer in die Off-Season fällt. Die Kirchweih in Dietldorf findet nämlich immer am 3. Oktoberwochenende statt. Hier wird die bayerische Tradition und das bayerische Brauchtum gepflegt wie eh und je. Bis zu 5 Tage am Stück sitzt dann die Jugend des Dorfes wie im Hühnerstall aufeinander. Es wird getanzt, gefeiert und das Leben genossen. Das - stets präsente - Smartphone und die Hektik des Alltags scheinen in weiter Ferne. Dies ist wahrlich Balsam für die Seele und man muss dies selbst mitbekommen und mitgemacht haben um dies wirklich nachfühlen zu können. "Dahoam is eben Dahoam!"

Schade, wenn mir in naher Zukunft vielleicht mal Hawaii in die Quere kommt! Aber es ist schön zu wissen, dass selbst in diesem Fall, ein ganzes Dorf hinter einen steht!

Ab den heutigen Tag also , gilt es wieder und das Training hat schon begonnen. Nun muss ich aber erst noch eine geeignete Gruppe finden, in welcher ich mein Seepferdchen nachholen kann und dann werde ich es euch natürlich stolz präsentieren.

Ich werde versuchen euch auch in der Vorbereitung regelmäßig Bericht abzugeben und ein kleiner Saisonrückblick, wäre vielleicht auch nicht so schlecht.

Bis dahin genießt das radeln und laufen über die laubbedeckten Waldtrails!

Rock On
Tom 

Sandmann, Lieber Sandmann

Als ich mir am Sonntagmorgen die Augen rieb, dachte ich mir erstmal: " Woah! Was will denn der Sandmann noch hier? Ich hab doch ausgeschlafen!" Danach wurde mir aber bewusst, dass es sich hier nicht um das Sandmännchen handelte, sondern noch an die restlichen Dreckreste des Vortages.

Im leider zweideutigen Sinne, war doch der letzte Samstag ein Dreckstag!

Bereits am Freitag sind mein Vereinskollege Michael Schaller und ich ins Kraichgau gereist um uns einen Eindruck von der Strecke zu verschaffen. Doch als wir mittags ins Ländle gereist sind, begaben wir uns erstmals auf eine Odyssee-ähnliche Suche nach einer guten Pizzeria. Nachdem wir uns bei einem Bulgaren mit einer guten italienischen Pasta gestärkt haben, konnten wir nun die Strecke in Augenschein nehmen. Die Laufstrecke ging die ersten 1,5km stetig bergauf und beinhaltete ca. 100hm. Danach lief man eine Runde auf einen Wanderpfad im Wald. Eine nicht schwere Runde, aber launige Runde. Die Radstrecke verlief ca 11km mit in den Weinbergen rund um Odenheim und war mit 200hm doch relativ flach. Natürlich waren auch 2-3 kleine steile Stiche dabei. Ich bevorzuge aber lieber die längeren Anstiege. Am Ende der Strecke schlängelte sich eine schöner 2,5km lange Singletrail. Nichts großartig-technisches, aber mit ein paar Anliegern und Jumps, konnte man doch eine schöne Geschwindigkeit erreichen. Mit einem Lächeln nach dem Geschwindigkeitsrausch, rollten wir an unser Auto. Dort luden wir unsere - noch - sauberen Bikes wieder ins Auto.

Nachdem mich nachts dann die Nachtschicht einholte, schlief ich vor dem Wettkampftag mehr schlecht als Recht. Mit knapp - in der Summe - 4 Stunden Schlaf fuhren wir schließlich im strömenden Regen zum Start. Mit der Befürchtung, dass die Rennleitung den Singletrail aus der Strecke nimmt. Aber diese Befürchtung wurde glücklicherweise nicht bestätigt, lediglich der mittlere Teil des Trails wurde rausgenommen. Dies war auch die richtige Entscheidung, denn man konnte den oberen und unteren Teil super fahren.
Ein bisschen verspätet wurden dann die Teilnehmer der DM auf die ersten 10km der Laufstrecke geschickt. Die ersten 600m wurden im Stadion - auf der aufgeweichten Aschebahn zurückgelegt. Deswegen ist auch das Anfangstempo von 3´15min nicht weiter verwunderlich. Hier kam mir definitiv meine 15-jährige Erfahrung als Leichtathlet entgegen. Ich konnte mich aus jeglichen Positionskämpfen raushalten. Nachdem wir dann die ersten 100hm hinter uns gebracht hatten, hatte ich noch Kontakt zu einer 7-köpfigen Spitzengruppe. Ich versuchte aber danach mein Tempo zu laufen und so tat sich ein Lücke auf. Nach der langen Saison, wollte ich meine Kräfte vernünftig einteilen und ich hoffte auch dass ich auf dem Rad noch einiges aufholen konnte. In der 2. Laufrunde konnte ich sogar noch einen zurückfallenden Läufer einsammeln. So wechselte ich auf Gesamtrang 7 liegend auf das Bike. Auf den ersten Metern hörte ich noch die Anfeuerungsrufe der mitgereisten Eltern von Michael "Thomas,Thomas!". Na klar, nach dem Laufen waren wir ja noch relativ sauber und man konnte uns noch gut erkennen. Der ersten Fahrradanstieg wurde auf einer Forststraße zurückgelegt. Hier hatten die Veranstalter eine Passage durch den Acker aus der Streck gestrichen. Doch nach diesem Anstieg kam ein ca. 500 m langer Feldweg, welcher vom Regen komplett durchweicht war. Hier zeigten sich die Fahrer, welche öfters auf dem Mountainbike trainieren. Immer wieder rutschte das Hinterrad weg und man musste sein Gewicht dementsprechend verlagern. Diese Passage war zwar kräfteraubend, aber machte unglaublich viel Laune. Bereits hier machte ich Plätze nach vorne gut. Ich kam gut durch die erste Runde. Lediglich der Dreck und Matsch hatte sich über meinen kompletten Körper und dem Bike gelegt. Nicht wiederzuerkennen, war ich nun auf den Weg in die zweiter Runde. Hier fuhr von hinten der amtierende Deutsche Cross Triathlon Meister, Lars Erik Fricke auf mich auf. Ich wusste, dass er im Radfahren etwas stärker als ich bin und so versuchte ich erstmal dran zu bleiben. Als wir dann vor uns die Gesamtplätze 3 und 4 ins Blickfeld bekamen, versuchten wir gemeinsam die Lücke zu schließen. Beim Mountainbiken ist es jedoch mehr ein gegenseitige pushen und anfeuern, als vernünftiges Windschattenfahren. Zumal man bei dem ganzen Dreck und ohne Schutzblech eh keine Chance hat, sich ordentlich ans Hinterrad zu klemmen. Im letzten Drittel der 2. Runde fuhren wir an die beiden heran. Ich war als in der Nähe des Gesamtpodiums und in meiner Alterklasse ging es auch noch um die Vize-Meisterschaften. Danach passierte mir das Malheur. Ich fuhr - nach einem eigenen Fahrfehler, ich übersah eine kleinen herausragenden Stein - einen Plattfuß. Ich versuchte zwar noch mit einem Pannenspray was zu retten, was nicht mehr zu retten war... Schade, denn ich denke Lars und ich hätten noch eine weitere Runde gut harmoniert.
Schweren Herzen musste ich dann mein erstes DNF im Triathlon akzeptieren.

Als ich noch während des Rennens, meine Sachen aus der Wechselzone holte und meinen Transponder abgab. Wurde der regionale Sender KraichgauTV aufgrund meines Dialektes auf mich aufmerksam. Sie ahnten wohl, dass ich nicht von hier bin.
Erst im Nachhinein stellte ich fest, dass ich mich voller Dreck von oben bis unten interviewen ließ. Bin ja mal gespannt, was das für ein Bild abgibt.

Aber das ist eben Cross: Von oben bis unten voller Dreck und dennoch ein Lächeln im Gesicht.
Aber auch ein Plattfuß und der daraus resultierende Ausstieg ist Cross und die gilt es zu akzeptieren.

Michael Schaller stimmte mich auch mit seinem überragenden Resultat als Vize-Deutscher Meister bei den Junioren mehr als zufrieden. Alles in allem war der Wettkampf ein würdiger Abschluss für diese Saison. Nach den vielen Höhen in der Saison gibt es auch mal wieder Tiefen. Dies gilt es zu akzeptieren. Das ist der Sport und die Leidenschaft die wir über alles Lieben.

In diesem Sinne, geht´s jetzt erstmal in die wohlverdiente Pause und dann geht´s mit Rock´n´Roll in die Vorbereitung auf die kommende Saison.

Ein letztes Mal Rock´n´Roll

Ein letztes Mal noch das Rad ins Auto hieven und festzurren, ein letztes Mal die Startnummer ans Startnummernband und an den Lenker befestigen, ein letztes Mal in sich gehen und fokussieren, ein letztes Mal beim Startsignal an der GPS-Uhr rumdrücken, ein letztes Mal alles aus sich herrausholen und ein letztes Mal ins Ziel hecheln... Also ein LETZTES MAL ROCK´N´ROLL in dieser Saison.

Irgendwie ist es schon komisch, dieses Gefühl des letzten Wettkampfes, aber irgendwie sehne ich auch die auf mich zukommenden Saisonpause ab nächsten Sonntag entgegen. Meine erste Triathlon Saison war lang und die Wettkämpfe richtig fordernd. Aber ich hatte auch jede Menge Spaß, habe viele positiv verrückte Gleichgesinnte kennen gelernt und erfolgreich war die Saison auch alle mal.

Meine Saisonhöhepunkte liegen mit der Welt- und Europameisterschaft schon einige Tage zurück und trotzdem steht mit der Deutschen Cross-Duathlon Meisterschaft nicht irgendein Wettkampf im Raum. Nein, in diesen Wettkampf werde ich auch noch mal meine volle Motivation ausschöpfen, will ich doch meine gute Saisonform vor allem im Laufen und Mountainbiken bestätigen. Eigentlich könnte dieses Rennen, auch noch mein Rennen 2013 werden. Schließlich beinhaltet ein Duathlon ja kein Schwimmen. Aber es werden auch richtige Duathlon-Cracks am Start stehen und deswegen heißt es: "Schau ma moi, dann sehng ma´s scho!"
Ich habe mir diese Saison keinen Druck gemach:

1. Ist dies meine erste als Triathlet und

2. Alles was nach dem Weltmeister-Titel kam, war für mich eh Zugabe.

Und wenn Zugaben so gut ausgehen, wie bei der Europameisterschaft, dann nur her damit.
Vielleicht klappt es ja mit dem Deutschen Meistertitel, den ich im Triathlon ja verpasst habe.

Ich freu mich auf jeden Fall auf kommenden Samstag und versuche wie im jedem Rennen meinen Spaß zu haben. Michl ist auch wieder am Start und bei ihm hoffe ich auch, dass er Gefallen findet am Quälen durch Dreck und Natur.

Letzten Samstag bin ich noch beim Premberger Berglauf , welcher bei mir gleich ums Eck ist gestartet. Die Vorkommnisse hierzu sind eigentlich gleich erzählt. Trotz der guten 70 Teilnehmer, war leider in der Starterliste kein Athlet der mir in gewisser Weise den Sieg nehmen könnte. Die ärgsten Konkurrenten waren dann doch meine Trainingskollegen und bei ihnen wusste ich auch, dass die Luft nach der langen Saison raus war. Nichtsdestotrotz wollte ich mir nichts im Training anhören lassen müssen.
Vom Start weg, hielt ich mich den ersten flachen Kilometer zurück, bevor es dann auf 5000m rund 220 Höhenmeter bergan ging. Dort forcierte ich das Tempo und hielt es oben. Schnell konnte ich einen Abstand zu meinen Teamkollegen erlaufen und diesen immer weiter ausbauen. So stürmte ich zwar 9 Sekunden langsamer im Jahr zuvor ins Ziel, aber diesmal konnte ich die Zahl der Startnummer bestätigen und wurde Erster Sieger des Premberger Berglaufs.

Nun gilt es am Samstag und dann können wir das Jahr und die Saison 2013 nochmal Revue passieren lassen.

Bis zum nächsten Bericht
ROCK ON! und drückt mir die Daumen :-)

Eigentlich schön so ein Saisonende

Der Dampf des noch heißen Capuccinos durchquert die Strahlen welche die Herbstsonne noch über den Marktplatz scheinen ließ. " Schön locker war diese 70 km-Rennrad-Tour", sagte ich noch zu Lars und Martin, als wir genüsslich an unseren Tassen am Marktplatz im Burglengenfeld nippten.
Jaja, so stellt man sich EIGENTLICH sein Saison-Ende vor, Cappuccino Runden mit dem Rennrad, die Beine lockern und die Saison ausklingen lassen.

Und EIGENTLICH habe ich mir auch gedacht, die Saison wäre nach dem letzten Wochenende mit der Cross-Triathlon EM vorbei. Aber EIGENTLICH wollte ich auch diesen "Kine vom Kaitersberg"-Lauf am gestrigen Sonntag schon das ganze Jahr über laufen. Auch wenn er direkt am Fuße von Kötzting liegt, ist es doch so etwas wie mein Hausberg. Keinen anderen Berg im Bayerwald, bin ich in meiner Kindheit mit meinem Dad öfters hinaufgestiegen.

Jetzt nun aber erstmal zum Samstag, den EIGENTLICH musste ich vor dem Berglauf noch den Landkreislauf Regensburg für meinen Arbeitgeber absolvieren. Sage und schreibe 10 Laufteams stellte die Krones AG. Natürlich war da die interne Teamansage der Fertigungsabteilung klar. Ich lief die 3. Etappe von Marienthal nach Grafenwinn (7,5km 245hm). Also gutes Warmlaufen für den "Kine". Und JA!!! Es ist verdammt schön einfach mal nur zu laufen mit ein klein bisschen Wettkampfcharakter. Dennoch war es für mich verdammt schwierig mich zurück zu halten. Die Strecke war genial, das Wetter war perfekt und auch meine Teamkollegen haben mich ein bisschen angestachelt. So lief ich nun auf Position 9 liegend los und schnappte mir einen Gegner nach dem anderen. Letztendlich übergab ich auf Position 5 liegend. Es fühlte sich von den Beinen und von der Belastung locker an, dennoch zeigte meine Pulsuhr einen Durchschnitt von 166 bpm.
Ich hoffte nur, dass diese gefühlte Lockerheit am nächsten Tag bei meinem EIGENTLICHEN Wettkampf auch noch vorhanden war.

Sonntag kurz vor dem Wettkampf! Diese typischen Dialoge: "Na wie fühlst du dich? Bist du fit?". Die Lockerheit in den Beinen war doch noch da und warum sollte ich lügen? Ich fühlte mich gut und fit sollte ich nach dieser Saison auch sein. Ausgeschlafen hatte ich auch alle Mal.(Hatte ich doch 10h geschlafen - Den Schlafmangel der Nachtschicht in den Tagen zuvor sei Dank ;-))
Dennoch hatte ich ein paar Zweifel. Waren doch einige Berg-Läufer am Start und für mich war es der Erste richtige Berglauf mit 7,3km und 650hm die es zu überwinden galt. So hoffte ich , dass es für die TOP 10 im Idealfall unter den besten 5 reichen würde. Als ich mich vorm Start mit Wolfi Hochholzer unterhielt, meinte er, dass die Favoriten um Korbinian Schönberger die Marke unter 40min anpeilen. Was ich extrem schnell fand. Ich wusste aber auch nicht, wie schnell man so einen Berg hinauf laufen konnte. Desweiteren wurde mir empfohlen aufgrund des immer schmaler werdenden Weg, vorne mit in den Berg einzulaufen.
Gesagt, Getan. Nach dem Start bildete sich auf den ersten flachen Kilometer ein Spitzentrio um Korbinian Schönberger, Kufner Konrad und mir. Ich war also vorne mit dabei. Was aber bei einem Anfangstempo von 3´15´´ min nicht weiter verwunderlich war. Der nächste Kilometer sollten nun leicht ansteigend verlaufen und ich ließ das Duo ziehen. Wusste ich doch, dass noch einige HM auf mich warteten und wusste ich nicht wie ich meine Kräfte einteilen musste.
Nach einigen Metern musste ich leider einen Italiener passen lassen. Ich versuchte aber mein Rennen zu laufen. Auch bemerkte ich, dass ich auf Konrad auflaufen konnte. Zwischen Kilometer 3 und 4 zeigte der Kaitersberg, dass er auch anders kann. Es wurde trailiger und auch ein wenig steiler. In diesem Streckenabschnitt konnte ich mir den dritten Platz zurückerobern.

Den Kontrollblick auf die GPS-Uhr hab ich schon nach dem ersten Kilometer sein lassen. Dies würde kein Rennen gegen die Zeit werden. Vielmehr war es ein Rennen gegen einen selbst. Auf den Körper hören. Versuchen gleichmäßig zu atmen. Die Kräfte richtig einteilen.

Ich wusste, dass die letzten 2 Kilometer nochmal extrem fordernd werden sollten. Da taten die Anfeuerungsrufe der Zuschauer bei ca. Km5 nochmal richtig gut.
Mit dem Rückenwind der Zuschauer versuchte ich ein gleichmäßig hohes Tempo anzuschlagen. Dies gelang mir recht gut. Nach vorne wurde mir ein Abstand von 35 Sekunden durchgesagt. Da ich aber gefühlt am Limit war, versuchte ich den Abstand zu den hinteren Plätzen durch den Applaus und den Anfeuerungsrufen der Zuschauer abzuschätzen.
Und dann Endlich:
Das Schild des letzten Kilometers... Ach verdammt. Und noch 186hm. Nun wurde der Anstieg nochmal richtig technisch und ein gutes Schuhwerk und ein sicherer Tritt zahlten sich bei diesen nass-feuchten Wetterverhältnissen doch aus. Ich schätze auch, dass ich gut 80% des letzten Kilometers "gewandert" bin. Die Anfeuerungsrufe der Zuschauer nahm man nur noch vereinzelt wahr. Auch die wirklich mit Mühe gemalten Motivationsschilder, waren einem sowas von egal. Es gab nur noch mich und den Berg. Hauptsache, das Tempo hochhalten und nicht stehen bleiben. Das Bittere war eigentlich, dass auf den letzten Kilometer alle 200m der Abstand zum Ziel angezeigt wurde. Diese Schilder nahm man im Kampf gegen sich selbst doch noch wahr und insgeheim hoffte man, dass es nicht mehr so weit sein würde wie oben stand.

Die letzten 200m waren gut besucht. Unter dem Applaus der tobenden Menge, galt es noch einmal die letzten Kraftsreserven zu mobilisieren und eine kurze Drahtseilpassage Richtung Gipfel zu überwinden. Danach hatte man es geschafft.
Nach 38:26 min, 7,3 km und 650hm durfte ich mich als 2. Thronfolger des Kine vom Kaitersberg (3. Gesamt) in die Ergebnisliste des 1. Internationalen Kaitersberglauf eintragen lassen.

Für manche mag diese Art von Saisonende vielleicht verrückt klingen. Aber es war ja nur EIGENTLICH mein Saisonende. Vielleicht folgt in 3 Wochen noch der Abschluss mit der Deutschen Cross Duathlon Meisterschaft. Und danach sollte es dann aber EIGENTLICH vorbei sein.

In diesem Sinne zitiere ich noch ein Schild, welches am Wegrand stand:
Man muss nicht verrückt sein um zu laufen, ABER es hilft ungemein!

Cross-Triathlon Europameister

"Ne, des gibts nicht, als Erster auf die Laufstrecke? ", vor lauter Adrenalin vergaß ich doch glatt meinen Helm abzusetzen und musste nochmal  5m zurück in der Wechselzone.

Aber nun der Reihe nach. Bereits am Freitag sind wir nach Österreich zur Europameisterschaft im Cross-Triathlon ins Hotel Mohrenwirt am Fuschlsee angereist.  Nachmittags hatte ich dann noch kurz Zeit die Radrunde einmal abzufahren und stellte fest, dass die Strecke bis auf einen kurzen, knackigen Abfahrtsstück doch sehr viele Drückerpassagen, welches auch den nicht so technisch versierten Triathleten entgegenkommt, enthält. Schade, dachte ich mir, da ich so einer meiner Stärken auf dem Mountainbike nicht ausspielen konnte. Nichtsdestotrotz wusste ich auch, dass ich mit dem Bike die 40 km/h auf der Ebene hindrücken kann. Hier kam mir das Training mit Lars "The Maschine" Vollmer entgegen.

Abends ging es dann zum offiziellen Briefing und auch die Startunterlagen wurden schon abgeholt. Zum Glück waren die Startnummern - im Gegensatz zur DM - wieder geordnet. So wusste ich, welche Nummern die Konkurrenz hatte. Mit der Startnummer 104 hatte ich der erste Nummer meiner AK. Der Druck des Weltmeisters also? Keine Ahnung, auf jeden Fall stellte sich mein Körper und der Geist schon voll auf den morgigen Wettkampf ein. Beim Abendessen im Hotel, antwortete ich auf die Frage des Kellners nach der Zimmernummer: "104" wie aus der Pistole geschossen. Verpeilte jedoch, dass ich im Zimmer 305 einquartiert war. Naja, so teuer wird die Rechnung ja nicht werden, hatte doch nur ein Radler und ein Sprite.

Nun aber zum Wettkampftag und den Rennverlauf:

Morgens um 7 hieß es frühstücken, denn der Start war bereits um 10 Uhr morgens. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde ich hoffte - aufgrund der frühen Startzeit und des Nebels - nicht auf den Einsatz des Neo´s. In meinem 1. Triathlonjahr bereitet mir das Schwimmen doch noch die größten Sorgenfalten auf der Stirn. Aber dennoch denke ich gehört zum Triathlon das Schwimmen dazu und so hoffe ich, dass ich mich in den nächsten Jahren auch noch auf das Schwimmen ohne Neo freuen kann.  Nach dem Check-In und den immer wieder mühevollen Anziehen der Schwimmhilfe war es endlich soweit. 214 Teilnehmer aus 35 Nationen standen mit mir an der Startlinie des Wolfgangsees.

Und bald darauf ertönte auch schon das Startsignal. Es galt einen Dreieckskurs von 500m 2x zu durchschwimmen. Ich kam gut in meinen Rhythmus und auch das sonst so gefürchtet Gedränge hielt sich bei mir in Grenzen. Auch das Wasser war angenehm zu schwimmen. Kein Vergleich zur WM in Den Haag. An den ersten beiden Bojen konnte ich mich gut orientieren, doch als es dann zurück Richtung Landgang ging, blendete mich die noch aufgehende Sonne so dermaßen, dass ich erst mal nur meinen Vordermann vertraute und ich mich auf ihn verließ. Die Richtung stimmte scheinbar und wir kamen ganz gut zum Ausstieg. Hier blies ich erst mal die Backen auf, denn das Tempo nach 500m war nach meinen Gefühl ziemlich schnell. Dranbleiben hieß es nun  auf den zweiten 500m. Nach 18:24min kam ich aus den Wasser. Was mich sehr wunderte, ich war diesmal "nur" Vorletzter.  Im Nachhinein bin ich über diese Zeit sehr zufrieden, wenn gleich ich weiß, dass im Winter noch ein hartes Stück Arbeit vor mir liegt.

Nach einen guten Wechsel aus den Neo raus und hinauf auf´s Bike, galt es nun meine Aufholjagd auf den 2 Runden a 11km zu starten. Die ersten 2km verliefen flach und forderten gleich die volle Tempohärte. Hier bemerkte ich schon, wie ein Kontrahent nach den anderen - welche ich überholte - sich versuchte in meinen Windschatten zu hängen. (bei CrossTriathlons ist Windschatten erlaubt).  Nach dem Flachstück, kam der erste Stich. Ich weiß nicht wie steil er war, aber die Kette war auf jeden Fall links... GANZ links. Auch hier spielte ich meine Kletterfähigkeiten aus und schluckte weitere Gegner. Denn ich wusste nach den Anstieg mussten wir einen schmalen Wanderpfad befahren und dort gab es nicht viel Überholmöglichkeiten. Doch das ist das Problem wenn man weit hinten aus dem Wasser kommt. Ich steckte mal wieder hinten fest. Auf dem letzten Stück auf breiter Forststraße konnte ich aber wieder überholen und ich fand für das nächste ca. 1,5km lange Flachstück eine kleine Gruppe mit Buddy Bernd Kiesel. Doch da ich mich nicht zurückhalten konnte, setzte ich nach gut 500m eine Attacke und konnte mich von der Gruppe lösen. Wollte ich doch den Anderen nicht in den Genuss des Windschattenfahrens kommen lassen. Nun begann der etwa 2km lange und mit ca 220hm gespickte "große" Anstieg der Runde. Und wieder hieß es einen Gegner nach den Anderen einzusammeln. Noch vor dem Start hatte ich mit Carsten Brake gescherzt  ich würde ihm am 2. Anstieg überholen. Dass mir dies gelingt hätte ich nicht geglaubt - auch wenn es auf den letzten Metern des Anstiegs war. Nun kam die grobschottrigen, feuchte, steile Abfahrt. Und wieder musste ich mich zusammen reißen nicht auf den engen Wegen zu überholen und einen Sturz zu riskieren. Also dahinter bleiben und abwarten. Die letzten km der 1. Runde verliefen wieder flach. Zusammen mit einem Österreicher konnten wir anfangs der 2. Runde eine größere Gruppe auffahren. Wieder setzte ich mich nach circa 1 km in den Wind und zog nun ca. 10 Mann hinter mir her. Doch am ersten Anstieg trennte sich wieder die Spreu und zusammen mit einem Tschechen konnte ich mich absetzten. Nach der Abfahrt arbeiteten wir wunderbar zusammen und so konnten wir einen direkten Kontrahenten von mir noch vor dem langen Anstieg abfangen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich aber nicht, dass ich die Führung somit übernommen hatte. Also nochmal meine 61kg in die Höhe wuchten. Die Abfahrt war schnell. Die Überrundeten machten super Platz. Den letzen Kilometer versuchte ich locker zu treten um für den Lauf fit zu sein. 56.01 min bedeuteten auch die Drittbeste Radzeit im Gesamtfeld.

Als ich in die Wechselzone einlief, traute ich meinen Augen nicht. Es war noch kein Rad meiner Kontrahenten am Radständer? Das Gefühl als Führender auf die Laufstrecke zu gehen hatte ich ja noch nie. Deswegen passierte mir auch das Missgeschick mit dem Helm. Mit schnellen Schritten ging es dann aber hinaus. Aufgrund meines Namens, schallte es aus den Lautsprechern: "Schnöll, Schlaksig, Kernig ist er unterwegs Thomas Kerner aus Deutschland". Ich bekam sogar mit, dass ich im Gesamtfeld auf Platz 9 lag. Nun galt es also nochmal auf der sehr flach verlaufenden und doch sehr einfachen 6,4km langen Laufstrecke die Beine hochzunehmen und mit einen ordentlich Speed zu finishen.  Dass es momentan beim Laufen gut funktioniert wusste ich. Dennoch wollte ich nicht den Europameistertitel in der AK verlieren. Und wie weit es im Gesamtfeld nach vorne reichen würde konnte ich auch nicht sagen, deswegen ging ich den Lauf kontrolliert an. Ich konnte mich trotzdem mit dem Zweitbesten Laufsplit im Gesamtfeld auf Rang 7 vorarbeiten und sicherte mir mit 4 Minuten Vorsprung den Europameistertitel  in der AK 20.



WAHNSINN! Was für ein Saisonende! Was für ein krasses 1. Triathlonjahr!

WELT- und EUROPAMEISTER! Und die Feststellung, dass wenn es über 1km Schwimmen geht - wie bei der Deutschen -es noch nicht nach ganz vorne reicht. Daran gilt es zu arbeiten! Auch wenn ich natürlich meine beiden starken Disziplinen nicht vernachlässigen darf! Ich bin topmotiviert für kommendes Jahr und hoffe, dass ich meiner Freundin, meinen Freunden und meinen Trainern und Teamkollegen noch viel zurückgeben kann!

Auch ist es total schön gleich in die Cross-Triathlon Szenen so wunderbar aufgenommen geworden zu sein. (Die Bergläufe welche jetzt noch kommen, sind einfach zweck´s da Gaudi! ;-))

YOU GUYS ROCK!



ROCK ON!

Nackert

„Fahr mim Bulldog in de Wiesn, leg mi nackert an mein See, Weil de Nackertn gspiern nackert an See so wunderschee!“

-Songtext aus „Nackert“ von La Brass Banda

Ja, ja der oben genannte Songtext, soll keineswegs irgendwelche versauten Andeutungen machen und auch der weitere Inhalt des Liedes war mir nicht im Kopf als ich letzten Samstag zur Deutschen Meisterschaft im Crosstriathlon nach Schalkenmehren reiste.
Aber trotzdem passt der Refrain des Liedes doch relativ gut zu mir. Vielleicht sollte ich einfach noch öfters mit dem Bulldog an einen See fahren. Nicht unbedingt „nackert“, man kann ja auch noch mit einer Badehose und Schwimmbrille bekleidet sein. Und wenn man sich die Richtige Schwimmtechnik antrainiert hat – so hab ich mir sagen lassen – kann man auch angekleidet den See bzw. das Wasser „wunderschee“ spüren. Oder wie die Schwimmer sagen greifen.

Nun aber zum Wettkampfgeschehen:
Die Anspannung vor dem Start war schon im gesamten Teilnehmerfeld spürbar. Nachdem dann auch noch der Start um 15 Minuten verschoben wurde, da ein Windstoß die Räder in der Wechselzone umgeschmissen hatte, stieg diese Anspannung nochmals an. Alle wollten ins Wasser, alle? Nein ein kleiner Burglengenfelder hörte nicht auf, …. Ähmm.. Ja. Genau. Alle wollten also ins Wasser und den Wettkampf beginnen. Die Lautsprecher schallten noch 45 Sekunden bis zum Start, als ein Trillerpfeife nochmal versuchte für Ordnung zu sorgen und die Athleten hinter das Startband zu lotsen. Durch die enorme Anspannung, wurde dies als Startsignal gedeutet und hunderte Hände schlugen in die Wassermassen des Schalkenmehrener Maar ein. Da ich so eine Fehlstart-Situation noch nie erlebt hatte, schwamm ich natürlich die ersten Meter gleich zügig mit an, immer das Umfeld absuchend wie viele meiner Mitstreiter dasselbe taten. Ich konnte mich dann auch bis zum Wendepunkt in der vorderen Gruppe wiederfinden. Doch leider verlor ich danach den Kontakt zu meinen Vordermann und so schwamm ich den zweiten Teil der 1. Runde alleine. Am Landgang stieg ich dann als 51. aus dem Wasser und konnte Kontakt zu einer vor mir liegenden 5er Gruppe herstellen. Das Tempo welche diese anschlugen war mir aber etwas zu langsam und so schwamm ich dann die letzten ca. 850m alleine. Nach 30min Durchquälerei begann nun der schöne Teil des Wettkampfes. Die Mountainbike-Strecke war sehr flowig (wenig technische Abfahrten) und die Anstiege, außer den richtig steilen mit 180hm und mehr als 20% Steigung zum Donkerturm, waren eher langgezogen und konnte einen richtig die Kraft aus den Oberschenkel saugen. In der ersten Runde war ich noch sehr mit dem Überholen meiner Kontrahenten beschäftigt, dennoch wusste ich aufgrund der ungeordneten Startnummer nie wirklich den Platz in meiner AK. Erst als ich ab der Hälfte der 2. Runde mutterseelenalleine die Trails runterrauschte war mir klar, dass ich mich nun schon weiter vorne befinden musste. In dieser Runde konnte ich nun auch an jedem kleinen Anstieg meine Oberschenkel spüren. So nahm ich auch die letzten 500m auf den Asphalt ein bisschen raus. Jedoch machte sich hier auch noch meine Unerfahrenheit bemerkbar, als ich nun meine Füße aus den Schuhen nahm um wechselbereit zu sein. Die letzten 150m verliefen jedoch wieder auf unebenem Gelände und so verlor ich wertvolle Sekunden, welche ich bei einen direkten Schuh-Schuh-Wechsel locker eingeholt hätte. Dass es die Laufstrecke des Vulkan-Cross-Triathlons in sich hatte, bemerkte ich als ich die ersten 1,5km überhaupt nicht in meinen Atemrhythmus fand. Das ständige Auf und Ab der - in den Wiesenhang - gemähten Strecke erforderte Konzentration. Auch das Verletzungsrisiko war aufgrund des schrägverlaufendes Streckenprofils hoch. Die Wahl auf die doch relativ schweren Salomon Speedcross3 entpuppte sich als die Richtige. Obwohl sie ein relativ schweres Profil haben, konnte ich mit ihnen auf den letzten flach verlaufenden Kilometer der Runde immer schön Druck machen. Nach meiner ersten –von insgesamt drei – Laufrunde, hatte sich nun das Teilnehmerfeld ordentlich vermischt und mein Betreuer konnte mir noch weniger Information über den aktuellen Stand geben. Ich wusste lediglich, dass ich in der ersten Runde 20 Sekunden auf den Gesamtersten gut gemacht hatte. Ich fand nun meinen Rhythmus und hielt das Tempo hoch. Anfangs der dritten Runde, hatte ich nochmal 40 Sekunden auf den Führenden aufgeholt. Ich wusste, dass es eine richtig gute Laufzeit werden würde, auch weil ich mir vorgenommen hatte den letzten Kilometer nochmal alles zu geben. Immer wieder wurden schon seit der 2. Laufrunde andere Teilnehmer überrundet und so war es schwer einsehbar, ob der vor einen Laufenden nun vor einen oder hinter einen lag.

Der letzte Kilometer lief richtig gut… Und als ich 100 Meter vorm Ziel war, sah ich noch einen Kontrahenten auf der Zielinie welcher sich verunsichert umschaute um sicherzugehen, dass ihn kein Gegner mehr stellte. Leider musste ich feststellen, dass dieser ein direkter AK-Kontrahent war und mir nur 12 Sekunden auf ihn fehlten.
Was bringt einem da der schnellste Laufspilt im gesamten DM-Feld, wenn einen 12 Sekunden aufs Stockerl fehlten.

Auch die Tatsache, dass ich nach dem Schwimmen 8 Minuten Rückstand auf den Drittplatzierten hatte und es am Schluss nur noch 1 Minute auf den Deutschen Meister in der AK waren konnte mich in den ersten Stunden danach nicht trösten.

Auf Dauer kann ich mich auch nicht mit einen guten Rad- und Laufsplit begnügen. Denn ein Triathlon hat nun mal drei Disziplinen . Nach der ersten Enttäuschung über „nur“ den 4. Platz bei der DM, hat sich diese gelegt und ich bin durchaus gewillt mich in der ersten Disziplin noch weiter zu entwickeln.

Und wenn´s wirklich sein muss, dann auch NACKERT!

Leidenschaft verbindet!

Urlaub...

Dieses Wort lässt eigentlich das Herz eines jeden Arbeitnehmer ein wenig höher schlagen. Entspannen, Runter Kommen und den Arbeitsstress vergessen machen. Was ist aber, wenn einer ständig unter Strom steht und einfach nicht zu Ruhe kommen kann und will? Außerdem muss ich sagen, mache ich den Arbeits- und Lernstress eh am liebsten beim Sport vergessen.

So war es eigentlich selbstverständlich, dass im Urlaub mit der Freundin die Schweißperlen nicht aufgrund der Hitze in der Sauna von der Stirn herablaufen werden, sondern eher beim Biken ein Helm versuchen wird den Schweiß abzufangen.

Der Internationale Triathlon in Innsbruck am gestrigen Sonntag bot sich geradezu an. So konnte ich auch ein wenig internationalen Flair - in Vorbereitung auf die in 3 Wochen stattfindende Cross-Tria-WM - genießen. Auch wenn es natürlich hauptsächlich nur Österreicher, Italiener und Deutsche waren, sah man auch vereinzelt die Nationaltrikots einiger ungarischen Triathleten. Ich entschied mich für die Sprintdistanz, über 500m Schwimmen, 14km Radfahren und abschließend 3,3km Laufen. War doch der Wettkampf aus dem Training heraus und die Ausfahrten mit der Freundin auf dem Mountainbike an den 2 Tagen zuvor hatten auch einige Höhenmeter.

Schon beim Einradeln auf der 7 km langen Wendestrecke merkte ich, dass mir die Radstrecke mit insgesamt knapp 180hm gut entgegen kam und auch die Beine gut waren. Am besten gefiel mir aber, dass die letzten 3km leicht abfallend waren und man dort noch einmal Vollgas geben konnte.

Am Badeweiher in Innsbruck bemerkte man kurz vor dem Schwimmstart, dass nun auch ein starker Wind aufkam. Um ca. 14 Uhr fiel dann der Startschuss für die 500m Schwimmen. Ich konnte mich recht gut aus den Gedränge und Geschlage im Freiwasser heraushalten und konnte meinen Stil schwimmen. Leider fand ich keinen Kontrahenten bei dem ich mich in den Wasserschatten setzen konnte. Als die letzte Boje umrundet war, waren es noch ca. 200m bis zum Ausstieg. Irgendwie verpeilte ich, dass die Konkurrenz mir auf einmal davon schwamm. Etwa 100m vor Ende versuchte ich dennoch einen Schlussspurt - auch wenn dieser womöglich etwas zu spät kam.

Der Wechsel aufs Rad klappte hervorragend, sodass ich 4 Plätze in der Wechselzone gut machte.
Auf Platz zwölf ging es dann auf die Radstrecke. Und hier ließ ich das edle BROTHERS Zeitfahrgeschoss wirklich zu einem Geschoss werden. Schon nach dem ersten Anstieg hatte ich einige Kontrahenten (Staffeln waren hier auch dabei) hinter mir gelassen. Der Wind blies mir dann, als es leicht abfallend Richtung Wendepunkt ging gehörig um die Ohren. Ich versuchte den Speed hochzuhalten und dachte mir: "Der bloaßt de dann, den Berg scho wieder afe!".
Nach der Wende galt es nun den Anstieg mit Hilfe des Windes schön draufzudrücken. Am Ende des "Berges" konnte ich die Positionen 3-5 etwa 500m vor mir sehen. Die letzten abfallenden 3km fuhr ich von daher mit einem gefühlten 60er Schnitt (womöglich waren es nur 50ig). So konnte ich noch an der Wechselstation zu den Vorderleuten aufschließen. Am Ende sprang mit glatten 23min die Beste Radzeit heraus und bestätigte den Guten Eindruck am letzten Samstag in Pfronten.

Der zweite Wechsel klappte leider nicht so gut. Hier hörte ich sogar einen Zuschauer sagen: "Schau hi, der brachad jetzt an Schuhlöffel!", und ich wusste, dass ich damit gemeint war. So verlor ich wertvolle Sekunden auf das Podest und wollte diese natürlich so schnell wie möglich auflaufen. Auch da ich nicht wusste, wo sich die Spitze des Feldes befand. Und so ging ich das Laufen etwas zu schnell an. Zwar konnte ich bereits nach 1,5km die 2 Position erlaufen, aber ich bekam Probleme mit der Luft. So dass ich mich mehr auf das Atmen und Halten dieser Position konzentrieren musste, als dass ich mich noch an den etwa 150m vor mir laufenden orientieren konnte.

Alles in Allem war es aber ein wirklich schöner Wettkampf der am Ende mit dem 2. Gesamtrang und dem Sieg in der Männerklasse belohnt wurde. Vielleicht wäre mit einem Energydrink beim Schwimmen und etwas mehr Wettkampferfahrung beim Laufen (nach dem Radfahren) mehr drin gewesen, aber dies wäre Spekulation und einfache Ausreden.

Das schönste Erlebnis hatte ich jedoch zum Schluss des Tages, als ich mich beim Zurückgehen zum Auto mit einem Handbiker im Rollstuhl über die Radstrecke unterhielt. Dabei sah ich in seinen Augen, dasselbe Funkeln als wenn ich über das Radfahren philosophiere. Es ist einfach genial, wenn man sieht, dass diese Leute - egal welchen Schicksalsschlag sie erfahren haben - mit der selben Motivation und Einstellung wie einer selbst an diese Leidenschaft herangeht. So etwas verdient RESPEKT und hat definitiv Vorbildfunktion!

Pfronten, Pech und Pannen

Wenn um 4:30 normalerweise der Wecker klingelt, denke ich zuerst an die Arbeit. Nicht jedoch am letzten Samstag. Diesmal ging es mit BROTHERS Buddy Lars Vollmer zu meinem ersten MTB-Marathon in Pfronten im Allgäu.

Mit Routinier Lars an meiner Seite, der schon seit fast 25 Jahren den Mountainbike Zirkus kennt, hatte ich ein gutes Gefühl. Zwar war ich ein wenig nervös, weil wir unterschiedlich voneinander starteten und ich eben nicht wusste, was genau auf mich zukam.

Verliert man bei einem Rennradrennen gleich den Kontakt zur Spitze, kann man das Rennen eigentlich schon abhaken. Beim Biken jedoch hat man die Chance an jedem Berg, der Spitze etwas näher zu kommen.

So fand ich mich nach den ersten „flachen“ (ein kleiner Stich war mit drin, damit sich das Feld auseinander zog) Kilometer unter den ersten 100 Fahrern wieder. Jedoch begann dann gleich der ca. 750hm Anstieg auf den … . Und dort sammelte ich nun wieder einen Fahrer nach den anderen ein.

Lars gab mir vor dem Rennen noch den Tipp, es aufwärts krachen zu lassen und kontrolliert abzufahren. Dies versuchte ich zu beherzigen und überquerte um die TOP30 liegen den ersten Berg. Doch schon bei den ersten Metern der Abfahrt stellte ich fest, dass ich einen nach den anderen auf den Schotterpisten ziehen lassen musste. Zu viel Respekt hatte ich vor der hohen Geschwindigkeit und grobschottrigen Wegen. Gegen Ende der Abfahrt, als mich ungefähr der 10 Fahrer überholte, dachte ich mir, an dem Heck des letzten Fahrers bleibe ich nun dran. Jedoch sollte ich diesen Übermut mit einem Sturz bei ca. 30km/h bezahlen. Böse berührte ich den Boden und auch der Vorbau meines Fahrrads, schaute nicht dahin wo er sollte. So musste ich weitere Fahrer an mir vorbeirasen sehen, als ich mit meinem Mini-Tool den Lenker wieder gerade stellte. Den letzten Kilometer der Abfahrt kam ich auch nicht so recht wieder in meinen Tritt und so sausten noch drei Fahrer an mir vorbei, welche ich nicht halten konnte.

Aber auch ihnen stellte sich der etwa 350hm Anstieg zum sogenannten Himmelreich entgegen. Hier gingen meine Beine wieder ihren gewohnten Tritt und so sammelte ich wieder einen nach den anderen ein. Die kurze aber knackige Abfahrt, welche bei einer normalen Radtour als „Schiebe-Passage“ gekennzeichnet ist, verlief bei mir recht gut. Ich konnte den Speed meiner Mitstreiter mitgehen und so fuhren wir in einer Gruppe von ca. 10 Mann zum letzten Anstieg Richtung Breitenkopf.

Nun galt es also noch einmal 800hm auf ca. 6km zu bewältigen, ehe es dann die letzten 10km bergab und flach ins Ziel ging. Ich fuhr an der Spitze unsere Gruppe mit in den Berg und konnte mich absetzen. Die letzten steilen Kilometer waren zwar hart, aber immer wieder tauchte ein Fahrer vor mir auf, an den man sich dann wieder heransaugen konnte. Schließlich konnte ich auf Platz 39 und auf Schlagdistanz zu noch vorderen Plätzen den Berg überwinden. Die ersten 100 Abfahrtsmeter waren geprägt von sehr groben und spitzigen Schotter. Anders kann ich mir es nicht erklären, dass ich gleich nach der Überquerung des Gipfels einen Plattfuß fuhr. Nun galt es bei einem Puls von 180 die Hände zu beruhigen, damit man ein einigermaßen Gefühl zum Wechseln des Schlauches bekam. Das dies sehr lange, wenn nicht sogar zu lange dauerte, merkte ich als ein Fahrer nach dem anderen vorbeirauschte. Dass es am Schluss sogar an die 50 Fahrer waren, dachte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich versuchte mein Bestes und pumpte mit meinen auch schlaffen Armen die Luft in den Reifen. Nun war ich also wieder startklar und so spannte ich das Hinterrad wieder ein und machte mich drauf und dran die letzte Abfahrt hinunter zu sausen. Mangelnde Routine aber, ließ mich nach ca . 500m ein weiteres Mal anhalten. So wollte ich doch auf Nummer sicher gehen, dass der Schnellspanner auch die letzte Abfahrt hält und ich ihn richtig zugezogen habe. Das es an diesem Tag, aber definitiv nicht mein Tag war, bemerkte ich als auf der Hälfte der Abfahrt noch meine Luftpumpe aus der Trikottasche fiel. War die Platzierung doch schon egal, so drehte ich nochmal um und kurbelte die 200m zurück. Erstaunte Blicke meiner Kontrahenten, genauer genommen eines Kontrahenten erwiderte ich mit einem freundlich Lächeln. So fuhr ich die letzte Abfahrt sehr kontrolliert, so wie es mir Lars schon zu Beginn des Rennens empfohlen hatte.
Die Zuschauer in Pfronten waren hervorragend drauf und da sie ja nicht wussten, dass mich heute das Pech verfolgte wurde mir 100m vor Ziel zugerufen „Auf geht´s, das wird unter 3h!“ Und tatsächlich stoppte die Uhr bei 2:58h und diese Zeit gilt es nächstes Jahr auf jeden Fall gewaltig zu unterbieten.
Lars fuhr ein kontrolliertes Rennen auf der Extremstrecke und wurde mit Gesamtrang 25 und Platz 7 in der Altersklasse belohnt.

Auch wenn das Rennen nicht optimal verlief, bin ich froh über den Ausgang. Außer ein paar Schürfwunden ist mir nichts geblieben. Meine Achillessehen-Verletzung machte sich nicht sonderlich bemerkbar und die Beine waren bergauf gut. Mal schauen, wie sich nach ein paar Alpenabfahrten, dort noch meine Qualitäten verbessern und wie mit ein bisschen mehr Glück die nächsten Marathons verlaufen.